Hallo,
ich bin neu hier...ich habe große Sorgen wegen meiner 2. Tochter. Sie nimmt nach Aussage der Hebamme und des Kinderarztes nicht genug zu...
Hier mal zuerst ihre Gewichtsdaten:
Geburt am 4.3.12: 3550g bei 50cm
am 6.3. niedrigstes Gewicht: 3350g
dann U3 am 29.3.12: 4220g bei 53 cm
am 16.4.: 4610 g;
am 23.4.12: 4810g
am 8.5.12: 5070g bei 55,9cm,
heute (15.5.12) 5110g
Sie hätte in den letzen Wochen nicht genug zugenommen, wird voll gestillt und ist in meinen Augen zufrieden, rosig, hat min. 5 nasse Windeln am Tag. Aber KiA und Hebamme meinen, daß sich Babys daran gewöhnen, daß immer zuwenig Nahrung da ist und sich abfinden, wenn sie nicht genug bekommen. Ich stille nach Bedarf und lege tagsüber bei jedem "Meckern" / Weinen an, falls es Hunger sein könnte. Nachts, wenn sie sich meldet, mal alle 2 Std, mal schläft sie 4-5 Stunden. Meist trinkt sie nur eine Brust, eine Mahlzeit dauert so ca. 5 min...nur nach dem Mittagsschlaf (meist 3,5 Std) trinkt sie meist zügig beide Seiten, sowie abends gegen 18 Uhr...ich habe Anfang Mai immer mal nach dem Stillen eine Flasche Pre HA-Nahrung angeboten, aber die wollte sie dann nicht mehr. Sie nimmt aber die Flasche an, da ich mal abgepumpt hab, weil ich weg mußte.
Soll ich zufüttern? Ich weiß einfach nicht weiter. Ich will nicht, daß es meinem Kind schlecht geht und es hungern muß.
Wie füttere ich richtig zu?
Könnt ihr mir weiterhelfen? Die Stillberaterin hier habe ich versucht zu erreichen, aber sie hat noch nicht zurückgerufen.
Bin einfach verzweifelt...
Danke für eure Hilfe, Sunny
schlechte Gewichtszunahme...brauche Rat wg. Zufüttern?
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jusl
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Re: schlechte Gewichtszunahme...brauche Rat wg. Zufüttern?
Hallo und herzlich Willkommen hier!
Vielen Dank für Deine ausführlichen Daten; diese lassen sich sehr gut auswerten, und zwar folgendermaßen:
Die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von Geburt an lag bislang bei rund 180 g. Dies ist ein vollkommen unauffälliger Wert (Quelle), der keinerlei Anlass zur Sorge bietet.
Gewichtsentwicklung findet in Schüben statt, und ein methodisch gute(!) Messung der Gewichtszunahme ist keine einfache Angelegenheit. (Ausführliche Infos siehe Grundinfo Gedeihen und Gewichtsentwicklung). Um die Gewichtszunahme innerhalb von 2 oder 3 Wochen zu bestimmen, reichen 2 oder 3 Messwerte NICHT aus.
Das was Du übers Stillen und die Ausscheidungen schreibst, ist ebenfalls vollkommen unauffällig. Eine Zufütterindikation ist daraus beim besten Willen NICHT ableitbar.
Unnötiges Zufüttern hat Risiken. Es gefährdet die Stillbeziehung und kann gesundheitliche Nachteile fürs Baby haben - deshalb sollte dies nicht leichtfertig geschehen, sondern eben nur, wenn es NOTWENDIG ist. Diese Notwendigkeit ist nach Deinem Bericht nicht ansatzweise gegeben.
Deine KiA und Hebamme haben mit ihrer Aussage durchaus Recht, dass sich Babys an ein dauerhaft zu geringes Nahrungsangebot "gewöhnen". Sie fahren Stoffwechsel und Entwicklung herunter, essen wenig, scheiden wenig aus, schlafen viel, entwickeln sich langsam - ein solcher Mangelzustand ist ärztlich feststellbar(!). Bei Deinem Baby gibt es darauf keinerlei Hinweis.
Ich hoffe, diese ersten Infos sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
Vielen Dank für Deine ausführlichen Daten; diese lassen sich sehr gut auswerten, und zwar folgendermaßen:
Die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von Geburt an lag bislang bei rund 180 g. Dies ist ein vollkommen unauffälliger Wert (Quelle), der keinerlei Anlass zur Sorge bietet.
Gewichtsentwicklung findet in Schüben statt, und ein methodisch gute(!) Messung der Gewichtszunahme ist keine einfache Angelegenheit. (Ausführliche Infos siehe Grundinfo Gedeihen und Gewichtsentwicklung). Um die Gewichtszunahme innerhalb von 2 oder 3 Wochen zu bestimmen, reichen 2 oder 3 Messwerte NICHT aus.
Das was Du übers Stillen und die Ausscheidungen schreibst, ist ebenfalls vollkommen unauffällig. Eine Zufütterindikation ist daraus beim besten Willen NICHT ableitbar.
Unnötiges Zufüttern hat Risiken. Es gefährdet die Stillbeziehung und kann gesundheitliche Nachteile fürs Baby haben - deshalb sollte dies nicht leichtfertig geschehen, sondern eben nur, wenn es NOTWENDIG ist. Diese Notwendigkeit ist nach Deinem Bericht nicht ansatzweise gegeben.
Deine KiA und Hebamme haben mit ihrer Aussage durchaus Recht, dass sich Babys an ein dauerhaft zu geringes Nahrungsangebot "gewöhnen". Sie fahren Stoffwechsel und Entwicklung herunter, essen wenig, scheiden wenig aus, schlafen viel, entwickeln sich langsam - ein solcher Mangelzustand ist ärztlich feststellbar(!). Bei Deinem Baby gibt es darauf keinerlei Hinweis.
Ich hoffe, diese ersten Infos sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
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Sunnyharz
Re: schlechte Gewichtszunahme...brauche Rat wg. Zufüttern?
Vielen lieben Dank, das nimmt mir schon ein bißchen Druck...
Soll ich mir wieder eine Waage aus der Apotheke holen? Eigentlich hatte ich die vor 2 Wochen wieder zurückgebracht, weil es mich total unter Druck gesetzt hat und ich bei meiner Großen damit schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Was mich noch so verunsichert ist, daß sie immer ein paar Schlucke an der Brust trinkt, losläßt und brüllt, sie läßt sich dann nur mit dem Nucki beruhigen. Dann nehme ich ihr den wieder aus dem Mund und lege sie wieder an. Wieder das gleiche Spiel von vorne und wieder und wieder...eben war ich so verzweifelt, daß ich ihr dann eine Flasche gegeben habe, da hat sie 70ml nach dem Stillen getrunken. Eigentlich will ich nicht zufüttern, aber bevor es meinem Kind schlecht geht....
Ach ja, und sie hat nur sehr selten Stuhlgang, von Anfang an nur 1x die Woche...aber seit wir vorletzte Woche bei der Osteopathin waren, sind die Bauchschmerzen weg. Kia und Hebamme wissen das, haben aber dazu weiter noch nicht gesagt, daß Diagnostik nötig wäre. Ich helfe auch nicht mit Thermometer nach.
Warum ist das alles nur so schwer???
Soll ich mir wieder eine Waage aus der Apotheke holen? Eigentlich hatte ich die vor 2 Wochen wieder zurückgebracht, weil es mich total unter Druck gesetzt hat und ich bei meiner Großen damit schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Was mich noch so verunsichert ist, daß sie immer ein paar Schlucke an der Brust trinkt, losläßt und brüllt, sie läßt sich dann nur mit dem Nucki beruhigen. Dann nehme ich ihr den wieder aus dem Mund und lege sie wieder an. Wieder das gleiche Spiel von vorne und wieder und wieder...eben war ich so verzweifelt, daß ich ihr dann eine Flasche gegeben habe, da hat sie 70ml nach dem Stillen getrunken. Eigentlich will ich nicht zufüttern, aber bevor es meinem Kind schlecht geht....
Ach ja, und sie hat nur sehr selten Stuhlgang, von Anfang an nur 1x die Woche...aber seit wir vorletzte Woche bei der Osteopathin waren, sind die Bauchschmerzen weg. Kia und Hebamme wissen das, haben aber dazu weiter noch nicht gesagt, daß Diagnostik nötig wäre. Ich helfe auch nicht mit Thermometer nach.
Warum ist das alles nur so schwer???
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jusl
- Jusl Almighty
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- Registriert: 19.03.2007, 10:54
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Re: schlechte Gewichtszunahme...brauche Rat wg. Zufüttern?
Seltener Stuhlgang hat bei Stillbabys nur in den ersten Lebenswochen Bedeutung fürs Gedeihen. Hier kann seltener Stuhlgang ein Hinweis auf Gedeihstörungen sein, allerdings ist dies bei Euch bei einer Gewichtszunahme von z.T. über 330 g wöchentlich absolut ausgeschlossen
Problematisches Stillen kann ebenfalls Gedeihstörungen verursachen, aber wie gesagt: Eure Gewichtsdaten sind da eindeutig. Seit wann bestehen die Andock-Probleme denn? Hast Du eine Vermutung, woran das Geschrei liegen könnte?
Schnuller und Flaschensauger jedenfalls sind grundsätzlich KEINE GUTE IDEE, wenn Stillprobleme bestehen, denn künstliche Sauger können nachweislich nicht nur Probleme "frisch" verursachen, sondern auch bestehende Probleme verstärken.
Falls WIRKLICH eine Zufütterindikation besteht (und dies darf derzeit stark bezweifelt werden), dann sollte notwendiges Zufüttern auf jeden Fall stillfreundlich geschehen, falls Du grundsätzlich gerne weiterstillen möchtest.

LG
Julia
Problematisches Stillen kann ebenfalls Gedeihstörungen verursachen, aber wie gesagt: Eure Gewichtsdaten sind da eindeutig. Seit wann bestehen die Andock-Probleme denn? Hast Du eine Vermutung, woran das Geschrei liegen könnte?
Schnuller und Flaschensauger jedenfalls sind grundsätzlich KEINE GUTE IDEE, wenn Stillprobleme bestehen, denn künstliche Sauger können nachweislich nicht nur Probleme "frisch" verursachen, sondern auch bestehende Probleme verstärken.
Falls WIRKLICH eine Zufütterindikation besteht (und dies darf derzeit stark bezweifelt werden), dann sollte notwendiges Zufüttern auf jeden Fall stillfreundlich geschehen, falls Du grundsätzlich gerne weiterstillen möchtest.
Also, wenn Du das Gefühl hast, dass die Waage zum STRESS anstatt zur ENTSPANNUNG beiträgt, dann lass sie weg. Eure Gewichtsentwicklung ist so gut, dass dadurch eine Art "Zwangswiegen" keinesfalls gerechtfertigt ist. Häufige Gewichtskontrollen sind nur EINE Möglichkeit, das gute Gedeihen zu überprüfen. Die Beurteilung des Stillmanagements der Mutter, des Stillverhaltens des Babys und dessen Ausscheidungen ist ebenso aussagekräftig.Soll ich mir wieder eine Waage aus der Apotheke holen? Eigentlich hatte ich die vor 2 Wochen wieder zurückgebracht, weil es mich total unter Druck gesetzt hat und ich bei meiner Großen damit schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Da stellst Du eine Frage, die sich sicher sehr viele Mütter stellen... vielleicht magst Du noch ein bisschen ausführlicher berichten, wie GENAU das Stillen bei Euch so abläuft, ob Du Unterstützung im Alltag hast usw., dann können wir gemeinsam schauen, wo es Möglichkeiten geben könnte, es alles etwas leichter zu machen.Warum ist das alles nur so schwer???
LG
Julia