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@Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 00:53
von Nachtfrau
ich habe echt probleme, eine überschrift zu finden. *g*

folgende situation:
meine 16jährige tochter ist schwanger, et ist im februar. sie macht gerade ein freiwilliges ökologisches jahr, und der plan sieht so aus, dass sie nach dem mutterschutz wieder arbeiten geht und nach dem föj dann auf eine weiterführende schule geht. ich bleibe mit den beiden zwergen zu hause und werde mein enkelkind tagsüber einfach mitstillen.

meine fragen:
wann wäre es sinnvoll, mit dem pumpen anzufangen, um die milchmenge so zu erhöhen, dass ich mein enkelchen tagsüber voll stillen kann?
in welchem rhythmus sollte ich pumpen und worauf muss ich achten?
meine tochter wird dann ja tagsüber pumpen müssen, denn sie will das baby natürlich stillen, wenn sie zu hause ist. wie oft muss sie pumpen, um ihrerseits die milchmenge aufrecht zu erhalten?
stelle ich mir das zu einfach vor? ich stille tagsüber unter der woche und sie pumpt in der zeit, und abends und am we stillt sie und ich pumpe. wird das gehen?

letzte frage: was machen wir mit all der abgepumpten milch? :shock: :lol:

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 08:18
von Lösche Benutzer 3486
puh, ich bin keine beraterin.
Aber ich wollte Herzlichen Glückwunsch sagen. :mrgreen:

und meinen, dass ich es immer für problematisch halte, wenn die oma und nicht ein elternteil sich um das baby kümmert. einfach, weil das deiner tochter ein gefühl von inkompetenz vermitteln könnte...

ansonsten blieb mein mann auch bei unserer größten zu hause und das hat supi geklappt. die milchproduktion hat nicht darunter gelitten, er hat ihr die mumi in fläschen verabreicht, ansonsten haben wir gestillt, wenn ich da war.

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 11:06
von jusl
:lol: Also, die Titel-Such-Schwierigkeiten kann ich schon mal nachvollziehen :lol:

Nee, im Ernst. Ich denke, das "Milch-Management" ist im Grunde einfach: Du wirst das Baby tagsüber ja voraussichtlich ca 3-4 mal stillen, den Rest der Zeit übernimmt die Mutter. Man rechnet ca 1 Woche pro Mahlzeit zum stressarmen Herauf- und Herunterfahren der Milchproduktion, d.h als erfahrene Stillmutter könntest Du ca 3 Wochen vor Beginn Deiner "Mitstillzeit" starten, die Milchproduktion hochzufahren, falls Du zu dem Zeitpunkt noch mehr oder weniger auf Vollstillniveau stillst.

Allerdings teile ich spontan Friehers Ansicht, dass das "Milch-Management" vermutlich das weitaus geringere Problem sein dürfte als der ganze Rest, der mit diesem Joint Venture verbunden sein dürfte. ;-) Etwa: Identitätsfindung der jungen Mutter, notwendige Abgrenzung zu ihrer eigenen Mutter, Verteilung der Verantwortung und Kompetenzen... solche Sachen halt. Damit haben ja sowieso schon viele junge Mütter Schwierigkeiten. Dass Du nicht nur wie eine "normale Oma" das Baby sehr früh betreuen wirst, sondern es auch noch wie das eigene Kind stillst, könnte diese Schwierigkeiten verstärken.
Aber ich bin sicher, diese Gedanken habt Ihr Euch bestimmt schon reichlich selbst gemacht. ;-)
Davon abgesehen, dass es einzig Entscheidung der Mutter ist, was mit ihrem Kind betreuungstechnisch passieren soll: Ich glaube durchaus, dass es MÖGLICH ist, dass eine Planung wie die Eure gelingen kann. Dafür von Herzen meine besten Wünsche!

LG
Julia

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 13:41
von blueberry
Ui, spannend! :o :D

Hm, ich hab spontan ähnliche Gedanken gehabt wie meine Vorschreiberinnen - dass das durchaus für die junge Mutter problematisch sein kann...

Außerdem war mein erster Gedanke beim Lesen: Ach, prima, wenn sie eh grad ein föj macht und danach ein Wechsel an eine neue Bildungseinrichtung ansteht, dann kann sie doch prima ein halbes oder ein Jahr zuhause bleiben und danach direkt mit der neuen Schule weitermachen.

Ich weiß nicht so recht, was dagegen spricht (Du musst es uns hier auch nicht im Detail schreiben), dass Deine Tochter das erste Jahr, in dem man ja so viel und lange stillt (oder zumindest eben das erste halbe Jahr) doch zuhause bei ihrem Kind bliebe und Du DANACH die Betreuung übernämest - in einem Alter, in dem sich das Mitstillen ergeben könnte, aber vielleicht auch nicht (weil das Kind mit dem Stillen auf Mama wartet und tagsüber einfach Beikost zu sich nimmt)... ? Die junge Mutter kann vielleicht auch jetzt noch nicht so recht abschätzen, ob sie nach dem Mutterschutz wirklich gleich wieder wird auf Arbeit gehen wollen. Ich denke, solange es irgend finanziell zu machen ist, würde ich ein föj abbrechen und mit dem Kind - und sei es ein paar Monate mehr als der Mutterschutz - zuhause bleiben. Das Kind braucht dann ja in jedem Fall noch Betreuung - auch wenn Deine Tochter erstmal pausiert. Sie wird sicher gern auch in einem Jahr, in zwei Jahren, ... Deine Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie dann auf die Schule geht oder arbeiten muss. Kind bei Oma ist eine Traumlösung :D , finde ich, wenn man sich so gut versteht wie ihr (und für mich käme hinzu: und das Kind im "Betreuungsalter" ist... )

Die Auffassung, dass man bis zum Bildungsabschluss auf keinen Fall zwischendurch ein Jahr verlieren darf, halte ich für so nicht richtig. (Und das wisst Ihr ja auch schon, sonst hätte sie kein "überflüssiges" :wink: föj gemacht.)

Ich nehme an, dass Ihr Euch darüber natürlich alles schon Gedanken gemacht habt. Wollte nur sagen, dass das viel eher der Punkt wäre, an dem ich nochmal schauen würde, ob sich da wirklich nichts machen lässt für die übrigen vier Monate des ersten Lebenshalbjahres (bzw. 10 Monate des ersten Lebensjahres), die nach dem Mutterschutz kommen...

Euch alles Gute so oder so - und erzähl mal, wie es geklappt hat, falls Ihr Euch für das "Tandemstillen" der anderen Art für Deinen Enkel entschieden habt :mrgreen: 8) :D

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 14:11
von Aditi
hallo nachtfrau,
erstmal herzlichen glückwunsch :D
ich bin zwar keine stillberaterin, sondern "nur" eine familienberaterin :oops: , möchte mich aber gerne meinen vorrednerinnen anschließen. besonders blueberry hat es sehr schön in worte gefaßt, was ich auch empfinde.
deine tochter muß ja dann auch nachts für das kleine baby da sein, und da wäre es manchmal schon gut, wenn sie sich am tag mal ausruhen kann. bei einer vollzeittätigkeit ist das ja auch etwas schwierig :| . wenn am ende ihre gesundheit drunter leidet, hat sie ja auch nichts davon, daß sie so trapfer "durchgezogen" hat.
kann es vielleicht sein, daß ihr ein wenig befürchtet, daß ihr beiden mütter euch dann tagsüber auf die füße tretet in der wohnung? du brauchst das jetzt hier nicht zu beantworten, aber ich möchte zur sicherheit euch ermutigen, evtl finanzielle hilfen des jugendamtes in anspruch zu nehmen ! dort kann sie auch eigenen wohnraum, evtl gemeinsam mit dem vater des kindes (?) beantragen, sowie finanzielle unterstützung. es gibt auch die möglichkeit, stiftungsgelder zu beantragen für die erstaustattung.
ich würde versuchen, für den anfang ein bißchen den druck rauszunehmen. sie muß sich ja auch erstmal mit ihrer neuen rolle auseinandersetzen und sich neu finden. schule oder ausbildung laufen ihr ja nicht weg! ich möchte nur noch mal betonen, daß es für sie, da sie ja noch minderjährig ist, einfacher ist unterstützung /eigene wohnung (idealerweise vielleicht bei dir in der nähe?) etc zu bekommen als für 18jährige, weil das jugendamt und nicht das jobcenter für sie zuständig ist. ich finde es toll, daß du sie so umfassend unterstützen willst, und zu ihr stehst!!! das ist echt gold wert und wird ihr den start in den neuen lebensabschnitt sicher sehr erleichtern.

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 15:33
von Sakura
hi nachtfrau,

herzlichen glückwunsch der werdenen mutter und oma :D .

ansonsten hat blueberry meine gedanken beim lesen deines postes perfekt ausgedrückt. ich ganz persönlich denke, dass deine tochter auch das recht auf eine kuschelzeit mit ihrem kind hat? es ist "nur" ein FÖJ, und dafür soll sie die erste drehung ihres kindes verpassen? das erste lächeln? das erste greifen? das erste aufrichten in den vierfüßler?

klar, das mit dem stillen kriegst DU hin. aber weißt du denn schon, wie es bei deiner tochter mit dem stillen bzw. abpumpen klappt? ich kenne eine erfahrene hebamme und zweifache mutter, die NICHT abpumpen kann. da kommt nüscht. 20ml, wenn sie sich viel mühe gibt. und abpumpen können ist zwingende vorraussetzung für das gelingen eures planes. stillen ist doch sowas schönes, und sowas wertvolles. ich kann mir vorstellen, dass deine tochter es ebenso verdient, in ruhe (wie alle hier?) ein jahr auszusetzen, ihr kind zu stillen, eine feste mutter-kind-bindung aufzubauen (!!!!!!!), und dann wieder voll durchzustarten. und stillen ist sooooo viel kopfsache. ich kenne eine, die auch nur den mutterschutz ausgesetzt hat, und hinterher wieder voll gearbeitet hat. die hatte eine brustentzündung nach der anderen, und hat dann mit 4 wochen abgestillt. stress? kopfsache? wer weiß?

aber ich denke, die größeren probleme bei eurem plan lauern nicht beim stillen, sondern im bereich der persönlichen beziehungen und emotionen. was, wenn ihr kind dann auf einmal lieber bei dir sein will als bei ihr? was, wenn ihr kind dich irgendwann mit "mama" anspricht, aber weint, wenn die eigentliche mutter es auf den arm nehmen will? und: schwanger mit 16 (einen kindsvater muss es ja auch geben), da stecken doch noch ganz andere probleme dahinter. wäre es nicht ratsam, deine tochter hat zeit, sich neu zu sortieren und ihre rolle als mutter gut zu lernen, anstatt sie sofort wieder in die tretmühle des alltags zu schicken, mit einem berg ungelöster fragen und probleme im herzen? ohne eine sichere mutter-kind-bindung? ohne, dass sie zeit gehabt hätte, ihre rolle als mutter gut zu lernen und auszufüllen? ohne, dass sie zeit gehabt hätte, sich neu zu sortieren?

und wenn sie tagsüber voll ihre frau stehen soll, dann wird es für sie wohl extrem anstrengend, nachts zu stillen. die anstrengendsten nächte sind nun mal die im ersten jahr. wenn nichts zwingendes dagegen spricht, dann wäre es vielleicht ratsam, deiner tochter die brutale doppelbelastung von neugeborenem/säugling UND arbeit zu ersparen? und wenn das krümelchen dann ein halbes oder ein jahr bzw. 1,5 jahre bei schuljahresbeginn ist, dann wird sie immer noch (bzw. gerade dann wird sie) jemanden brauchen, der sie bei der kinderbetreuung unterstützt. also, ich persönlich würde mindestens das FÖJ knicken, um das erste halbe jahr bei meinem kind zu sein. wenn du das verpasst, das gibt dir keiner wieder.

und WENN es denn sein muss, dass deine tochter nur den mutterschutz aussetzt, wäre es dann eine option, dass du ihr das kind zum stillen auf arbeit bringst? z.b. alle drei stunden, also 2 mal pro arbeitstag? das wird dann ein stillen mehr oder weniger nach der uhr, was aber bei den von dir beschriebene umständen für die mutter-kind-bindung und die milchproduktion deiner tochter immer noch besser sein kann, als dass deine tochter tatsüber "nur" pumpt.

liebe grüße
Sakura

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 15:35
von Sakura
PS: wenn ihr das wirklich so durchzieht, und literweise abgepumpte milch übrig habt: in leipzig gibt es garantiert eine frauenmilch-sammelstelle. ich tippe auf die uni-klinik. willkommen im osten :-)

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 22:53
von Nachtfrau
danke für eure lieben gedanken und ratschläge! :D

natürlich machen wir uns auch ganz viele gedanken und reden sehr viel miteinander. die idee, das so zu machen, kam von meiner tochter. ich unterstütze sie dabei, ihren weg so zu gehen, wie sie es sich wünscht. ihr steht auch offen, sich jederzeit umzuentscheiden.
vielleicht ist das ganze etwas besser zu verstehen, wenn man um die dramen weiß, die sich hier wegen dieser schwangerschaft abgespielt haben. sie wollte das kind nicht behalten, es war aber schon so groß, dann wollte sie eine spätabtreibung mit psychologischem attest, es flossen viele tränen in dieser zeit, die nerven lagen blank, und wir hatten eine heftige emotionale achterbahnfahrt. eine entscheidung für ihr kind war für sie nur möglich, weil ich ihr in vielen langen gesprächen die sicherheit vermitteln konnte, dass ich alles mache was ich kann, um sie dabei zu unterstützen, dass sie auch ihr föj zuende machen und dann zur schule gehen kann, wenn sie das will. sie hatte so große angst davor, den anschluss zu verlieren und am ende mit nichts dazustehen.
und wenn sie das wirklich so durchziehen will, dann versuche ich alles, damit sie es machen kann, ohne ein schlechtes gewissen zu haben. dass ich das baby mitstille, war ihre idee. flasche kommt für sie überhaupt nicht in die tüte.

aber mal sehen, vielleicht kommt alles ganz anders. nachd em heutigen tag glaube ich nicht mehr daran, dass sie das föj zuende macht... aber das ist eine längere geschwichte. vielleicht ist es gut so. :) am ende kommt ja doch immer alles so, wie es soll.

danke nochmal, ihr lieben.

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 23:18
von blueberry
Achso, das ist natürlich nochmal was ganz anderes. Dann nähert Ihr Euch ja sozusagen von der ganz anderen Richtung dem von Dir oben geschilderten Wunsch-Betreuungsmodell als wir jetzt zunächst gedacht hatten.

Dann ist es ja eher ein ganz großer Schritt für Deine Tochter, dass SIE das Baby (überhaupt) stillen wird, nicht dass DU es (mit-)stillen wirst. Ich finde es unter den beschriebenen Umständen total prima, dass Ihr das Stillen ihres Babys doch wiederum so wichtig ist!

Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute! Und der jungen Mama vielleicht doch noch wachsende Freude am wachsenden Bauch - und vielleicht dann ja nach dem Mutterschutz doch Lust, zuhause zu bleiben beim Baby ... Und wenn nicht, bist Du ja da - und dann werdet Ihr das auch hinbekommen mit Eurem Still-Modell. Gebt Euch halt Zeit. Und zieht evtl. eben doch in Erwägung, das Baby in Stillpausen (die der Mama ja arbeitsrechtlich zustehen!) zur Mama auf Arbeit hinzubringen. Zumindest am Anfang, bis sich das Stillen wirklich richtig etabliert hat, und man dann zusätzliche Energie ins Pumpen-Lernen investieren kann. Das muss man ja auch erstmal lernen. Nach dem Mutterschutz ist man ja grade erst aus dem Spätwochenbett raus - da hat sich bei vielen ja gerade erst das Stillen so richtig eingependelt.

Nochmal: Alles Gute Euch! :)

Re: @Beraterinnen: Mir fällt kein geeigneter Titel ein...

Verfasst: 05.10.2011, 23:18
von Atlasnaja
Iiebe nachtfrau,

es kam in deinem letzten post schon raus. ich denke es ist gut, wenn auch die option föj und schule verschieben möglich ist, genauso wie es möglich sein sollte, gleich weiterzumachen nach dem mutterschutz. ich bin zwar weit von meinem 16.lebensjahr entfernt, aber ich habe immer gedacht, wenn das kind da ist, dann gehe ich nach 12 wochen wieder arbeiten (bin selbständig) und mein mann macht das kind und ich pumpe ab. wollte dann auch schnell wieder voll arbeiten, was bei mir 50h + die Woche sind. dann war mein erstes kind da und ich konnte mir das so gar nicht mehr vorstellen. jetzt habe ich mein 2. kind, gehe 2x die woche ins büro sonst mache ich homeoffice und kann mir nicht vorstellen, wie man nach den regulären 8 wochen wieder voll arbeiten soll. ehrlich gesagt ist es mir bei vielem so gegangen, dass ich mir dachte, das mache ich so und so und dann waren die kinder da und alles war ganz anders und ich konnte mir nicht vorstellen, es so zu machen, wie ich es geplant hatte.

es ist sicher gut, wenn deine tochter die panik hat, den anschluss zu verlieren, wenn sie die option hat, weitermachen zu können als wäre "nichts" passiert. (kenne auch "gestandene" frauen, denen nach 8 wochen daheim die decke auf den kopf fällt und die wieder voll arbeiten wollen) vor allem wenn sie auch die option hat, sich nochmal anders zu entscheiden, wenn ihr baby da ist.