Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

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sissi12
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Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von sissi12 »

Hallo ihr Lieben,
mein Sohn ist seit 10 Tagen abgestillt.Wir hatten eine sehr harmonische Stillzeit und dadurch auch eine sehr tiefe emotionale Bindung, die natürlich weiterhin anhält.
Noch bei der Geburt meines Sohnes hatte ich gedacht, dass ich 6 Monate stille und dann wird gegessen (im Nachhin unglaublich für mich). Während der gesamten Stillzeit habe ich nach bedarf gestillt, tags wie nachts. Im Alter von 9 Monaten ist er dann in die Krippe gekommen und unsere Stillbeziehung ging harmonisch weiter, abgesehen von einer Beißphase, die von alleine wieder verging. Nun habe ich gemerkt dass langsam über die Zeit, insgesamt erst im 3. Lebensjahr das Stillen nicht mehr die wichtige Rolle hatte wie vorher. Zuletzt hat er das Stillen nur noch als Einschlafritual abends und in der Nacht gebraucht. Er hat aber jedesmal richtig getrunken und nicht genuckelt. Mit knapp 2 Jahren war ich beruflich 5 Tage von meinem Kleinen getrennt. Ich hatte zu dieser zeit noch recht viel Milch und habe daher einmal/Tag abgepumpt, da ich keinen Milchstau riskieren wollte. Er hat dann weiter gestillt wie zuvor. Nun war ich wieder 6 Tage beruflich unterwegs gewesen. Meinem Kleinen habe ich in den Wochen vorher gesagt, dass wenn er groß ist keine Milch mehr kommen wird. Auf dieser Reise habe ich nicht abgepumpt, hatte aber auch keinen nennenswerten Beschwerden gemerkt. Die Brust war 2 Tage etwas härter, dann war alles wieder vorbei. Einen Grund warum ich abstillen wollte, war dass ich erneut schwanger war und einen gewissen Abstand zwischen beiden Stillzeiten haben wollte, da ich eigentlich nicht Tandem stillen wollte. Als ich wieder kam, hat mich mein Kleiner nach der Brust gefragt. Ich sagte ihm dass wahrscheinlich nicht viel kommen würde, da er jetzt groß sei. Er hat angedockt und gesagt die Milch schmeckt nicht und wollte dann die Brust nicht mehr haben. Der Grund war dass ich zwei Tage später eine Fehlgeburt hatte :cry:
Nun ist er 10 Tage nicht mehr an der Brust gewesen. Jeden Abend spricht er beim Schlafengehen davon, das die Milch bäh ist. Ich frage ihn ob er probieren will ob sie wieder schmeckt, er will aber nicht. Irgendwie scheint er groß genug, abstillen zu können, da er nun auch ohne Brust einschläft und in der Nacht wieder einschläft. Aber irgendwie ist das Ende etwas unharmonisch wenn er die Milch "bäh" in Erinnerung hat. Gestern habe ich nochmal mit ihm darüber geredet. Habe gesagt er soll doch probieren und er hat zwei mal gesaugt aber sofort wieder aufgegeben. Ich habe schon das Gefühl er hat es verlernt. Was meint ihr? Wie soll ich mich verhalten? Ich möchte dass er die Stillzeit in guter Erinnerung hat? Wie sind da eure Erfahrungen?
Danke dass ihr mir zugehört habt. Eure Sissi
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blana
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Re: Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von blana »

Mich hat deine geschichte tief berührt. Ich glaub nicht dass dein sohn die stillzeit als bäh in erinnerung haben wird. Ich würd ihn nicht zt fest drängen wenn es nicht mehr will. Dann war das genau der zeitpunkt. Wegen der fehlgeburt tuts mir aufrichtig leid. Kann verstehen dass du gerne wieder deinen grossen stillen möchtest. Ich wünsche euch alles liebe.
B mit der grossen S (2007) und dem kleinen L (2011)
Gast

Re: Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von Gast »

Ich denke auch dass dein Kleiner die Stillzeit in guter Erinnerung haben wird. Zu sehr drängen würde ich ihn auch nicht.
Vielleicht ist für Ihn einfach die Zeit des Abstillens gekommen. Die Situation für Dich stelle ich mir jetzt auch schwer vor.
Versuche nach vorne zu sehen auch wenn es manchmal sehr schwer ist.

Mitfühlende Grüße Hixi
Erika
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Re: Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von Erika »

Nur kurz: bei einem Milchstau schmeckt die Milch bei vielen Frauen salzig. Vielleicht deshalb das "Bäh"? Hast Du selbst mal probiert? Du könntest dann abpumpen/ausstreichen, bis die Milch nicht mehr salzig schmeckt und dann vielleicht noch ein letztes Mal anbieten und stillen. Es ist sicherlich noch was da ...
LG
Erika

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honigbienchen
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Re: Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von honigbienchen »

Liebe Sissi,

deine Traurigkeit ist richtig spürbar und es tut mir sehr leid für deinen doppelten Verlust! Zum einen die Fehlgeburt, zum anderen das Abstillen deines Sohnes genau zu diesem Zeitpunkt! Das ist ein wirklich unglückliches Zusammentreffen.

Dennoch möchte ich dir etwas unterstreichen: folgende Tatsache
sissi12 hat geschrieben: Er hat angedockt und gesagt die Milch schmeckt nicht und wollte dann die Brust nicht mehr haben. Der Grund war dass ich zwei Tage später eine Fehlgeburt hatte :cry:
Der Grund war nicht die Fehlgeburt, sondern die Tatsache, dass du schwanger warst. Durch die Schwangerschaft (durch die Hormone) kann sich der Geschmack der Milch verändern. Mein Großer war, als ich mit dem Zweiten schwanger wurde, der Erste, der es merkte, noch vor mir und ich nahm nur sein verändertes Stillverhalten wahr.
Dein Sohn ist 3 Jahre alt, ein Alter, in dem ein natürliches Abstillen durchaus normal ist.

Dass der Zeitpunkt, grade für dich einfach wirklich "unglücklich" gewählt ist, muss nicht heißen, dass es dies auch für ihn ist. Bitte tröste dich zumindest ein wenig damit, dass ER diesen Zeitpunkt doch selbst gewählt hat!

Ich bin mir sicher, dass dein Sohn eure Stillbeziehung in guter Erinnerung haben wird, denn dies hängt nicht von einzelnen Tagen ab. Du schreibst selber, dass ihr eine sehr harmonische Stillzeit hattet, zehre davon, für deinen Sohn wird es genauso gewesen sein.

Wenn es dir gut tut, rede mit ihm. Rede mit ihm über die "schönen Zeiten", vertiefe dich nicht in das für dich unglückliche Ende (und vielleicht schaffst du es ja, das Ende gar nicht in so unglücklichem Licht zu sehen), wie gesagt, evtl wäre dies jetzt grade eh eure völlig natürliche Abstillzeit gewesen.
Wie sollst du dich verhalten? Das kannst nur du selber wissen, denn nur du weißt, was DIR gut tut, was dir wichtig ist und gleichzeitig bist nur du da und siehst, wie es deinem Kind geht, mit dem Abstillen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, Trost in deiner Situation und vor allem auch die nötige Distanz, die beiden Ereignisse, so weit es geht unabhängig von einander zu sehen.

Liebe Grüße.
Annette

Die Tugend des Alltags ist die Hoffnung, in der man das Mögliche tut und das Unmögliche Gott zutraut.
Karl Rahner
sissi12
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Re: Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von sissi12 »

Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für eure mitfühlenden Worte. Das hat mir wirklich sehr gut getan. Mein Kleiner redet jeden Abend vor dem Einschlafen von seiner Brust. Ich denke wir schaffen dass unsere Zeit in schöner Erinnerung zu behalten. Hatte ja auch immer Angst davor, dass das Abstillen stressig oder unnatürlich sein würde und das hat ja nun eigentlich ganz gut geklappt. Wenn die Zeit kommt, muss man damit umgehen lernen.
Eure Sissi
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Re: Abgestillt zum 3. Geburtstag-bin etwas traurig

Beitrag von manja »

Mein Sohn hat auch so abgestillt, dass er nur noch ab und an kam. Zuletzt waren 2 Wochen dazwischen, dann ist es ihm nach langer Zeit nochmal eingefallen und ich habe ihn gelassen, Da hatte ich auch den Eindruck, er hat es verlernt. Naja, so ein Abschied ist immer sehr traurig, aber es ist sehr natürlich gelaufen bei euch, besser gehts eigentlich nicht. Er war soweit, denn sonst würde er jetzt wieder rangehen.
Mit der FG tut es mir leid. Das geht einem doch näher, als die Umwelt so denkt. NImm dir ruhig Zeit für deine Gefühle, das ist sicher besser, als es niemandem zu erzählen, wie ich. Bestimmt klappts bald wieder, hat es bei mir ja dann auch.
manja
Manja mit Sohn (8) und Töchterchen (3)
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