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Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 24.03.2012, 22:28
von Cocorella
Hallo!
Ich weiß nicht ganz, ob das Thema hier richtig ist, aber ich finde kein passenderes Forum.
Ich muss mal ein bisschen Dampf ablassen, weil ich mich heute sehr über meine Familie geärgert habe. Ich war mit Sohnemann zu Besuch bei meiner Oma und meine Mutter war auch da.
Irgendwann kam das Thema auf das erste Mal auswärts schlafen von Sohnemann. Dass es jetzt noch zu früh wäre, da waren wir uns eigentlich noch alle einig, was allein schon wegen dem Stillen nicht gehen würde. Als ich dann aber sagte, dass ich damit warten möchte, bis Sohnemann alt genug ist, um sich einigermaßen gut mitteilen zu können, war das Verständnis nicht mehr ganz so groß. Von meiner Mutter kam der Satz ''Was bist du denn für eine?!'' :shock: und meine Oma meinte: ''Fängst du etwa an, ihn zu verwöhnen?'' Meiner Oma mach ich keinen Vorwurf, sie ist eine ganz andere Generation und hat es auch nicht bös gemeint. Über meine Mutter hab ich mich sehr geärgert und tu es immer noch. Dann wurde noch ein bisschen hin und her diskutiert und ich habe erklärt, warum ich das so handhaben möchte. Schlussendlich habe ich nur noch genervt gesagt: ''Ist mir egal, was ihr davon haltet, ich mach es so, wie ich es für richtig halte.''

Ich möchte einfach, dass mein Sohn sich mitteilen kann, wenn er nach Hause möchte. Ich möchte nicht, dass er unnötig weinen muss oder sich nicht wohlfühlt und keiner versteht ihn. Dafür muss er ja nicht perfekt sprechen können, aber so weit, dass er sagen kann, was er will.
Natürlich weiß ich mit einem halben Jahr noch nicht, wie er sich entwickelt, aber momentan wäre es unvorstellbar ihn woanders schlafen zu lassen. Er ist noch nie ohne Stillen oder Tragen eingeschlafen und schläft im Familienbett. Er lässt sich, wenn er müde oder schlecht drauf ist noch nicht mal vom Papa beruhigen, wie soll das da bei anderen klappen? Davon abgesehen möchte ich gerne lange stillen und solange er das zum Einschlafen oder in der Nacht braucht, wird er es bekommen.

Meine Mutter hat wahrscheinlich Angst, dass es noch ewig dauert, bis ihr Enkel mal bei ihr schläft. Wenn ich denke, Sohnemann ist bereit dazu und möchte das auch, habe ich da wirklich kein Problem mit, aber das kann er mir halt noch nicht sagen. Dann kamen noch so Sprüche, dass ich den nie werde weggeben können, wenn er sich nicht rechtzeitig dran gewöhnt. Oder wann er denn dann woanders schlafen darf, mit 18? Ach mann! :(

Nicht falsch verstehen, meine Mutter ist sonst wirklich toll und unterstützt mich, wenn auch, was ihren Enkel betrift, ein bisschen übermotiviert. Ich musste das nur mal los werden.
Übertreibe ich denn da wirklich mit meiner Einstellung und bin eine Glucke? Wann haben eure Kinder das erste Mal auswärts geschlafen?

Entschuldigt den Roman.

LG

Re: Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 24.03.2012, 23:00
von Leila
ICh kann dich sehr gut verstehen. Ich kann nicht begreifen, warum es Großeltern sooo wichtig ist, dass die Kinder auch bei ihnen schlafen, ihr selbst schlaft doch auch nie dort, oder? Natürlich wären sie gerne Bezugsperson, klar, aber doch bitte nicht so.

Meine Kinder haben nocht NIE irgendwo anders ohne uns geschlafen, die beiden sind 4 und 20 Monate. Das stand auch nie zur Debatte. Kinder gehören zu ihren Kernfamilien, nachts vor allem, und dazu gehören die Großeltern meiner Meinung nach nicht unbedingt, außer, sie wohnen wirklich in unmittelbarer Nähe. Meine Vermieter haben öfter ihren Enkel zu besuch, seitdem der ein Jahr alt ist, und die Eltern wohnen 600km weit weg. :shock: sie fahren mit ihm da weg und bringen ihn nach ner Woche wieder. Das kann ich mir für uns so gar nicht vorstellen, ohne andere Eltern zu verurteilen. Meine Kinder lieben ihre Großeltern, wirklich, aber sie sind eben auf Grund der Entfernung keine Kernbezugspersonen.

Hast du deine Eltern mal gefragt, WARUM es ihnen so wichtig ist, dass der Lütte auch bei ihnen schläft? ICh verstehe nicht, was Nachts anders ist, als wenn sie sich tagsüber um ihn kümmern. Wollen sie dir beweisen, dass sie es AUCH können, auch deinen Sohn beruhigen, füttern etc. ohne dein Einwirken? Im Regelfall schläft ein Kind doch eh in seinem Bett bei den Großeltern, und ich glaube nicht, dass sie so erpicht darauf sind, sich die NAcht um die Ohren zu schlagen, weil das Kind weint... :roll: Das wird irgendwie unterschätzt, finde ich.

Mh. Nein, ich finde nicht, dass du eine Glucke bist, gar nicht. Wie eng ist denn das Verhältnis Enkel-Großeltern?

Lieben Gruß

Anja

Re: Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 24.03.2012, 23:00
von Leila
P.S: Hallo übrigens aus Aachen (momentan auf Heimaturlaub im hohen Norden... :lol: )

Re: Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 03:22
von JanoschMama
Ich stimme Leila zu und finde keineswegs, dass du eine Glucke bist. Ich finde es unwichtig, dass die Kleinen so früh wie möglich lernen auswärts zu schlafen. Meiner Meinung nach sollte man ihnen ruhig die Zeit geben, die sie brauchen. Mir fällt auch kein Grund ein, warum mein Kleiner überhaupt ohne uns bei seinen Großeltern schlafen sollte.

Ich finde es schade, dass du dir solche Kommentare anhören musst. Aber gut wie du reagiert hast.
Und besonders gut finde ich, dass du auf die Bedürfnisse deines Sohnes achtest.

Liebe Grüße!

Re: Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 04:36
von Roana
Ich stimme den anderen beiden auch zu. Unser großer hat das erste mal mit 18 Monaten bei meiner Mutter geschlafen und das find ich rückblickend schon recht früh, klappte aber prima und war mit unserem stillgestanden gut vereinbar. Er war aber auch kein familienbettkind.
Die kleine jetzt schon und ich glaube irgendwie mit ihr wird's später losgehen und ich weiß jetzt schondas meine Mutter das nicht so toll finden wird, aber ich hab dazugelernt, mein Fell ist dicker geworden und ich werd es aushalten.

Ob du eine Glucke bist weiß ich nicht, ob es schlimm wäre wenn's so wäre auch nicht. Ich finds toll das du deiner Mutter und Oma gegenüber gesagt hast das das deine Entscheidung ist, das schafft ja auch nicht jeder.

Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 06:30
von Ellipirelli
Ich verstehe dich!
Wir haben hier haargenau die selbe Situation und ich darf mir die selben Sprüche anhören.
Aber....... Ist mit egal...total egal!!!!
Mein Mann und ich bestimmen in Bezug auf unser Kind wann er soweit ist.
Und je mehr doofe Kommentare kommen, desto sturer werde ich.
Erdnuckel darf aufjedenfall erst wenn er sprechen kann dort schlafen, weil unsere Vorstellung von " Erziehung" sowas von auseinander Driften......

Bleib bei deinem Konzept und lass die Kommis anprallen ( auch wenn es weh tut von der eigenen Familie), du weißt am besten wenn er bereit ist!

Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 06:31
von Ellipirelli
Abprallen, nicht anprallen ( doofes Handy).

Re: Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 06:49
von daifuku
Was erwarten die denn, wie bald das mit dem Stillen nachts vorbei ist? :lol: Mein Großer hat bei den Großeltern übernachtet, ein paar Monate nach dem Abstillen - mit 26 Monaten. :mrgreen:

Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 07:17
von B_Engal
Ich halte das genau wie du. Meine Kinder sollen selbst sagen können sie wollen wo schlafen.
Mein grosser ist 3 und hat noch nie wo anders als daheim geschlafen. Solang er nicht sagt das er das will bleibt er daheim! Und da lass ich auch gar nicht mit mir diskutieren. Auch wenn das schon oft zum Streit mit den schwiegereltern geführt hat

Re: Diskussion ums auswärts schlafen

Verfasst: 25.03.2012, 07:54
von Laquiqui
ich kenne das, bei uns war es ähnlich. heut, im nachhinein hab ich mehr verständnis für meine eltern. sie haben sich einfach eine innige beziehung zu dem kleinsten familienmitglied gewünscht. (und sich dann einen hund angeschafft der leider verhaltensgestört und bissig ist und ihre komplette aufmerksamkeit beansprucht (hat)
ich fand dieses genörgel, wie wir das kind an uns binden, verwöhnen usw. auch ganz schlimm.
besser für uns alle wurde es, als unser sohn so 1,5/2 war und von sich aus Interesse an Oma und Opa hatte. Ich hab mich sehr bestätigt gefühlt, er hat trotzdem eine Beziehung zu ihnen aufgebaut, obwohl er immer noch bei uns im Bett schlafen darf, obwohl ich ihn lange gestillt und wir ihn 1,5 Jahre ausschließlich getragen haben. Und ganz ohne Zwang und "Du musst ihn doch mal schreien lassen".

Heute, mit 4,5, würde er gern mal bei meiner Mutter übernachten. Das wissen meine Eltern auch, aber bisher haben sie noch nichts draus gemacht.

vielleicht schafft ihr es, noch mal ein gespräch zu führen, in dem es um die bedürfnisse geht, die deine mutter mit dem auswärts schlafen verfolgt. dann gibt es bestimmt eine lösung oder einen weg, der für euch alle o.k. ist (vorausgesetzt natürlich, ihr könnt miteinander reden)

alles gute!!!