Voran: Dein Baby ist noch seeeehr klein, da wird sich noch vieles irgendwann von selbst verändern, dass jetzt sehr anstrengend ist und von dem man in dem Moment verständlicherweise glaubt, man müsse es als Eltern aktiv verändern, damit es sich ändert. Dem ist oft nicht so und Phasen sind rückblickend oft kürzer als wenn man mittendrin steckt und das Ende nicht abzusehen ist.
So, und nun kommt ein längerer Beitrag zu Deinen Fragen, weil das vor zwei Jahren GENAU meine Themen waren
1. Diese Stillabstände sind völlig normal. Kinder regulieren über Stillabstand und Dauer der Mahlzeit völlig selbständig den Fettgehalt der Milch und können so ganz genau ihren Bedürfnissen anpassen, wieviel Flüssigkeit und wieviel Kalorien sie zu sich nehmen. Und das Beste: man muss sich als Eltern da gar nicht drum sorgen - die können das ganz von selbst

Klar, das kann auch streckenweise mal ziemlich anstrengend sein: gerade im Sommer trinken viele Babys öfter und dafür kürzer, weil der Fettgehalt während einer Mahlzeit steigt. Durch sein momentanes Trinkverhalten nimmt Dein Baby also mehr Flüssigkeit zu sich - eben genau so, wie es das momentan braucht. Es werden auch wieder andere Phasen kommen, ganz sicher! Bleib dabei, nach Bedarf beide Seiten anzubieten und Dein Kind so lange trinken zu lassen, wie es mag. Dann holt es sich, was es braucht.
Meiner hatte vor zwei Jahren im Sommer (in genau dem gleichen Alter) exakt diese Stillabstände tags und auch nachts... Bei Terminen hab ich darum mein Baby mitgenommen

und versucht mich auch tagsüber oft zum Stillen mit hinzulegen (und ja: ich hab mich einige Monate lang tatsächlich auch oft abends dann mit dem Baby schlafen gelegt. Das war oft ein richtiger Erholungsschub und dann ging es wieder in paar Tage besser
2. Dass ein Baby nur beim Stillen oder Tragen einschläft ist auch völlig normal. Auch das wird sich irgendwann verändern, aber langsamer als uns mancher Erziehungsratgeber in Deutschland so glauben machen will

. Meiner ist im gesamten ersten Jahr bis auf wenige Ausnahmen eigentlich immer nur stillend oder im Tragetuch eingeschlafen. Die Tagsschläfchen hat er oft komplett auf meinem oder Papas Rücken gemacht (beim Abwaschen, Rasenmähen, Kochen, Wäschelegen, auf dem Pezziball-Wippen vor dem PC ...

)
Das Problem mit dem Aufwachen, sobald Mama weg geht, hat sich bei uns recht gut lösen lassen, indem ich schnell das Kissen, auf dem ich mit dem Kopf gelegen habe, vor ihn gelegt habe, so dass er (er lag vom Einschlafstillen ja noch auf der Seite) das Kissen berührt hat, wenn er die Händchen suchend ausstreckte. Da ich grad drauf gelegen hatte, war es warm und roch nach Mama - Idealkombination

. So hat er dann schonmal ne Weile ohne mich weitergeschlafen. (Ich habe mir zum Stillen darum ein festes kleineres Konturkissen geholt, dass einerseits ideal ist zum seitlichen Liegen beim Stillen und andererseits keine Gefahr bildet, dass das Baby sein Näschen drin vergraben könnte, ohne Luft zu bekommen.)
3. war bei uns aber auch lange an der Tagesordnung. Und ist es auch heute noch oft - ist ja aber viiiieeel seltener nötig (mein Sohn wacht inzwischen beim zweistündigen Mittagsschlaf fast nie mehr auf und nachts nur noch ein, zwei Mal). Auch das ist also völlig normal, dass ein Baby kurzes "Nachstillen" braucht um weiterzuschlafen.
Wir waren davon am Anfang manchmal sehr gefrustet, wenn wir uns z.B. endlich mal zu zweit zu einem schönen Film hingesetzt hatten... Was uns sehr geholfen hat: Dinge unterbrechbar machen!

Filme kann man z.B. wunderbar auf DVD ansehen oder aufzeichnen. So stört es einen gleich weniger, wenn man ihn nur in 20-Minuten-Happen schauen kann
Und mich hat es sehr entspannt, mir die Stillzeiten zu versüßen. Mit einem Hörbuch auf mp3-Player (mit Kopfhörer fürs BAby nicht hörbar) z.B. kann man exakt da weiterhören, wo man zuletzt Stop gedrückt hat - gerade für kürzere häufige Stillzeigen ideal. Ich hatte ihn immer in der Hosentasche oder auf dem Nachttisch wo ich gestillt habe.
Vielleicht ist ja ein nützlicher Gedanke für Dich dabei. Sei auf jeden Fall versichert: Dein Baby verhält sich völlig normal und zwar so, wie es Babys seit Tausenden von Jahren das Überleben sicherte
