Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Isa_Belotti
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Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von Isa_Belotti »

Aus aktuellem Anlass nach einem Gespräch (besser: einer hitzigen Diskussion) mit meiner Freundin und weil ich es am Rande in anderen Threads gelesen habe:

In meinem gesamten Bekanntenkreis ist mein Baby das Einzige ohne längere Schlafphase in der Nacht. Er ist allerdings auch der Einzige, der im Familienbett schläft, völlig nach Bedarf gestillt wird und erst gerade so langsam mit Beikost startet. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er sicher auch früher nennenswerte Mengen gegessen, ich habe ihm aber nicht so viel Gelegenheiten gegeben.

Nun habe ich die Empfehlung bekommen, meinem Kleinen abends vor dem Schlafen gehen Brei zu geben, damit er länger schläft. Für mich kommt das nicht in Frage, ich mag ihn nicht 'vollstopfen' und dann ins Bett schicken, in der Hoffnung, er möge länger schlafen.

Im Schnitt kommt er so alle drei bis vier Stunden, was für mich völlig ok ist. Jetzt hatten wir eine ganz kurze Phase von wenigen Tagen (bzw. Nächten) in denen er an die zwanzig Mal wach wurde, sich teils durch Stillen beruhigen ließ oder eben auch nicht. Ich vermute es lag entweder an meiner Abwesenheit tagsüber an zwei Tagen oder an seinem wachsenden Zahn oder an beidem (oder an irgendetwas anderem ;) ). Ist ja auch egal, da es Gott sei Dank wieder aufgehört hat.

Bei dieser Episode allerdings kam eben besagter Ratschlag, der mich - trotz besseren Wissens - schon ziemlich verunsichert hat, auch wenn ich trotzdem mein Ding weitermache. Ich habe nun 4 Fragen:

1. Ich lese hier so oft, dass häufiges Wachwerden in der Nacht im ersten Lebensjahr nicht ungewöhnlich ist. Warum? und warum haben
2. diese anderen Kinder in ihren eigenen Zimmern regelmäßige, längere Schlafphasen (gestillt/nicht gestillt)? (Und bitte ohne den Hinweis, dass von Eltern diesbezüglich so häufig die Unwahrheit gesagt wird, in diesen Fällen glaube ich es tatsächlich)
3. Was soll ich von dem Rat halten, abends Brei zu füttern, damit er länger schläft?
4. Wie groß ist der kindliche Magen? Und wie funktioniert - grob gesagt - die Verdauung von MuMi im Gegensatz zu 'anderen' Nahrungsmitteln?

Mensch, jetzt bin ich mal gespannt auf die Expertinnenantworten :lol: .
Danke im Voraus und viele liebe Grüße
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greenie bird
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von greenie bird »

Ich hab keine Expertenmeinung, nur zwei Kinder, die genauso wie Deins waren.
Meine Tochter fing aber auch super an zu essen- schaffte auch sehr schnell große Mengen. Weil sie so "katastrophal" schlief, war unglaublich am clustern...naja. Was soll ich sagen, der Schlaf wurde eher schlimmer als besser mit jeder Mahlzeit. Es war einfach Unsinn, kein Getreide, kein Gemüse, kein xyz machte "satt" pünktlich 2 Std. nach dem Abendessen hatte sie wieder Hunger- sie schlief also, wenn sie denn mal 20 Minuten ohne mich schlief(beim abendlichen Hinlegen) nach spätestens 2 Std. wieder wach zum Trinken. Spätestens (!) nichts mit mal weggehen oder was man sonst so macht (?). Nun ja, es war mit jedenfalls zu anstrengend da irgendwas zu "trainieren" und selbst als sie tagsüber nicht mehr stillte, weil sie essen wirklich gern mag. Und mit 2,5 Jahren schlief sie dann plötzlich die ganze Nacht. Dabei blieb es.
Sie war tagsüber immer sehr unabhängig, fremdelte nicht, war immer aktiv und brauchte mich kaum. Ich habe mit dann einfach gedacht, dass sie eben nachts die ganze Tagesration Mama tanken muss.
Sie schlief auch nicht besser ohne mich - also nichts von "stören" in der Nacht. Bei meinem Sohn genauso und die erste längere Schlafphase gab es vielleicht mit 1,5 recht unzuverlässig ein Mal die Woche. Jetzt klappt es langsam, dass er vom Einschlafen (19:30-20 Uhr) bis 12 aushalten kann, aber alle paar Tage auch wieder nicht.
Ich bin aber zuversichtlich, dass es auch wieder irgendwann klappt- einfach so. :)


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Carlotta
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von Carlotta »

bin keine Expertin, aber meine Maus (einen Monat jünger als deine) wird ähnlich oft wach, also so ca. alle 3 Stunden, auch im FB und auch nach Bedarf gestillt. Und bis jetzt keine Beikost, da sie noch nicht mag.

Meine Hebi (sie ist sehr gut finde ich!) meint, bei gestillten Kindern ist es sehr normal, dass sie in 1. Lebensjahr noch alle 2-3 Stunden wach werden um zu trinken. Wohl wird Mumi schneller verdaut als Flaschennahrung bzw. Brei. Also wenn dein Kind wirklich nur wegen Hunger und nicht wegen schlech geträumt, zahnen, Bauchweh etc. aufwacht, kann es denke ich schon helfen dass man Brei oder Flasche gibt - ob man das will ist ne andere Frage. (Je nach Nacht wird mein Baby nämlich definitiv nicht vom Hunger wach, sondern aus anderen Gründen, lässt sich aber manchmal durch stillen beruhigen) Und komplettes durchschlafen lässt sich so auch nicht erreichen denke ich. Aus meinem Bekanntenkreis sagen auch ein paar, dass ihre Kinder länger schlafen wenn sie 1er statt Pre abends bekommen, da Pre ja auch schnell verdaut wird da es der Mumi am ähnlichsten ist.

Aber wenn deine Maus schon Beikost möchte ist das doch super. Ich würde dann das schon anbieten, solange die Kleinen selber wollen finde ich es gut, egal ob Mittags oder Abends und ob Brei oder was anderes.

Mal sehen was hier sonst noch berichtet wird!!
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

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jusl
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von jusl »

Ich versuch's auch mal:
1. Ich lese hier so oft, dass häufiges Wachwerden in der Nacht im ersten Lebensjahr nicht ungewöhnlich ist. Warum?
Im ersten Lebensjahr, und in den folgenden Jahren ebenfalls. ;-)
Kleine Kinder können ihre Angelegenheiten noch nicht selbst regeln. Wenn sie Hunger oder Durst haben, wenn sie ängstlich, unruhig oder gelangweilt sind, wenn ihnen zu warm oder zu kalt ist - sie brauchen praktisch immer die Hilfe und Fürsorge ihrer Eltern, um Abhilfe zu schaffen, was immer es auch sei. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mein Kleinkind mit ungefähr 3 Jahren das erste mal nachts ALLEINE aufstand, ALLEINE ins Bad ging, pillerte, spülte, wieder zurück ins Bett, und einfach so weiterschlief. :shock: GANZ ALLEIN, ohne mich zu rufen, als wär es das Selbstverständlichste von der Welt (war aber tatsächlich das erste Mal...). Fand ich suuuuper rührend! Ich war hellwach vor Schreck (und Bewunderung :lol: ).
Bis dahin ist's ein langer Weg... aber irgendwann werden die Kinder reifer. Wachen seltener auf, und wenn sie aufwachen, können sie oft selbst Abhilfe schaffen (z.B. einen Schluck trinken oder sich wieder zudecken), und wenn doch Hilfe der Eltern nötig ist, geht das meist zügig und einfach, und alle schlafen weiter.
und warum haben
2. diese anderen Kinder in ihren eigenen Zimmern regelmäßige, längere Schlafphasen (gestillt/nicht gestillt)? (Und bitte ohne den Hinweis, dass von Eltern diesbezüglich so häufig die Unwahrheit gesagt wird, in diesen Fällen glaube ich es tatsächlich)
Selbstverständlich darf den Eltern nicht pauschal Lüge unterstellt werden, logo. Aber Fakt ist: Was im Zimmer nebenan passiert, kriegt man nicht unbedingt mit (wenn die Babys zu Jugendlichen geworden sind, werden sie noch froh drüber sein :mrgreen: ). Eltern, die nicht gemeinsam mit ihren Kindern schlafen, wissen NICHTS über die Schlafphasen ihrer Kinder. Nicht alle Kinder weinen, wenn sie wach werden. Insbesondere diejenigen Kinder nicht, die praktisch von Anfang an die Erfahrung machen, dass eh niemand da ist. Allein schlafende Babys werden AUF JEDEN FALL nachts wach, genauso wie alle anderen Menschen auch. Die Frage ist, was dann passiert, z.B. an Kommunikation, an Beziehungsverhalten, an Selbstregulation.
3. Was soll ich von dem Rat halten, abends Brei zu füttern, damit er länger schläft?
Das würde ich komplett pragmatisch und leidenschaftslos sehen: Wenn Du das Gefühl hast, Dein Baby wacht häufig auf, weil es abends nicht genug gegessen hat, dann biete ihm doch Brei an und schau was passiert. Wenn Du das Gefühl nicht hast, dann lass es einfach. ;-)
4. Wie groß ist der kindliche Magen? Und wie funktioniert - grob gesagt - die Verdauung von MuMi im Gegensatz zu 'anderen' Nahrungsmitteln?
Mumi ist leicht verdaulich und hat den Magen nach 60-90 Minuten verlassen und wird oft auch recht schnell wieder ausgeschieden. Anderes Essen bleibt länger im Magen, und dessen Darmpassage dauert länger.
Die meisten - auch die vollgestillten! - Babys schlafen irgendwann deutlich länger am Stück als nur 60-90 Minuten: Viele Kinder haben irgendwann eine oder mehrere längere, zusammenhängenden Schlafphasen von 2-5 Stunden (Glück für die Eltern, wenn das zufällig in die Nacht statt auf den Tag fällt ;-)). Das bedeutet, dass diese Babys eindeutig NICHT WEGEN ihrer Magenfüllung so lang schlafen, sondern aus einem anderen(!) Grund. Schlafverhalten hat wenig mit Essverhalten zu tun. Wir Erwachsenen schlafen mit einer leichten Abendmahlzeit viel besser als nach einem schweren, fetten Essen, dessen Kalorien uns ewig lang sättigen würden... Warum? Eben weil wir nicht deshalb schlafen, weil wir so schön abgefüllt sind, sondern aus anderen (hirnchemischen, hormonellen...) Gründen. Bei Babys scheint das genauso zu sein: Schlafphasen sind eher eine Frage der Hirnreife und des Zufalls, nicht des Magenfüllstands.
Im Schnitt kommt er so alle drei bis vier Stunden, was für mich völlig ok ist.
DAS ist doch das EINZIG WICHTIGE. Wenn Du keinen Grund hast, irgendetwas zu verändern, dann freu Dich über Dein gesundes Kind und lass besten Gefühls alles so wie es ist.

LG
Julia
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4tiere
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von 4tiere »

Ich sage es trotzdem! Nirgends wird so sehr gelogen, wie beim Thema "Durchschlafen", davon bin ich fest überzeugt!!!
(Wieso glaubst du es?)

Und oft wird sich auch noch selbst in die Tasche gelogen. So frei nach dem Motto, 5 mal nachts hingehen und den Schnuller reinstecken, ist doch kein Stillen, also schläft das Baby durch. Na, da liege ich lieber mit meine Lieben in einem Bett, schön kuschelig und bin manchmal die Milchbar.
Also oft ist es die Definition vom Durchschlafen.

Und dann gibt es die Ferber-Fraktion, so bekomme ich natürlich auch ein Kind zum (Pseudo-)Durchschlafen. Aber für welchen Preis?! Das hat dann ja nichts mit irgendwelchen abendlichen Breien zu tun, aber man kann es sich schön reden, der Brei sei es eben. (Weisst du mit sicherheit, dass nicht geferbert wurde?)

Und last but not least: wenn ich genudelt bin (weil ich mich über**essen habe), dann liege ich wie ein Stein da, aber das ist kein erholsamer Schlaf. MuMi ist optimal auf die Bedürfnisse angepasst und belastet eben nicht. das wäre mir viel wichtiger, als abendliche Breie.

Und sonst unterschreibe ich bei greenie bird!
LG
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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kasimira
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von kasimira »

Mir hat dieser Artikel sehr geholfen: http://kinderverstehen.de/images/Schlaf ... 290909.pdf
liebe Grüße,
kasimira
Lösche Benutzer 8492

Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von Lösche Benutzer 8492 »

Vielleicht werden auch einfach nur die Babys ausquatiert, die eh durchschlafen? Wenn mein Kleiner 3,4 Mal die Nacht aufwacht lass ich ihn doch lieber im Schlafzimmer (vorausgesetzt, wir sind nicht schuld daran).
jusl
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von jusl »

kasimira hat geschrieben:Mir hat dieser Artikel sehr geholfen: http://kinderverstehen.de/images/Schlaf ... 290909.pdf
Ein sehr guter Text! Sears in Kurzformat.
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Isa_Belotti
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von Isa_Belotti »

Hach, vielen Dank für eure aufbauenden und informativen Antworten!
Zunächst an die lieben Mamas für die eigenen Erfahrungsberichte und auch an jusl für die gewohnt qualifizierten, fachkompetenten und ausführlichen Antworten :D .

Ganz wichtig, weil es mir eine neue Perspektive aufgezeigt hat, fand ich auch folgende Aussage:
4tiere hat geschrieben:
So frei nach dem Motto, 5 mal nachts hingehen und den Schnuller reinstecken, ist doch kein Stillen, also schläft das Baby durch. Na, da liege ich lieber mit meine Lieben in einem Bett, schön kuschelig und bin manchmal die Milchbar.
Also oft ist es die Definition vom Durchschlafen.
Ich brauchte von euch einfach nochmal eine nüchterne Perspektive, da mich das Gespräch so mitgenommen hat. Ich bin mir meiner Sache sehr sicher - und habe mich eben DOCH verunsichern lassen. Klar darf der junge Mann essen (zumal er heute auf den Tag genau sechs Monate alt geworden ist). Nur eben nicht 'damit' er 'länger schläft'.

Jetzt geht's mir wieder gut, danke ihr lieben SuTlerinnen :knutsch

p.S.: Danke auch für den Link. Das werde ich speichern und mit 'frischen' Augen noch mal lesen!
co+lu
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Re: Stillen und Schlafen und Stillen und ?

Beitrag von co+lu »

Isa_Belotti hat geschrieben: 2. diese anderen Kinder in ihren eigenen Zimmern regelmäßige, längere Schlafphasen (gestillt/nicht gestillt)? (Und bitte ohne den Hinweis, dass von Eltern diesbezüglich so häufig die Unwahrheit gesagt wird, in diesen Fällen glaube ich es tatsächlich)
3. Was soll ich von dem Rat halten, abends Brei zu füttern, damit er länger schläft?
da mich das thema auch immer mal wieder beschäftigt, geb ich mal noch meinen senf dazu:

meine tochter (1,5) wird nach wie vor recht oft gestillt, besonders auch nachts (schläft bei uns im bett), da hat sich innerhalb des letzten jahres nicht allzuviel geändert. mit 9 oder 10 monaten war es manchmal gefühlt halbstündlich, ansonsten im schnitt etwa zweistündlich. in den letzten monaten merke ich, dass es immer mal längere schlafphasen von bis zu fünf stunden gibt, aber nicht allzu oft ...

ich finde das generell in ordnung. halbherzige versuche, daran (am häufigen stillen) was zu ändern habe ich schnell aufgegeben. nachdem, was ich auch zum thema gelesen habe, fühlt es sich für mich natürlich an und stehe auch gegenüber anderen dazu.

nun kenne ich auch überwiegend mamas, die natürlich anderes zu berichten haben. und auch ich neige dazu, den meisten zu glauben.

zum einen glaube ich, dass ein kind im eigenen zimmer/bett länger am stück schlafen könnte, da z.b. mein kind des öfteren wach wird, wenn wir ins bett gehen, husten oder was auch immer. möglicherweise wird auf die kinder auch nicht so schnell reagiert, wenn sie mal ein geräusch von sich geben, dann aber doch weiterschlafen, wo mein kind schon die brust im mund hat. manchmal, wenn ich noch nicht im bett bin, gibt meine tochter auch einen heuler von sich und nach paar sekunden ist sofort wieder ruhe. andererseits schläft sie manchmal ruhiger, gerade weil ich neben ihr liege ... das ist also sehr unterschiedlich.

weiterhin kenne ich einige mamas, die im zweiten lebenshalbjahr abends die flasche eingeführt haben, weil die kinder nachts so oft stillen wollten. die meisten berichten, dass die kinder danach allmählich immer längere schlafphasen hatten bis hin zum durchschlafen. sie wirken auf mich glaubhaft, u.a. da sie davor müde und gestresst wirkten und danach eben frisch und entspannt.

auch ich habe leider meiner kleinen größtenteils die flasche geben müssen, als sie so zwischen 2 und 5 monaten alt war, da ich ein größeres stillproblem hatte. das war auch die zeit, in der sie die längsten schlafphasen hatte. 4 bis 8 stunden am stück waren die regel. als ich danach wieder zum vollstillen überging, wurden die nächte deutlich unruhiger - kann natürlich auch am alter gelegen haben, aber ich würde zumindest einen teil der schnell verdauten mumi zuschreiben.

und die sehr wenigen male, die mein kind eine größere breiportion am abend gegessen hat, hatte sie auch eine längere erste schlafphase gehabt (4-5 h). aber sie mag und mochte generell nicht viel essen und brei gleich recht nicht.

ich kenne zwei weitere mütter, die auf anraten des kia bzw. hebamme ihr kind vor dem schlafen mit der doppelten portion mumi "abgefüllt" haben, d.h., sie haben in der nacht zuvor (vorm eigenen zu-bett-gehen) abgepumpte mumi in der flasche als nachschlag gegeben. diese babys haben auch wesentlich längere schlafphasen - ist das zufall? (außerdem würde mich mal interessieren, welche meinung die stillberaterinnen hier zu dieser methode haben.)
zu der einen mutter habe ich näheren kontakt, ihr kind schlief schon immer recht gut, mit einigen monaten meistens durch. wahrscheinlich hat sie einfach glück, aber ich schreibe auch einiges ihrem verhalten zu. z.b. schlief das kind immer im eigenen bett, hatte sehr feste schlafenszeiten, wurde immer im wohnzimmer gestillt, kannte es also nicht, an der brust einzuschlafen. dann eben die doppelte portion mumi vorm schlafen, nach dem beikoststart hat sie dann tagsüber und abends auch immer gerne und viel gegessen. ich glaube ihr, da sie auch gelegentlich von schlechteren nächten berichtete, wo sie auch mal "außerplanmäßig" stillte oder ihr kind mit ins ehebett nahm. manchmal wacht wohl ihr kind auch auf und gibt sich mit dem schnuller zufrieden.

wieviele babys von den genannten nun davon evtl. geferbert wurden, weiß ich natürlich nicht, ich hoffe keines, da die meisten nicht so auf mich wirkten, aber vielleicht ist das auch nur meine naive hoffnung...

im gegensatz zu den meisten flaschenmamis, die berichten, dass die kinder durchschlafen, kenne ich zum glück auch eine, die erzählte, dass ihr kind bis ca. 2 jahre nachts noch zwei flaschen brauchte.

sorry, das war jetzt ganz schön viel... aber ich lass es mal so stehen.
co mit lu (01/11)
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