Hausarzt rät zum Abstillen...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Tragling
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Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von Tragling »

Ich war jetzt mal bei meinem Hausarzt.

Ich bin einfach seit dem letzten Schwangerschaftsdrittel müde und nehme jeden Erkältung mit.

Seit der Geburt habe ich eine Sehnenscheidenentzündung, die nicht mehr weg geht und oft Schmerzen in den kleinen Gelenken (Fußknöchelchen, Finger- und Handknöchelchen).

Von meinen Hüftschmerzen red ich erst mal gar nicht - da muss ich noch zum Röntgen gehen...

Das Blutbild ist top und so meint mein Hausarzt, es läge wohl am Stillen und ich solle so schnell wie möglich mit dem Löffel füttern und abstillen.

Für mich ist das keine Alternative.

Ich wüsste auch gar nicht, wie ich das anstellen sollte.

Die Kleine isst nur mikroskopische Mengen, verweigert Schnuller und Flasche und stillt ca 99% ihres Nahrunsgsbedarfes... zudem sind die Nächte sehr anstrengend mit 2-stündigem Rythmus und wenn sie Dinge verarbeitet, dann oft noch mehr.
Das kann ich ihr doch nicht einfach wegnehmen??

Ich bin dauermüde, ausgepowert, kann mir die einfachsten Dinge nicht merken und die nächste Erkältung hat mich schon wieder fast eingeholt :shock:
Aber ich denke - das IST halt einfach so derzeit. Unabhängig vom Stillen.
Was mach ich denn, wenn die Kleine trotz Abstillen alle 2 Stunden in der Nacht kommt und ich habe nichts mehr, dass ich ihr zur Beruhigung anbieten kann??

gibt´s denn irgendwelche Hausrezepte oder dergl als Alternative zum Abstillen?

Die Ärztin hat mich jetzt an den Gyn verwiesen - ev wären ja die Hormone Schuld an meinem Zustand. Ich möge doch dort dann alles besprechen.
Jo.
Hab ich auch viel Hoffnung, dass da was anderes rauskommt... so engagiert wie ich die alle erlebe.

Ich bin grad ziemlich ratlos und auch etwas verzweifelt... :cry:
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jusl
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von jusl »

An Sehnenscheidenentzündung, Rheuma und anderen ortopädischen Problemen ist sicher nicht das Stillen schuld. Ganz Deutschland ist zur Zeit erkältet, und die größte Teil von ganz Deutschland stillt gerade nicht. ;-)

Wie wäre es, wenn Du doch noch mal einen anderen Allgemein-Arzt aufsuchst, der sich etwas mehr Mühe gibt, als nur kreativerweise von einem guten Blutbild auf die Tatsache zu schließen, dass Deine Beschwerden "wohl am Stillen liegen"??

LG und gute Besserung,
Julia
Tragling
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von Tragling »

jusl hat geschrieben: Wie wäre es, wenn Du doch noch mal einen anderen Allgemein-Arzt aufsuchst, der sich etwas mehr Mühe gibt, als nur kreativerweise von einem guten Blutbild auf die Tatsache zu schließen, dass Deine Beschwerden "wohl am Stillen liegen"??

LG und gute Besserung,
Julia
Das werde ich wohl machen.
Ich muss jedoch bis in den Jänner gedulden, erst im neuen Quartal steht mir ein Wechsel des Hausarztes zu ... :|
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Teazer
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von Teazer »

Tut mir leid, dass Du nicht fit bist. Ich kann das gut nachvollziehen. Habe auch seit Monaten eine SSE. Das nervt, tut weg und zehrt. Kommt da noch Schlafmangel hinzu kommt man schnell in die Überforderung und der Körper sagt STOPP.

Dein HA hat keine Ahnung, was auch an seinen "Lösungen" zu erkennen ist. Wenn Deine Blutwerte okay sind, dann hast Du keine Mangelversorgung. Daher ist der Tipp abzustillen völlig daneben. Und es würde Dir viel mehr Arbeit machen: Milchflaschen bedeutet Fläschen machen, säubern, sterilisieren (und darauf läuft es hinaus, wenn Dein Kind nicht plötzlich anfängt wie ein Scheunendräscher zu essen). Das braucht mehr Energie als das Stillen. ;-)

Isst Du genug und in Ruhe? Wie sieht's mit Deinem Schlafpensum aus? Entlastet Dich Dein Mann?

Es geht mir wesentlich besser seit ich den größen Teil des Tages mit meiner Maus im Schlafzimmer verbringe und im Haushalt liegen lasse was nur geht. Da muss natürlich mein Mann ran. Hauptsache Küche und Bad sind hygienisch sauber und notfalls muss man frische Klamotten halt aus dem nicht zusammengelegten Wäscheberg fischen. Das braucht zwar anfangs echt Überwindung, aber es hilft! Ich trage seit einer Woche keine Schiene mehr und creme auch nicht mehr (zum Schluss machte mir eher die Schiene Schmerzen :evil: ).

Im Schlafzimmer und ohne Hausarbeit kann sich meine SeSch schonen, denn ich muss meine Tochter nicht ständig von gefährlichen Sachen wegtragen, kann sie im Liegen stillen, ... Natürlich muss man sich dann noch gut ernähren und regelmäßig raus gehen.

Wenn Du selbst das Stillen nicht als Belastung siehst, dann lass es Euch nicht von selbsternannen Experten ausreden.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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kameramama
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von kameramama »

Hallo,

du hörst dich auch sehr ausgepowert an, den Hausarzt würde ich auch wechseln ob mit oder ohne stillen. Ich denke auch das du es leichter hast wenn du stillst- stell dir mal alle zwei Stunden aufstehen und Flasche machen vor- das wäre ja wohl noch schlimmer.
Ich finde da macht er/ sie es sich wirklich zu einfach. Hormone überprüfen ist schön und gut vielleicht kommt was raus vielleicht nicht.
Ich kann dir zu einem guten Homöopathen raten das kann auf lange Sicht eine gute Therapie sein.
Aber vor allen Dingen kannst du in die Sauna gehen und dir Fango und Massagen tun dir vielleicht auch gut und ich würde glatt noch die ein oder andere Hilfe für den Haushalt und Stunde für dich alleine mehr. Schwiegermutter und Mutter Tanten und Onkel einspannen.
Dich mit deinem Schatz etwas erholen.
Ich weiß das das leicht gesagt ist ABER es ist wichtig glaube ich vor allem wenn man stillt in anderen Dingen Unterstützung zu haben- einfach mal ein Essen kochen lassen und vorbeibringen oder Kinder beaufsichtigen während du in Ruhe badest oder ein Stunde spazierengehen nur du alleine oder ein zwei Maschinen Wäsche für dich machen... solche Sachen können ungemein entlasten. Und ansonsten spielt sich das alles denke ich doch wirklich ein.

Kopf hoch!
alles Liebe Tamali
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Tragling
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von Tragling »

Danke für Eure lieben Anregungen.

Also - wir sind ziemlich alleine mit der ganzen Situation. Unsere Familien sind 300 km weit weg.

Ich hab nicht nur die Kleine, die schon ganz schön mobil ist, sondern auch noch einen Hund, der auch so seine Bedürfnisse hat. Wobei uns die großen Waldrunden jeden Tag ja gut tun.
Und dann hab ich die letzten Monate ja auch noch abends und nachts immer gearbeitet von zu Hause aus...

Essen ist auch so eine Sache... ich muss mich da zZ richtig dazu zwingen. Nicht, dass ich nicht hungrig wäre. Aber das *was* und *wie* macht mir immer zu schaffen. Fertigprodukte mag ich nicht und selber kochen krieg ich oft organisatorisch nicht unter...

Meinen Mann mag ich nicht noch mehr strapazieren - er nimmt mir die erste und die letzte Hunderunde ab und auch die Kleine, wenn er abends heimkommt, damit ich arbeiten kann oder auch mal einfach blöd vor mich hingucken...

Und ich krieg die Krise, wenn der Haushalt zu sehr schleift - das halte ich nicht aus :oops:
ich könnte mich auch nicht den ganzen Tag in einem Raum aufhalten - obwohl es möglicherweise einiges erleichtern würde. Aber dafür bin ich viel zu... unruhig.

Schlafpensum. Ich habe seit die Kleine auf der Welt ist nie länger als 4 Stunden am Stück geschlafen. Und seit 3 Monaten sind wir bei einem 2-stündigem Rythmus in der Nacht gelandet...
Tagsüber schlafen schaff ich auch nicht. Mich treibt meine eigene Unruhe dann stänig an - auch wenn die Kleine Mittags schläft.

Hach. Irgendwie bin ich eh selbst schuld, wenn ich mir das so durchlese... :cry:

Ich möcht halt alles so gut wie möglich machen. Kind, Mann, Hund, Haushalt, Job...
Ich hatte immer stressige Jobs mit Verantwortung und ich nehme meine "neuen Aufgaben" sehr ernst.
Nur - irgendwie krieg ich es nicht gebacken. Dabei möchte ich doch nur meine Kleine und die Zeit mit ihr geniessen :(

Und mein Körper hat soviele Baustellen, dass ich gar nicht weiss, wo anfangen...
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kameramama
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von kameramama »

Du Ärmste,

das hört sich ja wirklich sehr heftig an. Ich verstehe ja das du alles so gut wie möglich machen willst erst recht wenn du es gewohnt bist soviel Verantwortung zu tragen.
Aber wenn ich das so lese dann bist du doch ziemlich traurig darüber wie es läuft und wie es dir geht.
Wenn deine Familie soweit weg lebt dann seid ihr ja wirklich mit allem ziemlich alleine. Darf ich mal fragen ob du deine Arbeitszeit irgendwie reduzieren kannst?
Oder ob ihr eine Haushaltshilfe einstellen könnt für ein- zweimal die Woche.
Hmm Gelassenheit zu lernen ist eine große Aufgabe aber wenn du damit anfängst indem du dir dein Baby beim schlafen betrachtest und dir dann überlegst was wichtiger ist als das- nicht das du jetzt für immer über dieser Betrachtung erstarrst aber vielleicht hilft dir das ein wenig die Wichtigkeiten zu klären.

hmm ich wünsche dir viele gute Einfälle.

Alles Liebe Tamali
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JUST-ME
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von JUST-ME »

@ Tragling
Für mich hört sich das total nach Burnout-Syndrom an... ich glaube du machst und willst einfach zu viel und gönnst dir deshalb zu wenig Ruhe... aber was rät man da? Ist ja nicht so das man sich mit Absicht zu viel zumutet, du schreibst ja schon das du so unruhig bist und ständig in Aktion sein muss.
Liebe Grüße von ME mit Mini-ME (*06/10) an der Hand und Micro-ME (*02/12) im Arm

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feuerdrache
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von feuerdrache »

SOFORT AUF DIE BREMSE

Ich war genauso und bin dann total zusammengebrochen. Ein Psychiater könnte wahrscheinlich eine Haushaltshilfe verschreiben.

Und Du brauchst unter allen Umständen mehr und regelmäßigen Schlaf.

Und einen Profi der verhindert dass Du total zusammenbrichst, denn dann ist für länger dere Ofen aus- ich habs hinter mir und weiß wovon ich rede,

Und ab 19 uhr kein Computer und kein Haushalt mehr- unter keinen Umständen. Ich denke Dir würde Urlaub oder eine Mutter Kind Erholung seeeehr helfen!

Bitte tritt sofort auf die Bremse!
Uta
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Re: Hausarzt rät zum Abstillen...

Beitrag von Uta »

Stillen ist schon körperlich anstrengend, das vergisst man gerne mal. Allerdings denke ich, dass es bei dir wohl wirklich weniger das Stillen ist, was dich krank werden lässt, sondern der allgemeine Stress. Du solltest schon versuchen, mehr zu schlafen, auch mal tagsüber. Und den Haushalt mal Haushalt sein lassen, auch wenn es dir schwerfällt.
Uta (mit R., 06/02, J., 09/05, D., 07/08 und M, 07/11)
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