Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

tonia1976
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Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von tonia1976 »

Also langsam reicht es mir. Mein Sohn ist 4 und heute dachte ich, es wird irgendwie oder manchmal unerträglich neben ihm im Bett zu liegen und warten bis er einschläft. Denn er schläft nur, wenn ich daneben liege. Heute war er total aufgedreht (hatten Besuch), ständig sich rum gewälzt, rumgewuselt, dann sollte ich ihn noch umarmen. Das konnte ich ich irgendwann nicht mehr, sonst hätte ich ihn wahrscheinlich erdrückt... So ein einschlafen macht langsam kein Spaß. Am liebsten wäre mir, wenn er selber in seinem Bett in seinem Zimmer einschlaft, kann von mir aus auch länger spielen. Aber wie kriege ich ihn dazu? Ein Stockbett haben wir gekauft. Er meinte nur, er schläft drin, wenn er in die Schule geht. Aber mir reicht es langsam jetzt schon. Als er heute lange nicht einschlafen wollte, bin ich wortlos raus aus dem Bett zu meinem Mann und mich bei ihm ausgekozt, was für ein "schreckliches, eckliges" Kind wir doch haben.

Manchmal muss ich mich vor meinen Großen schon irgendwie eckeln: Wenn er rumrennt und verschwizt am Kopf ist, seine Füsse stinken, in der Nase Puppel. Da möchte ich überhaupt keine körperliche Nähe zu ihm und muss die Zähne zusammen knirschen. Und er ist unglaublich laut, vorallem wenn Besuch (andere Jungs) da sind. Es ist mir oft viel zu laut. Wie geht es euch denn mit denn "wilden" Jungs? Eigentlich war er früher gar nicht wild. Irgendwie seit dem Kindergartenbeginn. oder liegt es an dem Alter?
Liebe Grüße

Antonina

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Lösche Benutzer 1828

Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich kenn das, wenn es abends so lange dauert. Das nervt, ja.
Aber eigentlich kenne ich es nur vom Großen. Der Kleine geht ins Bett, wenn er muede ist und schlaeft dann fast immer sehr schnell ein. Stillend oder beim Vorlesen.

Ich liebe ihn, seinen Geruch, wenn er einen nassgeschwitzen Kopf hat. Seine Kaesefuesschen stoeren mich genausowenig wie seine Popel. Er ist mein Kleiner, noch sehr koerperlich, stillt noch, schmust viel und ist gerne Auf dem Arm. Und er schlaeft bei uns im Bett.
Er ist aber auch sehr wild, sehr laut, hat einen so starken Bewegungsdrang, bruellt mich an, haut nach uns. Ja, es ist manchmal sehr anstrengend, aber wenn ihn anschaue, glaube ih manchmal vor Liebe zu platzen.
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Kate
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Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Kate »

Wie ist das seit der Kleine da ist? Ist das "Gerechtwerden" dem Großen gegenüber ein Thema in deinem Kopf?
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tonia1976
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Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von tonia1976 »

Da habe ich schon fast schlechtes Gewissen: Habe schon jetzt das Gefühl, dass ich den Kleinen mehr leibe. Aber er ist ja noch ein Baby. Bei ihm ist mir jeder Geruch ganz lieb.

Wieso ist es denn bei den Großen so? Ich denke mir manchmal, bei meinem ersten war ich unerfahren und er ist anders und weil ich auch anders war, schon als er ein Baby war.
Liebe Grüße

Antonina

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Kate
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Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Kate »

Hm, ist er womöglich "laut", fordert Körperkontakt und langes Einschlafkuscheln, um deine Aufmerksamkeit, deine Nähe zu bekommen, weil er merkt, dass du im Moment dem Baby zugewandter bist?

Habt ihr die Möglichkeit, alleine was zu unternehmen? Dass du dich ihm voll zuwenden kannst, ohne Verantwortung für's Baby zu haben. Irgendetwas, wo er auf seine Kosten kommt (Spielplatz, Zoo), du ihn nicht umarmen "musst", aber ihm Zeit schenken kannst?

Dann kannst du dich danach wieder um deinen Kleinen kümmern - ohne schlechtes Gewissen dem Großen gegenüber.

Verstehst du, was ich mein'?
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Seerose
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Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Seerose »

Vermutlich darf ich mich hier gar nicht zu Wort melden, denn ich vermute es ist so ein "Großes Kind / Kleines Kind"-Ding. Da kann ich nicht mitreden.. Aber ich schließe mich Sandküste an, meine Tochter wird in gut 2 Monaten 6 und ich liebe ihren Geruch, einfach alles von ihr. Sie könnte schwitzen, 100 Popel haben, ich könnte sie auch unter 1000 Kindern "erriechen" und ich liebe es. :lol:

Aber Babys duften anders, klar, und erst wenn man ein zweites Kind, ein Baby hat, wird einem dies wohl bewußt.

Aber möglicherweise ist es gar nicht der Geruch in erster Linie, sondern eben die Tatsache, daß es Dich unglaublich nervt wenn Du warten mußt bis Dein Sohn einschläft. Und da wiederum hab ich vollstes Verständnis, da ich so etwas gar nicht erst angefangen habe, da ich nie ungeduldig und genervt neben meinem Kind liegen wollte. Vor allem wollte ich nicht, daß sie sich daran gewöhnt. :oops: (Wir haben also erst ewig einschlafgestillt, was einfach perfekt war und später konnte sie entscheiden wann sie schlafen gehen wollte und somit schlief sie eben überall ein, wo sie eben gerade war.)

Vielleicht solltest Du beim Einschlafritual ansetzen und dies langsam ändern? Denn am Geruch kannst Du nichts ändern, und wenn Du gerade so empfindest dann ist das halt so. Der Übergang von daneben liegen bis er einschläft und im eigenen Zimmer spielen bis er müde ist und dann selbstständig ins Bett gehen, ist etwas krass. Aber er muß eben auch müde sein, wenn ein Kind nicht müde ist, dann können sich auch Einschlafrituale Stunden hinziehen.. :roll: Mag er es Bücher vorgelesen bekommen?

Und vielleicht war ihm heute auch alles etwas zu viel. Du schreibst ja, er sei total aufgedreht gewesen wegen Besuch und so. Da war's dann vermutlich schwierig runterzukommen.

Ich hab Dein Posting eben nochmal angeschaut und seh auch jetzt erst, daß Du geschrieben hast, daß er plötzlich sehr laut ist. Ich vermute, man vergleicht wohl automatisch mit dem kleinen Geschwisterchen, das ja noch ganz anders ist, weniger laut, wenn es nicht gerade schreit, so klein, so hilflos. Ja, ich glaube es ist beides, das Alter und auch der Kindergartenbeginn. Im KiGa ist's einfach lauter als zu Hause, es sei denn es ist einer dieser ruhigen Montessorikindergärten. :wink:

Keine große Hilfe, nein, ich weiß. :oops: Versuch einen langsamen Übergang zu schaffen zum alleine einschlafen. Gibt es eine Möglichkeit ihm das neue Bett irgendwie schmackhaft zu machen? Wenn er oben schlafen wird, vielleicht die Wand dort verschönern zusammen mit ihm? So ne Art Höhle bauen? Ich hab selbst auf diesem Gebiet keine Erfahrung - wir haben kein Hochbett - aber ich hab schon ganz tolle "Jungenbetten" gesehen, wo man sich auf Anhieb wohlfühlen konnte. Laß ihn irgendwie so sein eigenes Reich gestalten...
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Liebe Grüße,
Seerose
Lösche Benutzer 1828

Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Wenn das "neue Baby" da ist, kommen einem die bisherigen "Kleinen" so groß, so laut, so grob vor. Ja, das kenne ich auch noch.
Als nach der Geburt meiner Tocher meine (auch noch sehr groß gewachsener) Sohn ans Bett kam und seine RIESENhand auf den Babykopf legte, war ich erschrocken. Dabei hatte ich ihn noch kurz vor der Geburt gestillt und da kam er mir klein vor, so wie immer halt.....
Ich würde auch schauen, mir wirklich Zeit für den "Großen" zu nehmen, ihn auch wieder wahrzunehmen als das, was er ist: ein kleiner (!) Junger, der auch gerade seine neue Rolle in der Familie finden muss.
Dein Posting klingt gerade sehr genervt, sehr ablehnenden - und diese Stimmung spürt er natürlich. Das kann man gar nicht verbergen, Kinder merken das. Gefühle kann man natürlich nicht einfach ausstellen, aber daran arbeiten.
mama2008
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Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von mama2008 »

hut ab, ich hätte nicht den nerv meine wusel jeden abend einschlafzubegleiten.
und mich nervt es auch, dass er abends ganz oft fordert, bei uns direkt zu schlafen und nicht erst nachts dann zu uns zu kommen. derzeit versuchen wir auch jeden abend zu handeln, dass er erst mal in seinem zimmer schläft. manchmal klappts, meistens nicht 8)
tonia1976 hat geschrieben:Wie geht es euch denn mit denn "wilden" Jungs? Eigentlich war er früher gar nicht wild. Irgendwie seit dem Kindergartenbeginn. oder liegt es an dem Alter?
hm, ich hab derzeit auch einen wilden, der in wenigen monaten vier wird :lol:
er geht jetzt seit einem jahr in den kiga und so ausgeprägt wie derzeit seine "wilde zeit" ist, hab ich sie noch nicht an ihm erlebt. er hat mittlerweile ganz viele schimpfwörter, ist oft vorlaut, "frech", schreit, will immer das letzte wort haben, wird handgreiflich, will treten und schlagen, fährt fahrrad/laufrad wie ein wilder, keine pfütze ist zu tief, kein baum zu hoch. so könnt ich die liste fortsetzen und doch ist es auch mein kleiner, der sich an mich kuschelt, mir küsschen gibt und mir sagt, wie lieb er mich hat, der kleineren kinder oft hilft in dem er ihnen die brotdose aufmacht oder hilft die socken auszuziehen. mein kleiner, der trotz seiner wilden zeit ganz viel mama noch braucht und auch fordert *ganz verliebt bin* :)

mir hilft es wenn ich ihn ganz bewußt in seiner wilden phase wahrnehme und mir ganz bewußt zeit für ihn, für unternehmungen und gemeinsamkeiten nehme.
Lösche Benutzer 1828

Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

ich "schicke" den Kleinen erst ins Bett, wenn er wirklich müde ist - so lange danebenzuliegen, dazu habe ich auch keine Lust. Mal wird es halt dann spät - aber dafür schläft er rasch ein.
Ist er denn wirklich müde, wenn er ins Bett geht? Wir überlassen das dem Kleinen relativ allein - er geht schlafen, wenn er müde ist. Sagt das dann meist auch.
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Seerose
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Re: Wie kriegt man einen 4-jährigen aus dem Familienbett???

Beitrag von Seerose »

Sandküste hat geschrieben:ich "schicke" den Kleinen erst ins Bett, wenn er wirklich müde ist - so lange danebenzuliegen, dazu habe ich auch keine Lust. Mal wird es halt dann spät - aber dafür schläft er rasch ein.
Ist er denn wirklich müde, wenn er ins Bett geht? Wir überlassen das dem Kleinen relativ allein - er geht schlafen, wenn er müde ist. Sagt das dann meist auch.
Darauf bezogen sag ich jetzt mal so ganz klugscheißerisch, was ich von meiner Umgebung mitbekommen hab, werden die meisten Kinder wohl ins Bett geschickt, obwohl sie nicht müde sind. Dementsprechend genervt sind die Eltern wenn das Einschlafen Stunden dauert. Das Resultat ist das gleiche, wenn man die Kinder so lange aufläßt bis sie wirklich müde sind und dann sie sofort einschlafen, nur die Eltern sind letzten Endes weniger genervt. Und wenn man dann generell an der Einschlafzeit etwas ändern möchte, dann muß man versuchen den Rhythmus zu verschieben, also (noch) früher aufstehen, damit eben die Kinder auch wiederum früher müde sind.

Die Argumentation ist immer die gleiche und auch verständlich. Die Eltern möchten einen freien Abend, Freizeit für sich und deswegen sollen die Kinder auch dementsprechend früh einschlafen. Geht aber nur wenn sie müde sind. Ist so ein bißchen ein Teufelskreis.

Und dann würd ich einfach noch behaupten, daß Kinder, die nie unter Zwang ins Bett mußten, freiwillig ins Bett gehen wenn sie die Müdigkeit spüren. Die, die gezwungen wurden, verbinden irgendwann automatisch mit dem ins Bett gehen etwas Negatives und sind erstmal "grundsätzlich" nie müde. Nur so ne Behauptung.. :wink:
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Liebe Grüße,
Seerose
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