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Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 12:20
von lysa
Liebes Forum,
bei mir steht eine sehr traurige Entscheidung an: Ich muss nun doch and er Bandscheibe operiert werden und sehe keine andere Möglichkeit, als vor der OP abzustillen. Nicht wgen der Narkose - ich weiß, dass diekein Problem ist - sondern aus mehreren anderen Gründen:
1. sehe ich mich nicht in der Lage, frisch operiert 5-7mal pro Tag im KH abzupumpen (denn so oft trinkt SÖhnchen noch pro Tag, und genauso oft müsste ich ja abpumpen, um die Milchproduktion aufrechzuerhalten, richtig?). Ich werde dann nicht mal sitzen können - und im Liegen im Vierbettzimmer pumpen, mit anderen Patienten und deren Besuch dabei - wuuuuaaaaah. Außerdem reagiert mine Brust schon auf kleine Unregelmäßigkeiten mit Milchstau, und ich habe große Angst, den im KH noch zusätzlich zu bekommen.
2. kann mir Söhnchen auch nicht regelmäßig zum Stillen gebracht werden. Mein Mann muss sich noch um usnere Große kümmern und hat keine HIlfe, außerdem ist das KH 1 Std. von usnerer WOhnung entfernt, da wird maximal ein Besuch pro Tag möglich sein.
3. steht nicht fest, welche Medikamente ich nach der OP brauche. Im besten Fall komme ich mit stillverträglichen hin, aber genausogut können Muskelrelaxanzien, Neuroleptika oder Opioide ins Spiel kommen, und dann könnte ich sowieso nicht stillen.
Söhnchen akzeptiert die Flasche, daher ist das kein Problem, aaaaaaaber...ich bin so traurig, denn ich wollte noch ganz lange weiterstillen!

Trotzdem traue ich mir die Pumperei nicht zu und habe eben auch große ANgst vor Milchstau in dieser Situation. Seht Ihr irgendeine Möglichkeit, quasi mit Hintertürchen abzusstillen? Also die Milchproduktion auf kleinstem Level aufrechtzuerhalten (z.B. mit 1mal Pumpen pro Tag) und nachher, wenn alles gut läuft, quasi zu relaktieren? Ich weiß, ich frage nach der eierlegenden Wollmilchsau, aber viellciht habt Ihr irgendeine hilfreiche Idee? Danke!
LG
lysa
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 12:28
von hajar
bin zwar kein experte, wollte dich aber nicht wegklicken. du klangst so traurig.
so theoretisch vorstellen könnte ich mir das schon, dass du nur wenig stillst/pumpst und später wieder mehr... aber wart mal auf die stillberaterinnen!

Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 14:46
von jusl
Also die Milchproduktion auf kleinstem Level aufrechtzuerhalten (z.B. mit 1mal Pumpen pro Tag) und nachher, wenn alles gut läuft, quasi zu relaktieren?
Ich sehe darin eigentlich kein Problem - finde es übrigens ganz toll, wie Du nach Lösungen suchst, um hier die beste Möglichkeit für Euch alle herauszufinden!
Wann ist denn Deine OP? Bei bekannter Neigung zu Milchstau wäre es sicherlich günstig, frühzeitig zu beginnen, die Milchproduktion herunterzufahren, z.B. über konsequentes weniger-Stillen oder Pumpen. Mehr als eine Mahlzeit pro Woche würde ich da nicht empfehlen, sprich: diese Woche noch 5 mal stillen, nächste Woche noch 4 mal, übernächste noch 3 mal usw. - solltest Du das Gefühl, dass dieses Tempo schon zu hoch ist, lieber langsamer machen und/oder unterstützende Maßnahmen ergreifen wie Kühlen usw.
In den 1-2 Wochen vor der OP wäre es günstig, wenn Du auch mal einen Tag mit stillen/pumpen aussetzen könntest, ohne dass Völlegefühl entsteht, denn es ist gut möglich, dass Du am OP-Tag selbst, und danach vielleicht auch, GAR NICHT zum Pumpen kommen wirst; dies sollte dann keine Probleme machen.
Danach könntest Du Deine Milchmenge ebenso sachte wieder steigern, wenn Ihr weiter/wieder stillen möchtet.
LG und alles Gute für die OP,
Julia
PS: lass mich dennoch kurz richtig stellen, dass auch eine Post-OP-Medikation, die über rezeptfreie Schmerzmittel deutlich hinausgeht, Stillen nicht ausschließt

Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 15:32
von lysa
anke für Eure lieben Antworten!
Julia, Du machst mir Mut - jetzt heule ich schon wieder
Einen OP-Termin habe ich noch nicht, weil ich erst meinen hartnäckigen Reizhusten loswerden muss. Wenn der weg ist, könnte/sollte es allerdings recht schnell gehen. Au weh, dass ich so lange zum geplanten Abstillen brauche, hätte ich nicht gedacht. Ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht damit angefangen, weil ich einfach nicht an den Gedanken ran konnte...
Welche unterstützenden Maßnahmen außer Kühlen gibt es noch zum "kontrollierten Runterfahren"? Und kühlen müsste ich immer nach dem Stillen oder wie?
Und glaubst Du denn, dass Söhnchen dann wieder an die Brust will - die ja dann kaum etwas hergeben wird? Mit dem Becher kann er, während ich weg bin, leider nicht gefüttert werden, er wird dann also an die Flasche gewöhnt sein. Darin sehe ich eigentlich die größte Gefahr.
Was die Medikamente angeht: Ich habe mich in den letzten Monaten sehr ausführlich mit den Möglichkeiten beschäftigt, sonst hätte ich die Zeit mit diesen Schmerzen gar nicht überstanden. Sollte ich da etwas Wichtiges übersehen haben? Ibu meinte ich natürlich nicht in rezeptfreier Dosierung, sondern in der verschreibungsflichtigen 800er. Opioide gehen, soweit ich weiß, höchstens in Einzeldosen, Muskrelrelaxanzien gar nicht, Novalgin und Neuroleptika wie Gabapentin oder Lyrica auch nicht. Prednisolon ist eine gute Möglichkeit bei entzündungsbedingten Schmerzen, immerhin, aber mehr fällt mir nicht ein, was nach einer Bandscheiben-OP noch in Frage käme. Hast Du noch einen konkreten Hinweis?
Danke nochmals!
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 16:10
von jusl
Au weh, dass ich so lange zum geplanten Abstillen brauche, hätte ich nicht gedacht. Ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht damit angefangen, weil ich einfach nicht an den Gedanken ran konnte...
Ich weiß nicht, ob DU so lange brauchst - manche kann sicherlich auch schneller problemlos abstillen, aber bei ausdrücklicher Stauneigung würd ich lieber eher langsam machen.
Welche unterstützenden Maßnahmen außer Kühlen gibt es noch zum "kontrollierten Runterfahren"? Und kühlen müsste ich immer nach dem Stillen oder wie?
Einfach das übliche: enger BH, Salbeitee, homöopathische Unterstützung, beständiges Kühlen (auch zusätzlich, nicht nur nach dem Stillen)
Und glaubst Du denn, dass Söhnchen dann wieder an die Brust will - die ja dann kaum etwas hergeben wird? Mit dem Becher kann er, während ich weg bin, leider nicht gefüttert werden, er wird dann also an die Flasche gewöhnt sein. Darin sehe ich eigentlich die größte Gefahr.
Das kann ich nicht abschätzen, geschweige denn sicher beantworten - ich kenne Euch ja nicht. Es gibt Kinder, die sind dann abgestillt, da kann man dann Kopfstand machen; das nützt nichts. Genauso gibt es Kinder, die stillen nach mehrwöchiger Pause ganz normal, als wär nie was gewesen. Wenn die OP notwendig ist, wirst Du das Risiko eingehen müssen.
Ibu meinte ich natürlich nicht in rezeptfreier Dosierung, sondern in der verschreibungsflichtigen 800er.
Naja, eine 800er Ibu ist das gleiche wie zwei 400er Ibu

.
Opioide gehen, soweit ich weiß, höchstens in Einzeldosen, Muskrelrelaxanzien gar nicht, Novalgin und Neuroleptika wie Gabapentin oder Lyrica auch nicht.
Das stimmt so nicht (weiß ich von eigener OP

) - aber hier im SuT kann leider keine personalisierte Medikamentenberatung stattfinden. Aber mit etwas Recherche bei embryotox wirst Du feststellen, dass meistens doch was geht.
LG;
Julia
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 16:14
von lysa
jusl hat geschrieben:
Opioide gehen, soweit ich weiß, höchstens in Einzeldosen, Muskrelrelaxanzien gar nicht, Novalgin und Neuroleptika wie Gabapentin oder Lyrica auch nicht.
Das stimmt so nicht (weiß ich von eigener OP

) - aber hier im SuT kann leider keine personalisierte Medikamentenberatung stattfinden. Aber mit etwas Recherche bei embryotox wirst Du feststellen, dass meistens doch was geht.
LG;
Julia
Hm, jetzt bin ich irritiert. All mein Wissen stammt ja von Embryotox
Trotzdem danke!
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 16:22
von lysa
Ach, vielleicht meintest Du die Opioid-Möglichkeiten wie Fentanyl? Habe ich nicht erwähnt, weil das nach dem WHO-Stufenschema erst nach Versagen von Tramadol und Tilidin (die nur in Einzeldosen möglich sind) angewandt wird und mir das bisher kein Arzt geben wollte. Daher bin ich davon ausgegangen, das das nach der OP genauso sein wird...
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 16:26
von nwsurgeon
Hallo,
zum Thema Abpumpen im Krankenhaus, gibt es dort eine Geburtsabteilung? Vielleicht könntest Du gleich dort ein Plätzchen bekommen. Falls Du dort kein Bett bekommst könntest Du zumindest im Stillzimmer abpumpen wenn Du wieder etwas mobiler bist. Und wenn Du gaaaanz lieb fragst, vielleicht kann Dein Kleiner ja mit aufgenommen werden? Das finde ich bei einem Baby von 10 Monaten nicht übertrieben. Falls Dein Rücken das mitmacht.
Alles Gute für die OP
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 16:45
von lysa
nwsurgeon hat geschrieben:Hallo,
zum Thema Abpumpen im Krankenhaus, gibt es dort eine Geburtsabteilung? Vielleicht könntest Du gleich dort ein Plätzchen bekommen. Falls Du dort kein Bett bekommst könntest Du zumindest im Stillzimmer abpumpen wenn Du wieder etwas mobiler bist. Und wenn Du gaaaanz lieb fragst, vielleicht kann Dein Kleiner ja mit aufgenommen werden? Das finde ich bei einem Baby von 10 Monaten nicht übertrieben. Falls Dein Rücken das mitmacht.
Alles Gute für die OP
Auf die Idee mit der Geburtsabteilung bin ich noch gar nicht gekommen. ALlerdings hat mein Neurochirurg dort Belegbetten - ich denke nicht, dass ich dann in einer anderen Abteilung unterkommen könnte. Aber vielleicht ist sie ja nicht so weit weg, dass ich ggf. das Stillzimmer nutzen kann.
Söhnchen mit aufnehmen halte ich allerdings nicht für möglich - für mich nicht, denn ich habe nach der OP für 6 Wochen absolutes Hebeverbot
Danke fürs Mitdenken!
Re: Abstillen mit Hintertürchen?
Verfasst: 29.11.2010, 16:49
von nwsurgeon
Hallo,
mit Belegbetten ist doch perfekt, dann hat er doch eh nicht seine eigene "Station" und kommt nur zu Visite vorbei.
LG