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"Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 22.04.2012, 13:26
von klimaforscherin
Irgendwie steckt in meinem Kopf drin: "Bloss nicht Stillen bei einem Trotzanfall, sonst "belohne" ich ihn noch für sein Verhalten. Ich gebe ja dann auch keine Süßigkeiten." Behaviouristische Gesellschaftslehre? (Ich lese gerade Renz-Polster...)
Meine Mama ist da anderer Ansicht: "Du hattest deine Händchen, andere Kinder haben einen Schnuller, er hat die Natur zum Beruhigungssaugen."
Allerdings ist dieses Mittel seeehr wirksam: aus einem heulenden, nicht ansprechbaren Kind wird innerhalb von 5 Minuten ein extrem glückliches. (Klimaforscher: "Was ist in deiner Milch drin?" :lol: )

Wie seht ihr das? Stillen als Methode, ein Kind aus einem Anfall zu holen?

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 22.04.2012, 14:16
von FraDa
Ich glaube nicht, dass das Stillen als Belohung wirkt. Bei nem Trotzanfall ist es doch wichtig, den "Kontakt" zum Kind wieder herzustellen und das gelingt natürlich am besten durch Stillen. Während du mit Süßigkeiten vielleicht erreichst, dass das Kind nicht mehr tobt, aber der Zugang bleibt ja meist trotzdem schwierig, oder?

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 22.04.2012, 14:45
von Lösche Benutzer 9567
Ich finde es die beste Möglichkeit überhaupt.Wenn das bei euch so funktioniert ist das doch super.Denn dein Kind findet damit einen Weg mit den Gefühlen umzugehen,die es gerade überrollen.Und du zeigst Präsenz,ich bin für dich da ,wenn du möchtest halte und stille ich dich.
Ein trotzendes Kind hat nie böse Absichten sondern ist einfach so spannungsgeladen,dass es ausrastet.Deshalb kann es nicht daraus "lernen",auch nicht im negativen Sinne.

O.K. Nein,es ist nicht auf meinem Mist gewachsen.Lese grade Jan-Uwe Rogge "Wenn KInder trotzen" 8)

"Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 22.04.2012, 14:52
von greenie bird
es ist ja im Gründe trösten und man 'verzieht' die Kinder ja nicht, wenn man ihnen in einer Phase von Frust (denn was ist überhaupt Trotz-meist sind wir Auslöser des Ganzen) beisteht. Stillen ist ja kein 'Leckerli' ,oder?


ǝlıqoɯ ɯoɹɟ ʇuǝs

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 22.04.2012, 15:07
von avoila
Ich versuche erst andere Mittel, wie immer, wenn die nicht greifen und sie nach ihrer "mimi" verlangt, dann darf sie stillen. Wozu mich und mein Kind unnötig lang quälen.

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 22.04.2012, 21:04
von KleinMy
Was sagt denn dein Gefühl? Stillen oder nicht? Mal abgesehen von Büchern o.ä. ;) ... ich würde es ganzdavon abhängig machen, ob es sich für euch in den Moment richtig anfühlt!!! Also einfach in dich gehen ...

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 23.04.2012, 20:34
von honigtopf2010
Nach Aussage unserer KinderÄrztin erziehst du das Kind so hin zu einer niedrigen Frustrationtoleranz. Es wird Verhaltensstörungen entwickeln. Da sieht man wieder,dass Ärzte Küche nicht alles wissen.

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 23.04.2012, 20:39
von Latascha
Das ist bei uns auch das beste Mittel überhaupt!
Groß nachgedacht hab ich bisher noch nie, aber mein Gefühl sagt mir, dass es so passt.
Andere Dinge funktionieren hier auch nicht wirklich. Wenn die Maus einen Trotzanfall kriegt weil sie etwas haben will und man es ihr dann doch gibt, dann wird das nur in die Ecke geworfen und der Trotzanfall zieht sich genauso in die Länge. Wirkung gleich Null. Abgesehen von der Botschaft die ich ihr damit vermittel, aber ich in einer extrem stressigen Situation dachte ich ich könnte es schnell beenden. Tja, da hab ich die Rechnung ohne Töchterlein gemacht :P
Ruhiges reden, erklären, etc. alles bringt keinen Zugang zum Kind. Bei uns wird demnach jetzt gestillt und nicht mehr rumprobiert.

Re: "Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 23.04.2012, 20:42
von klimaforscherin
Zum Gefühl: oft bin ich dann selbst stinkig auf ihn und mag ihn am liebsten dem Papa übergeben, aber ruhig bleiben ist i dem Moment nicht seine Stärke.
Manchmal tut er mir leid.
Das mit der Frustrationstoleranz halte ich für Unfug. In diesem hysterischen Zustand ist die Frustration auf "Maximum". Die Sicherung ist schon durchgebrannt. Mit Frustration umgehen lernt man eher in kleinen Paketen. Würde ich mal intuitiv behaupten.

"Trotzanfall" und Stillen

Verfasst: 23.04.2012, 20:42
von greenie bird
honigtopf2010 hat geschrieben:Nach Aussage unserer KinderÄrztin erziehst du das Kind so hin zu einer niedrigen Frustrationtoleranz. Es wird Verhaltensstörungen entwickeln. Da sieht man wieder,dass Ärzte Küche nicht alles wissen.
aber jetzt mal ganz ohne Stillberücksichtigung...entwickelt sich das Problem nicht durch einen häufig erhöhten cortisolspiegel im Hirn, wie beim Ferbern z.B.
das würde ich im Gegenzug mal fragen


ǝlıqoɯ ɯoɹɟ ʇuǝs