Unruhiges Kind an der Brust

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lelaine
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Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von Lelaine »

Hallo,

mein Sohn ist beim Stillen gelegentlich unruhig.
Wenn ich ihn anlege, dann passiert es manchmal, dass er hibbelig ist bzw. wird. Er saugt erst ganz ruhig und wird dann plötzlich unruhig. Seine Hände "fliegen" umher und i.d.R. haut er mit der einen Faust immer auf meinem Busen rum. Seine Trinkgeräusche werden immer lauter und hektischer. Er lässt dann mal die Brust los um sich gleich wieder wie ein hungriger Löwe draufzustürzen. Gelesen habe ich mal, dass Babys, die wirklich Hunger haben ruhig trinken.
Heisst das dann, dass er eigentlich keinen Hunger hat, ich dies aber denke und ihm deshalb die Brust anbiete und er (weil es bei ihm so angelegt ist) die Brust auch nicht verweigern wird.

Ich habe bis vor ein paar Tagen ausschließlich mit Stillhütchen gestillt, da ich Flachwarzen habe. Am Samstag hab ich sie dann einfach mal weggelassen und siehe da, es geht auch ohne. Ist hin und wieder ein wenig kompliziert die Warze rauszuholen, aber er schafft es doch irgendwie immer.
Was mich sehr glücklich macht. Obwohl mir die Stillhütchen gute Dienste erbracht haben, ist es tausend Mal schöner sie weglassen zu können.

Sowohl mit, als auch ohne Stillhütchen legt er dieses Verhalten an den Tag. Irgendwo habe ich mal gelesen (ich glaube in dem Buch "Warum Babys weinen"), dass ein Baby, wenn es gestillt wurde und nach weniger als 3 Stunden sich meldet, keinen Hunger haben kann. Es muß dann ein anderes Bedürfnis haben.
Woran genau erkenne ich, dass er wirklich Hunger hat und nicht einfach so trinkt, weil die Brust gerade vor seiner Nase "herumschwirrt"?
Ich fand das Buch sehr gut und wir benutzen seitdem den Schnuller nur in absoluten Ausnahmefällen und seit wir das umsetzen ist er viel zufriedener und entspannter geworden, aber diese Aussage hat mich sehr irritiert. Ich stille nach Bedarf und könnte meinem Kind die Brust nicht verweigern, nur weil die Zeit noch nicht um ist...auch wenn er sie manchmal einfach nur zum Trösten haben will.
Meine Hebamme sagte, dass Stillkinder niemals dick gefüttert werden können. In diesem besagten Buch steht aber das Gegenteil...was auch irgendwie logisch erscheint. Wenn er traurig ist und ich ihm meine Brust als Trost anbiete, dann suggeriere ich ihm doch, dass man isst, wenn man traurig ist, oder?

LG
sTanja
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von sTanja »

Na jetzt weiß ich doch mal welches Buch ich mir nicht kaufe :wink:
Es gibt Studien, die belegen, das Mumi vor Übergewicht schützt bzw das Risiko verringert, und wenn man versucht zu viel Milch ins Kind zu stecken kommt sie wieder raus. Warum er so unruhig ist weiß ich nicht, kenne das aber auch von uns, bei uns liegts oft an Blähungen.
Aber vorm Überfüttern und "Trost-Essen" solltest Du keine Angst haben, meiner Meinung nach.
Liebe Grüße
sTanja mit Nomadenkind (03/11) und Osterhasen (03/14) im Familienbett und zwei Sternchen im Herzen
Trageberaterin (ClauWi -GK 06/12 und MK 03/13)
Lelaine
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von Lelaine »

Danke für deine Antwort.
Ich hatte mir jetzt das Buch "Wie beruhige ich mein Baby" gekauft, gestern bekommen, durchgelesen und dort habe ich die Antwort gefunden. Es liegt wohl am Magen-Darm-Reflex.
Vorm Überfüttern und Trost-Essen hatt ich bis zu diesem Buch auch keine Angst. Hach, nun liest man so viel, überall steht was anderes, dass man letztendlich ganz verwirrt ist, denn man will ja nur das Beste.

LG
2-fachMama
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von 2-fachMama »

also mein Sohn hat das gesamte erste Jahr mindestens alle 2 Stunden, meistens aber jede halbe Stunde einen kleinen Busen-Snack zu sich genommen ;-) Er war ein sehr zufriedenes Baby, obwohl er sehr aktiv war.
er war übrigens auch nicht fett, heute ist er 2 Jahre alt und ganz normalgewichtig. Es gibt einfach Kinder, die sehr mit sich selbst im reinen sind und sich gut selbst beruhigen können. Meistens sind es die viel-Entdecker, die häufig eine Auszeit an der Brust brauchen und viel Körpernähe. Mein Sohn hat auch so mit 3 Monaten angefangen sich viel ablenken zu lassen und nur kurz zu trinken. Auch darf man auch nicht außer Acht lassen, dass die Kinder wie wir Erwachsene im Sommer viel trinken wollen. Ich weiß jetzt icht wie alt dein Baby ist, aber gerade ganz Kleine wollen quasi pausenlos an der Brust trinken. Das ist genauso normal wie Kinder, die sich nur alle 3 Stunden zu Wort melden. Falls du das Gefühl hast, dein Kind erwischt nicht genug Milch (übermäßiges Schmatzen liegt oft an der Saugtechnik) würde ich mal eine Stillberaterin draufschauen lassen. Auf der Homepage der La Leche Liga findest du die Telefonnummern von Stillberaterinnen in deiner Nähe, die Beratung ist kostenlos und oft besser als die der Kliniken. Das Buch würde ich mal gleich in die Tonne treten, soviel Quatsch auf einmal geht garnicht ;-)
Mama mit Mausi (* Jan 05) und Wurschtl (* Jun 09)
2-fachMama
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von 2-fachMama »

edit: wenn du wirklich Antworten auf deine "Still-Probleme" möchtest, kauf dir entweder " Das Handbuch für die stillende Mutter" das ist wirklich sehr hilfreich und weiß eigentlich zu allem eine Antwort oder "Das Stillbuch" von der Hannah Lothrop. Ich hatte beide zu Hause und sie waren Gold wert.
Mama mit Mausi (* Jan 05) und Wurschtl (* Jun 09)
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von spacerabbit »

Unsere Kleine ist auch öfters beim Stillen unruhig an der Brust, öfters steckt dann mal ein Pups quer, manchmal ist es aber auch einfach so. Beim Großen war´s früher auch so. Da meine Kleine immer mehr entdeckt und um sich schaut, lässt sie sich um so mehr an der Brust ablenken, da gibt´s dann halt immer kleine Snacks. Lass Dich nicht verunsichern durch Angaben wie, das Baby sollte nur alle drei Stunden triken, oder diesen neue Milch auf alte Milch - Spruch. Wie isses denn bei uns? Wir haben doch auch an manchen Tagen jede halbe Stunde mordsmäßig Appetit oder Durst, und dann gibt´s Tage, an denen wir stundenlang auch mal nix essen. Das Beste ist glaub ich immer, nach dem Bauchgefühl zu gehen.
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von mattis11 »

Vielleicht sprudelt deine Milch am Anfang so schnell, dass er unruhig ist? So ists nämlich bei uns, nach ner MInute wird er dann ruhig und genießt.
Ich würd mich auch nicht von irgendwelchen Büchern verunsichern lassen. Babys brauchen die Brust auch als Kuschelfaktor. Meiner kommt auch, grad jetzt, wenn er krabbelt, öfter, da er so viel neues zu entdevken hat und ihn das verunsichert. Da braucht er schon mal Mamas Brust, um sich auszuruhen. Das ist ganz normal. Ich kann dir auch nur dieo.g. Stillbücher empfehlen, wenn du was lesen willst bzgl. des Stillens.
Widdermama mit Zwergin (2007), Zwerg (2011) und Minizwergin (2016)
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Lisandra
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Re: Unruhiges Kind an der Brust

Beitrag von Lisandra »

Mein Sohn ist ebenfalls sehr unruhig an der Brust. Schon als Baby dockte er an, nach 30 Sekunden dockte er ab, bog sich durch, drehte den Kopf weg, schnappte dann wieder zu und so ging es die ganze Zeit. Ich habe ihn manchmal regelrecht an die Brust "gezwungen", ihn immer wieder in Position gebracht, sonst hätte er mit seinen 30 Sekunden nicht genug bekommen meiner Meinung nach. Trotz dieses Trinkverhaltens hat er sehr gut zugenommen, er liegt im oberen Bereich seiner Kurve, ist aber nicht zu dick.

Diese Unruhe liegt in seinem Wesen, er ist sehr umtriebig ständig in Bewegung, tut und macht. Er ist jetzt über ein Jahr alt und stillt immer noch. Es ist - wie schon als Neugeborenes - eine Katastrophe. Er kommt und zupft an meinem T-Shirt. Er dockt an, dann nach 20 Sekunden ab, zieht dabei die Brust 5 cm mit, dann geht er spielen. Dann will er wieder. Hin und wieder werde ich gebissen, die Brust wird in die Länge gezogen oder komisch eingesaugt. Oft sitze ich da mit angehaltenem Atem. Schon als Baby und jetzt immer noch stürzt er sich wie ein ausgehungerter Löwe auf die Brust, dass mir Angst und bange wird.

Wenn es mein erstes Kind wäre, hätte ich ihn wohl schon längst abgestillt. Mein erstes Kind war übrigens das totale Gegenteil. Es entspannte sich an der Brust, nuckelte eine halbe Stunde vor sich hin, schlief an der Brust ein.

Deshalb mein Rat: halte durch. Dein Kind ist einfach wild.
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