Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sherlockline
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Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau...

Beitrag von Sherlockline »

Hallo erstmal, bin ganz neu hier und wühl mich grad durchs Forum (kann ja noch etwas dauern :D )
Da Mäuschen gerade eingeschlafen ist, ist das jetzt mein erster Beitrag hier:

Ich erzähl einfach mal über die letzten 8 Wochen und vielleicht habt ihr ja ein paar gute Tipps für mich was ich ändern kann oder an was ich noch nicht gedacht habe. Schonmal vielen Dank fürs Lesen und Gedanken machen, freue mich über jede Antwort ggf. Kritik ist auch ok.

So nun zu uns: Meine (naja Unsere ;) ) kleine Maus wurde am 14.5. zuhause bei uns geboren, weil ich mir das so gewünscht hatte. Die Geburt lief auch recht problemlos und sie war von Anfang an gesund und munter. Leider hat die Kommunikation zwischen Hebamme und Geburtshelfern (meine Mutter und mein Freund) und danach dann auch im Wochenbett mit mir nicht so schön geklappt. Hatte auch nicht so die Auswahl an Hausgeburt-Hebammen und hab dann eher nach Erfahrung und freiem Termin gewählt statt nach Bauchgefühl. Es ging also schon direkt nach der Geburt los bzgl. Stillen (bin eher ein Bauchmensch in solchen Dingen und denk da nicht so viel drüber nach, die meisten neuen Mütter neigen ja zum Gegenteil, wobei ich beides als nicht so optimal einstufen würde), Kind an die Brust und gut is, die weiß schon was sie tun muss. Also bin ich davon ausgegangen die ganze Sache ist wirklich so einfach, wenn da nicht mehr kommt. Hatte auch alles was ich bis dahin in den normalen Babyratgebern und co. gelesen hatte zu dem Thema total vergessen. So saß ich also da und hab die Kleine mal machen lassen. Hat sich leider nicht so toll angefühlt, aber mir wurde da und in den folgenden Tagen immer wieder gesagt, dass muss weh tun, ist ganz normal, die Brustwarzen sind das ja nicht gewohnt etc. So ging das bei jedem Besuch wieder (hab mir immer gedacht wieso kommt die den weiten Weg für kurz in die Windel gucken, ggf. wiegen, Nabel drüberschauen und vielleicht noch mal meine Naht kontrollieren). Auf Nachfrage wie es geht hab ich immer mit gut geantwortet (mir wurde ja mitgeteilt dass Schmerzen ganz normal sind) aber trotzdem immer meine Probleme mit den Brustwarzen angeführt. 23 Stunden am Tag war ich dann auf mich gestellt. Jedes Anlegen war gleichzeitig eine Herausforderung für mein Schmerzempfinden (da man aber noch an die Geburt denkt, ist das bissel Aua ja gar nix und man stellt sich ja nur so an). Statt besser ist es schlimmer geworden, bis ich schon mit Grauen auf das nächste Aufwachen inkl. im Hab-Hunger-Geschrei gelauert habe. Da ich nie eine Anlegetechnik gelernt hatte, hab ich einfach gemacht wie es grad ging und mich auf meine Kleine verlassen. So hab ich dann auch schnell wunde Brustwarzen bekommen und sie bestimmt auch oft nur an der Warze nuckeln lassen, tut ja eh alles weh, den Unterschied hab ich nicht mehr gemerkt, außerdem ist es nach kurzer Zeit beim Stillen besser geworden bzw. man hat sich an den Schmerz gewöhnt. Das Ganze ist dann eines Abends eskaliert und ich war wütend, traurig, ermüdet und genervt. Meine Maus schreiend vor Hunger in meinen Armen und ich konnte nicht mehr.

Mein Freund hat sich die ganze Zeit liebevoll um uns gekümmert und teilweise nächtelang gelesen und nach Infos zum Stillen geforscht und mir mitgeteilt. Unter anderem eine genaue Anleitung fürs Anlegen inkl. Stuhl, Stillkissen und Fussballhaltung und wie das Kind die BW greifen muss. Haben wir dann die halbe Nacht geübt und ich war froh, dass es sich zumindest ein klein wenig besser anfühlte. Perfekt war es aber immer noch nicht. Am nächsten Abend war ich dann soweit und hab rumtelefoniert und mich bei einer Stillberaterin ausgeheult (wusste zu dem Zeitpunkt nicht das es sowas gibt, hab nur panisch nach einer Lösung und Hilfe gesucht), die hat mir dann eine gute Hebamme empfohlen, die mir dann gleich am nächsten Mittag geholfen hat, sich Brustwarzen angeschaut hat, außerdem einfühlsam mich überredet hat meine Kleine anzulegen. Abends haben wir dann Fertignahrung gegeben und am nächsten Morgen hab ich aus Verzweiflung mit der Hand ausgestrichen nach ner Internetanleitung. Hat zum Glück recht gut funktioniert und die Brust hat sich endlich wieder besser angefühlt. Die Tage vorher hab ich sämtliche Apotheken belästigt mich über Pumpen informiert (mit der Handpumpe kam ich nicht zurecht bzw. ist mir zu anstrengend da unhandlich) und sämtliche Hilfsmittel ausprobiert. Von Heilwolle über Lanolin und Multi-Mam Kompressen sowie ne Olivenöl-Kakaobutter-Creme von der 1. Hebamme und Quarkwickel, Kühlpads und Wärme hab ich alles ausprobiert. Hatte auch Brusthütchen, aber die falsche Größe von der Apotheke. Die Hebamme hatte mir dann nach einiger Zeit um mir entspannen zu helfen auch welche mitgebracht und damit bin ich dann gut klar gekommen.

Einen richtig schönen Milchstau inkl. Kopfschmerzen und co. sowie etwas Fieber habe ich nämlich kurz zuvor gehabt. Dank Hebamme ging der aber nach 2 Tagen wieder weg. Ich denke die Ursache ist einfach, dass ich durch die ständigen Misserfolge weil es ja eh weh tut und ich das Stillen so extrem wichtig finde, dadurch natürlich noch mehr Druck aufbaue (muss ja unbedingt klappen) und mich dann selbst blockiere. Außerdem lerne ich erst jetzt langsam auch mal in der Öffentlichkeit zu stillen, war natürlich auch nicht einfach und ich hab bisher meist auf Fläschchen zurückgegriffen um das abzufedern oder bin mit der Kleinen auf ne Toilette und hab sie dort angelegt. Was echt nicht schön ist, sich auf ner nicht so schönen Toilette verstecken zu müssen. Viele sind ja nicht gerade schön und sauber.

Mittlerweile hat es ganz gut geklappt mit dem Stillen, aber so richtig schön und schmerzfrei war es bis heute selten bis gar nicht. Ich bin froh, wenn nach kurzer Zeit, wenn sie trinkt das Gefühl von Schmerz weggeht, auch wenn es nicht wirklich sehr weh tut ist es doch nicht gerade angenehm und das find ich so schade. Wenn ich dann hier die Berichte lese, werde ich ziemlich traurig, weil ich das Gefühl habe, sowas nie erleben zu werden. Ich werde definitiv nicht aufhören zu stillen, aber ich habe Angst, dass ich so viel zu früh damit aufhören werde. Eigentlich würde ich das nämlich gern meine Kleine entscheiden lassen, also von mir aus auch erst mit 2, 3 oder 4 Jahren, wenn das bei uns möglich ist und sie möchte.

Ich habe dann immer wieder versucht ohne Hütchen zu stillen, was auch meist gut geklappt hat. Je nach Tagesfassung von mir oder wie zappelig sie war, hab ich mal öfter mal gar nicht ohne Brusthütchen gestillt. Leider bin ich noch nicht so gut in der Technik, dass es immer gut klappt und so habe ich schnell wieder wunde Brustwarzen gehabt. Gerade mit Hütchen muss ich auch aufpassen lernen, da sie das teilweise richtig rein und rausschiebt, was natürlich auch wieder reibt. Nachts kommen wir damit aber besser klar. Ich leg sie seitlich mit meiner Bettdecke gestützt ganz eng an mich und drück meine Brust dagegen, damit sie nicht rausschieben kann. Klappt meist recht gut auch wenn ich schnell wieder einschlafe. Die letzen 2 Tage war es aber wieder so schlimm, dass ich links komplett abgepumpt habe und sie erstmal nur rechts trinken hab lassen. Dachte ich kann vielleicht so nen guten Vorrat anlegen, damit der Papa sich auch mal kümmern kann (macht er nämlich gern und fühlt sich dadurch nicht so hilflos) und wir können die böse Flaschennahrung, grad in den Abendstunden wo sie immer Hunger hat (teilweise geht das von 18-2 Uhr morgens) was für meine Brustwarzen nicht gerade förderlich ist, verbannen. Da ich gestern Geburtstag hatte und wir einen schönen langen Ausflug gemacht haben, hab ich meine gute Laune gleich mal genutzt und bin jetzt seit gestern auch unterwegs am Stillen ohne mich zu verstecken. Abends ging es diesmal auch in größeren Abständen (also nicht mehr stündlich und weniger) und nur an der Brust ganz ohne Flasche.

Ich finde das Gefühl schrecklich sich schlecht zu fühlen, nur weil das eigene Kind Hunger hat. Dadurch fühlt man sich dann gleich noch schlechter. Ich hab auch große Angst, dass sie durch die 3 Techniken also stillen mit und ohne Hütchen und dann noch meist 1-2 Mal am Tag ne kleine Flasche (60 - 100 ml) oft abgepumpt sonst Milchpulver dann auch noch Probleme bekommt und irgendwas verweigert davon oder das sie dadurch keine gute Technik beim Stillen lernt und ich dadurch nie ganz ohne Schmerzen stillen kann, denn das wäre so schade und traurig.

Sorry, ist doch etwas lang geworden. Hoffe man kommt beim Lesen überhaupt noch mit.
Liebe Grüße von Mellie
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Latascha
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von Latascha »

Hallo und erst einmal herzlich Willkommen :D
Eure Geschichte erinnert mich so sehr an unsere, wenn sie auch anders war.
Ich erzähl jetzt einfach mal ein wenig von uns, vielleicht hilft dir das ja schon ein Stück weiter?! Ich hatte eine Klinikgeburt, und hab sie noch im Kreißsaal das erste Mal angelegt mit Hilfe der Hebamme. In den ersten 24 Stunden haben mir vier verschiedene Hebammen, Kinderkrankenschwesern und Co. mindestens zehn Dinge zum Stillen gesagt, wie man richtig anlegt, was man dabei falsch machen kann und sich gegenseitig mehr widersprochen, als das ich hinterher gewusst hätte WIE das denn nun sein muss mit dem Stillen. Klar, Ratgeber, Plakate im Stillzimmer, Infobroschüren, überall war es gezeigt, aber doch hat es mir nicht so ganz weiter geholfen.
Wunde Brustwarzen hatte ich fast sofort. So wirklich helfen konnte mir keiner. Naja am zweiten Tag nach der Entbindung hieß es dann, dass ich zu wenig Milch hätte, die Kleine zu viel an Gewicht verloren hätte und ich unbedingt zufüttern müsse. Mir war das Stillen zwar enorm wichtig, aber hauptsache meine Kleine wurde satt. Schlecht gefühlt hab ich mich dabei trotzdem irgendwie.
Naja so ging es los, dass ich alle drei-vier Stunden abgepumpt habe, nebenher dauernd ein Fläschchen für die Maus zubereitet gemacht hab und irgendwie kamen wir beide überhaupt nicht zur Ruhe. Vier Tage nach der Entbindung durften wir heim, obwohl die Kinderärztin nicht so begeistert war, weil das Gewicht immer noch unterhalb des Geburtsgewichte lag. Abends kam dann die Hebamme, eine elektrische Milchpumpe aus der Apotheke hatten wir inzwischen auch schon besorgt.
Sie meinte ich soll erst einmal alegen, denn sonst geht die Kleine irgendwann gar nicht mehr an die Brust. Gesagt, getan, und natürlich direkt wieder mit Schmerzen. Die Nacht über gab es dann Fläschchen und ich hab wohl das erste mal wieder mehr als eine Stunde am Stück geschlafen. Am nächsten Morgen war ich dann wieder etwas positiver gestimmt und hab das Milchpulver in die hinterste Ecke unseres Küchenschrankes verbannt und mir gesagt, nein, wir probieren es jetzt ohne!
Ich hab angelegt, angelegt, angelegt und die Zähne zusammen gebissen. Langsam hat sich die Maus dann auch wieder an das Saugen an der Brust gewöhnt und es ging vorwärts. Mit dem Abpumpen kam ich zu Hause überhaupt nicht zurecht und hab es dann auch sein lassen. Die Milchmenge hat sich dann auch schnell erhöht, zumindest konnte ich sicher sein, dass mein Kind satt wurde.
Ich hab auch eine Zeit gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt hatte in der Öffentlichkeit zu stillen, ich denke das ist absolut normal. Anfangs hab ich dann immer versucht meine Termine so zu legen, dass ich zu Hause war, bevor die Kleine das nächste Mal hunger hatte. Nach Wochen hat das Stillen gut geklappt, sie hat zugenommen es war ok, doch die wunden Brustwarzen sind bei mir geblieben. Ich hab pausenlos geschmiert und gemacht und es wurde und wurde nicht besser.
Als sie 10 Wochen alt war hatte ich immer noch wunde Brustwarzen und ich hab mich wirklich gefragt, ob es denn jemals überhaupt nur ein bisschen besser wird bei mir, oder ob ich einfach immer noch irgendwas falsch mache und es deswegen nicht so recht klappt?!
Wie es letztendlich dann besser geworden ist kann ich gar nicht so genau sagen. Es war ein ganz interessantes Erlebnis. Wir waren zur Weihnachtszeit auf einer Feier, wo auch eine andere Mutter mit ihrem Sohn war, die ebenfalls stillte. Sie hat mich gefragt, ob bei mir das Stillen auch so problemlos klappt wie bei ihr. Ich wollte schon sagen "ja, bis auf meine wunden Brustwarzen läuft es prima." doch irgendwie hab ich dann gezögert und gesagt "ja, bei uns läuft auch alles prima." In dem Moment hab ich irgendwie beschlossen, dass ich keine wunden Brustwarzen mehr habe. Daraufhin wurde es dann nach einigen Tagen auch wirklich besser und ich konnte das pausenlose Cremen und Schmieren langsam reduzieren und schließlich ganz aufgeben.
Ich möchte dir Mut machen, denn es kann auch lange dauern, bis die Stillbeziehung eine wirklich ausschließlich schöne Erfahrung ist.

Darf ich fragen, wieso du noch mit der Flasche fütterst? Hast du zu wenig Milch, oder ist es um deine Brustwarzen nicht ganz so häufig zu belasten?
Vielleicht wäre es nochmal gut, wenn du dir eine Stillberaterin ins Haus holst, die sich das anschaut? Ich kann mir schon vorstellen, dass so viele unterschiedliche Saugtechniken ein wenig zu Verwirrung führen und das sich dies insgesamt negativ auf deine Brustwarzen auswirkt. Oder du gehdt mal in ein Stillcafé oder ähnliches um dich auszutauschen? (weiß jetzt nicht aus welcher Ecke du genau herkommst)
Liebe Grüße
Latascha
mit Munchkin (09/10) und Monkey (09/13)

ClauWi Trageberaterin
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greenie bird
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von greenie bird »

Hallo!

Erstmal toll, dass Du so lang dahinter bist.
Manches verstehe ich aber nicht- an dem Abend als die Stillberaterin zu Euch kam, habt ihr das erste Mal Pulverneahrung gegeben und mit Stillhütchen angefangen? Klingt jetzt recht 'unkonventionell'. Und auch das abpumpen auf einmal, worin lag da der Sinn? Ich verstehe die Schmerzen, denn ich hatte auch blutige BW, weil mir keine der KH Hebammen gezeigt hat richtig anzulegen und ich hatte genauso Angst, wenn ich die Flasche gebe, dass sie nicht mehr an die Brust will. Da frag ich mich soch warum ihr das so oft macht? Wenn das Kind dann richtig angelegt ist, sollten die Schmerzen auch ohne Flasche und Hütchen nach einer Woche besser sein und trotz voll Stillens heilen- sonst liegt vielleicht noch ein anderes Problem vor.
Vor allem würde ich nicht die abgepumpte Milch per Flasche füttern 'nur' damit Dein Mann sich besser fühlt. Außer Du bist wirklich außer Haus- wenn Du daneben sitzt ist das nicht sehr förderlich.
Leider kann es eben wirklich passieren, wenn ihr das so häufig macht, dass sie die Brust als letztes akzeptieren wird- vor allem nachts ist die beste Zeit um auf alle Hilfmittel- speziell Stillhütchen zu verzichten, da im Halbschlaf noch eher möglich ist zu 'tricksen' so bald sie sich bewusst dafür entscheidet.
Das einzige Mittel um einer SAugverwirrung entgegen zu wirken ist auf alles künstliche zu verzichten.
Wenn Du Dir Sorgen wegen der Milchmenge machst, so steigert man die leider auch nur am besten mit Anlegen und am Anfang ist es am einfachsten den 'Rückstand' aufzuholen, denn stell Dir vor es kommt der nächste Schub, da legst Du ja dann auch nicht öfter an sondern gibst einfach mehr per Flasche und so geht es dann meist weiter.
Also wenn Dir das Stillen wichtig ist, dann beschränk Dich einige Zeit nur darauf, Dein Mann kann auch so mit ihr kuscheln, warum muss er die Flasche geben?
In dem Sinne erstmal alles Gute!
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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Sherlockline
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von Sherlockline »

Hallo Latascha,

erstmal lieben Dank fürs Lesen und die ausführliche Antwort. Geht wohl echt vielen so, dass sie anfangs ziemlich verwirrt werden durch Hebammen, Brochüren und Informationen von überall.

Zufüttern tu ich nicht weil ich denke es ist zu wenig Milch, sondern eher weil ich die Dauernuckelei nicht möchte, weil ich es so schon ziemlich unangenehm empfinde wenn ich alle 2-3 Stunden stille. Also schon hauptsächlich damit die Brustwarzen und ich geschont werden, damit ich nicht irgendwann alles hinschmeisse und beschließe gar nicht mehr zu stillen, im Großen und Ganzen also um das Stillen im Allgemeinen nicht zu gefährden. Klingt jetzt irgendwie komisch, aber ich denke du verstehst, wie ich das meine.
Ich bin sonst eher eine, die alles vieles aus dem Bauch heraus macht und sich wenig Gedanken macht. Informationen hole ich mir gern und oft, aber ich werde nicht so schnell nervös. Also keine Statistiken über Gewicht und Panikanfälle wenn sie kurz abnimmt. Die Hebamme hatte uns mal eine kurze Zeit wiegen lassen, hab ich dann auch gemacht, aber eher aus Interesse öfter (täglich) als sie vorschlug (wöchentlich), um einfach mal zu sehen, wie das so ist mit dem Gewicht (tägliche Schwankungen etc.).
Die Flaschenfütterei hat auch eher mein Freund, aus der Not angefangen, er kommt mit dem Geschrei nicht so gut klar und möchte sofort eine direkte Lösung haben. Am besten soll sie gar nicht schreien. Ist aber nicht aus Bosheit, sondern eher weil er nicht möchte, dass es ihr gut geht. Bei ihm wirkt das auch viel besser, ich bleib m. E. viel zu ruhig, wenn sie rummeckert, mich bringt das kaum aus der Ruhe. (Find ich auch nicht so ungefährlich, im Gegenteil). Und dann ist halt ne heulende traurige frustrierte und wütende Mami plus schreiendem weil hungrig Kind einfach zu viel auf einmal und so ein kleines Fläschchen hilft ungemein. Er war auch derjenige der unbedingt ne Pumpe wollte, damit er dann wenigstens auf echte Muttermilch zurückgreifen kann. Pulver finden wir beide nicht so toll. Bei mir war die Flasche dann auch eher ne beruhigende Hilfe, wenn wir unterwegs waren. So gut bin ich mit dem Timing da nicht, wann und wie ich loskann. Wenn ich Termine hab, dann geht es nicht anders, und sonst geh ich halt erst nach dem Stillen los, wenn ich sicher bin dass Mäuschen satt ist.

Nach Stillcafes und Stilltreffs hab ich schon geschaut, leider verhält es sich da fast so wie mit den Rückbildungskursen, ist wohl grad bei vielen Sommerpause und die wenigen Kurse sind ausgebucht. Rückbildungskurs hab ich mir unbedingt einen in der Nähe gesucht, gerade um eben Austauschmöglichkeiten zu haben, vielleicht auch privat nach dem Kurs. Die Mädels vom Vorbereitungskurs sind nämlich zu sehr verstreut und sonst kenn ich kaum Mütter. In meinem Freundeskreis sind wenige Mamis (entweder schon länger her also keine Babys mehr und weiter weg oder gar oder noch keine Kinder). Aber ich werd jetzt ab Montag mal zu so Muttertreffen oder Eltern-Kind-Frühstück gucken, hab da zwei Sachen gefunden, die ich mal anschauen will und die keine Sommerpause zu haben scheinen.
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von Sherlockline »

@greeniebird

Einiges hab ich wohl schon im Beitrag an Latascha beantwortet. Grad die Thematik Flaschenfütterung zusätzlich.

Sorry ich glaub ich hab mich dann in dem langen Post (hab ich an mehreren Tagen geschrieben nur aus dem Gedächtnis) vertan. Die Stillhütchen hab ich erst nach ner Woche oder länger von der Hebamme/Stillberaterin bekommen. Hatte vorher welche in der Apotheke geholt (bin dort hin und hab mir alles Mögliche zur Hilfe fürs Stillen geben lassen) die hatte ich aber nur ne Minute verwendet, hat höllisch weh getan, weil die zu klein waren und meine Technik ja noch gar nicht gepasst hat. Die richtige Stilltechnik hat schon Wunder gewirkt und zeitweise hat es auch gar nicht weh getan, aber eben nur zeitweise. Entweder ich bin nicht vorsichtig genug und hab dadurch immer noch Probleme, oder ich hab die Kleine durch Flaschen und Hütchen so verwirrt.

Was meinst du genau mit dem Tricksen nachts? Ich tu mir da mit Hütchen leichter, tagsüber hab ich mehr Ruhe und im Sitzen klappt das auch besser das ich wirklich gut drauf achten kann ob die Brust auch tief genug in ihrem Mäulchen ist.

Ich leg sie schon oft an und versuch mich da zusammen zu reißen, aber manchmal kann ich einfach nicht, weil es das Mal vorher so unangenehm war oder die Brustwarzen noch so empfindlich sind, dass ich es einfach nicht schaffe. Wenn ich es trotzdem tun würde, hab ich Angst das Ganze zu verschlimmern und dann nimmt der Teufelskreis seinen Lauf und beim nächsten Mal wird es noch schlimmer bis ich irgendwann gar nicht mehr mag oder die Brust ihre Arbeit aufgibt - also ganz krass ausgedrückt.

Das Abpumpen ist auch auf meinem Mist gewachsen, die Hebamme hab ich nur allgemein dazu befragt. Sie meinte jedes 2. Mal 20 ml pro Seite abpumpen und dann auf 200 ml sammeln ggf. einfrieren für Notfälle (also ich allein bei nem Termin wo sie nicht mitkann oder wenn ich mal ne Pause brauch vom Baby).
Liebe Grüße von Mellie
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greenie bird
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von greenie bird »

Dann würde ich aber schnellstmöglich Abstand von allen Ausweichmöglichkeiten nehmen, denn Saugerwirrung beginnt mit falschem Saugen, selbst wenn Du sie richtig anlegst, kann sie falsch saugen und Dir weh tun- wie schon geschrieben, sollten bei richtigem Saugen die Beschwerden nach einer Woche erträglich sein. Leg lieber häufiger dafür aber kürzer an, dann hat sie nicht so einen riesen Hunger und saugt ganz wild, wird wahrscheinlich noch mehr schreien, wenn Du sie dann so schnell wie möglich wieder von der Brust haben willst.
Was waren denn die konkreten Tipps der Stillberaterin? Warum bist Du denn so wund? Wenn Du das Gefühl hast, dass sie Dir weiterhelfen konnte, ruf diese noch einmal an, sonst würde ich noch eine andere Stillberaterin fragen.

Mit dem 'tricksen' ist gemeint, dass es sehr wohl Kinder gibt, die tagsüber nur mit Stillhütchen trinken, wenn man dann das Kind versucht umzugewöhnen, dann beginnt man meist nachts, weil sie dann nicht gleich die Brust 'pur' ablehnen.

Wenn Sie satt ist und nur nuckeln möchte hilft vielleicht ein TT- habt ihr eine Tragehilfe? Da könnte Dein Freund dann tatkräftige Unterstützung leisten ;) und vielleicht reicht ihr das dann auch, so dass sie nicht mehr weint.

Alles Gute!
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Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von Sherlockline »

Ich bin da selbst eben unsicher ob sie das richtig macht, die Grunddinge weiß ich, also weit offener Mund, viel Brustgewebe mit, die Brustwarze möglichste weit hinten etc. Aber da ich nicht reingucken kann, bin ich trotzdem die Meiste Zeit damit beschäftigt sie zu kontrollieren, ob es auch passt und sicher bin ich mir da gar nicht, weil ich ja nichts sehe. Ich denke unangenehm ist es ja trotzdem, wenn die Brustwarze noch nicht gut abgehärtet oder sogar wund ist.
Kriegt man es denn hin, dass die Brustwarzen irgendwann nicht mehr so empfindlich sind. Merk ich z.B. wenn ich hinkomme oder sie mit dem Füsschen beim Umziehen bzw. beim Duschen/Handtuch. Ich war vorher nie so empfindlich und jetzt mit dem Stillen sind die Brustwarzen so empfindlich.

Sie hat zuerst die Brustwarzen beidseitig angeschaut, waren nicht blutig und sehr rot, aber schon gereizt. Dann eben die Kompressen und die Heilwolle empfohlen und mir eine bessere Technik inkl. Kissen, Stuhl, Stillkissen und Vorbereitung der Brust gezeigt und an den darauf folgenden Tagen kontrolliert. Als ich dann immer noch nicht zufrieden war, kam sie noch auf die Idee mir mit den Hütchen zu helfen meine Blockade los zu werden. Vielleicht bin ich auch nur so empfindlich und frustriert, weil ich es eben so empfinde, dass es unangenehm ist und hab mich einfach auch noch nicht dran gewöhnt, dass ich die Brust mit ihr teilen muss oder sowas.

Bislang merk ich selber jetzt keinen Unterschied bei ihr, sie nimmt bisher alles gleich gut an. Also mit und ohne Hütchen die Brust oder auch die Flasche. Sogar Wasser ist kein Problem. Hatte die erste Hebamme erwähnt, dass man abgekochtes Wasser geben kann, hab ich jetzt bei der Hitze auch 2 Mal gemacht um meine Brust zu schonen und danach erst angeboten etwas zeitversetzt.

Abends wenn sie ihre unruhigen Phasen (für mich sind das das noch keine richtigen Schreiphasen) hat, funktioniert das leider nicht mit dem Tragetuch. Hatte ich schon 2-3 Mal versucht, aber dann fängt sie erst recht an zappelig zu werden. Sonst schläft sie da fast sofort ein und mag das recht gern. Da ich leider mit der Technik anfangs nicht klar kam, hat sich das etwas verzögert, wollte sie eigentlich früher und öfter tragen. Und ich bekomme jetzt auch nur 1-2 Stunden plus noch kürzere Einheiten (Einkauf etc.) hin, weil ich furchtbare Rückenschmerzen bekomme. Das Tuch ist auch dummerweise für meinen Freund zu kurz, reicht bei mir für die WXT grad so aus. Aber da hab ich schon vorgesorgt, hatte mir zum Geburtstag ne Trageberatung für uns beide gewünscht, die kommt jetzt am Do (also noch 5 Tage warten) und dann werd ich auch noch 1-2 weitere Tücher besorgen. Mein Freund hat sich ganz allein eben das er auch was tun kann statt nur Flasche geben (seine Brust will sie ja nicht :D ) ne Manduca gekauft, auch wenn ich und Trageberaterin da nicht so begeistert sind für den Anfang. Aber er bemüht sich sehr und will auch nur ihr Bestes. Auch bei der Windelfreiheit unterstützt er uns beide total. Da bin ich aber auch noch nicht so gut, daher will ich mein einziges Tuch nicht beschmutzen solang das noch nicht so klappt.

Ist alles ziemlich kompliziert und verwirrend oder geht das nur mir grad so?

D.h. du schlägst heute mal vor nicht zu warten, bis sie Hunger hat und sich selbst meldet sondern öfter mal kurz und vielleicht nur eine Brust (in den meisten Fällen nimmt sie beide jeweils so 5-15 min) anzubieten?
Liebe Grüße von Mellie
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Latascha
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von Latascha »

Also ich würde komplett auf Fläschchen verzichten, sowohl daheim als auch unterwegs. Denn wenn du genug Milch hast, dann wird sie auch bei dir satt.
Dann würde ich pro Mahlzeit nur eine Brust anbieten. Dann ist der zeitliche Abstand pro Brust größer und deine Brustwarzen werden geschont.
Auch das Abpumpen würde ich sein lassen, denn all das sind zusätzliche Faktoren, die das Zusammenspiel zwischen deinem Kind und dir ja nur stören.

Ich denke es ist so ein Stück weit ein Teufelskreis, gerade abends. Du willst nicht das sie nuckelt, sie hat hunger und weiß wohl bereits, dass sie nicht ewig Zeit hat, ist dadurch dann unruhiger, saugt hektischer, du hast wiederum schneller Beschwerden und nimmst sie früher von der Brust weg.
Ich würde sie auch öfter anlegen, und vor allem würde ich einfach mal nichts dabei machen. Versuch doch mal sie nicht zu kontrollieren und zu schauen, sondern mach es dir bequem, lehn dich entspannt zurück und versuche die Situation insgesamt als wunderschöne anzunehmen. Diese Verbindung in der Zeit ist wunderbar. Geh doch mit dem Gedanken mal an die Sache, dass es momentan zwar noch etwas schmerzt, aber das es von Mal zu Mal besser wird und ihr bald ganz entspannt eine wundervolle Stillbeziehung haben werdet.

Aber insgesamt würde ich mir doch nochmal eine Stillberaterin ins Haus holen. War es nicht die Hebamme, die dir am Anfang geholfen hat?
Liebe Grüße
Latascha
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von greenie bird »

Ich hab heut leider nicht so viel Zeit, schaue nachher nochmal rein.

Ich habe es die Tage nach der Geburt so gemacht, dass ich lieber öfter aber kürzer nuckeln ließ, weil trotz LZS nach einer Pause auch meine BWn wieder empfindlich waren.
Wenn man auch so lang wie möglich wartet mit dem Anlegen sind die Kleinen oft auch zu müde um schnell effektiv zu trinken und wollen dann natürlich länger saugen.
Ist aber auch von Kind zu Kind unterschiedlich.

Klar kann man als Laie nicht so gut von außen sehen, ob sie richtig saugen-eine Stillberaterin sieht das an den Muskelbewegungen, deshalb wär es vielleicht gut nochmal eine schauen zu lassen.

bis nachher!
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Re: Stillprobleme, wunde Brustwarzen, Schmerzen, Milchstau..

Beitrag von MissVerstanden »

Ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen.
Klingt schwer wie bei uns damals.
Ich könnte mir vorstellen, dass dein Kind auch verwirrt ist durch das ewige hin und her (mal mit, mal ohne Hütchen; Flasche, Brust....)
Und mir hat geholfen, lockerer zu werden. Aber das kann man sich nicht vornehmen oder lernen. Es kommt einfach.

Mir hat am Freitag eine dreifach-Mama erzählt, dass sie auf wunde Brustwarzen 2 Mal am Tag ein paar Minuten Rotlich gemacht hat, dann wars ruck zuck weg.

Ich drücke dir die Daumen, dass es dir bald besser geht und dass bei euch das Stillen auch bald richtig schön ist.
mit Megamops 12/10 und Minimops 07/12
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