"Trinkschwäche des Säuglings"

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juliansönke

"Trinkschwäche des Säuglings"

Beitrag von juliansönke »

Hallo, liebe Stillmamas,
ich hab schon eine Weile hier gelesen, um mich wieder auf Stand zu bringen, da mein letztes Stillkind jetzt schon ein Vorschulkind ist. Mein Jüngster macht mir nun erhebliche Probleme und ich brauche jede Hilfe, die ich kriegen kann...
Eigentlich hätte er erst am 10.8. Termin gehabt, aber die Versorgungslage im Bauch wurde so schlecht für ihn, dass er letzte Woche eingeleitet wurde und am 25.7. schon auf die Welt kam. Deswegen ist er auch ein ziemliches Leichtgewicht mit 2630g Geburtsgewicht auf 50cm Länge. Er hat im Krankenhaus noch mal kräftig abgenommen und hat seine 10% voll ausgeschöpft (gerade noch 20g drüber). Am 30.7. wurden wir entlassen, da wog er 2420g.
Nun mein Hauptproblem: Er schafft es nicht, an der Brust zu trinken. Er geht gerne ran, macht auch Saugbewegungen, aber viel zu schwach und selten. Drei-, viermal saugt er, und dann ist Pause, dann wieder ein bisschen halbherziges Saugen, Pause. Das kann er ziemlich ausdauernd, mit Nickerchen zwischendurch, und schafft es auf die Art, eine halbe Stunde lang trinkend zu wirken und dabei rein gar nichts in den Magen zu kriegen. Bei Stillproben hat er meistens tatsächlich 0g getrunken, sein bester Wert liegt bei knapp 15g, aber dafür muss er schon richtig fit sein. Auch an der Flasche trinkt er nicht besser, braucht ewig, um so halbwegs genug Milch eingeflößt zu kriegen. Ihn zu animieren (mit anstupsen etc.) scheint eher zu bewirken, dass er noch weniger Eigeninitiative zeigt :?
Habt Ihr Ideen/Vorschläge für uns? Mit der Pumpe komme ich wider Erwarten gut klar und meine Milchmenge ist auch mehr als ausreichend, aber ich möchte schon, dass er die Milch aus der Originalpackung trinkt, sozusagen!!!
Mondenkind
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Re: "Trinkschwäche des Säuglings"

Beitrag von Mondenkind »

Hallo JUliansönke, herzlich willkommen.

Die Probleme, die Du beschreibst, sind typisch für schwächere, kleine Säuglinge. Das Problem ist jedoch mit ein wenig Geduld behebbar. Gut, dass Du so viel Milch hast. Die Milchmenge solltest Du auf jedenfall durch Pumpen oder Ausstreichen weiterhin ankurbeln, damit es so gut bleibt. Desweiteren solltest Du ihn auch regelmäßig anlegen, auch wenn er noch nichts herausbekommt. Er wird es schaffen, wenn er kräftiger wird. Die Milch solltest Du ihm an der Brust zufüttern. Hier findest Du Infos dazu: Stillfreundliche Zufüttermethoden. Mit einem Brusternährungsset oder einer Spritze kannst Du die Milch leicht an der Brust zufüttern. Ich habe gute ERfahrungen damit gemacht, so jungen, kleinen Säuglingen mit einer Spritze und einer Plastikkanüle direkt beim Stillen an der Brust die Milch zu geben. So trinkt er an der Brust, bekommt Deine Milch und wird mit der Zeit kräftiger und schafft es auch irgendwann was aus der Brust zu trinken.

Dringend vermeiden solltest Du Flaschenfütterung und Schnuller.

Kannst Du mit diesen Ideen etwas anfangen?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Gast

Re: "Trinkschwäche des Säuglings"

Beitrag von Gast »

Hallo Mondenkind,
danke für die fixe Antwort! Zum BES hatte ich mich schon mal belesen, und bin mir ziemlich sicher, dass es für meine Umstände zu aufwändig wäre. Aber das mit der Spritze klingt interessant! Allerdings müsste die dann ja recht groß sein, weil er schon so 60/70ml pro Mahlzeit "einlaufen" lässt. Und spritze ich dann, wenn er saugt? Hab ein bisschen Angst, dass ich das mit der Dosierung nicht so gut hinkriege, und er sich dann ständig verschluckt...
Und wo kriege ich sowas her? Apotheke? Hebamme? Die kommt heute nachmittag vorbei, mal schauen, was sie sagt.
Kann ich mir eine Art BES selber basteln? Seh mich gerade mit Flasche in der Hand und Schlauch, ähnlich wie die Spritze, nur eben ohne Spritzen... ob das klappen würde?
Frankonia
hat viel zu erzählen
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Registriert: 07.05.2011, 17:13

Re: "Trinkschwäche des Säuglings"

Beitrag von Frankonia »

Hallo,

Ich möchte kurz einen Drücker hierlassen und Mut zusprechen. Bei uns war es fast genauso wie bei Dir. Lucian wurde mit knapp über zwei kg Gewicht vier Wochen vor ET geboren und hatte auch eine Trinkschwäche. Ich habe stündlich angelegt und abgepumpt, und das bisschen Milch, dass ich abpumpen konnte, mit Spritze und Flasche ( letzteres hat nicht gut geklappt) zugefüttert. bald hat er rasant an Gewicht zugenommen, wurde kräftiger und somit ein sehr effizienter Stiller. Alles Güte für euch!
Viele Grüße,
Frankonia

Klein L, * Herbsttagundnachtgleiche 2011
juliansönke

Re: "Trinkschwäche des Säuglings"

Beitrag von juliansönke »

Das ist ja prima! Hast Du das mit der Spritze dann an der Brust gemacht oder als "Einzelfütterung"?
Ich hab Julian jetzt erst mal mit einem Löffel gefüttert, um die Flasche zu umgehen, und das fand er ziemlich klasse. Ist aber auch eine gewisse Sauerei und nicht wirklich für große Mengen geeignet...

Liebe Grüße!
Mondenkind
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Re: "Trinkschwäche des Säuglings"

Beitrag von Mondenkind »

Du bekommst die Sachen in der Apotheke, oder Deine Hebamme hat sowas. Eine einfache Spritze, vllt. 20ml und eine "Braunüle" oder "Flexüle" aus der Du die Nadel rausnimmst und nur mit dem Plastikschlauch arbeitest. Den legst Du in seinen Mundwinkel, wenn er an der Brust ist. Wenn er saugt, dann gibst Du ein bisschen. Wir machen das auf der Wochenstation so, weil sich BES da meist nicht lohnen würde. Die Kinder werden so in der Regel schnell kräfiger, so dass man das nicht lange machen muss.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
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