Hallo,
für die, die es interessiert: in der aktuellen "AINS" (Ausgabe 05/2011) - einer Fachzeitschrift für Anästhesisten - ist ein Artikel über das Stillen nach Narkosen.
Da es ein wissenschaftlicher Artikel ist, werden verschiedene Aspekte differenziert betrachtet. Aber das Fazit lautet, daß bei einem gesunden, reifen Baby nach einer Narkose mit den derzeit üblichen Medikamenten keine Stillpause erforderlich ist.
Das ist zwar keine neue Erkenntnis. Trotzdem finde ich es schön, daß dieses Thema (nochmal) aufgegriffen wird und Fachpersonal bei der Beratung von Müttern Rückendeckung erhält - schließlich sehen die offiziellen Arzneimittelinformationen meist noch ganz anders aus.
Liebe Grüße
Artikel über das Stillen nach Narkosen in Fachzeitschrift
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- Inken
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Artikel über das Stillen nach Narkosen in Fachzeitschrift
Mama von drei wundervollen Kindern
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LuEmma
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Re: Artikel über das Stillen nach Narkosen in Fachzeitschrif
Okay, das wusste ich noch nicht.
Nach einer Operation mit Vollnarkose, als meine Kleine noch voll gestillt wurde, wurde mir gesagt, dass ich 24 h nicht stillen dürfte. Meine Kleine hat es 12 Stunden ausgehalten... Es waren die schrecklichsten in ihrem und meinem Leben, und ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich sie schon so "früh" hab trinken lassen...
Nach einer Operation mit Vollnarkose, als meine Kleine noch voll gestillt wurde, wurde mir gesagt, dass ich 24 h nicht stillen dürfte. Meine Kleine hat es 12 Stunden ausgehalten... Es waren die schrecklichsten in ihrem und meinem Leben, und ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich sie schon so "früh" hab trinken lassen...
- Imkerin
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Re: Artikel über das Stillen nach Narkosen in Fachzeitschrif
Eine Freundin von mir hat die wichtigsten Passagen für mich abgetippt, ich darf es weitergeben:
Fazit:
Nach Narkosen bei stillenden Müttern ist die bis vor eingien Jahren vielfach noch geforderte Stillpause für 12 oder sogar 24 h überholt. Ist es der Wunsch der Mutter, ist sie wach genug und körperlich dazu in der Lage, so spricht beim reifen, gesunden Neugeborenen und Säugling nichts gegen eine unmittelbare Wiederaufnahme des Stillens nach einer Allgemein- bzw. Regionalanästhesie. Auch das Stillen nach Kaiserschnittentbindungen in Allgemeinanästhesie unter verwendung der gebräuchlichen Anästhetika in den üblichen (Einzel)-Dosen wird heute als unproblematisch eingestuft. Denn der Anteil der durch das Kolostrum aufgenommen Substanzmenge ist gegenüber der transplazentar übertragenen Menge verschweindend gering. Weder die pharmakokinetischen Eigenschaften der im Zusammenhang mit einer Narkose verwendeten Medikamente noch die klinischen Erfahrungen begründen eine Stillpause.
Kernaussagen:
-Arzneimittel/Anästhetika sind in der Regel nicht an schwangeren bzw. stillenden Frauen untersucht un haben damit keine Zulassung für diese Patientengruppe.
-Einem Off-Label-Use steht jedoch nichts entgegen wenn
- das Medikament nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand und praktischer Erfahrungen hinreichend wirksam und unbedenklich ist und
- die Patientin nach enstprechender Aufklärung in den zulassungsüberschreitenden Einsatz eingewilligt hat.
- Der Patientin muss aber in jedem Fall angeraten werden, bei unerwartet neu auftretenden Symptomen des Kindes unmittelbar einen Kinderarzt aufzusuchen.
- Auf eine routinemäßige sedierend-anxiolytische Prämedikation sollte bei schwangeren und stillenden Frauen verzichtet werden.
- Analgetika der 1. Wahl während der Stillzeit sind die gut untersuchten NSAID (non steroidal anti inflammmatory drugs).
- Allgemein spricht bei reifen, gesunden Neugeborenen und Säuglingen nichts gegen eine frühzeitige Wiederaufnehme des Stillens nach einer Allgemein- oder Regionalanästhesie unter Verwendung der gebräuchlichen Anästhetika
- In besonderen Konstellationen (z.B. kindliche Unreife und repetitive Gabe von Opioidanalgetika) kann die Behandlungssicherheit durch eine Überwachung der Vitalfunktionen des gestillten Kindes weiter erhöht werden.
Fazit:
Nach Narkosen bei stillenden Müttern ist die bis vor eingien Jahren vielfach noch geforderte Stillpause für 12 oder sogar 24 h überholt. Ist es der Wunsch der Mutter, ist sie wach genug und körperlich dazu in der Lage, so spricht beim reifen, gesunden Neugeborenen und Säugling nichts gegen eine unmittelbare Wiederaufnahme des Stillens nach einer Allgemein- bzw. Regionalanästhesie. Auch das Stillen nach Kaiserschnittentbindungen in Allgemeinanästhesie unter verwendung der gebräuchlichen Anästhetika in den üblichen (Einzel)-Dosen wird heute als unproblematisch eingestuft. Denn der Anteil der durch das Kolostrum aufgenommen Substanzmenge ist gegenüber der transplazentar übertragenen Menge verschweindend gering. Weder die pharmakokinetischen Eigenschaften der im Zusammenhang mit einer Narkose verwendeten Medikamente noch die klinischen Erfahrungen begründen eine Stillpause.
Kernaussagen:
-Arzneimittel/Anästhetika sind in der Regel nicht an schwangeren bzw. stillenden Frauen untersucht un haben damit keine Zulassung für diese Patientengruppe.
-Einem Off-Label-Use steht jedoch nichts entgegen wenn
- das Medikament nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand und praktischer Erfahrungen hinreichend wirksam und unbedenklich ist und
- die Patientin nach enstprechender Aufklärung in den zulassungsüberschreitenden Einsatz eingewilligt hat.
- Der Patientin muss aber in jedem Fall angeraten werden, bei unerwartet neu auftretenden Symptomen des Kindes unmittelbar einen Kinderarzt aufzusuchen.
- Auf eine routinemäßige sedierend-anxiolytische Prämedikation sollte bei schwangeren und stillenden Frauen verzichtet werden.
- Analgetika der 1. Wahl während der Stillzeit sind die gut untersuchten NSAID (non steroidal anti inflammmatory drugs).
- Allgemein spricht bei reifen, gesunden Neugeborenen und Säuglingen nichts gegen eine frühzeitige Wiederaufnehme des Stillens nach einer Allgemein- oder Regionalanästhesie unter Verwendung der gebräuchlichen Anästhetika
- In besonderen Konstellationen (z.B. kindliche Unreife und repetitive Gabe von Opioidanalgetika) kann die Behandlungssicherheit durch eine Überwachung der Vitalfunktionen des gestillten Kindes weiter erhöht werden.
LG von der Imkerin
mit Svanhild (*01. 2001), Arfst (* 12. 2002), Asgrim (*09. 2009) und Isebrand (*07.2012)
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- Imkerin
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- Registriert: 29.03.2010, 10:05
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Re: Artikel über das Stillen nach Narkosen in Fachzeitschrif
Nachtrag:
hier sind auch etliche Narkosemittel aufgelistet.
http://www.velb.org/docs/ls-4_2007-anae ... llzeit.pdf
hier sind auch etliche Narkosemittel aufgelistet.
http://www.velb.org/docs/ls-4_2007-anae ... llzeit.pdf
LG von der Imkerin
mit Svanhild (*01. 2001), Arfst (* 12. 2002), Asgrim (*09. 2009) und Isebrand (*07.2012)
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Liane
- hat viel zu erzählen
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- Registriert: 27.05.2006, 19:44
- Wohnort: LK Freising bei München
Re: Artikel über das Stillen nach Narkosen in Fachzeitschrif
Dazu gibt es schon sehr lange ein faltblatt von der AFS:
http://www.afs-stillen.de/upload/faltbl ... aesthetika
http://www.afs-stillen.de/upload/faltbl ... aesthetika
Liebe Grüße
Liane mit Sohn (*06/05/02, 4. Klasse Montessorischule) & Tochter (*09/11/06, Kigakind) & Sohn (*25/09/10, windelfrei, stillend und im FB)
Liane mit Sohn (*06/05/02, 4. Klasse Montessorischule) & Tochter (*09/11/06, Kigakind) & Sohn (*25/09/10, windelfrei, stillend und im FB)
