meine Tochter Flo ist jetzt 12 Wochen alt und seit etwa vier Wochen stille ich mit dem BES. Wieso weshalb warum? Lange Geschichte:
Angefangen hat es mit einem schlechten Start im KH - hoher Blutverlust bei der Geburt (nach Einleitung 12 Tage nach dem ET), schon nach 1 1/2 Stunden wurde mein Baby ohne mich auf die Neugeborenenstation zur Untersuchung gebracht, die einzige Stillberaterin war im Urlaub, eine kompetente Krankenschwester nicht vorhanden, stattdessen bin ich "beruhigt" worden obwohl mein Gefühl mir da schon gesagt hat, dass etwas nicht stimmt. Die Krönung war dann die totale Verunsicherung durch die Kinderärztin bei der U2 im KH.
Mein Baby hatte bei der Geburt eine Menge Fruchtwasser geschluckt, welches sie dann im Laufe des ersten Tages und der Nacht wieder erbrochen hat. Das erste Anlegen im Kreißsaal klappte schon nicht so gut, und später hat Flo dann fast nur genuckelt, nicht richtig gesaugt jedenfalls, und ist dann dauernd eingeschlafen. Hilfe hab ich obwohl ich mehrfach danach gefragt habe, nicht bekommen. Es war so heiß und ich hatte Sorge, dass mein Baby nicht genug Flüssigkeit bekommt. Eine Krankenschwester hat vielleicht mal 2 Minuten zugeguckt beim Stillen und dann gesagt: Sieht doch ganz gut aus, machen Sie sich mal keine Sorgen, das wird schon, wenn erstmal die Milch einschießt. Aber nichts wurde... Flo hat dann mehr als 10 % abgenommen (Geburtsgewicht 3930 g, runter auf 3465 g am dritten Tag nach der Geburt), die ganze Zeit hat keiner auch nur einen Ton gesagt oder vielleicht mal darauf hingewiesen, dass die Gewichtsabnahme langsam kritisch wird, erst am Entlassungstag hieß es dann plötzlich: Entlassung geht nicht, wir müssen jetzt zufüttern, hier haben Sie mal ne Milchpumpe, bitte jeweils vor- und nach dem Stillen wiegen. Bei der U2 hieß es dann, dass unsere Tochter schlapp sei und bereits Austrocknungsanzeichen zeige.
Wir sind dann aber nach telefonischer Rücksprache mit meiner Nachsorgehebamme auf eigenes Risiko doch gegangen, die Betreuung durch sie konnte nur besser sein als im KH. Außerdem hat ein befreundeter Kinderarzt unsere Tochter noch am gleichen Tag untersucht, zum Glück gab es keinerlei Anzeichen von Austrocknung, und unser Baby war wach und fit. Aber auch mit der wirklich professionellen und sehr einfühlsamen Hilfe von Hebi und Kinderarzt wurde es auch zu Hause erst einmal nicht besser: Flo nahm weiter ab, bis auf 3370 g, und da war dann auch für meine stillfreundliche (und auch erfahrene) Hebi klar, dass wir zufüttern müssen. Ich hatte ziemliche Angst und hab mir solche Sorgen gemacht... Nasse Windeln hatte Flo übrigens, aber in den ersten Tagen 0 Stuhlgang. Angefangen haben wir beim Zufüttern mit ganz kleinen Mengen, aber dann wurde es immer mehr. Wenn man einmal in dieser Abwärtsspirale drin ist... Jedenfalls hab ich nicht genug Milch und füttere daher Pre zu. Am Anfang war das mit der Calma-Flasche von Medela kein Problem, zum Glück gab es auch keine Saugverwirrung, aber auch da kommt eben sofort Milch raus, wenn man saugt. Jedenfalls hatte ich Angst, dass sie nur noch die Flasche nimmt und stille daher jetzt mit dem BES, was eigentlich ganz gut klappt.
Zur Milchsteigerung haben wir so ziemlich alles probiert: in den ersten Wochen Kind spätestens alle 2 Stunden, nachts alle 3 Stunden wecken zum Stillen (war das eine Qual, zum Glück hat mein Mann das immer ganz toll und mit so viel Liebe und Ausdauer gemacht - Baby ausziehen, wickeln, anziehen, Haare bürsten, mit dem Waschlappen abtupfen, Hände und Füße massieren, nachts um drei Ukulele spielen und dabei laut singen), Dauerstillen,Wechselstillen, Homöopathische Globuli für mich, fürs Baby, Bockshornkleesamen, Mandeln und Nüsse in allen Variationen, Malzkaffee und -bier, Weizenbier, reichliches und gutes Essen (mein Mann kann Hühnersuppe inzwischen im Schlaf kochen und ich hab zu- statt abgenommen), 3 Tassen Stilltee tgl., 3-5 x pumpen mit der Medela Symphony zur Anregung der Milchbildung (maximal kommen so 5 bis 10 ml), Stillöl, Brustmassage, Körnerkissen vor dem Stillen auflegen usw. - wir haben das ganze Programm durch. Meine Schilddrüsenwerte sind auch ok, daran kann es also nicht liegen. Zum Glück nimmt Flo wenigstens zu, im Schnitt waren es jetzt knapp 150 g pro Woche seit dem niedrigsten Gewicht (haben vor einigen Tagen die 5000-Gramm-Marke geknackt
Offensichtlich bin ich nicht alleine, wenn ich so durch das Forum stöbere. Ich habe Unterstützung von meiner Hebamme, die auf Rezept noch zwei mal wöchentlich zu mir nach Hause kommt, außerdem besuche ich verschiedene Stillgruppen hier in der Umgebung. Eine Stillberaterin, die im Umgang mit dem BES (zur Steigerung der Milchmenge) erfahren ist, habe ich bislang aber noch nicht gefunden. Hat jemand von Euch einen Tipp für mich? Es kann ruhig eine professionelle Laktationsberaterin sein, toll wäre auch, wenn sie Hausbesuche machen würde. Außerdem fänd ich es schön, auf diesem Weg andere Mütter kennen zu lernen, die in einer ähnlichen Situation stecken - zum Erfahrungen austauschen und gegenseitig Mut machen... In den ersten vier Wochen war es so anstrengend, dass ich kaum dazu gekommen bin, mein Baby zu genießen. Mit dem BES geht das schon viel besser, für mich und insbesondere für meine Psyche ist das 1000x besser als mit der Flasche nachzufüttern und ständig Angst haben zu müssen, dass sie danach meine Brust ablehnt...
Seit zwölf Wochen beschäftigt mich nichts so sehr wie das Thema Stillen. Auch wenn ich das BES nicht komplett loswerde, aufhören möchte ich auf gar keinen Fall mit dem Stillen.
Ups, ist ganz schön lang geworden, aber es tut gut,sich das alles mal von der Seele zu schreiben.
Euch allen noch einen schönen Sonntagabend.
Viele Grüße
Fleur mit Flo



- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...