Hallo Roxy,
Wie ist das dann bei einem Milchstau? Produziert die Brust dann zusätzl. zur gestauten Milch wie sonst auch, oder wird erst mal die angestaute Milch abgetrunken u. wenn dann noch nachfrage ist, dann wird erst produziert?
Die Antwort auf Deine Frage hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. Hormonlage der Mutter bzw. Alter des Kindes, individuelles Speichervolumen der Brust usw. Generell gilt: auf Dauer wird die Milchproduktion zurückgehen, wenn keine ausreichende Entleerung stattfindet. (Wäre dies anders, würde frau bei (z.B. wegen früherer Operationen an der Brust) verschlossenen Milchgängen ja irgendwann platzen.

)
Auf dem Wege dahin kann das Brustgewebe jedoch Schaden nehmen. Lokale Entzündungsreaktionen (meist ohne Beteilung von Bakterien) bringen den Körper dazu, überschüssige Milch zu resorbieren, können jedoch auch Narben hinterlassen z.B.. Entsprechend ist das Abstillen über den Weg einer nicht behandelten Übervölle eindeutig NICHT empfehlenswert.
Grundsätzlich landet natürlich erstmal diejenige Milch im Kind, die sich "vorne" Richtung Ausgang befindet. Dahinter kommt dann die neue. Es ist ein Trugschluss, dass bei starken Schwellungen der Brust bei Milchstau oder Mastitis GANZ VIEL Milch in der Brust ist - sicherlich mehr als sonst, aber die Schwellungen und Schmerzen rühren meist von massiv erhöhter Durchblutung her, nicht von "der vielen Milch". Schon wenige gestaute zusätzliche Milliliter können bei Frauen mit kleinen Brüsten einen "Riesenunterschied" ausmachen. Daher ist es in jedem Falle sinnvoll, stets auf guter Entleerung (häufiges Stillen mit guter Technik) zu achten, sowohl zur Vermeidung als auch zur Behandlung von Milchstau.
LG
Julia