meine Tochter ist jetzt 13 Wochen und 2 Tage alt und wird mit der Flasche und Pulvermilch gefüttert. Wie es dazu gekommen ist, habe ich schon im Vorstellungsforum geschrieben, aber da ich nicht weiß, wie viele da lesen, hier nochmal unsere Vorgeschichte:
Für mich war immer klar, dass ich stillen möchte. Daran gab es überhaupt nie auch nur einen einzigen Zweifel. Fläschchen kamen in meiner Vorstellung überhaupt nicht vor - meine Idealvorstellung war es immer, mindestens 6 Monate ausschließlich zu stillen, dann langsam mit Beikost zu beginnen und zusätzlich noch mindestens bis ins 2. Lebensjahr weiter zu stillen, idealerweise so lange, bis mein Kind sich selbst abstillt.
Und dann kam meine Tochter zur Welt und alles kam ganz anders
Von Anfang an hatte ich wahnsinnige Schmerzen beim Stillen, die mich komplett überrumpelten und überforderten. Am allerschlimmsten war es, wenn meine Tochter ansaugte, aber weh getan hat es die ganze Zeit über und auch noch einige Zeit nach dem Stillen, so dass es mir schwer fiel, meine Tochter vor der Brust zu tragen. Nach wenigen Tagen kamen wunde und blutige Brustwarzen hinzu, die das Stillen für mich noch schmerzhafter machten. Ich hielt mich eigentlich immer für ganz gut informiert, was das Thema Stillen angeht, aber dass Stillen derart schmerzhaft sein kann, muss ich wohl komplett überlesen haben. Alles, was mir zu "Schmerzen beim Stillen" einfiel war, dass ich gelesen hatte, dass Stillen nur dann weh tut, wenn man etwas falsch macht, das Kind z.B. falsch anlegt und prompt fing ich an, an mir zu zweifeln
Zu dem Zeitpunkt war das für mich die absolute Erlösung und ich konnte mir absolut nicht vorstellen, jemals wieder ein Kind zu stillen. Wenn meine Tochter auch nur anfing, nach der Brust zu suchen, überkam mich die glatte Panik. Jetzt, mit einigen Wochen Abstand frage ich mich, wieso ich so schnell aufgegeben habe. Oder warum ich nicht abgepumpt habe, dann hätte meine Tochter wenigstens Muttermilch (von der ich so viel hatte) aus der Flasche kriegen können. Aber zu dem Zeitpunkt wollte ich einfach nichts und niemanden mehr an meiner Brust haben...
beim Querlesen hier im Forum habe ich schon von so vielen Frauen gelesen, die ähnliche Probleme hatten bzw haben. Auf der einen Seite tut es so gut, zu lesen, dass es mir nicht allein so ging, zeigt es mir doch, dass meine Schmerzen beim Stillwn wohl nicht auf meine Unfähigkeit zurückzuführen sind. Auf der anderen Seite schäme ich mich doch, dass ich im Gegensatz zu den anderen Frauen hier nur zwei Wochen durchgehalten habe. Dass ich es nicht geschafft habe für mein Kind weiter zu kämpfen, sondern so früh aufgegeben habe
Mittlerweile würde ich so gerne wieder stillen, würde es so gerne wieder gutmachen, dass ich meiner Tochter die gute Muttermilch weggenommen habe, bloß weil ich die Schmerzen nicht länger ertragen konnte und wollte. Aber nach nur zwei Wochen, die wir gestillt haben und inzwischen 11 Wochen, die wir nicht gestillt haben, geht meine Tochter nun nicht mehr an die Brust. Ich kuschel viel mit nacktem Oberkörper mit ihr und einige Male habe ich versucht, sie wieder anzulegen, aber das funktioniert nur sehr sehr selten. Meistens schleckert sie nur ein bisschen mit ihrer Zunge an meiner Brustwarze oder versucht, nach meiner Brust zu greifen. Oft interessiert sie sich auch gar nicht für die Brust und guckt lieber neugierig in der Gegend herum. Einige wenige Male allerdings hat sie doch angesaugt, die Brustwarze allerdings gleich wieder losgelassen, als sie merkte, dass keine Milch kam.
Ich übe mich darin, zu akzeptieren, dass es jetzt eben so ist, dass wir nicht stillen und versuche, das Beste aus der Situation zu machen. An manchen Tagen gelingt mir das mehr, an den meisten Tagen (wie gerade zur Zeit) weniger gut.
Ich frage mich, ob es wohl eine Möglichkeit gibt, dass ich meine Tochter wieder von der Flasche an die Brust gewöhnen kann?! Hat damit jemand Erfahrung? Wie gehe ich da am besten vor? Besteht überhaupt die Chance, dass das klappen könnte oder lohnt es sich nicht (mehr), das zu versuchen?
Liebe Grüße,
Michaela