Waldorf - nur für Wohlhabende?
Verfasst: 28.04.2012, 22:29
Mich beschäftigt aktuell die Überlegung, in welchem Kindergarten wir unseren Zwerg anmelden sollen und damit halt auch die Überlegung, welche Bildungsschiene man damit evtl. schon sehr früh einschlägt.
Ich persönlich bin seit meiner Erzieherausbildung Steiner-Anhängerin und würde mir sehr wünschen, Willi in einen Waldorf-KiGa und später auch in die Waldorfschule zu geben. Nun waren wir gestern zur ersten Besichtigung eines Waldorf-KiGas hier in der Stadt und eigentlich hats mir auch wirklich gut gefallen, wenn da nicht dieses kleine, aber dennoch recht schwerwiegende ABER wäre, was mich beunruhigt.
Es ist so, dass bei uns zusätzlich zum normalen Betreuungsentgeld an die Stadt (in unserem Falle ca. 130€ für eine 35 Std. Stelle) noch knapp 90€ Mitgliedsbeitrag im Waldorfverein sowie rund 70€ Essensgeld anfallen. Das Macht 290€ Kosten für Kinderbetreuung im Monat und das nur für einen Kindergartenplatz von 35 Stunden eines über Dreijährigen.
Da ich die Einstellung vertrete, dass Bildung eines der Wichtigsten Dinge ist, die ich meinem Kind mit auf den Weg geben kann, wäre ich bereit, diese Summe aufzubringen, ggf. an anderen Stellen Abstriche zu machen, um ihm dies zu ermöglichen ABER:
1.) stellt sich die Frage, ob es grundsätzlich richtig ist, aus dieser reformpädagogischen Schiene ein Exklusivprogramm für Kinder aus "besseren Verhältnissen" zu schaffen
und
2.) frage ich mich, ob ich das überhaupt möchte, dass Willi in einem solchen Rahmen aufwächst. Wir sind finanzielle Mittelschicht. Keine Großverdiener, aber auch nicht am unteren Limit. Ich gehe davon aus, dass die Mehrzahl der Familien, die so einen Kinderplatz finanzieren kann, eher aus der finanziellen Oberschicht kommt und dementsprechend wächst auch mein Sohn zwangsläufig mit Kindern dieser Schicht auf. Er würde sich ggf. später minderwertig fühlen, weil wir uns manche Dinge nicht so leisten können oder eben auch Werte von anderen Kindern übernehmen, die ich keinesfalls teile oder bei ihm etabliert wissen möchte.
Das Ganze setzt sich ja später noch fort, wenn er dann auf eine Waldorfschule gehen würde. Die monatlichen Kosten wären ähnlich hoch und sicher auch das Publikum ähnlich.
Ich habe wirklich große Bedenken, ob es das ist, was ich unterstützen möchte!? Das pädagogische Konzept finde ich toll, aber es kann doch nicht sein, dass dies für Otto-Normal-Familien Luxus ist!
Wie sind Eure Erfahrungswerte? Habt Ihr ähnliche Überlegungen?
Ich persönlich bin seit meiner Erzieherausbildung Steiner-Anhängerin und würde mir sehr wünschen, Willi in einen Waldorf-KiGa und später auch in die Waldorfschule zu geben. Nun waren wir gestern zur ersten Besichtigung eines Waldorf-KiGas hier in der Stadt und eigentlich hats mir auch wirklich gut gefallen, wenn da nicht dieses kleine, aber dennoch recht schwerwiegende ABER wäre, was mich beunruhigt.
Es ist so, dass bei uns zusätzlich zum normalen Betreuungsentgeld an die Stadt (in unserem Falle ca. 130€ für eine 35 Std. Stelle) noch knapp 90€ Mitgliedsbeitrag im Waldorfverein sowie rund 70€ Essensgeld anfallen. Das Macht 290€ Kosten für Kinderbetreuung im Monat und das nur für einen Kindergartenplatz von 35 Stunden eines über Dreijährigen.
Da ich die Einstellung vertrete, dass Bildung eines der Wichtigsten Dinge ist, die ich meinem Kind mit auf den Weg geben kann, wäre ich bereit, diese Summe aufzubringen, ggf. an anderen Stellen Abstriche zu machen, um ihm dies zu ermöglichen ABER:
1.) stellt sich die Frage, ob es grundsätzlich richtig ist, aus dieser reformpädagogischen Schiene ein Exklusivprogramm für Kinder aus "besseren Verhältnissen" zu schaffen
und
2.) frage ich mich, ob ich das überhaupt möchte, dass Willi in einem solchen Rahmen aufwächst. Wir sind finanzielle Mittelschicht. Keine Großverdiener, aber auch nicht am unteren Limit. Ich gehe davon aus, dass die Mehrzahl der Familien, die so einen Kinderplatz finanzieren kann, eher aus der finanziellen Oberschicht kommt und dementsprechend wächst auch mein Sohn zwangsläufig mit Kindern dieser Schicht auf. Er würde sich ggf. später minderwertig fühlen, weil wir uns manche Dinge nicht so leisten können oder eben auch Werte von anderen Kindern übernehmen, die ich keinesfalls teile oder bei ihm etabliert wissen möchte.
Das Ganze setzt sich ja später noch fort, wenn er dann auf eine Waldorfschule gehen würde. Die monatlichen Kosten wären ähnlich hoch und sicher auch das Publikum ähnlich.
Ich habe wirklich große Bedenken, ob es das ist, was ich unterstützen möchte!? Das pädagogische Konzept finde ich toll, aber es kann doch nicht sein, dass dies für Otto-Normal-Familien Luxus ist!
Wie sind Eure Erfahrungswerte? Habt Ihr ähnliche Überlegungen?