schilddrüse-milchbildung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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frau schneider
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schilddrüse-milchbildung

Beitrag von frau schneider »

kann mir vielleicht jemand erklären, wie die schilddrüse mit der milchbildung zusammenhängt?
ich hab jetzt ein bißchen rum gesucht und gefunden, dass es einen zusammenhang gibt, aber nicht welchen.

vielen dank und lg vom see
frau schneider
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lilafrosch
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von lilafrosch »

hallo frau schneider,
hast du denn ein problem mit der schildrüse?
meine wurde entfernt und es muss immer die richtige dosis l-thyrox her.
ich weiss nur, dass es in der schwangerschaft besonders wichtig war, da das kind sonst ein entwicklingsproblem bekommen hätte, aber in der stillzeit ist mir nix bekannt. es hat mich auch niemand mehr aufgeklärt.
bin gespannt, ob ich hier auch noch was neues erfahre.
liebe grüße
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frau schneider
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von frau schneider »

hallo lilafrosch,

nein, ich selbst nicht, aber eine mama aus der trageberatung. sie muss deshalb zufüttern.
aber weil ich davon noch nicht gehört hab, interessiert es mich jetzt einfach.

du hattest keine probleme in der stillzeit? hm, wahrscheinlich ist es ausschlaggebend, ob die schilddrüse zu wenig oder zu viel tut.

glg vom see
frau schneider
jusl
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von jusl »

Vereinfacht: TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon), kurbelt (indirekt) die Schilddrüsenhormonproduktion an und fördert auch die Prolaktinausschüttung. Schilddrüsenunterfunktion kann entsprechend die Milchbildung mehr oder weniger stark beeinträchtigen - in seltenen,schweren Fällen so sehr, dass praktisch kein Milcheinschuss stattfindet.
Schilddrüsenunterfunktion ist sicherlich, zusammen mit unentdeckter Insulinresistenz/PCOS und Plazentaretention, eine der medizinischen Hauptursachen für zu geringe Milchbildung oder ausbleibenden/unterdrückten initalen Milcheinschuss.
Das gute ist: sobald sie behandelt wird, löst sich auch das Milchmengenproblem.

LG,
Julia
frau schneider
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von frau schneider »

hallo julia,

das heißt aber doch, man kann etwas dagegen tun, muss also nicht hinnehmen, dass man zu wenig milch hat, oder?
wer kann einem da weiterhelfen? fa?

vielen dank und glg vom see
frau schneider
jusl
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von jusl »

Ja natürlich, das ist behandelbar. Ich schicke Frauen bei geringer Milchbildung, wenn Fehler im Stillmanagement ausgeschlossen sind, sofort zum Gyn (US des Uterus wegen möglicher Plazentareste und US des Brustdrüsengewebes) und Hausarzt bzw. Endokrinologen (Blutbild und Hormonstatus). Dabei wird die Ursache i.d.R. herausgefunden und kann direkt behandelt werden (es sei denn natürlich, der US zeigt eine schwere Brustdrüsenfehlbildung; da kann man nichts machen. Aber dann weiß man's immerhin und kann aufhören zu suchen.).

LG,
Julia
frau schneider
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von frau schneider »

vielen dank, julia!

ich werd mit der betreffenden mama mal reden, denn eigentlich will sie ja stillen. ich hoffe nur, sie hat sich innerlich noch nicht versabschiedet - die chancen stehen gut, sie füttert ja nur zu.

glg vom see
frau schneider
kristl
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von kristl »

sag der betroffenen mama sie soll sich am besten an http://www.dr-brakebusch.de/ bzw deren http://www.ht-mb.de/forum/ wenden...sie ist DIE expertin...viele andere experten kennen sich nicht wirklich aus..

ich bin dank ihr durch die schwangerschaft gekommen und hatte einen bomben milcheinschuss... :D

allerdings musste ich in der ss massiv steigern (l-Thyroxin) und auch jetzt immer wieder anpassen...

lg
Kristina mit G. 06/2009 und F. 08/2012
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Cassilda
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von Cassilda »

lt. meiner persönlichen Erfahrung (ich tuschte während der Stillzeit in eine Unterfunktion) hat sich die Milchproduktion nach den Jodgaben wieder normalisiert.
Ich musste nicht in der Schwangerschaft steigern aber dafür wie es scheint in der Stillzeit.

LG
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blueberry
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Re: schilddrüse-milchbildung

Beitrag von blueberry »

Ob Jod oder L-Thyroxin kommt natürlich auf die Art der Schilddrüsenstörung an. Jod hilft nur bei Jodmangel-Unterfunktion (soweit ich weiß).

Ich selbst habe eine (schon lange vor der Schwangerschaft festgestellte und mit Hormon behandelte) auto-immune Schilddrüsenunterfunktion (mein Körper greift meine Schilddrüse an). Meine Werte wurden in der Schwangerschaft engmaschig (beim Endokrinologen) kontrolliert und die Hormon-Dosis entsprechend schrittweise höherdosiert. Nach der Schwangerschaft dann (ca. 4-6 Wochen nach der Geburt) entsprechend auch wieder regelmäßig überprüft und entsprechend schrittweise wieder runterdosiert. Noch wird an der Dosis gefeilt (mein Baby ist jetzt 9 Monate alt). UND ich musste darauf achten, nicht zuviel Jod zu mir zu nehmen, da bei auto-immunen SChilddrüsenerkrankungen Jod-Einnahme den Auto-immun-Prozess "anheizt". Also gingen nur Schwangerschaftsvitamine, die NICHT mit Jod kombiniert waren.

Ich hatte auch Sorge gehabt wegen der Schilddrüsensache und dem Stillen, wurde aber von medizinischen Beirat der AFS beruhigt, dass mein Endokrinologe alles wichtige zu beachten scheint. Und sieheda - es gab auch kein Problem mit der Milchmenge :D (mein Baby war im Gegenteil immer seeeehr moppelig und stillt nach wie vor von Rumlutschen an Obst und Gemüse abgesehen fast voll 8) ).

Meinen Endokrinologen (zu dem ich recht weit fahre) hab ich übrigens über die Arztsuche im von kristl verlinkten Forum gefunden. Und ein Patientenratgeber-Buch von Dr. Brakebusch hat mir auch geholfen, die Sache mit der UF in der Schwangerschaft und Stillzeit schon etwas entspannter anzugehen - da dort stand, dass die Antikörper zwar milchgängig seien, aber deshalb dennoch kein Stillhindernis darstellen (was einem leider von manchen Haus- und KKH-Ärzten wohl immernoch erzählt wird :? ) :D
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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