Milchstau, Brustentzündung, abstillende Medikamente
Verfasst: 24.05.2012, 20:12
Hallo,
ich hoffe, eine der Stillberaterinnen hier kann mir helfen.
Ich stille meine 8,5 Monate alte Tochter fast voll (fast, weil ich ihr ab und an FingerFood oder Brei anbiete, wobei sie höchstens ein TL voll nimmt). Ich hatte imemr mal wieder Milchbläschen, die ich desinfiziert und mit steriler Nadel aufgestochen habe, wenn meine Tochter es nicht aufsaugen konnte. Nun habe ich seit gestern ganz fiese Probleme. Es fing morgens um vier an, dass ich merkte, da kündigt sich ein Stau an. Habe also mein Kind oft angelegt und im Laufe des Tages vor dem Stillen gewärmt, danach gekühlt und versucht auszustreichen (wobei das bei mir einfach nie gelingt; die Milch sprudelt auch im gesunden Zustand nicht so richtig aus meiner Brust, obwohl eigentlich reichlich vorhanden ist.) Nun hat sich das gestern innerhalb von 16 Stunden zu einer Betonbrust mit 39,8 Fieber entwickelt. J. hat ihr bestes versucht, um den Stau zu lösen, hat ewig gesaugt, aber es kam fast nichts. Außerdem geb ich zu, dass ich - obwohl ich kein wirkliches Milchbläschen erkannt habe, ein oder zwei vermeintliche Milchbläschen steril aufgestochen habe. (Ich weiß, nicht empfehlenswert! Nicht zur Nachahmung empfohlen.) Jedenfalls hatte ich dann gestern Abend schlimme Schmerzen, eine gerötete und heiße Brust, die obenrum voller Knubbel war, war benommen, hatte Schüttelfrost und 39,8 Fieber. Ich habe dann Paracetamol genommen, mich hingelegt und J. oft angelegt mit Wärme vorher und Kühlen danach. Sie hat nachts offenbar auch irgendwie trinken können, denn ich erinnere mich an Schluckgeräusche und morgens war die Brust weicher. Aber am Morgen hatte ich zwar kein Fieber mehr (nur noch Kopfweh und Benommenheit), aber die Brust war offenbar wieder dicht. Jedenfalls konnte J. nichts Nennenswertes raussaugen.
Also habe ich meine Hebamme angerufen. Sie erkannte ein beginnende Brustentzündung, hat einen Propf dicker gelber Milch rausmassiert und die Brust war wieder frei. J. trank sie "leer". Allerdings war sie eine halbe Stunde später wieder dicht. Ich rief also meine Hebamme wieder an und sie meinte, dass ich nun definitiv zum Arzt solle, um den Propf rauszumassieren und Antibiotika zu bekommen. Gesagt, getan. Ich bin also zum Gyn und sie meinte: kein Massieren, aber Ausstreichen, der Propf ist gar kein Propf, sondern die Brust ist dicht wegen des entzündeten Gewebes. Ich soll nur noch kühlen, nicht wärmen. Und ja, es ist eine Brustentzündung. daher verschrieb sie mir Cefuroxim. Außerdem noch Bromocriptin. Sie meinte, damit geht die Milch etwas zurück und wenn ich Pech hätte, könnte die Milch auch ganz zurückgehen. Sie verschrieb mir extra dieses Abstillmedikament, weil ich extrem ungern abstillen möchte und man dieses wohl besser dosieren könne als das andere nebenwirkungsärmere. Außerdem solle ich ins Krankenhaus gehen, falls die Symptome nicht besser werden und/oder ich erneut Fieber kriege. Und sie meinte, ab 39 Grad Fieber muss ich die Milch abpumpen und wegschütten.
So, nun ist meine Brust weich (J. konnte auch zwischenzeitlich was daraus trinken, nun ist sie aber wieder dicht), rotfleckig und durchaus noch schmerzhaft (wenn auch nicht so extrem wie gestern). Ich kühle ständig und lege J. oft an. Die erste Cefuroximtablette habe ich genommen. Und hier kommen endlich meine Fragen, da ich meine Gynäkologin als Gynäkologin zwar schätze, sie aber keineswegs als Stillberaterin sehe:
- Muss man bei mehr als 39 Grad Fieber wirklich die Milch wegschütten?
- Woran merke ich, dass das Antibiotikum wirkt?
- Wie ist das mit dem Bromocriptin - ich habe Angst davor, es zu nehmen, denn ich will unbedingt weiterstillen. Würde sonst auch eine Relaktation anpeilen, wenn die Milch versiegt. Vor allem will ich J. nicht diese Riesenverwirrung zumuten, dass sie nun evtl. Kunstmilch aus dem Fläschchen bekommt. Bisher hat sie sogar Fläschchen mit abgepumpter Muttermilch abgelehnt. Das wäre für die ein Riesenproblem, wenn sie von meiner Milch nicht satt genug werden würde und Zusätzliches bräuchte. Beikost kommt bei ihr auch (noch) nicht gut an. Ich warte in jedem Fall erstmal bis morgen früh und entscheide dann, ob ich ein- bis zweimal täglich 1,25 mg nehme. Aber mich interessiert Eure Meinung als Stillberaterinnen und als Stillende mit Erfahrung.
- Soll ich meine Hebamme bitten, morgen nochmal zu kommen, um den (möglichen) Propf zu entfernen?
- Ab wann müsste ich ins Krankenhaus, um Antibiotika intravenös zu bekommen?
- Ist das Schlimmste nicht eigentlich schon überstanden, wenn mittlerweile kein Fieber und keine Knubbel mehr sind und "nur noch" die Brust rot, schmerzhaft und dicht ist?
- Und zuletzt, aber nicht weniger wichtig: Ich nehme wegen einer rheumatischen Autoimmunerkrankung immunsuppressive (stillfreundliche) Medikamente - somit wird mein Immunsystem künstlich etwas runtergefahren. Das bedeutet theoretisch, dass ich schneller und öfter Infekte bekomme und diese schneller und öfter problematisch werden. Praktisch trifft das nicht zu - ich bin eigentlich seltener krank als mein gesunder Mann. Dennoch: Könnte die Immunsuppression ein Problem bei der Ausheilung der Brustentzündung sein?
Sorry für die verwirrte Schreibweise, aber das macht mich fertig und ich will unbedingt weiterstillen können.
Danke!
Kloentje
ich hoffe, eine der Stillberaterinnen hier kann mir helfen.
Ich stille meine 8,5 Monate alte Tochter fast voll (fast, weil ich ihr ab und an FingerFood oder Brei anbiete, wobei sie höchstens ein TL voll nimmt). Ich hatte imemr mal wieder Milchbläschen, die ich desinfiziert und mit steriler Nadel aufgestochen habe, wenn meine Tochter es nicht aufsaugen konnte. Nun habe ich seit gestern ganz fiese Probleme. Es fing morgens um vier an, dass ich merkte, da kündigt sich ein Stau an. Habe also mein Kind oft angelegt und im Laufe des Tages vor dem Stillen gewärmt, danach gekühlt und versucht auszustreichen (wobei das bei mir einfach nie gelingt; die Milch sprudelt auch im gesunden Zustand nicht so richtig aus meiner Brust, obwohl eigentlich reichlich vorhanden ist.) Nun hat sich das gestern innerhalb von 16 Stunden zu einer Betonbrust mit 39,8 Fieber entwickelt. J. hat ihr bestes versucht, um den Stau zu lösen, hat ewig gesaugt, aber es kam fast nichts. Außerdem geb ich zu, dass ich - obwohl ich kein wirkliches Milchbläschen erkannt habe, ein oder zwei vermeintliche Milchbläschen steril aufgestochen habe. (Ich weiß, nicht empfehlenswert! Nicht zur Nachahmung empfohlen.) Jedenfalls hatte ich dann gestern Abend schlimme Schmerzen, eine gerötete und heiße Brust, die obenrum voller Knubbel war, war benommen, hatte Schüttelfrost und 39,8 Fieber. Ich habe dann Paracetamol genommen, mich hingelegt und J. oft angelegt mit Wärme vorher und Kühlen danach. Sie hat nachts offenbar auch irgendwie trinken können, denn ich erinnere mich an Schluckgeräusche und morgens war die Brust weicher. Aber am Morgen hatte ich zwar kein Fieber mehr (nur noch Kopfweh und Benommenheit), aber die Brust war offenbar wieder dicht. Jedenfalls konnte J. nichts Nennenswertes raussaugen.
Also habe ich meine Hebamme angerufen. Sie erkannte ein beginnende Brustentzündung, hat einen Propf dicker gelber Milch rausmassiert und die Brust war wieder frei. J. trank sie "leer". Allerdings war sie eine halbe Stunde später wieder dicht. Ich rief also meine Hebamme wieder an und sie meinte, dass ich nun definitiv zum Arzt solle, um den Propf rauszumassieren und Antibiotika zu bekommen. Gesagt, getan. Ich bin also zum Gyn und sie meinte: kein Massieren, aber Ausstreichen, der Propf ist gar kein Propf, sondern die Brust ist dicht wegen des entzündeten Gewebes. Ich soll nur noch kühlen, nicht wärmen. Und ja, es ist eine Brustentzündung. daher verschrieb sie mir Cefuroxim. Außerdem noch Bromocriptin. Sie meinte, damit geht die Milch etwas zurück und wenn ich Pech hätte, könnte die Milch auch ganz zurückgehen. Sie verschrieb mir extra dieses Abstillmedikament, weil ich extrem ungern abstillen möchte und man dieses wohl besser dosieren könne als das andere nebenwirkungsärmere. Außerdem solle ich ins Krankenhaus gehen, falls die Symptome nicht besser werden und/oder ich erneut Fieber kriege. Und sie meinte, ab 39 Grad Fieber muss ich die Milch abpumpen und wegschütten.
So, nun ist meine Brust weich (J. konnte auch zwischenzeitlich was daraus trinken, nun ist sie aber wieder dicht), rotfleckig und durchaus noch schmerzhaft (wenn auch nicht so extrem wie gestern). Ich kühle ständig und lege J. oft an. Die erste Cefuroximtablette habe ich genommen. Und hier kommen endlich meine Fragen, da ich meine Gynäkologin als Gynäkologin zwar schätze, sie aber keineswegs als Stillberaterin sehe:
- Muss man bei mehr als 39 Grad Fieber wirklich die Milch wegschütten?
- Woran merke ich, dass das Antibiotikum wirkt?
- Wie ist das mit dem Bromocriptin - ich habe Angst davor, es zu nehmen, denn ich will unbedingt weiterstillen. Würde sonst auch eine Relaktation anpeilen, wenn die Milch versiegt. Vor allem will ich J. nicht diese Riesenverwirrung zumuten, dass sie nun evtl. Kunstmilch aus dem Fläschchen bekommt. Bisher hat sie sogar Fläschchen mit abgepumpter Muttermilch abgelehnt. Das wäre für die ein Riesenproblem, wenn sie von meiner Milch nicht satt genug werden würde und Zusätzliches bräuchte. Beikost kommt bei ihr auch (noch) nicht gut an. Ich warte in jedem Fall erstmal bis morgen früh und entscheide dann, ob ich ein- bis zweimal täglich 1,25 mg nehme. Aber mich interessiert Eure Meinung als Stillberaterinnen und als Stillende mit Erfahrung.
- Soll ich meine Hebamme bitten, morgen nochmal zu kommen, um den (möglichen) Propf zu entfernen?
- Ab wann müsste ich ins Krankenhaus, um Antibiotika intravenös zu bekommen?
- Ist das Schlimmste nicht eigentlich schon überstanden, wenn mittlerweile kein Fieber und keine Knubbel mehr sind und "nur noch" die Brust rot, schmerzhaft und dicht ist?
- Und zuletzt, aber nicht weniger wichtig: Ich nehme wegen einer rheumatischen Autoimmunerkrankung immunsuppressive (stillfreundliche) Medikamente - somit wird mein Immunsystem künstlich etwas runtergefahren. Das bedeutet theoretisch, dass ich schneller und öfter Infekte bekomme und diese schneller und öfter problematisch werden. Praktisch trifft das nicht zu - ich bin eigentlich seltener krank als mein gesunder Mann. Dennoch: Könnte die Immunsuppression ein Problem bei der Ausheilung der Brustentzündung sein?
Sorry für die verwirrte Schreibweise, aber das macht mich fertig und ich will unbedingt weiterstillen können.
Danke!
Kloentje