Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Alioscha
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Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von Alioscha »

Hallo an Alle,

vielleicht habt Ihr gute Tips und Ratschläge für mich:

mein Sohn ist 15 Monate alt und stillt noch ca 5 oder 6 Mal am Tag, vor allem zum Einschlafen aber auch mal kurz zwischendrin wenn er müde, knatschig ist etc.
Grundsätzlich wäre mir lieb gewesen ihn selbst den Zeitpunkt des Abstillens bestimmen zu lassen, das ist aber leider nicht möglich (es sei denn er überlegt es sich in den nächsten Monaten von selbst was ich mir aber nicht vorstellen kann).

Kurz zur Erklärung: ich habe bisher sehr gerne und nach Bedarf gestillt auch wenn ich seit ein paar Monaten gelegentlich genervt davon gewesen bin (weil er oft ziemlich "brutal" ist, mich kneift und kratzt etc; Grund zum Abstillen wäre das aber alleine nicht). Es ist nun aber so dass wir unendlich gerne ein Geschwisterkind für unseren Sohn haben möchten wofür wir wieder auf künstliche Befruchtung angewiesen sind. Das Kinderwunschzentrum behandelt stillende Frauen nicht da die Chancen auf eine Schwangerschaft geringer sein könnten, ich bin aber mit 36 nicht mehr die Allerjüngste und meine Hormonwerte waren schon bei der letzten Bestimmung vor über zwei Jahren für mein Alter eher schlecht (wie sie aktuell sind erfahre ich demnächst). Mein Mann ist Mitte 40 und möchte auch nicht unbedingt erst mit 50 noch einmal Vater werden. Mir ist es enorm wichtig ein weiteres Kind zu bekommen bzw es überhaupt zu versuchen, ob wir überhaupt noch einmal Glück haben ist ja sowieso nicht garantiert. Bin selbst Einzelkind und wünsche es mir bis heute anders.

Aus diesen Gründen möchte ich meinen Sohn zum Herbst/Winter hin abstillen um dann den ersten Versuch fürs Geschwisterkind zu wagen. Er wird dann ungefähr anderthalb Jahre alt sein. Vorher abstillen möchte ich nicht weil er ab August in die Kita geht und ich ihm nicht ausgerechnet in diesem Augenblick auch noch die Brust wegnehmen will sondern warten möchte bis er in der neuen Situation richtig angekommen ist.

Aber wie genau macht man das in diesem Alter, das Abstillen? Versucht man es mit Erklären? Tagsüber könnte ich ihn möglicherweise ablenken aber abends? Soll ich ihm dann auch in diesem Alter noch eine Milchflasche statt Brust anbieten, so wie mein Mann es macht wenn er ihn mal ins Bett bringt? Das würde ich ungern jeden Abend machen denn ernährungstechnisch gesehen braucht er die Milch definitiv nicht, er ist überdurchschnittlich schwer (15 Mon, 82cm und 12 kg) und isst und trinkt tagsüber gesund und viel. Wasser nimmt er zwar schon gelegentlich während des (zur Zeit gerne mal längeren) Einschlafprozesses aber er hat es noch nie als Brustersatz akzeptiert. Natürlich möchte ich sanft vorgehen und ihn nicht überfordern.

Habt Ihr vielleicht (gerne auch positive) Erfahrungsberichte übers Abstillen in diesem Alter?

Liebe Grüße,

Alioscha
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
Weekend
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Re: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von Weekend »

Servus,
ich stecke in einem ähnlichen Dilemma: fast 19 Monate, bis dato keine Mens und Kinderwunsch für Nr. 2. Ich werde im Herbst 35 und somit auch nicht jünger.

Tagsüber trinkt sie zwar eher häufig (gerade jetzt bei der Hitze), in der Nacht sind wir bei alle 2-3 Stunden. Der erste Versuch, die Intervalle auf 3,5/4h zu erweitern ist vorerst gescheitert. Nach 1 Woche haben mein Mann und ich beschlossen, es in 1-2 Wochen eben erneut zu versuchen.
Wir haben Wasser aus dem Becher, der Flasche angeboten, zu Essen, gesungen, gestreichelt - die ganze Palette. Aber es war eben das Nuckeln, dass sie wollte und Schnuller nimmt sie ja keinen.

Gestern Nacht um 22:13 wollte sie nach 1h wieder trinken - da habe ich ihr die Brust gegeben :) Aber nur die Brust, nicht die Brustwarze. Denn sie wollte ja nur nuckeln. Siehe da, es klappte und sie schlief dann bis 4:20 durch. Heute Nacht versuche ich es erneute mit der Methode, mal sehen ob es klappt.

Was ist es denn bei Deinem Kind? Eher das Trinken oder auch nur das Saug-/Nuckelbedürfnis? Musst Du denn wirklich komplett abstillen oder würde das KiWuZentrum 1x Einschlafstillen noch "akzeptieren"?

Wir schauen jetzt einmal, ob eine 6h Pause in der Nacht reicht, um die Mens wiederzubekommen. Aber dazu müssen wir uns noch einige Nächte um die Ohren schlagen ;)
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jusl
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Re: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von jusl »

Gestern Nacht um 22:13 wollte sie nach 1h wieder trinken - da habe ich ihr die Brust gegeben :) Aber nur die Brust, nicht die Brustwarze. Denn sie wollte ja nur nuckeln.
?? Kannst Du das mal genauer erklären? Ich bin nicht sicher, ob ich das jetzt richtig verstanden habe. :lol:

LG
Julia
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WiLada
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AW: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von WiLada »

Jusl das frage ich mich auch. Mir tut es hollisch weh wenn meine Tochter aus Versehen mal an der Brust saugt wie irre...


Zum abstillen ... Ich würde es einfach nicht mehr anbieten. Aber auch nicht verwehren. Und dann wenn es zb eigentlich Zeit zum morgenstillen ist sagen "kommst du mit Müsli essen?" zb...vielleicht klappt es bei euch auch. Mit anderenMethoden habe ich keine Erfahrung.

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Weekend
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Re: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von Weekend »

Ich habe sie einfach direkt am Busen nuckeln lassen - weit genug vom Warzenhof, dass es nicht schmerzen kann.
(Da ich sehr viel Gewicht in der Schwangerschaft und danach verloren habe, ist die Haut am Busen eher "locker" und "elastisch" 8) )

Da ich schon mal öfters mit "Knutschflecken" an der Brust aufgewacht bin, wusste ich dass sie ab und zu auch einfach nur so nuckelt - hauptsache es ist "busenähnlich". Aber sie muss dazu selbst ziemlich im Halbschlaf sein.

Der Vorteil ist: Mein Prolaktin-Spiegel wird dadurch nicht beeinflußt ;) Und mein Mann weiß mittlerweile, woher die ominösen Knutschflecke kommen :lol:
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Re: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von jusl »

Also, ich würde sagen, wenn Dein Kleinkind DAS mitmacht :shock: :lol: , wirst Du kaum größere Probleme mit IRGENDWELCHEN Abstillmethoden haben. ;-)

Möglicherweise klappt das JETZT sogar besser als in einem halben Jahr. Probier es doch einfach: schau was bei Euch geht und was nicht. Mit einer Mischung aus "Nicht anbieten - Mahlzeiten herauszögern - Mahlzeiten verkürzen - ablenken - Ersatz schaffen - neue Routinen schaffen" lässt sich jedes Kind abstillen (die Frage ist bloß, wie bereitwillig das Kind das mitmacht; hier scheint mir die Spannbreite von "Kind macht problemlos mit" bis "Kind macht Megastress" recht groß zu sein ;-))

LG
Julia
honigtopf2010
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AW: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von honigtopf2010 »

Hallo Alioscha,

einer Freundin ging es vergangenes Jahr ähnlich. Sogar mit dem gleichen Alter des Kindes zur selben Zeit. Sie hat sich entschlossen abzustillen und dies dann über ungefähr vier bis sechs Wochen geschafft. Zuerst tagsüber. Da hat sie entweder Nahrung als Ersatz oder einen Schnuller angeboten. Vorher hatte ihr Sohn lange schon keinen Schnuller mehr. Das hat gut geklappt. Er durfte dann mit der Hand an der Brust kuscheln. Dann nachts mit Papas Einschlafhilfe und Wasser und Kuscheln. Sie erklärt ihm viel und sie sind gemeinsam ein kuschelTier kaufen gegangen. Heute braucht er regelmäßig den Schnuller. Er würde ganz sicher noch stillen. Aber nur ein bisschen akzeptiert die Klinik ja auch nicht. Und du selbst willst ja auch so viel wie möglich tun, dass es klappt. Sicher nicht nur wegen der Kosten :grin::grin: Eine Flasche hat sie dann gar nicht mehr eingeführt. Nun ist Pin übrigens schwanger und wird im Herbst entbinden. Viel Glück also!
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
Alioscha
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Re: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von Alioscha »

Hallo an Alle,

danke für Eure Antworten! Schön zu hören, dass ich nicht allein mit dem "Problem" bin!

Weekend, ich bin echt beeindruckt, dass Dein Kind das Brustnuckeln ohne Brustwarzenuckeln akzeptiert. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass meines da völlig durchdrehen würde, er sucht ja schon wie wild wenn ich mal die Brustwarze nicht schnell genug "freilege" :P Ich habe aber tatsächlich den Eindruck, dass es ihm nicht immer um die Milch an sich geht sondern oft auch eher ums Nuckeln (einen Schnuller nimmt er schon fast ein Jahr lang nicht mehr und auch davor war er nie begeistert davon). Ein bisschen Stillen wird die Klinik wohl auch nicht akzeptieren, es geht denen darum dass der Prolaktinspiegel nicht mehr erhöht ist und einfach der Hormonhaushalt wieder ganz ausgewogen ist (habe zwar seit einigen Monaten wieder einen Zyklus aber trotzdem könnte eben die Einnistung verhindert werden).

Ich glaube Ihr habt alle miteinander recht damit, dass tagsüber abstillen nicht so das Problem sein sollte denn da kann ich ihn ablenken. Ich werde das einfach mal versuchen in den nächsten Wochen, bislang biete ich ihm die Brust zwar nicht von mir aus an aber ich gebe sie ihm sofort wenn er signalisiert, dass er stillen möchte. Allerdings vermute ich, dass er dann spätestens mit Kitastart im August wieder sehr viel dringender an die Brust möchte aber das sehen wir dann.

Das Hauptproblem ist das Einschlafstillen. IN der Nacht schafft er es seit zwei Monaten auch mal ohne Brust alleine bzw einfach mit Kuscheln im Familienbett wieder einzuschlafen bzw. wacht auch einfach sehr viel seltener auf als im ersten Lebensjahr. Aber beim ersten Einschlafen abends ist die Brust immer noch sehr wichtig für ihn als Mittel zum Runterkommen. Das Gleiche gilt für den Mittagschlaf. Immerhin habe ich es neuerdings abends schon ein paar Mal erlebt, dass er zwar zum Einschlafen stillt sich dann aber irgendwann kurz bevor er wirklich schläft abdockt und wegdreht. Und DAS hätte ich mir auch vor kurzem noch nicht träumen lassen.

Jusl, wieso glaubst Du dass der Zeitpunkt jetzt mit 15 Monaten unter Umständen besser ist als später, ist das üblicherweise so? Das würde mich echt interessieren. Ich wollte ihn halt gerne noch mit der unschlagbaren Macht des Stillens über die anstrengende Kitaeingewöhnung "bringen" und überhaupt so spät wie möglich in seine Gewohnheiten eingreifen. Außerdem hoffe ich darauf, dass er immer verständiger wird und ich ihm besser ankündigen kann was ich vorhabe.

Honigtopf, Du schreibst ja, dass Deine Freundin mit Erklären tatsächlich Erfolg gehabt hat, das finde ich beeindruckend! Piet nimmt ja auch schon lange keinen Schnuller mehr obwohl hier wirklich viele solche Dinger rumliegen (als unsere Nächte noch ganz grauslich waren habe ich ständig neue und andere Schnuller gekauft weil ich mir davon mehr Schlaf erhoffte - ohne Erfolg) Wegen mir muss er natürlich auch keinen nehmen, andererseits möchte ich natürlich dass er sein Saugbedürfnis befriedigen darf wenn er schon nicht mehr an die Brust darf. Vielleicht sollte ich das mit dem Stofftier nochmal probieren wenn es soweit ist. Bisher zeigt er sich von allen Schnuffeltüchern und Tieren, die wir zur Geburt bekommen haben, vollständig unbeeindruckt aber wenn ich ihn im Geschäft etwas selbst aussuchen lasse und den Zusammenhang erkläre... Ich bin ja sowieso ständig völlig neu überrascht davon wie viel ein Kind in diesem Alter schon versteht. Toll zu hören übrigens, dass es bei Deiner Freundin noch einmal geklappt hat :D

Ich werde Eure Anregungen aufnehmen und vielleicht tatsächlich jetzt schon mal spielerisch und ohne Druck ausprobieren denn ein bisschen Zeit ist ja auf alle Fälle noch.

Liebe Grüße,

Alioscha
Alioscha mit Wunschkindsohn *04/2011 und dem zweiten Wundersohn *08/2013 sowie einem Wintersternchen 02/2010
honigtopf2010
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AW: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von honigtopf2010 »

Ja, das mit dem Erklären ist natürlich auch ne Dauerschleife :lol:
Schnuller war dort ähnlich. Sie war nicht scharf drauf. So what! Er muss allerdings danach fragen, einfach so gibt es den nur selten. Für dich noch die Info: Weihnachten abgestillt - Februar schwanger. :lol:
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Alioscha
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Re: Wie Anderthalbjährigen abstillen?

Beitrag von Alioscha »

@Honigtopf: Wow, Weihnachten abgestillt und Februar schwanger, das wäre natürlich der absolute Obertraum! Bei unserem Sohn hat es drei ICSI Versuche gebraucht (war zwar beim ersten Versuch auch kurz schwanger hatte dann aber leider eine Fehlgeburt), vom ersten Besuch in der Kinderwunschklinik bis zur erfolgreichen Schwangerschaft ist ziemlich genau ein Jahr vergangen. Aber solche Stories wie die von Deiner Freundin machen Mut!

LG,

Alioscha
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