Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart? :-(

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Inkling
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Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart? :-(

Beitrag von Inkling »

Hallo,

ich lese schon immer mal wieder mit und finde dieses Forum einfach schön. Seit ein paar Tagen beschäftigt mich ein (vermeintliches) Stillproblem, so dass ich mich endlich mal angemeldet habe. Vielleicht hat ja die ein oder andere einen guten Tipp für mich. Da dies mein erster Post ist, hoffe ich, dass ich alles richtig mache.

Folgende Situation: unsere Tochter ist im August 2010 geboren, und wurde 8 Wochen ausschließlich an der Brust gestillt. Ich habe dann wieder angefangen zu arbeiten, so dass eine abgepumpte Mahlzeit aus der Flasche gefüttert wurde. Der Wechsel Brust-Flasche-Brust hat problemlos geklappt, obwohl ich panische Angst vor Saugverwirrung & evtl. entstehenden Stillproblemen hatte. Ziemlich schnell habe ich allerdings das Abpumpen auf max. vier Tage die Woche beschränkt, um Weihnachten rum gab es auch mal 4 Wochen in denen ich fast gar nicht abpumpen musste weil ich immer da sein konnte. Töchterchen dehnt die Abstände tagsüber gerne auch mal sehr weit aus, so hat sie mit drei Monaten einmal 9 h (!) nichts getrunken, auch 6-7 Stunden sind keine Seltenheit. Wenn ich dann zur Tür reinkomme, muss es aber sofort was geben. :lol:
Wie dem auch sei, mit 19 Wochen fing sie an, nach unserem Essen zu greifen, uns jeden Bissen von der Gabel zu gucken, der Kopf ging mit, Kaubewegungen, etc. - das volle Programm. Das ging soweit, dass man mit ihr im Tuch kaum noch essen konnte, weil sie sich mit weit offenem Mund richtig zur Gabel hingebeugt hat und zugeschnappt hat. 19 Wochen waren mir trotz neuer Studien zu früh, ich habe das einfach mal ignoriert. Als dann die ersten "Unfälle" mit Plätzchen, Nudeln & Co passierten, haben wir beschlossen, ihr wenigstens ein wenig Obst in die Hand zu drücken und zu gucken was passiert. Die erste Birne war an einem Stück weg, und schweren Herzens habe ich mein Go für den Beikoststart gegeben. Die erste Mahlzeit war innerhalb 5 Tagen komplett ersetzt, weil sie direkt eine Riesenportion verdrückt hat und danach viell. max. 40 ml getrunken hat (vorher meist 180 ml). Ich dachte mir, dass ich meinem Körper vielleicht einfach mal vorgaukel, dass er weiter Milch produzieren muss und habe weiter abgepumpt als ob nichts wäre. Ich befürchte aber, dass ich trotzdem weniger Milch habe - das Abpumpen fällt schwerer, obwohl ich eigentlich nichts geändert habe, und man merkt, dass ich gegen frühen Morgen nicht mehr genug Milch habe (sie kommt nachts in immer kürzer werdenden Abständen, morgens sind wir dann bei ca. alle Stunde angelangt). In seltenen Fällen habe ich richtig pralle Brüste, und da hält sie einen 4h Abstand bis morgens.

Zudem ist sie in den letzten Abenden sehr nörgelig, was wir eigentlich nicht so von ihr kennen. Gestern haben wir ausnahmsweise auf dem Fußboden im Wohnzimmer gegessen, da ist sie wie ein geölter Blitz auf unsere Teller zu, so dass wir Brei aus dem Kühlschrank geholt haben (sie hatte eine Stunde vorher ihre normale Stillmahlzeit). Der Brei war in nullkommanichts weg, und 1,5 h später hat sie wie gehabt beim Einschlafstillen getrunken. Mein Tipp wäre, dass sie einfach Hunger hat, aber wieso produziert mein Körper dann bei ihrer offensichtlich gesteigerten Nachfrage nicht genug Milch? Ich lese hier immer von Müttern, die weitaus länger vollstillen oder wenigstens Teilzeitstillen, wie funktioniert das? Ich habe total Angst, dass ich - wenn ich jetzt noch mehr Beikost gebe und es in dem Tempo weitergeht - bald ganz abgestillt habe, und dann auch zu den Müttern gehöre, die abgestillt haben weil sie "angeblich" keine Milch mehr haben. Ich kriege aber frühmorgens wirklich keinen Tropfen mehr raus, und sie ja auch nicht (würde ich ja sonst hören).

Ich würde mich sehr über jede Anregung/Tipp freuen, der unsere Stillbeziehung weiter unterstützt. Habe immer den Spruch "Unter einem Jahr stillt sich kein Baby von alleine ab" im Kopf...stimmt das wirklich?

Bei einer Freundin ist es übrigens genau das gleiche Spiel. :(

Liebe Grüße,

Lena
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tania
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von tania »

stillst du auch tagsüber nach bedarf (wenn du zu hause bist)? ich frage, wegen dem ausdruck "stillmahlzeit". was heißt das in eurem fall? und woran machst du fest, dass du nicht mehr genug milch hast?
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evizentrum
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von evizentrum »

Liebe Lena,

zunächst einmal zwei Dinge:
Es kann mit dem Beikoststart einhergehen, dass das Kind weniger stillt (wenn es viel isst) und dann hast du natürlich weniger Milch - eben genau passend zu dem Bedürfnis des Babys.
Zweitens, das Milchangebot richtet sich i.d.R. nach der Nachfrage der letzten 48 Stunden, wenn kein weiterer Störfaktor dazwischenfunkt.
Also selbst wenn du an einem Tag das Gefühl hast, du hättest weniger Milch, dann müsste sich das nach zwei Tagen wieder eingependelt haben. Der Bedarf des Babys schwankt, das ist ja normal. Mal wächst es oder schubt und braucht mehr, mal braucht es weniger, weil es lieber Brei will.

Es ist mir noch aufgefallen, deine Tochter ist etwa vier fünf Monate? Da ist es normal, dass die Brust sich nicht mehr so prall anfühlt. Die meiste Milch wird dann während des Stillens gebildet und da ist es völlig ok, wenn die Brust nicht mehr so voll aussieht.

Du schriebst auch, dass das Kind quengeliger ist, vielleicht hat es einen Entwicklungsschub und stillt aus Nähebedürfnis öfter? Nicht aus Hunger. Größeren Hunger würdest du doch auch bei der Beikost merken, es würde doch größere Portionen essen oder das Essen schlingen oder früher danach verlangen.

Das Dauerstillen in den frühen Morgenstunden kenne ich, das ist hier so seit meine Tochter etwa fünf Monate ist ;-).
Ich glaube sie träumt da extrem und verarbeitet das Erlebte und Erlernte (das ist kein Fachwissen, sondern nur meine persönliche Theorie). Trotz dieses Verhaltens gedeiht mein Kind - inzwischen elf Monate - aber super und ich habe nicht zuwenig Milch, auch wenn ich das selber auch schon so oft gedacht habe (Brust ist schlaff und Stillabstände nachts oft sehr kurz). Ich glaube auch, es hängt damit zusammen, wenn die Kleinen tagsüber so viel neues entdecken, haben sie keine rechte Zeit zum stillen und holen das nachts nach. Tagsüber haben wir auch oft lange Abstände zwischen dem Stillen (vier-fünf Stunden, wenn sie abgelenkt oder unterwegs oder nicht bei mir ist).

Ich würde dir raten
1. mach dir keinen Kopf über "zuwenig Milch" sonst kriegst du vor lauter Stress wirklich Probleme damit :-)
2. sorg dafür dass du genug isst und trinkst und dein Baby immer stillst wenn es will, z. B. auch als Nachtisch nach der Beikost und natürlich auch nachts (da du arbeitest ist es etwas schwierig dem Baby tagsüber mehr Milch zu geben)

übrigens würde mich interessieren, ob es die Möglichkeit gibt, dass jemand dir dein Baby in die Arbeit vorbeibringt, denn dir stehen rechtlich Pausen zum Stillen (oder Abpumpen) zu.

alles Gute,
Evi
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von evizentrum »

Nachtrag:

Jetzt hab ich nochmal nachgeschaut, deine Tochter ist schon über sechs Monate alt - das ist wirklich eine typische Zeit für einen Entwicklungsschub!
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Marlen
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von Marlen »

Huhu,
meine Maus ist auch im August geboren und wir starten nun langsam mit Brei. Viel wird da noch nicht gegessen.
Ich stille allerdings vor jeder "Mahlzeit" und "ersetze" nicht. Meine Brust ist auch schon lange nicht mehr prall. Es hat sich nach einem halben Jahr stillen einfach reguliert.
Mach dir nicht so viele Gedanken, dein Körper regelt schon, dass deine Kleine gut versorgt ist und das, was du jetzt unter Druck abpumpst (oder woher weißt du wieviel sie trinkt?), ist lange nicht das, was Baby wirklich aus der Brust trinkt.
"Mit Kindern vergehen die Jahre wie im Flug. Doch Augenblicke werden zu Ewigkeiten.“
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von Altraia »

Wenn Du weiterhin nach Bedarf stillst, sollte sich Deine Milchmenge weiterhin der Nachfrage Deines Kindes anpassen. Natürlich wird weniger Milch gebildet, wenn sie größere Mengen Beikost isst.

Miene Tochter war auch eine frühe Esserin, und sie stillt immer noch ;).
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von Erika »

Ich lese aus Deinem posting heraus, dass Du möchtest, dass Muttermilch in ihrer Ernährung eine größere Rolle spielt und nicht durch die Beikost verdrängt wird.

Zunächst einmal soll ein 6-Monate altes Kind, das - wie Deines - nach Essen verlangt, auch Beikost bekommen. Es gibt nun 2 Varianten Beikost einzuführen. Erst Beikost anbieten, anschließend stillen ODER erst stillen und dann Beikost anbieten (quasi als Kompott). Ich habe gute Erfahrungen mit der 2. Variante gemacht. So kannst Du sicher sein, dass Muttermilch bis zum ersten Geburtstag das Hauptnahrungsmittel bleibt und sie trotzdem das an Beikost essen kann, was sie möchte. Wäre denn das für Euch praktikabel?
LG
Erika

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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von klimaforscherin »

3. Variante (machen wir): Beikost anbieten zu "festen Zeiten" (also dann, wenn die Erwachsenen essen) und die restliche Zeit nach Bedarf stillen. Trotzdem ist Stillen Hauptnahrungsquelle, manchmal mehr, manchmal weniger. Und 1,5 Stunden vor und dann 1 h nach dem Essen Stillen finde ich auch völlig normal. Auch 4 Stunden mal nach dem Mittagessen hatten wir schon. Da war ich aber seeehr beunruhigt ("Hilfe, stillt er sich jetzt ab, oder was?")

Nochmal zum Abpumpen: wie oft bekommt sie denn Mumi aus der Flasche?
Grüße
klimaforscherin
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Altraia
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von Altraia »

Ja, die 3. Variante wollte ich auch gerade ergänzen ;). So haben wir es gehalten und sind gut damit zurechtgekommen.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
Julez
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Re: Hilfe! Unfreiwillige Milchreduzierung nach Beikoststart?

Beitrag von Julez »

Kann dir hier nur ein bisschen Mut zusprechen!Habe meinen Sohn sechs mon voll gestillt und dann sollte ich vom Kinderarzt aus mit Beikost anfange-eigentlich wollte ich länger Vollstillen!Aber die Gewichtskurve war rapide gefallen, sodass ich natürlich auf den Arzt gehört habe!
Jetzt ist er ein Jahr, hängt mit dem Gewicjt immernoch unten-trotz Beikost!Also, ich habe wieder angefangen nach Bedarf zu stillen und er kriegt Essen wenn wir essen und wann er will!
Und ich merke wie sich die Milch wieder richitg auf ihn eingestellt hat!Habe wieder das Gefühl mein Kind wird von mir satt!Immerhin hatten wir die Stillmahlzeiten schon bis auf Nachts und morgensd komplett umgestellt!

Also, vetrau auf deinen Körper!Das funktioniert so wundervoll, ohne das man da eingreifen muß!

Lg Julia :slürp*
Muma mit BrüllLöwe( 06.2008) und Quengelmonster(02.2010) MauselinenPüppi(07.2013)
Schlüpfling (11.2020>
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