Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Mascha80
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Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Mascha80 »

Ich brauche mal einen Rat… Wir haben Mini (knapp 17 Monate) vor etwa sechs Wochen nachts abgestillt. Ich war einfach am Ende meiner Kräfte (arbeite wieder Vollzeit). Mein Mann schläft seitdem bei dem Kleinen, ich im Nebenraum. Er wird einschlafgestillt von mir, ab danach ist mein Mann zuständig. Bis zum morgendlichen Stillfrühstück, zu dem ich dann wieder rüberkomme.

Es klappte einige Wochen ganz wunderbar – was ich nie zu träumen gewagt hatte. Mini schlief sogar oft durch. Gestillt wurde dann meist gegen sechs oder frühestens halb sechs. Manchmal blieben wir dann wach, manchmal schlief er noch mal ein (nach langem Nuckeln). So. Seit ca. zwei Wochen ist aber absolut der Wurm drin. Ich bin unausgeschlafener als zuvor…

Denn plötzlich wird Mini ab drei oder vier wach und schreit und schreit und ruft immer herzzerreißend „Mama!“. Mein Mann bekommt ihn quasi nicht oder nur mühsam nach langer Zeit beruhigt. Also gehe ich schon eher rüber, ab vier etwa. Und ohne Stillen beruhigt er sich auch bei mir nicht. Er stillt und stillt und stillt… Nuckelt, nuckelt… Wir sind zwar beide dabei hundemüde, aber er schläft einfach nicht wieder ein! Und ich kann auch nicht dabei schlafen, zumal er ständige Seitenwechsel fordert.

Das Ende vom Lied ist, dass er meist dann gegen sechs doch noch mal einschläft – für mich ist es aber dann schon fast Zeit zum Aufstehen. Also bin ich quasi ab um drei oder um vier wach und schleppe mich durch den Tag. Zuerst dachten wir, das sei mal ne Ausnahme, aber nun hält es eben schon seit zwei Wochen an. Was sollen wir tun? Ich überlege hin und her, finde aber keine Lösung. Habt ihr irgendwelche Ideen??? Ich wäre sehr, sehr dankbar!

Viele Grüße,
Mascha.
Mascha mit Novembersöhnchen 2009
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moneo
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von moneo »

Wäre es nicht vielleicht doch einfacher wenn er wieder bei Dir schlafen darf? Wenn er konkret nach Deiner Nähe verlangt glaube ich nicht, dass er sich anders beruhigt. Meinst Du nicht, er fühlt sich ein bisschen abgeschoben? Vielleicht schläft er ja bei Dir wieder besser nach ein paar Tagen.
Liebe Grüße von moneo

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Mascha80
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Mascha80 »

Danke, Moneo!

Ich hab daran auch schon gedacht. Das Weinen ist so herzzerreißend. :( Allerdings befürchte ich auch, dass wir dann sehr schnell wieder bei stündlichem Stillen nachts wären. Wenn ich da bin, giert er förmlich nur nach der Brust. Wenn er nachts kurz wach wird, wird er das dann auch wieder tun, wenn er merkt, dass Mama da ist... Genau das wollten wir ja ändern. Und es hat erst so gut geklappt! Seufz. :(

Andererseits denk ich dann wieder, vielleicht ist es jetzt einfach nochmal eine Phase (es gibt ja den Begriff der Wiederannäherungskrise mit ca. anderthalb Jahren, während der die Kinder oft wieder sehr mama-anhänglich sind), der ich als Mutter einfach nachgehen sollte, indem ich verlässlich für den Spatz da bin. (Allerdings bin ich das ja. Nur eben gerade nachts nicht. Beziehungsweise nicht sofort. Aber dafür ist ja der auch sehr wichtige Papa als Bezugsperson da... Ach, ich weiß auch nicht, was man einem Kind zumuten kann und wo es zuviel wird. Es ist echt ein Dilemma...)

:?

Liebe Grüße, Mascha.
Mascha mit Novembersöhnchen 2009
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tania
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von tania »

ich habe das schon ein paarmal hier im forum gelesen, dass das nächtliche abstillen in so dem alter erst super klappt und es dann einen dicken backlash gibt. in einigen fällen haben dann die mütter komplett abgestillt, in anderen nachts wieder gestillt. es gibt sehr viele verschiedene optionen und deinem kind ist eine menge zumutbar. aber er kämpft halt auch um das stillen, das er so liebt und an das er sich auch gewöhnt hat. nur weil er jetzt kämpft, heißt das aber noch lange nicht, dass es für ihn so derart notwendig ist, dass du auf alle fälle auch nachts wieder stillen musst. wenn du voll arbeitest, geht er tagsüber in die betreuung oder ist er beim papa? wie viel stillen hat er abends? vielleicht braucht er einfach mehr stillen insgesamt und das muss gar nicht unbedingt nachts sein? ich würde so aus dem gefühl heraus auch sagen, dass es auch bei nachts abgestillten kindern besser ist, wenn die mama mit im bett schläft. und noch was: mein mann ist seit der geburt voll zu hause, ich arbeite seit mein sohn zwei wochen alt ist von zu hause, er hat also eine starke bindung zum papa und trotzdem gibt es einfach einige sitationen, wo es einfach die mama sein muss. ist halt einfach so.
tania mit sohn *09 und sohn *12
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Ginevere »

Könnte das mit der Zeitumstellung zu tun haben?
Bei uns ist seit 2 Wochen auch der Wurm drin (auch ohne Stillen...). :roll:
LG Gini
… mit A🩰 3/09 und E 🏐 3/12
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Sabsi
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Sabsi »

Ich finde, Dein Kind zeigt Dir sehr deutlich, dass es noch nicht soweit ist :( Du bist tagsüber lange weg, und nun bist Du auch nachts nicht bei ihm. Ich glaube nicht, dass das für's Kind ein schöner Weg ist. Ich könnte mir vorstellen, dass der Kleine nicht wieder einschlafen möchte und sich dagegen wert, weil er ja weiß, wenn er an der Brust eingeschlafen ist, verschwindet die Mama und kommt erst nach vielen Tränen wieder zu ihm. Mir war und ist es wichtig, dass meine Kinder wissen, ich bin IMMER für sie da, tagsüber und nachts, einfach dann, wenn sie mich brauchen. Wann bist Du für ihn da, zwischen Vollzeitarbeit und Nachtruhe? Vielleicht ist das einfach zu wenig für ein Kind mit nicht mal 1,5 Jahren?! Meine Erfahrung ist die, dass das Kind irgendwann von alleine da ankommt, dass es immer zuverlässiger durchschläft und damit automatisch nicht mehr nachts stillt. Ganz ohne einzugreifen. Und ganz ohne verzweifelte Tränen und im-Stich-gelassen-Fühlen.
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Minchen
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Minchen »

Mh, wir hatten ein ähnliches Problem, als in der Schwangerschaft die Milch weniger wurde. Es stellte sich heraus, dass er nachts HUNGER hatte und ihm die Milch eben nicht mehr gereicht hat (wir hatten dann auch nachts abgestillt, weil ich dachte, das würde das Problem lösen, bis wir darauf kamen). Wir haben ihm dann nachts etwas zum Essen angeboten, das er auch nach einiger Zeit akzeptierte. Ich hatte erst Sorge, dass wir ihn nun dauerhaft nachts mit Bananen versorgen müssten, aber nach ca. zwei Wochen war die Phase wieder vorbei...

Ausquartiert hab ich ihn übrigens beim und nach dem nächtlichen Abstillen nie, denn mir war immer wichtig, dass er die Nähe trotzdem haben kann, aber eben weiß und akzeptiert, dass es nachts keine Milch mehr gibt. Inzwischen stillen wir wieder nachts :roll: :mrgreen: , da er einen heftigen Infekt hatte und er nun auch nur einmal nachts kommt und danach meistens sofort friedlich weiterschläft... Damit hab ich nun kein Problem mehr.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
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Kate
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Kate »

Ich denke auch, dass er nicht einschläft, weil er Angst hat, dass du dann weg bist. Möglicherweise stillt er gar nicht mehr stündlich, wenn du wieder verlässlich mit ihm zusammen in einem Bett schläft, sondern ist einfach dankbar für Deine Nähe und stillt nach und nach immer weniger?
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Mascha80
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von Mascha80 »

Lieben Dank für Eure Antworten!

Tania, was Du schreibst, gefällt mir sehr gut. Ich finde ohnehin, dass Du in Deinen Beiträgen immer eine große Gelassenheit ausstrahlst. Du gehst Deinen Weg - und scheinst dabei nie unsicher zu sein oder zu zweifeln, obwohl dieser Weg ja von der konventionellen Meinung abweicht. Das imponiert mir sehr. Woher nimmst Du diese Gelassenheit? *willauch* :wink:

Auch Eure anderen Beiträge sprechen mich sehr an, schüren aber auch teilweise mein schlechtes Gewissen, welches ich meiner Meinung nach oft schon zu sehr habe, wo es eigentlich gar nicht nötig wäre. In diesem Fall: Mein Söhnchen verbringt trotz des Arbeitens viel Zeit mit mir. An vier Tagen sind wir ab 15 Uhr zusammen, am Wochenende sowieso komplett. Er geht zur Tagesmutter, dies aber auch sehr gern. Und sein Papa wird auch immer wichtiger für ihn. Trotzdem habt ihr Recht: Ich werde ab heute wieder ganz bei ihm schlafen und schauen, wie es sich entwickelt. Dass er sich "abgeschoben" fühlt, denke ich dennoch nicht. :wink:

Lieben Dank und viele Grüße,
Mascha.
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moneo
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Re: Nachts abgestillt...und jetzt vertrackte Situation

Beitrag von moneo »

Ich hab das nicht böse gemeint mit dem abgeschoben fühlen, mir ist einfach kein besseres Wort eingefallen für das was ich sagen wollte. Ich denke auch nicht, dass Dir jemand ein schlechtes Gewissen machen wollte, bitte hab keins! Vielleicht seid Ihr beide wieder glücklich wenn er wieder bei Dir schlafen darf :)
Liebe Grüße von moneo

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