Frage zu Gordon - Varianten/ Details

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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giraffchen84
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Frage zu Gordon - Varianten/ Details

Beitrag von giraffchen84 »

Hallo alle :)

ich habe grade nochmal ganz genau das nächtiliche Abstillen nach Gordon durchgelesen, und stelle fest, das wir es ja auch genau so probiert hatten.
Für mich tauchen da jetzt nochmal einige Fragen auf.
Ich würde gerne die Zeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr, ganz genau, wie es bei den Rabeneltern zu finden ist (in den Text von Gordon) für meinen Schlaf haben.
Ausnahmsweise hat der Zwerg heute nacht nur 5 Mal gestillt und ich fühle mich fast ausgeschlafen :P Das bringt mich zu der Überzeugung, das mir die 7h
dicke reichen würden und ich danach auch wieder zur liebevollen Mutter werden könnte 8)

So, jetzt ist es aber so: Wenn ich dabei bin und ich NICHT sofort Stille, schreit sich der Zwergenmann in absolute Rage. Hatte ich ja neulich schon gejammert,
das er also bis kurz vorm Erbrechen brüllt.
Ist das, wenn ich das dann "durchziehe", nicht auch eine Art "Verlassenheit" oder "Vertrauensbruch"? Kann mich da mal jemand aufklären?
Und muss ich ihn eigentlich im Bett beruhigen? Da kämpft er dann solnage, bis er komplett wach ist, aufsteht und zu Papa rennt.... Oder könnte ich mich mit ihm auch auf den Gymnastikball setzen?

Und dann Folgendes: Wenn ich jetzt nicht verfügbar bin, sondern mein Mann geht hin und beruhigt ihn (was ihm besser gelingt als mir, haben wir jetzt festgestellt, auch wenn es dauert
wahrscheinlich, weil er keine Brüste hat *lach) ist das dann nicht für das Kind ein Vertrauensverlust in die Mutter? Weil diejenige, die es ja eigentlich haben will,
die Frau mit der Milchbar, die kommt nicht? Fühlt sich das Kind dann eher vom Papa nur getröstet oder auch von der Mama im Stich gelassen?

Fragen über Fragen....angenommen, ich würde einfach mal 3 Nächte auf dem Sofa schlafen und Papa beruhigt den Zwerg, ist das dann enttäuschend für den Kleinen, das ich nicht da bin?
Und wird er wohl, wenn ich wieder da bin, weiter am Stück schlafen oder die alte Gewohnheit wieder aufnehmen?

Und noch etwas: Der Kleine hat nachts immer ziehmlich Durst und trinkt vor dem Stillen schon gut und gerne noch einen Becher Wasser.
Ist das auch eher ne blöde Angewohnheit und kommt er die 7h mal ohne Wasser aus?

Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

liebe Grüße
Giraffe
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Mascha80
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Re: Frage zu Gordon - Varianten/ Details

Beitrag von Mascha80 »

Huhu! :D

Ich hab Dir ja in Deinem anderen Thread schon geantwortet. :wink: Also Deine Gedanken und Befürchtungen kenne ich nur zu gut!! Ich schreib Dir einfach mal, wie wir uns entschieden haben und was uns geholfen hat.

Wollte mich auch an Gordon halten - sieben Stunden am Stück erschienen mir bereits wie der Himmel auf Erden. Andererseits fand ich dieses "ab 23 Uhr" dann doch zu willkürlich... Woher soll Mini, wenn er wach wird, wissen, ob es erst 22 Uhr ist (und er folglich nochmal stillen "darf") oder schon 24 Uhr (und er darf nicht nochmal). Ich dachte mir, dass ihn das verwirren könnte und das die Sache nicht einfacher macht. Deshalb haben wir uns für die Variante des Einschlafstillens und danach gar nicht mehr Stillen bis zum Morgen (unsere "Grenze" war um fünf Uhr, hat sich jetzt von allein auf ca. sechs Uhr verschoben). Ich hatte auch Angst, ob er solange ohne Flüssigkeit aushält, deshalb hielt mein Mann immer ne Flasche Wasser bereit. In den ersten Nächten hat er missmutig mal kurz dran genuckelt, jetzt schon ewig gar nicht mehr. Ich denke, wenn Dein Sohn sich vor dem Einschlafen nochmal mit Wasser und Milch "satt" trinken kann, braucht er in der Nacht eigentlich nichts mehr - aber zum Anbieten was bereitzuhalten ist sicher gerade am Anfang nicht schlecht.

Verlassenheitsgefühl: Hab mir da auch viele Gedanken gemacht. Mir hat dann das Forum von Dr.Posth (Rund ums Baby) sehr geholfen. Er ist Tiefenpsychologe und echt gut und kompetent. Mein Fazit war: Sohni wird die ganze Zeit liebevoll begleitet. Er bekommt nicht die Brust, die er eigentlich möchte. Darüber darf er frustriert sein. Das ist sein gutes Recht. Aber in seinem Frust wird er immer begleitet - und zwar von einer seiner wichtigsten Bezugspersonen, dem Papa. Ja, der Papa ist nicht die Mama. Aber auch das kann ein Kind in dem Alter gut aushalten. Man muss es ihm nur zutrauen. Er ist inzwischen soweit, dass er nicht mehr vollends und unbedinbt auf seine Hauptbezugsperson angewiesen ist, sondern er hat bereits auch eine gute und tragfähige Bindung zum Papa aufgebaut. Sofern dieser auch bei Euch bereits gut einbezogen ist und er ihn auch tagsüber schon ganz gut akzeptieren kann?
Also: Dein Kleiner wird kein Trauma erleiden. Er wird sich nicht verlassen fühlen. Sein Bindungsbedürfnis wird befriedigt, die ganze Zeit über. "Mama kommt morgen früh wieder. Jetzt ist Papa für dich da. Alles ist gut." Das versteht der Kleine schon, da bin ich ziemlich sicher. KLar wird er ärgerlich und traurig sein, aber das schadet ihm nicht langfristig. Sein Vertrauen in dich, in Euch, wird nicht erschüttert. Eure Bindung ist inzwischen so sicher und stabil, dass sie nicht so leicht zu erschüttern ist. Dein Sohn wird sich einfach tierisch freuen, morgens die Mama wiederzusehen und sich an ihre Brust zu kuscheln. :wink: Und schon in wenigen Nächten sind Papa und Sohn zu einem guten Nacht-Team geworden, Du wirst sehen!
Das tut nicht nur Euch und Deinen Nächten gut, sondern auch der Papa-Sohn-Beziehung. Eine Win-win-Situation für alle. :wink: Ich z.B. bin nämlich inzwischen davon überzeugt, dass auch mein Sohn von den neuen, soviel ruhiger und "unabhängiger" verlaufenden stillfreien Nächten profitiert. Auch ihn hat dieses Gebundensein an die Brust bei jedem kleinen Aufwachen ziemlich genervt, davon bin ich inzwischen recht überzeugt. Und jetzt? Kuschelt er sich mal kurz an Papa, wenn er mal wach wird, und gut ist es. Viel ruhiger, harmonischer.

Wo ich allerdings ebenfalls zweifelnd bin, ist die Frage, ob es sinnvoll und gut ist, als Mutter dann wieder zurückzukehren an die Seite des Kindes. Ich habe es nicht wieder gewagt, da auch ich befürchte, dass er in meiner unmittelbaren Nähe nachts wieder auf Still-Ideen kommen könnte. :wink: Also bleibt Papa neben ihm und Mama nächtigt entweder im Nebenzimmer oder zumindest auf der entfernteren Bettseite. (Je nachdem, ob sie abends vor dem Schlafen noch in RUhe lesen will oder nicht. :wink: ) Morgens werde ich dann zum Frühstücksstillen "heranbeordert" und lege mich also zu Söhnchen ins Bett. Das gibt mir (zusammen mit dem Einschlafstillen) auch nicht das Gefühl, zuviel Nähe zu vermissen oder so.

Oh, das war jetzt ganz schön viel. Auf jeden Fall: Vertraut Euch! Und Eurem Sohn! Ich wünsch Euch echt, dass es gut klappt... Alles Liebe!

Mascha
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Re: Frage zu Gordon - Varianten/ Details

Beitrag von dezember2010 »

Oh, das ist ja interessant hier. Wir haben gerade das gleiche vor, hatte gestern ein thema dazu eröffnet(nächtliches abstillen, es muss jetzt sein).
Es gibt nur einen Unterschied, mein kleiner wird erst 9 Monate sein. Wenn wie beginnen.
Aber es muss nun sein, denn wir leiden alle dernaßen unter der schlagsituation.

Ich habe auch viel im Forum von dr posth gelesen und er sagt die Grenze liegt bei 8,9 Monaten. Aber jedes Kind ist natürl anders. Ich hoffe es klappt bei uns!
Mein Mann will dann nachts übernehmen. Er hat eine sehr gute Beziehung zu unserem Sohn, ist seit anfang an genauso mit eingebunden wie ich. Also hoff ich, dass es klappt.
Die verstehen sehr wenig,
die nur das verstehen,
was sich erklären lässt

_______________________________
mi amor por ti es total
Y es para siempre

*08.12.2010
giraffchen84
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Re: Frage zu Gordon - Varianten/ Details

Beitrag von giraffchen84 »

Hallo ihr beiden und vielen Dank mascha, für die lange Antwort!

Es ist bei uns so, das Papa und Sohn ein super Verhältnis haben und neulich ist es auch schon geglückt, das Papa den Zwerg beruhigt hat und ich nicht stillen musste.

Inzwischen ist es ziehmlich sinderbares passiert: Er brauchte vorgestern wieder mal eeeewig lange zum Einschlafen und ist erst gegen 11 Uhr eingeschlummert. Allerdings nicht an der Brust
(die habe ich ihm verweigert, weil er mich vorher beim Stillen gebissen hatte) sondern einfach so. Er lag zwischen mir und meinem Mann, wie haben uns leise unterhalten, sein rumturnen nicht groß beachtet,
er hat sich hingelegt und schwupp geschlafen. Und dann hat er DURCHGESCHLAFEN!!!! Von 23 Uhr bis 8 Uhr! Er hat ein oder zweimal kurz im Schlaf gemeckert, war halb wach, hat sich aber umgedreht und weitergeschlafen. Es war zwar nur eine Nacht, aber ich fühlte mich wie neugeboren ;)

Jetzt bin ich wieder ein bißchen irritiert - es scheint ja fast so, als läge es am Einschlafstillen und als sei an dem "Märchen": so weiterschlafen können, wie man eingeschlafen ist - tatsächlich was dran?

Nicht desto trotz werden wir, da er heute Nacht wieder den gewohnten Rythmus aufgenommen hat ;) Mal die Gordon Sache probieren. Wir werden allerdings noch 2 Wochen warten, da wir nächste Woche in Urlaub fahren und ich denke, das er am fremden Ort mich nachts nochmal vermehrt brauchen könnte.

Ich hatte eben einfach die große, große Angt vor einem Vertrauensverlust- aber da konntet ihr mich ja sehr beruhigen, vielen lieben Dank.

liebe Grüße
Giraffe
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