Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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chennai
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Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von chennai »

Meine Schwägerin hat am 30.8. ihren Sohn entbunden, ausgerechnet war er am 5.10. Der Kleine kam mit 1600 g zur Welt, wurde jetzt Samstag mit 2200 g aus der Klinik entlassen. Mit ihrer Milchproduktion hat es wohl sehr gut geklappt, sie konnte super abpumpen und hatte nach 2 -3 Wochen schon ca. 10 l vorrat angelegt. Stillen klappte auch zunehmend besser, natürlich war der Kleine die Flasche gewohnt und an der Brust dann etwas ermüdet, aber soweit ich weiß, ging es immer besser an der Brust.

Heute höre ich nun, dass sie zufüttert, auf Ansage des Arztes hin, weil angeblich ihre Milch nicht genügend Nährstoffe habe. Ich hab das nun bisher nur über 5 Ecken gehört, ich weiß also nicht, ob es ein doofer Arzt ist, der von Mumi generell spricht oder ob man tatsächlich IHRE Milch untersucht hat und festgestellt hat, dass die nicht dick genug ist oder so. Morgen werden wir sie besuchen und ich würde ihr gerne etwas handfeste Informationen geben können. Kann das also sein, dass speziell IHRE Milch nicht nahrstoffreich genug ist? Andererseits hat der Kleine ja bisher super zugenommen mit IHRER Milch, warum soll das also plötzlich nicht mehr gut sein? Das Stillen nach Bedarf werd ich ihr auf alle Fälle noch mal ans Herz legen, aber gibt's sonst noch Tipps?

Vielen Dank!
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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GwAMg

Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von GwAMg »

Sorry, aber das ist absoluter quatsch!

Ich kenn das von vielen Müttern die ihre Kids in den 80gern bekamen...da wurde auch bei vielen die Milch getestet und für schlecht befunden :roll:
Die Testlabore waren vermutlich von Humana :roll: :roll:
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chennai
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von chennai »

Ana, das denk ich rein vom Gefühl her auch, ich hätte aber halt zusätzlich gern etwas fundiertere Infos, mit denen ich auch tatsächlich überzeugen kann...

Auf ner Frühchen-Seite hab ich nun die Info gefunden, dass man die Milch auch im Kühlschrank aufrahmen lassen kann und dass der Fettgehalt bei erwärmten und massierten Brüsten steigt. Könnt ihr das so bestätigen? Das wären ja gut umsetzbare Tipps...
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GwAMg

Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von GwAMg »

Hm, ob der Fettgehalt steigt weiß ich nicht...

Das mit dem Aufrahmen kenn ich so auch, damit kann man halt schwache Kinder aufpäppeln...aber die Kinder brauchen ja auch Flüssigkeit, meine persönliche Meinung ist, stillen nach Bedarf reicht vollkommen aus, einen schläfrigen Säugling würde ich allerdings öfter wecken, bzw die Brust öfter anbieten als das Kind danach verlangt.

Wie äußert sich denn diese angeblich schlechte Qualität beim Kind?

Ist das Kind deiner Freundin denn eher unzufrieden (allerdings hat das Baby ja auch viel durchgemacht, es muss ja nicht immer der Hunger sein...leider wird generelle Unzufriedenheit eines Babys oft der Qualität und oder Menge der Muttermilch zugeschrieben :? )
Hat es den irgendwelche "Mangelerscheinungen" ?
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Picada
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von Picada »

Hallo,
also es heißt doch, die Mumi passt sich dem Bedarf des Kindes an?! Was soll dann daran ungenügend sein?! Vor allem, wenn´s Kind zunimmt - das ist doch das beste Zeichen, dass die Mumi gut ist! Solange die Gewichtzunahme stimmt würde ich mich von keinem verunsichern lassen!
Viele Grüße
Picada mit Still- und Trage-Töchterchen (*16.04.2010)

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Jean Paul
jusl
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von jusl »

Liebe chennai,

klasse, dass Du Deiner Freundin helfen willst und Dir dazu "handfeste und fundierte Info" wünschst.
Das Problem daran ist nur, dass wir hier mit Berichten wie "Meine Freundin hat das Problem X, ihr Arzt sagt Y , genaueres weiß ich aber auch nicht" aber auch keine handfeste und fundierte Info haben, um entsprechend handfest und fundiert antworten zu können. ;-) "Second Hand"-Beratung ist praktisch nicht möglich.

Sicher ist:
Muttermilch ist die ideale Nahrung für Frühgeborene. Bei sehr kleinen Frühgeborenen (i.d.R. <1500g) muss die Muttermilch aber mit sog. Fortifiern supplementiert werden, v.a. mit Eiweiß und Mineralstoffen.
Da das Baby Deiner Freundin bislang gut zunahm, ist eine "schlechte Qualität" der Milch absolut ausgeschlossen (es gibt nur sehr wenige mütterliche Erkrankungen, bei denen sich die Zusammensetzung der Muttermilch tatsächlich derart ändert, dass das Kind nicht "einfach so" gestillt werden kann). Abgepumpte Milch aufrahmen zu lassen (um v.a. das Milchfett zuzufüttern) ist möglich und es gibt auch Indikationen dafür, aber dies ist nicht sinnvoll, wenn dafür gar keine Veranlassung besteht. Ein gut zunehmendes Kind braucht solche Maßnahmen NICHT.
Als Frühgeborenes wird das Baby höchstwahrscheinlich (weiterhin) Nährstoffsupplemente erhalten (entweder gezielt einzelne Stoffe wie Eisen usw., oder die erwähnten Fortifier). Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass insb. kleine Frühgeborene mit Muttermilchernährung plus individuell abgestimmter Supplementierung besser gedeihen als mit Muttermilchernährung ohne Supplementierung.

Bezogen auf Deine Freundin (trotz spärlicher Info ;-)): Ganz bestimmt ist mit ihrer Milch alles in Ordnung, aber ihr Baby hat als Frühgeborenes möglicherweise einen darüberhinausgehenden Nährstoffbedarf. Ihr Kind sollte also am besten weiterhin nach Bedarf gestillt werden und zusätzlich dazu eine sinnvolle Supplementierung bekommen.

LG;
Julia
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von kilianmami »

Mein Kleiner war auch ein Frühchen und hat zusätzlich zur Muttermilch FMS bekommen. Das ist ein hochkalorisches Pulver und wird mit oder zur Muttermilch gegeben (läßt sich in Wasser auflösen). Sollte sie aber auf jeden Fall mit ihrem Kinderarzt besprechen. In vielen Kilniken gibt es eine sog. FG_Nachsorge, die sind was solche Dinge betrifft meist fitter als der niedergelassene Kinderarzt. Viel Erfolg
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chennai
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von chennai »

prima, vielen dank, wenn das also einfach nur kunstmilch ist, was sie zufüttert, ist kritisches hinterfragen angesagt, wenn es nährstoff-supplementierung ist, könnte das wohl i.o. sein, ja?

wir gehen ja heute hin, da hab ich dann hoffentlich etwas fundiertere infos, die ich hier dann auch einbringen kann. erst mal ist mir aber mit den beiträgen hier in der hinterhand schon mal viel wohler.

DANKE!!!!!
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von jusl »

Du könnest sie auf jeden Fall noch darauf hinweisen, dass Saugflaschen zum notwendigen Zufüttern oder Verabreichen von Supplementen oder Medikamenten generell besser gemieden werden sollten. Günstiger ist saugfreies Zufüttern mit Becher oder Löffel, damit das Saugen an der Brust nicht beeinträchtigt wird.

LG,
Julia
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chennai
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Re: Frühchen Zufüttern wegen schlechter Milchqualität?

Beitrag von chennai »

So, wir sind zurück, mit mehr Infos - hahnebüchenen :( Der Kleine hat also toll zugenommen, hat schon 2,5 kg jetzt. eiweiß-Supplemente hat man daraufhin weg gelassen, weil er sonst zu schnell zunehmen zu drohte. Die Zufütterei mit Kunstmilch beruht nun allein auf der Aussage der Kinderärztin, die riet, die Fütterfrequenz von eh schon wenigen 8 langsam auf 7 x pro Tag runterzufahren. Söhnchen wacht aber dazwischen auf und schreit wegen Hunger oder Bauchkrämpfen (welches von beiden das Hauptproblem ist, kann die Mutter nicht so sagen - ich frag mich grad, warum ich ihr nicht gesagt habe, dass wenn es Hunger ist er ja aufhört, wenn sie stillt...). Daher also die Theorie, dass evtl. Kunstmilch ihn besser sättigt. :shock:
Ich hab ihr gesagt, dass 10-12x pro Tag stillen durchaus normal sind und nur durch das bedarfsgerechte Stillen die Produktion geregelt wird. Aber die Produktion ist im Moment eh noch nicht das Thema, denn sie pumpt fleißig ab. Der Sohn stillt zwar auch, bekommt aber auch Fläschchen.
Da sie nicht so voll auf meine Argumentation usw. eingestiegen ist, wollt ich auch nicht zu missionarisch rüberkommen und hab ihr dann nur empfohlen mal eine Stillberaterin von LLL zu kontaktieren. Sie hatte sich immer so rausgeredet, dass das Zufüttern nur mal jetzt so zum Probieren sei, aber vielleicht ist sie trotz allem etwas ins Zweifeln gekommen. Ansonsten kann ich wohl nicht viel machen, sie möchte schon gerne stillen, aber ich hab das Gefühl, dass sie 'Fachleuten' wie der Kinderärztin da durchaus vertraut. Sollte irgendwann die Produktion doch bergab gehen, erinnert sie sich vielleicht noch mal an die Stillberaterin...

Hachja, ist wirklich manchmal schwer, andere einfach machen zu lassen, wenn man der Überzeugung ist, dass es so nicht gut läuft. :?

Danke an euch aber, v.a. Jusl!, für die guten Infos und Tipps!
Lieben Gruß,
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