Stillen oder Flasche

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Tinkerbell86
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 23.03.2012, 10:02

Stillen oder Flasche

Beitrag von Tinkerbell86 »

Hallo ihr lieben,

ich hoffe ich werde hier nicht an den Pranger gestellt oder ausgeschimpft, da es ja ein Stillforum ist.
Aber ich brauche wirklich einen Rat und vielleicht Argumente, die meine Zweifel ganz weg blasen.

Zuerst ich entbinde in ca 2 Wochen, habs also fast geschafft :) Sofort als ich erfahren habe das ich Schwanger bin und mein Arzt mich gefragt hatte, ob ich stillen möchte, hab ich sofort JA gesagt. Da ich es bei meinen 3 jährigen Sohn nicht getan hatte. Ich weiß nicht, ich hatte damals sofort NEIN gesagt und hab auch nie darüber nach gedacht.

Nun … seit einiger Zeit bin ich jedoch am zweifeln. Ich denke echt jeden Tag darüber nach und dann sieht das so aus „Stillen … nicht Stillen … Stillen … nicht Stillen“ und Freunde oder meine Mutter können mir nicht wirklich helfen. *seufz* es ist so , als ob rechts ein Engel auf der Schulter sitzen würde und links ein Teufel.

Bei meinen Sohn fand ich das nicht lästig. Ich hatte drei Flaschenwärmer, in jeden war eine Flasche mit gekochten Wasser (im Kühlschrank war eine große Flasche mit gekochten Wasser) und immer wenn ich eine raus nahm, steckte ich den nächsten rein, damit das Wasser sich aufwärmt. Das Pulver hatte ich schon in so DM Dösschen, wo ich es einfach nur rein schütteln musste. Die dreckigen Flaschen packte ich Nachts einfach nur ins Spülbecken, um am nächsten Tag sie in ruhe sauber zu machen. Das alles dauerte keine 5 Minuten und ich fand es nicht lästig. Auch nicht unterwegs, der Preis war halt nur nicht der Hit. Es war teuer, da wir Aptamil genommen haben. Aber sonst war es Stressfrei. Mein Kind war bei der Geburt 4055 gramm schwer und nahm auch gut zu, er ist nun so groß wie viele 5 jährige :) Das Pulver hatte ihn nie geschadet, er hat keine Allergie und war auch nie wirklich krank (außer Schnupfen). Nach der Geburt, ein Monat danach, musste ich aber ins Krankenhaus weil die den Mutterkuchen vergessen haben, also ü die Hälfte. Da könnte ich dann auch nicht stillen, weil ich 2 Wochen drin war und Bettruhe gebraucht habe. Deshalb hatte sich mein Mann drum gekümmert. Ansonsten fehlt meinen Sohn an nichts, er ist gut entwickelt und total glücklich und so. Nach 3 Monaten schlief er die Nächte auch durch, was noch so ein Pluspunkt war.

So nun wollte ich stillen, um vielleicht eine bessere Bindung zu bekommen. Damals wegen dem Krankenhaus und Babyblues (ahja ich war 2x im Krankenhaus und hab sehr viel Blut verloren) war die Bindung am Anfang gar nicht gut. Jedoch eine Bindung kann ich auch anders bekommen, mit Tragetuch was ich benutzen möchte und auch viel Kontakt mit dem Körper. Stillen ist natürlich Nahrhafter, es ist nicht immer so stressig wenn es klappt und wirklich gut fürs Kind. Es ist günstig und man hat es immer dabei.

Nur bei mir ist das Problem, ich kann nicht wirklich in der Öffentlichkeit meine Brust raus holen und es stillen, dann hab ich immer zu viel Stress und traue mich nicht aus dem Haus, außer mein mann ist dabei und ich kann mich ins Auto verziehen (hab selber kein Führerschein). Dann die Ernährung, wenn ich kein Hunger habe, was oft passiert, kann ich nichts essen. Es geht einfach nicht rein und meist muss ich dann brechen, wenn ich es mir rein zwinge. Die Schmerzen wären mir egal, da gibt es ja viele Tricks wie z.B. Quark. Aber alle 2 Stunden zu stillen (mein Sohn kam damals alle 4 Stunden am Anfang) und das die ganze Nacht und auch am Tag ist sicher schlauchend. Vor allem muss ich meinen Sohn ja in den Kindergarten bringen und will auch eine Ausbildung als Tagesmama machen (dauert nur eine Woche, aber von 8-14 Uhr) und dann gerne arbeiten. Und man kann auch nicht wirklich prüfen wie viel das Kind nun getrunken hat, ich mache mir dann immer Gedanken ob es im moment genug bekommt. Klar man kann Wiegen, aber es nimmt ja nicht sofort zu.

Okay für unterwegs gebe es die möglichkeit abzupumpen, aber das heißt nicht das sie sofort die Flasche annimm. Viele haben ja Probleme, wenn sie erst an der Brust nuckeln , die Flasche anzunehmen. Am Anfang würde ich ja nicht abpumpen, da ich ja erst Zuhause bleibe.

Tut mir leid, ist etwas viel gewesen und ich hab Sicher die Hälfte vergessen, aber das ist echt das Wichtigste. Ich hoffe ihr könnt mir echt meine zweifeln weg machen. Ich weiß ja nichtmal ob ich stillen kann, da meine Brust sich gar nicht verändert hat und in der Schwangerschaft auch kein Tropfen Milch raus kam. Aber vielleicht kommt das ja noch
EhUSb

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von EhUSb »

hallo tinkerbell,

erst einmal muss ich sagen, dass ich es toll finde, dass du dir so viele gedanken um´s stillen machst! du hast dir die vor- und nachteile ja schon sehr gut verdeutlicht, da kann ich eigentlich nichts hinzufügen. :-) (zumal ich mit flaschen keine erfahrungen habe.)

die entscheidung triffst du natürlich alleine. wichtig finde ich, dass man sich nicht so sehr stresst! du hast so deutlich formuliert, dass du bei deinem ersten kind ein klares NEIN zum stillen hattest und nun ist es ein großes JA - aber zweifel sind eben noch da. das erscheint mir ganz natürlich, vor allem weil du bislang ja noch keine stillerfahrung hast. aber das ja zum stillen ist schonmal der wichtigste schritt, finde ich! und ansonsten würde ich versuchen, den druck rauszunehmen - ob mich kommt, wie das mit dem stillen in der öffentlichkeit ist, ob dein baby abgepumpte milch nimmt... so vieles regelt sich einfach und pendelt sich ein, z.b. das stillen in der öffentlichkeit. habe ich mir auch nicht vorstellen können und inzwischen geht es überall - wenn man sich unwohl fühlt, kann man auch ein spucktuch o.ä. überlegen. das entwickelt sich, ich habe anfangs auch nur im auto gestillt, wenn wir unterwegs waren . :-)

wichtig ist, gerade bei zweifeln, m.e. dass man am anfang stilltechnisch gut betreut wird, vielleicht ja von einer stillberaterin? die können sorgen und ängste gut auffangen! und versuche halt, dich nicht verrückt zu machen: wenn es wirklich so gar nicht klappt mit dem stillen, kann man auch mit flasche eine tolle bindung bekommen! ich find´s aber wie gesagt toll, dass du das stillen in erwägung ziehst und drücke dir die daumen, dass das klappt!

ps. meine brust hat sich bis heute nicht verändert... :-) und vormilch hatte ich auch nicht. hat nix zu sagen, hier wird trotzdem vollgestillt.
Benutzeravatar
Mäusebrot
alter SuT-Hase
Beiträge: 2758
Registriert: 22.12.2006, 22:44
Wohnort: zu hause

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von Mäusebrot »

Versuchs doche einfach, so hast du die Chance den Unterschied kennenzulernen!
Und dein Kind hat, falls du dann doch auf Flasche umstellen kannst, wenigstens etwas gehabt.

Abstillen kannst du immer noch, und das recht einfach. Umgekehrt, wenn du die flasche gibst und dann doch stillen willst geht es acuh aber ist schwerer.

das dein Sohn so früh durchgeschlafen hat kann an der Flasche gelegen haben, muss aber nicht, es gibt auch Flaschen inder die nachts lange und oft wach werden und Stillinder die früh durchschlafen.

Habe Sohni mit 16 Monate ca abgestillt und : er schläft nachts immer noch genauso mies wie vorher..., nru daser dannne Flasche will und keine MuMu mehr, mit Mumi wäre es aber gesünder, er trinkt nun definitiv zu viel Kuhmilch
Mit
drei Jungs (03/06/09)
im chaotischen ADHS/AUtisten Haushalt..
Lamama
gehört zum Inventar
Beiträge: 457
Registriert: 16.02.2012, 16:47

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von Lamama »

Hi!

Ich finde es interessant, dass man sich überhaupt derart viele Gedanken über dieses Thema machen kann.
Bei mir war das anders: ich hab es einfach versucht und mir weiter drüber keine Gedanken gemacht. Versuchen kann man es ja, Fläschchen kannst du dir zur Sicherheit ja immer noch kaufen und da stehen haben, für den fall, dass das Stillen nicht klappt und du aufhören möchtest.
Stillen hat ganz viel mit Gefühl zu tun und genau darauf solltest du jetzt auch hören. Im vornehrein Planen kann man das eh nicht.
Es sind Momente voll innerem Frieden, wenn wir die Dankbarkeit in uns spüren- sie zaubern uns ein Lächeln aufs Gesicht.
Tinkerbell86
gut eingelebt
Beiträge: 21
Registriert: 23.03.2012, 10:02

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von Tinkerbell86 »

So ich melde mich ebbend, damit ihr nicht auf meine Antwort warten müsst.
Erstmal vielen dank für die netten Antworten, hatte Angst von der Reaktion das ich da zweifel.

@Sommerbaby
Danke dir nochmal für die liebe Antwort :)
Wirklich? Die Blicke sind mir ja egal, zumindest vor den Erwachsenen. Aber so mit Leuten in meinen Alter und jünger habe ich die meisten Probleme. Ich hab Angst das mich welche dumm anmachen oder Sprüche abgeben, bin in diesen Punkt sehr sensibel. Ich bin total schüchtern, treffe mich auch kaum mit anderen und auch vor kurzen hab ich aufgehört zur Schule zu gehen (hab mein Abi nach gemacht oder wollte ich es) weil die schlecht über mich geredet habe. Und wenn ich dran denke, in einer Bahn mit ganz vielen von denen zu sitzen und zu stillen. Ich hab einfach vor verbalen Angriffen kannst. Wenn ich jetzt daran denke, graust es mir sehr.

Das mit der Stillberaterin klingt gut, meine Hebamme kennt sich zwar auch damit aus. Aber eine zweite Meinung wäre mir da schon Wichtig. Falls sie es auch nicht schaffen sollte.

@Mäusebrot
Ich habe so viel gelesen, das das Baby die Flasche gar nicht mehr annehmen würde. Klar es gibt Flaschen dir der Brust nachempfunden sind, auch nicht so teuer, aber wenn sie es gar nicht annimmt, und ich auch gar nicht mich wohl fühle also draußen raus zu gehen und so, dann wüsste ich echt nicht was ich machen sollte. Außer ich mache es von Anfang an so, das sie meine Brust bekommt und auch meine Muttermilch in der Flasche, damit sie beides annimmt und sich so gewöhnt.

@Lamama
Ja ich hätte es auch NIE gedacht. Die ganze Zeit war ich dafür und echt seit vielleicht einen Monat mache ich mir so Gedanken und das macht mich auch Irgend wie total fertig. Weil ich Angst habe, zum schluss die falsche Entscheidung zu machen.
Sibi
Profi-SuTler
Beiträge: 3829
Registriert: 21.05.2011, 20:39

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von Sibi »

Hallo Tinkerbell,
einerseits ist es schön, wenn Du dir Gedanken machst, andererseits machst Du dir zu viele Gedanken. ;)

Stillen ist das Normale. Fang doch einfach erst mal an. Im Wochenbett ist das doch viel kuscheliger, als Flaschen warm zu machen. Stillen hilft auch, die ersten Wochen mit wenig Schlaf zu überstehen, es hilft der Rückbildung der Gebärmutter und eben auch der Bindung.

Mach's doch einfach erst mal und überlege nach 2-3 Monaten, ob Du dann freiwillig den Luxus des Stillens (als solches habe ich es empfunden) aufgeben willst.

Zum Stillen in der Öffentlichkeit. Ich kann Deine Probleme verstehen. Aber glaub mir, wenn Du ein schreiendes Neugeborenes auf dem Arm hast, denkst Du nicht mehr so sehr daran, was andere denken. Am Anfang bist Du ja eh mehr zu Hause und kannst "üben", nach einigen Wochen können die meisten stillen, ohne das man irgendwas sieht.

Die Entscheidung gegen das Stillen und für die Flasche kannst Du jederzeit treffen. Umgekehrt geht es nicht. Also versuche es erst mal und schaue, wie es läuft.
Lamama
gehört zum Inventar
Beiträge: 457
Registriert: 16.02.2012, 16:47

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von Lamama »

Eine falsche Entscheidung gibt es doch garnicht :) Wenn du das Stillen probierst, hast du ja nichts verloren! Die Flasche rennt nicht weg, die schmeißt dir die Babyindustrie schon von weitem hinterher :lol:
Es sind Momente voll innerem Frieden, wenn wir die Dankbarkeit in uns spüren- sie zaubern uns ein Lächeln aufs Gesicht.
mimi27
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 353
Registriert: 22.12.2011, 10:58
Wohnort: CH

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von mimi27 »

ich würde dir auch raten, versuch es doch einmal mit stillen. wenn du merkst es ist gar nicht deins, kannst du ja immer noch zurück zur flasche greifen. die läuft dir nicht davon. wenn du dann das gefühl hast stillen ist toll, wird es dir auch in der öffentlichkeit nichts ausmachen. so ging es zumindest mir. hatte am anfang auch riesige bedenken in der öffentlichkeit zu stillen.

kopf hoch, du wirst die richtige entscheidung für dich treffen. das baby liebt dich trotzdem. egal was du machst. und wie du schon erwähnt hast gross werden sie so oder so!!
mimi mit Mädchen 01/04 und Bub 08/11 und Bub 6/13
Clauwi GK 06/12 und MK 11/12
Benutzeravatar
greenie bird
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1797
Registriert: 18.04.2011, 17:08
Wohnort: 夏洛滕堡
Kontaktdaten:

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von greenie bird »

mit Plazentaresten wäre es wohl auch eine anstrengederes Unterfangen geworden zu Stillen, das hättest Du wahrscheinlich als anstrengender in ERinnerung.
Es kann Dir keiner sagen, ob es diesmal für Dich passt, wenn Du es selbst nicht einmal weißt. Das wirst Du wahrscheinlich ausprobieren müssen ;)
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
Benutzeravatar
Mäusebrot
alter SuT-Hase
Beiträge: 2758
Registriert: 22.12.2006, 22:44
Wohnort: zu hause

Re: Stillen oder Flasche

Beitrag von Mäusebrot »

Nun ja das das Baby die Flasche verweigert kann vorkommen, aber ist so häufig nicht. Ich denke auch das du es früh genug merken wirst, zu einer Zeit wo das Baby da noch nicht so wählerisch ist.
Ich meine keine Mutter stillt ewig. Sie fangen ja alle irgendwann abzustillen und umzusteigen.

Sprich: du probierst es aus, dir gefällt es, und nach sechs MOnaten wirst du anfangen was anderes einzuführen.
Oder
du stillst, dir gefällt es nicht, du stellst um auf Flasche
oder
du stillst dir gefällt es nicht, das Baby nicht die Flasche NICHT... dann wartest du halt bis du mit vier Monaten langsam auf Beikost umsteigen kannst, und bietest dann immer mal die Flasche an oder den Löffel.
Wie oben beschrieben habe ich erst mit 16 Monaten abgestillt und er nimmt seit dem die flasche. War natürlich nicht die beste Entscheidung,... und ich würde es gern rückgängig machen, aber umgekehrt geht es nicht so einfach.
Kind eins habe ich 8 Monate voll gestillt, er brauchte nie wirklich Flasche, er hat mit 26 Monaten komplett abgestillt. Kindzwei habe ich 6 Monate vollgestillt, bin da auf Fingerfood umgestiegen, und er hat noch drei Jahre gestillt.
Man kann eben auch einfach auf Becher, Trinkbecher umstellen und lässt die Flasche aus, SOLLTE das Kind esn icht wollen.
Mit
drei Jungs (03/06/09)
im chaotischen ADHS/AUtisten Haushalt..
Antworten

Zurück zu „Stillforum“