Stillproblem: Dünnhäutige Mama
Verfasst: 19.03.2012, 18:29
Hallo,
obwohl ich schon einige Monate hier registriert bin, habe ich bisher kaum was geschrieben, aber dafür umso mehr gelesen.
Jetzt muss ich mich einfach mal ausheulen und vielleicht holt mich ja der eine oder andere Kommentar wieder auf den Teppich.
Unsere Situation: Tochter Emma ist wird am Donnerstag 25 Wochen alt. Sie wurde mit 2800g und 50 cm geboren und wog zur U5 vergangene Woche 6860 g bei 65 cm Körpergröße
Sie wird voll gestillt und nach Bedarf gestillt - und das von Anfang an mit erheblichem "Gegenwind" von verschiedenen Seiten (u.a Stillstreik bei nicht- Erreichbarkeit der Hebamme als sie 10 Wochen alt war).
Emma schläft im eigenen Bett direkt neben dem Elternbett.
Aktuell (seit knapp zwei Wochen)ist die Situation so, dass Emma tagsüber einen Rhythmus von ca. 3-3,5 Stunden hat, nachts jedoch deutlich öfter ...ja, was schreibe ich jetzt ... ich sag mal "Hunger hat" - Hunger wonach auch immer. Sie hat noch nie "durchgeschlafen" im Sinne von 8 Stunden am Stück. Das höchste waren 6 Stunden und das auch meist nur einmal pro nacht und danach eher so um die vier Stunden.
Ich möchte natürlich gern nachts eine Situation schaffen, in der wir alle etwas mehr schlafen können, bin dabei aber im Zweispalt, sie immer möglichst schnell beruhigen zu wollen/ müssen (auch damit mein Mann möglichst ungestört schlafen kann)- was mit Stillen sehr zuverlässig klappt und der Überlegung/ Befürchtung ihr damit anzugewöhnen "ich kann nur einschlafen, wenn ich gerade getrunken habe.
Leider scheint sich mein gesamtes Umfeld (einschließlich der Hebamme und meines Mannes) einig zu sein, dass ich doch einfach nur endlich abends ein Fläschchen geben solle, damit Emma länger schläft/ durchschläft. Ich befürchte, dass das der erste Schritt zum Abstillen wäre und frage mich auch, warum sie mit pre-Nahrung besser schlafen sollte, wenn sie nicht mal an beiden Brüsten trinkt, sondern meist nur eine nimmt. Ihr eine "Folgemilch" oder einen Schmelzflockenbrei aus der Flasche zu geben, damit sie durchschläft stelle ich mir als ein überfüttern und ein Stören des Hunger-Sättigungsgefühls vor, dass mir auch nicht einleuchtet. Ich glaube, dass meine Tochter gut von meiner Milch satt wird. Und dass sie oft auch "nur" aus emotionalem Hunger/ Kuschel- /Trostbedürfnis an die Brust will - und das auch darf.
Dieses Bauchgefühl wird jedoch zunehmend untergraben durch die (zumumindest von mir empfundenen) vorwürfe, so stur am ausschließlichen Stillen festzuhalten, dass man es nur belächeln oder den Kopf schütteln kann. (Meine Mutter hat mich neulich am Telefon tatsächlich ausgelacht...).
Ich möchte wie gesagt gern versuchen, die nächtliche Situation so zu verändern, dass ich es Emma erleichtere, zu lernen, dass sie auch alleine wieder einschlafen kann.
Schreien lassen oder sie ins Kinderzimmer ausquartieren, damit man sie erst ab einem gewissen Lärmpegel hört, kommt daher für mich nicht in Frage. Flasche geben eigentlich auch nicht. Ich habe ir mal nach dem Stillen eine Flasche mit abgepumpter Milch angeboten, von der sie aber gerade mal 20 ml getrunken hat. Satt wird sie also - meine ich jedenfalls.
Meine Überlegungen gehen eher in die Richtung, sie nachts zunächst verstärkt anders zu trösten und etwas länger zu warten, bis ich sie hochnehme und anlege (Streicheln, vorsummen, Schnulli geben, sowas in der Art). Da mein Mann diese Woche nicht zu Hause ist, muss ich nicht auf ihn Rücksicht nehmen und kann vielleicht besser rausfinden, ob Stillen tatsächlich die einzige Möglichkeit ist, Emma nachts zu beruhigen. Wenn es so ist, dann soll sie eben alle 1,5 Stunden trinken, aber ich glaube auch, dass der Grundstein für gewohnheiten schneller gelegt ist, als man sich so denkt.
LIege ich damit so falsch? Wie kann ich den anderen "beweisen", dass ich mein Kind nicht hungern lasse - oder tue ich das tatsächlich?
Muss ich mich von meiner egoistischen Wunschvorstellung von Stillen - Beikost - Familienkost (neben und nacheinander, aber ohne Milchpulver) verabschieden und abends Fläschchen geben?
Welche Möglichkeiten habe ich, vielleicht trotz Stillen mehr Nachtruhe zu erreichen?
Danke fürs Lesen des kleinen Romans. Ich muss das mal loswerden, denn ich bin druch den Schlafmangel, aber viel mehr durch das gefühl mich ständig rechtfertigen und verteidigen zu müssen derzeit sehr dünnhäutig und nah am Wasser gebaut.
LG Urmel_Mama
obwohl ich schon einige Monate hier registriert bin, habe ich bisher kaum was geschrieben, aber dafür umso mehr gelesen.
Jetzt muss ich mich einfach mal ausheulen und vielleicht holt mich ja der eine oder andere Kommentar wieder auf den Teppich.
Unsere Situation: Tochter Emma ist wird am Donnerstag 25 Wochen alt. Sie wurde mit 2800g und 50 cm geboren und wog zur U5 vergangene Woche 6860 g bei 65 cm Körpergröße
Sie wird voll gestillt und nach Bedarf gestillt - und das von Anfang an mit erheblichem "Gegenwind" von verschiedenen Seiten (u.a Stillstreik bei nicht- Erreichbarkeit der Hebamme als sie 10 Wochen alt war).
Emma schläft im eigenen Bett direkt neben dem Elternbett.
Aktuell (seit knapp zwei Wochen)ist die Situation so, dass Emma tagsüber einen Rhythmus von ca. 3-3,5 Stunden hat, nachts jedoch deutlich öfter ...ja, was schreibe ich jetzt ... ich sag mal "Hunger hat" - Hunger wonach auch immer. Sie hat noch nie "durchgeschlafen" im Sinne von 8 Stunden am Stück. Das höchste waren 6 Stunden und das auch meist nur einmal pro nacht und danach eher so um die vier Stunden.
Ich möchte natürlich gern nachts eine Situation schaffen, in der wir alle etwas mehr schlafen können, bin dabei aber im Zweispalt, sie immer möglichst schnell beruhigen zu wollen/ müssen (auch damit mein Mann möglichst ungestört schlafen kann)- was mit Stillen sehr zuverlässig klappt und der Überlegung/ Befürchtung ihr damit anzugewöhnen "ich kann nur einschlafen, wenn ich gerade getrunken habe.
Leider scheint sich mein gesamtes Umfeld (einschließlich der Hebamme und meines Mannes) einig zu sein, dass ich doch einfach nur endlich abends ein Fläschchen geben solle, damit Emma länger schläft/ durchschläft. Ich befürchte, dass das der erste Schritt zum Abstillen wäre und frage mich auch, warum sie mit pre-Nahrung besser schlafen sollte, wenn sie nicht mal an beiden Brüsten trinkt, sondern meist nur eine nimmt. Ihr eine "Folgemilch" oder einen Schmelzflockenbrei aus der Flasche zu geben, damit sie durchschläft stelle ich mir als ein überfüttern und ein Stören des Hunger-Sättigungsgefühls vor, dass mir auch nicht einleuchtet. Ich glaube, dass meine Tochter gut von meiner Milch satt wird. Und dass sie oft auch "nur" aus emotionalem Hunger/ Kuschel- /Trostbedürfnis an die Brust will - und das auch darf.
Dieses Bauchgefühl wird jedoch zunehmend untergraben durch die (zumumindest von mir empfundenen) vorwürfe, so stur am ausschließlichen Stillen festzuhalten, dass man es nur belächeln oder den Kopf schütteln kann. (Meine Mutter hat mich neulich am Telefon tatsächlich ausgelacht...).
Ich möchte wie gesagt gern versuchen, die nächtliche Situation so zu verändern, dass ich es Emma erleichtere, zu lernen, dass sie auch alleine wieder einschlafen kann.
Schreien lassen oder sie ins Kinderzimmer ausquartieren, damit man sie erst ab einem gewissen Lärmpegel hört, kommt daher für mich nicht in Frage. Flasche geben eigentlich auch nicht. Ich habe ir mal nach dem Stillen eine Flasche mit abgepumpter Milch angeboten, von der sie aber gerade mal 20 ml getrunken hat. Satt wird sie also - meine ich jedenfalls.
Meine Überlegungen gehen eher in die Richtung, sie nachts zunächst verstärkt anders zu trösten und etwas länger zu warten, bis ich sie hochnehme und anlege (Streicheln, vorsummen, Schnulli geben, sowas in der Art). Da mein Mann diese Woche nicht zu Hause ist, muss ich nicht auf ihn Rücksicht nehmen und kann vielleicht besser rausfinden, ob Stillen tatsächlich die einzige Möglichkeit ist, Emma nachts zu beruhigen. Wenn es so ist, dann soll sie eben alle 1,5 Stunden trinken, aber ich glaube auch, dass der Grundstein für gewohnheiten schneller gelegt ist, als man sich so denkt.
LIege ich damit so falsch? Wie kann ich den anderen "beweisen", dass ich mein Kind nicht hungern lasse - oder tue ich das tatsächlich?
Muss ich mich von meiner egoistischen Wunschvorstellung von Stillen - Beikost - Familienkost (neben und nacheinander, aber ohne Milchpulver) verabschieden und abends Fläschchen geben?
Welche Möglichkeiten habe ich, vielleicht trotz Stillen mehr Nachtruhe zu erreichen?
Danke fürs Lesen des kleinen Romans. Ich muss das mal loswerden, denn ich bin druch den Schlafmangel, aber viel mehr durch das gefühl mich ständig rechtfertigen und verteidigen zu müssen derzeit sehr dünnhäutig und nah am Wasser gebaut.
LG Urmel_Mama