Schmerzen beim Stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Spatz
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2010, 12:53

Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Spatz »

Huhu,
ich hole jetzt erst mal aus. Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und ich habe von Anfang an Schwierigkeiten beim Stillen. Im Krankenhaus war ich schon der Meinung, das er den Mund nicht weit genug aufmacht, es haben zwei Hebammen und eine Stillberaterin beim Stillen drauf geguckt und hatten nichts zu beanstanden.

Ich habe immer wieder versucht, ihn erst anzulegen, wenn der Mund weit genug auf war, allerdings klappte das nie, weil der Mund nie weit auf ging. Nach dem Anlegen habe ich versucht mit ziehen der Unter- und Oberlippe es minimal zu verbessern. Es folgten noch blutige, rissige Brustwarzen und eine Mastitis.

Eine Stillberaterin der La leche liga hat mal beim Stillen zugeguckt und war auch der Meinung, das der Mund nicht weit genug auf ist. Zunge liegt aber richtig und auch das Zungenbändchen ist o.k. Sie gab mir ein Tipp, wie ich mit ihm üben könnte den Mund weiter aufzumachen. Das ist jetzt ungefähr 6 Wochen her und es klappt einfach nicht.
Falls ich es mal schaffe, fängt er an zu würgen und spukt die Brustwarze wieder aus.

Seit 1,5 Wochen habe ich ca. alle 2 Tage Schmerzen die von der Brustwarze ausgehen. Sie werden aber durchs stillen nicht schlimmer sondern treten irgendwann nach dem Stillen auf.
Die Brustwarze ist nicht wund oder krustig. Vielleicht hat sie etwas tiefere Hautrillen als die andere Seite und in der mitte könnte ein rosa Bläschen sein. Ist aber nicht sicher.

Ich war beim Gyn mit meinem Problem, da ich einen Soor vermutet habe. Der glaubt aber daran nicht und meinte ich hätte einen Milchstau. Hätte direkt hinter der Brustwarze einen Knoten ertastet. (Alle zwei Tage? Ist das möglich?)
Gegen die empfindliche Brustwarze sollte ich ein Stillhütchen verwenden. Nehme ich aber bisher nicht.

Ach ich hatte schon bei meiner Tochter das Problem mit Vasospasmus (nennt man das so?) Ich glaube aber nicht, das es dieses Problem im moment ist, nehme aber vorsorglich seit 1 Woche ein Vitaminpräperat mit Magnesium, Folsäure, Vit. B1, B6, B12, Vitamin C und E ein.

Tja und jetzt hoffe ich auf eure Hilfe.
Gruß Spatz
Spatz ( Tochter 2009 und Sohn 2012)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von jusl »

Hallo Spatz,

zwei Fragen dazu:

Wie würdest Du denn den allgemeinen Muskeltonus Deines Babys beschreiben? Eher hoch ("Flitzebogen"-Kind, macht sich oft steif, schwer anzuhocken), eher niedrig ("nasser Sack" beim Tragen, kann sehr leicht von außen bewegt und "verdreht" werden, spätes Köpfchenheben), oder unauffällig?

Du schriebst, er hätte "gewürgt". Meintest Du damit, dass er gewürgt hat, WEIL die BW mal weit hinten im Mund gelandet ist (also eigentlich da, wo sie hinsoll)? Hast Du sonst schon mal bemerkt, dass er leicht würgt, wenn ihm etwas in den Mund gerät?

LG
Julia
Spatz
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2010, 12:53

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Spatz »

Hallo jusl,
also der Muskeltonus ist eher hoch. Ist oft wie ein Flitzebogen nach hinten gebogen. Besonders dann, wenn er mit seinen Blähungen kämpft. Beim anhocken ist es mir nicht speziell aufgefallen, aber mein Mann nimmt ihn auch sehr oft unter Strom stehend war.

Bei dem Würgen hatte ich das Gefühl, das ihm die Brustwarze zu tief war ,wo ich eigentlich gemeint habe, so wäre er richtig angelegt. Auch habe ich heute beobachtet, das er manchmal würgt, wenn er seine Finger in den Mund steckt.

Vielleicht ist die Info noch wichtig, das er seit 1,5 Wochen auch vermehrt spukt, und das unabhängig davon, ob er gerade getrunken hat oder nicht. Egal wo ich ihn jetzt ablege, habe ich mittlerweile ein Handtuch liegen, weil sonst alles schnell durch nass ist. Er speichelt auch sehr viel zur Zeit.

Gruß Spatz
Spatz ( Tochter 2009 und Sohn 2012)
Spatz
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2010, 12:53

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Spatz »

okay, je mehr man drüber spricht, desto mehr fällt mir auf.
Also auch beim anhocken macht er sich steif und biegt sich nach hinten. Speziell nach dem Stillen beim Bäuerchen machen, wenn ich ihn direkt aus der liegenden Position hoch nehme macht er sich steif.
Ich war heute morgen nochmals beim Gyn. Die Brust ist völlig in Ordnung. Sie hat abgetastet und einen Ultraschall gemacht. Kann sich die Schmerzen auch nicht erklären. Sollte es mal mit Stillhütchen probieren.
Magnesium werde ich die nächsten Tage mal höher dosiert nehmen. Hatte die Nacht einen Krampf im Rücken (hab ich immer an ganz komischen Stellen) Vielleicht kommt es doch daher. Hoffe aber weiter auf gute Tipps!
Spatz
Spatz ( Tochter 2009 und Sohn 2012)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von jusl »

okay, je mehr man drüber spricht, desto mehr fällt mir auf.
;-) - genau so ist es.

also der Muskeltonus ist eher hoch. Ist oft wie ein Flitzebogen nach hinten gebogen.
Das hab ich mir schon gedacht; deshalb meine Frage. ;-) Und das passt auch gut hierzu:
Bei dem Würgen hatte ich das Gefühl, das ihm die Brustwarze zu tief war ,wo ich eigentlich gemeint habe, so wäre er richtig angelegt. Auch habe ich heute beobachtet, das er manchmal würgt, wenn er seine Finger in den Mund steckt.
Also: sehr wahrscheinlich kommen die Schwerzen daher, dass Dein Baby zu wenig Brustgewebe in den Mund nimmt. Gut möglich ist, dass eine Kiefer-/Zungenfehlstellung dazu kommt, z.B. Dein Baby die BW im Mund zusammenpresst (eben DAMIT er sie vorne behält und nicht würgen muss). Sichtbar WUND müssen die BW dazu nicht sein, winzige, haarfeine Risse z.B. sieht man von außen gar nicht, aber sie tun hölle weh. Ob die Zunge gegen den Gaumen (bzw. gegen die BW) presst oder nicht, ist von außen nur sehr schwer zu erkennen. Ich sehe hier zwei sinnvolle Ansatzpunkte:

1. Eine Behandlung der hypertonen Muskeln - z.B. beim Osteopathen, Physio, Cranio-Sakral, Kiss-Doc. Hier lohnt Herumtelefonieren und Suchen, damit Du einen Baby-Fachmenschen erwischst, der Euch da effektiv helfen kann.
2. Ein Saugtraining, um den starken Würgereiz abzuschwächen. Das funktioniert prinzipiell so, dass mehrmals täglich wenige Minuten mit dem Kind "geübt" wird, Reize weiter hinten zu tolerieren (sog. "Zungenspaziergänge). Hier sollte eine mit Saugstörungen erfahrene Stillberaterin ran, z.B. eine IBCLC (konkret am Tel danach fragen!).

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
Spatz
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2010, 12:53

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Spatz »

Also,
wir waren am Donnerstag beim Osteopath. Der Kleine hatte Verspannungen im Halswirbelbereich, die der Doc gelöst hat. Am selben Tag konnten wir schon merken, das er sich nicht mehr so steif gemacht hat und seit dem funktioniert das Stillen etwas besser. Er zieht den Kopf nicht mehr nach hinten weg. Auch dockt er besser an und macht den Mund weiter auf.
Trotzdem hatte ich in der Nacht von Sa auf So wieder diese verdammten Schmerzen. Am nächsten Morgen sah die Brustwarze sehr rissig aus.
Außerdem ist er seit Donnerstag sehr weinerlich. Ich habe den Eindruck, das er unheimlich mit seiner Verdauung Probleme hat. Tagsüber ist er irgendwie immer am drücken. Dreht beim Stillen andauernd den Kopf nach unten weg. Egal welche Stillseite. Nachts klappt das meistens ohne Probleme.(Außer heute)
Spatz
Spatz ( Tochter 2009 und Sohn 2012)
Spatz
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2010, 12:53

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Spatz »

hallo Julia,
jetzt ist schon einige Zeit vergangen und ich habe noch immer Schmerzen beim Stillen. Das Stillen von meinem Sohn hat sich seit dem Besuch vom Osteopath verbessert. Er dockt meiner Meinung nach richtig an. Auch der Würgereiz ist weg. Ich bin in einer STillgruppe gewesen und habe mir auf die Brustwarze sowie auch beim stillen über die Schulter schauen lassen. Der Dame ist leider nichts außergewöhnliches aufgefallen. Sie schien mir auch nicht sehr kompetent.
Gyn ist ja auch nichts außergewöhnliches aufgefallen.
Ich habe aber auf der Brustwarze so eine komische vielleicht Blase. Mein Mann meinte es sieht aus wie eine rosa Warze mit rosa Pickelchen drumherum. Brustwarze hat auch sehr tiefe Hautrillen. Es ist in den letzten Wochen deutlicher geworden. Auch sind die Schmerzen schlimmer (bzw. sie treten häufiger auf) Fast jedes 2. mal 30 min nach dem Stillen.
Bei der U 4 meines Sohnes habe ich die Kinderärztin auf Soor angesprochen und sie hat meinen Sohn untersucht. Konnte aber nichts feststellen.
Ich habe ein Foto von meiner Brustwarze gemacht. :oops: Darf ich dir das per PM schicken, damit du mal ein Blick drauf wirfst. Bin mittlerweile echt ratlos.
Gruß Spatz
Spatz ( Tochter 2009 und Sohn 2012)
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von jusl »

Hast PN.
Spatz
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2010, 12:53

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Spatz »

Huhu,
ich benutze jetzt die Salben Nystaderm Mundgel und auch Bepanthen antiseptisch.
Ich habe aber das Gefühl das es schlimmer wird. Musste wieder heute morgen eine Schmerztablette nehmen. Konnte es vor Schmerzen kaum aushalten. Das häuft sich immer mehr. Und jetzt habe ich mal wieder nichts. Total komisch. Meine Hoffnung habe ich so ziemlich aufgegeben, das sich noch etwas ändert.

Da ich jetzt fast täglich Schmerztabletten nehme, habe ich mir den Zeitpunkt gesetzt, das ich es nur noch bis nächste Woche Sonntag versuche und dann meinen Kampf um Besserung aufgebe. :cry: 18 Wochen lang immer wieder neue Varianten probieren. Manche Stillprobleme habe ich gelöst und das Stillen ist insgesamt besser geworden, aber leider sind meine zunehmenden Schmerzen nach dem STillen auf der rechten Seite nicht geklärt.

Ich mache mir gerade Gedanken, wie es dann weitergeht. Was für Alternativen gibt es. Der Kleine ist dann erst 18 Wochen alt.

Meine Gedanken gehen im Moment in die Richtung, das ich nicht abstillen möchte.
An meiner linken Seite kann ich Problemlos stillen und habe auch keine Schmerzen hinterher. Es ist die Seite, wo auch immer meine ältere Tochter noch 2 x am Tag getrunken hat.
Wenn ich meine Tochter jetzt abstillen würde :( müsste ja noch mehr Milch für den Kleinen bleiben.
Liege ich da richtig, das die eine Brust nicht den ganzen Bedarf decken kann? Ergänze ich das dann mit einem Milchfläschchen? Pre oder HA Nahrung? Oder fange ich besser mit Beikost an?

Rechts an der kranken Seite könnte ich abpumpen und langsam die Milchproduktion drosseln. Solange es da noch Milch gibt, kann ich das ja auch noch verfüttern.
Geht das so, wie ich mir das vorstelle? Oder gibt es noch bessere Alternativen?

Ach man, ich bin so traurig, das es einfach nicht werden will. :cry:
Meine Mutter machte mich die Tage darauf aufmerksam, das die Schmerzen vielleicht auch noch auftreten könnten, wenn ich an der Seite nicht mehr Stille, da man ja die Ursache nicht erkannt hat. (grusel) Dann wäre das abstillen an der kranken Seite für die Katz. Ach menno.
Spatz
Spatz ( Tochter 2009 und Sohn 2012)
Benutzeravatar
Nuala
Power-SuTler
Beiträge: 5802
Registriert: 10.04.2008, 21:05
Wohnort: Wien

Re: Schmerzen beim Stillen

Beitrag von Nuala »

Oh je... :(
Ich weiß jetzt grad keinen Rat, aber du liest dich so traurig, dass ich nicht wegklicken konnte.
Ich lass dir einfach mal einem festen Drücker da, wenn du den willst, und egal was passiert: du warst sehr tapfer bis jetzt, Hut ab!
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
Antworten

Zurück zu „Stillforum“