Nach Stillabstinenz wieder Vollstillen- Geht das?

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Mausemama
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Nach Stillabstinenz wieder Vollstillen- Geht das?

Beitrag von Mausemama »

Hallo ihr Lieben,

ich habe eine 14 Wochen alte Tochter. Am Anfang hab ich Sie voll gestillt, es war nicht einfach, aber ich war froh zu stillen. Leider hat sich meine Milch nicht weiterentwickelt, dass soll heißen, sie wächst, ihr Bedarf steigt aber meine Milchmenge blieb gleich. Das war ein Teufelskreis, und ich hab begonnen zu zufüttern, sicher ein Fehler, ich wusste mir nicht mehr zu helfen.
Die Tipps die ich bekam, waren ala Kind ins Bett nehmen und daueranlegen, das konnte ich leider nicht, denn ich bin keine Erstlingsmama sondern 3fachmama von Kleinkindern, ohne Hilfe von Ausserhalb.

Ich wollte trotzdem versuchen meine Milchproduktion anzuregen und hab wenn ich Zeit hatte abgepumpt. Wenn Sie zuvor getrunken hat, hab ich 5 - 10 ml geschafft, wenn Sie nicht vorher gestillt wurde hab ich so 50 ml. Das reicht natürlich bei weitem nicht. Ich kann mit der Pumpe übrigens gut die Brust leer machen, besser als meine Maus, denn Sie fängt an zu schreien wenn es nicht mehr schnell kommt.

Meine Frage ist, meint ihr man kann noch mal von vorn anfangen und die Milchproduktion hochfahren sodass, ich vollstillen kann, ist sowas möglich?
Wenn ich mir jetzt einen Plan machen würde wie sollte man vorgehen, alle 2 h anlegen? und danach die Flasche geben..., oder nur abpumpen alle 2 h. Wie lange würde es dauern bis ich von 50 ml auf 150 ml komme?
Hoffe dass ihr Tipps habt, oder vieleicht die ein oder andere in einer ähnlichen Situation war würde mich über Erfahrungsberichte freuen.

Achso da wär noch was, meine Maus schläft schon so gut wie durch, das kenne ich gar nicht von den anderen, nur wenn man nachts nicht stillt ist das ja nicht förderlich für die Milchproduktion.
Oder stellt sich der Körper darauf ein, müsste ich nachts auch abpumpen das wäre echt heftig, denn die großen(2,3) schlafen noch nicht durch.

LG Mausmama
jusl
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Re: Nach Stillabstinenz wieder Vollstillen- Geht das?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich Willkommen hier!

Hier im Forum gibt es einige Mütter mit Relaktationserfahrung (Relaktation = Wiederaufnahme des Stillens nach vorherigem Abstillen), bestimmt bekommst Du noch Erfahrungsberichte.
Ob volles Stillen gelingen kann, hängt sehr empfindlich von den Umständen ab. Meist ist eine deutliche Steigerung der Milchmenge möglich (vorausgesetzt, bei der Mutter gibt es keine med. Besonderheiten, die gerade zum vorzeitigen Abstillen beigetragen haben), ausschließliches Stillen jedoch meist nicht. Viele relaktierende Mütter nehmen zusätzlich Medikamente, die die Milchbildung unterstützen.
Wichtig ist, sich vorher genau zu überlegen, was "Erfolg" in diesem Zusammenhang bedeutet - wenn dies nur "ausschließliches Stillen" bedeutet, wäre alles andere "Misserfolg"; und das wäre sehr schade.
Eine Relaktation umfasst immer zwei Aufgaben: 1. die Ankurbelung der Milchproduktion und 2. das Baby (wieder) korrektes Stillen zu lehren. Welche Aufgabe von beiden die größere Herausforderung ist, ist hängt ebenfalls stark von den Umständen ab und ist von Fall zu Fall verschieden. Normalerweise ist stillberaterische Begleitung in dieser Zeit, am besten vor Ort, unerlässlich.


Für eine erfolgreiche Relaktation (wie auch immer "Erfolg" definiert sei) sind aller Erfahrung nach verschiedene Faktoren notwendig:
* Profundes Stillwissen bei der Mutter,
* ein hohes Saugbedürfnis beim Kind (d.h. es muss jung genug sein; dies ist bei Euch sicher der Fall),
* freie Kraft- und Zeitressourcen bei der Mutter (sehr wichtig!),
* Unterstützung durch das Umfeld (psychische Ermutigung, Hilfe bei Haushaltspflichten usw. durch Familie und Freunde)
* eine stabile psychische Verfassung der Mutter - eine Mischung aus Geduld, Humor, Durchhaltevermögen und liebevoller Beharrlichkeit scheint unabdingbar. ;-)
* Lernbereitschaft bei der Mutter, z.B. im Umgang mit speziellen Stillhilfsmitteln

In unserer Linksammlung Stillwissen findest Du viele Links, die Dir vielleicht helfen; diese betreffen die Themen:

Stilltechniken und Stillen nach Bedarf, Saugstörungen durch künstliche Sauger (die Dein Baby wahrscheinlich entwickelt hat und die behandelt werden müssten, Stichtwort "Saugverwirrung" und deren Behandlung), Vorüberlegungen zur Relaktation, Ablauf von Um- und Rückgewöhnungen an die Brust, stillfreundliche Zufüttertechniken, Gedeihen und Gewichtsentwicklung beim Baby, was während einer Relaktation sehr engmaschig und sorgfältig kontrolliert und dokumentiert werden sollte.

Mein Vorschlag ist:
Ehe Du beginnst, nimm Dir zunächst etwas Zeit, Deine Motivation und Deine Möglichkeiten genauer zu betrachten (siehe "Vorüberlegungen"-Link aus der Linksammlung). Ich durfte schon einigermaßen viele Mütter bei ihren Relaktationen begleiten und kann nur sagen: dieser Punkt sollte ernstgenommen werden. ;-) Auch sollte der Ursache(!) für Euer vorzeitiges Abstillen unbedingt noch mal Beachtung geschenkt werden (vielleicht sind hier z.B. med. Untersuchungen sinnvoll). Falls fehlendes Stillwissen der Grund dafür war, sollte dies ebenfalls angegangen werden. Und wenn Du das Gefühl hast, gut genug informiert zu sein, dass Du eine Vorstellung davon hast, was Relaktation im Alltag konkret bedeutet, DANN ist es sinnvoll ein genaues Pumpmanagement o.ä. festzulegen (ja, normalerweise muss auch nachts gepumpt werden um eine nennenswerte Steigerung zu erreichen), und DANN ERST sind Schätzungen möglich, welcher Zeitrahmen für welchen Teilerfolg realistisch ist usw. Jetzt wäre es nur Raten, das nützt Dir sicherlich eher wenig. ;-)

Was Du selbstverständlich völlig unabhängig von allen Relaktationsplänen und -überlegungen machen kannst, ist gelegentliches Abpumpen, so dass Du die Muttermilch Deinem Baby zusätzlich zur Pre-Milch füttern kannst, klar.

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen jederzeit gerne und LG
Julia
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