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Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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annanna
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Beitrag von annanna »

Hall zusammen!
Ich bin ganz neu hier undweiß jetzt nicht so recht ob das ins Still- oder ins Schlafforum gehört - ist bei uns schließlich eng miteinander verbunden :) Also:

Meine Kleine hat die ersten drei Monate fast ausschließlich an der Brust verbracht, weil sie sonst nur geschrien hat. Mittlerweile ist sie 5+ Monate alt und Stillen interessiert sie nur noch wenn sie Hunger hat oder müde ist (sie wird in den Schlaf gestillt, anders geht gar nicht - außer manchmal im Tragetuch). Nur findet sie trotz Stillen mittlerweile nur noch schwer in den Schlaf. Oft trink sie ganz lange, spuckt dann einen großen Teil wieder aus und dann geht es weiter. Teilweise weint sie auch, weil sie nicht in den Schlaf findet. Sucht aber nach kurzer Zeit immer wieder nach der Brust. Mittlerweile weiß ich echt nicht mehr, ob das noch gut ist für sie ist. Ich habe es in meiner Verzweiflung auch schon mit begleitetem Schreien versucht (also Baby in Arm, nicht alleine im Bett!) weil sie ja eh ganz dolle geweint hat, auch beim Stillen. Aber sie hat dann doch immer wieder nach der Brust gesucht und ich habe sie ihr ziemlich schnell auch wieder gegeben, weil sie mir so leid tat in ihrer Verzweiflung, aber dann hat sie wieder getrunken, sich wieder übergeben, wieder geheult.
Ich weiß echt nicht mehr weiter. Manchmal denke ich sogar, dass ich ihr mit der Brust vielleicht sogar "den Mund stopfe", sozusagen ihre Emotionen unterdrücke. Aber sie weint ja echt nur, wenn sie müde ist und nicht einschlafen kann und einschlafen kann sie überhaupt nur mit Brust - also erscheint mit die Brust wegzunehmen auch nicht als gute Lösung für das Problem.
Meist lege ich mich einfach mit ihr ins Bett - sie darf nuckeln wenn sie will und sie darf auch schreien wenn sie will, sie weiß ja wo die Brust ist. Aber wenn sie dann immer wieder noch während des Trinkens große Mengen ausspuckt, dann kann das doch auch nicht die Lösung sein, oder?
Ichg glaube, meine Angst ist, dass ich ihr gerade eine Essstörung antrainiere. Kann das sein?
mit Küken 02/2010
annanna
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von annanna »

OT: kann man Beiträge ändern? Da sind ja grausig viele Tippfehler drin!
mit Küken 02/2010
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Daria
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von Daria »

Hallo!

Also Euere Situation ist nicht so ungewöhnlich. Babies wollen gern schlafen und finden nicht in den Schlaf. Dann suchen sie sich eine Beruhigung -Saugen- , das bringt aber auch nicht immer den gewünschten Erfolg ;-)
Merkst Du, ob sie saugt oder nuckelt? Also, kommt immer Milch? Manche Kinder "können" den Unterschied, meine aber zB nicht. Bei uns hilft es, zum Einschlafen einen Nuckel anzubieten. Meine Tochter stillt gern und viel, aber wenn sie richtig müde ist, will sie einen Nuckel, aus dem nichts kommt. Wir hatten auch lange das Problem, dass ihr beim Stillen zuviel Milch kam und die dann auch wieder rauskam...

Hast Du das mal ausprobiert? Dein Baby ist ja schon größer, so dass wohl keine Gefahr mit Saugverwirrung gegeben sein dürfte.
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von Daria »

annanna hat geschrieben:OT: kann man Beiträge ändern? Da sind ja grausig viele Tippfehler drin!
nein, nur in Bilder-Unterforen ;-)
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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Iris
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von Iris »

Ja, ich tendiere auch in Darias Richtung.
Andererseits erinnert mich Deine Befürchtung, Du könntest Emotionen unterdrücken, indem Du Deinem Kind immer die Brust in den Mund stopfst, an das hier: Warum Babys weinen
Kurz gefasst: Hier wird empfohlen, nicht jedes Mal sofort ein Beruhigungsprogramm à la "Du musst doch nicht weinen" zu starten, sondern anzuerkennen, dass das Baby jetzt weinen "muss". Das klingt jetzt erstmal furchtbar und überhaupt nicht in unser Forum passend. Aber wenn die Ursache für das Schreien eben nicht Hunger oder ungestilltes Nähebedürfnis ist, sondern Überreizung oder ein nicht verarbeitetes Geburtstrauma, dann klingt es für mich plausibel, dass das Kind sich "einfach" ausweinen muss. Und zwar nicht allein im dunklen Raum, sondern ganz fest gehalten in Mamas oder Papas Armen. Ich habe mit meinen Kindern mehrmals solche Situationen erlebt, wo ich genau gespürt habe, dass jetzt wirklich Ausweinen nötig ist. Es war eine bewegende und - hier bin ich mir ziemlich sicher - heilende Erfahrung.
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Daria
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von Daria »

Stimmt, danke für die Ergänzung, Iris. Beim Schreiben hab ich genau so etwas auch gedacht - dann war ich kurz abgelenkt - und hatte die zweite Hälfte meines Posts wieder vergessen... :oops:

Viele Kinder sind/werden unruhig, wenn sie müde sind und schlafen wollen. Und auch so haben sie einfach manchmal ein Ausdrucksbedürfnis - das kann sich ja nur in Schreien äußern weil sie noch nichts anderes können.
Mein Sohn war auch so ein Baby. Er hat sich sehr sehr lange gegen Einschlafen gewehrt, warum auch immer. Da half kein Einschlafstillen - wollte er nicht - und kein Nuckel und kein in den Arm nehmen. Wir waren da, bei ihm, in spürbarer und riechbarer Nähe - und trotzdem hat er sich wochenlang in den Schlaf geweint, oft echt gebrüllt...
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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annanna
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von annanna »

Iris hat geschrieben:Ja, ich tendiere auch in Darias Richtung.
Andererseits erinnert mich Deine Befürchtung, Du könntest Emotionen unterdrücken, indem Du Deinem Kind immer die Brust in den Mund stopfst, an das hier: Warum Babys weinen
Kurz gefasst: Hier wird empfohlen, nicht jedes Mal sofort ein Beruhigungsprogramm à la "Du musst doch nicht weinen" zu starten, sondern anzuerkennen, dass das Baby jetzt weinen "muss". Das klingt jetzt erstmal furchtbar und überhaupt nicht in unser Forum passend. Aber wenn die Ursache für das Schreien eben nicht Hunger oder ungestilltes Nähebedürfnis ist, sondern Überreizung oder ein nicht verarbeitetes Geburtstrauma, dann klingt es für mich plausibel, dass das Kind sich "einfach" ausweinen muss. Und zwar nicht allein im dunklen Raum, sondern ganz fest gehalten in Mamas oder Papas Armen. Ich habe mit meinen Kindern mehrmals solche Situationen erlebt, wo ich genau gespürt habe, dass jetzt wirklich Ausweinen nötig ist. Es war eine bewegende und - hier bin ich mir ziemlich sicher - heilende Erfahrung.
Das habe ich auch gelesen. Deswegen wahrscheinlich mein Verdacht. Gleichzeitig war mir bei den zwei Versuchen, die ich in diese Richtung gemacht habe dermaßen unwohl, und die Angst groß, dass ich doch gegen ihren Willen handle, weil sie nach wenigen Minuten wie verrückt nach meiner Brust gesucht hat und als sie sie dann endlich im Mund hatte so einen lauten Erleichterungsseufzer von sich gab.
Ich denke es kommt immer drauf an, wie man das Schreien interpretiert. Ich habe in meinem Kopf immer gehört: "Ich bin so müde und kann nicht schlafen - warum hilfst du mir nicht???" Deswegen bin ich dazu übergegangen, mich einfach mit nackter Brust neben sie zu legen, ein Arm fest um sie geschlungen und sie hat an- und abgedockt wie sie wollte, hat mal zwei Schlucke genommen dann wieder ein paar Sekunden geschrien, immer wieder im Wechsel, mal war auch ein paar Minuten Schreien dabei, dann aber immer wieder die Suche nach der Brust. Nach 5-10 Minuten ist sie dann immer eingeschlafen. Wesentlich kürzer, als wenn ich sie wegen dem Schreien nochmal durch die Gegend getragen, also abgelenkt habe. Aber auch viel kürzer, als sie in meinem Arm ohne Brust geschrien hätte. Jetzt ist halt das viele Spucken noch dazugekommen und ich bin mir schon wieder unsicher, in ihrem Interesse zu handeln.
Wie merke ich denn, ob die Kleine sich ausweinen muss oder ob sie nur verzweifelt ist, weil sie nicht einschlafen kann? Im Moment habe ich echt das Gefühl, egal was ich mache, es ist falsch.

@daria:
nur nuckeln kann sie schon, macht sie oft auch nachts, wenn sie nach einer kurzen schlafphase aufwacht. aber abends beim einschlafen saugt sie immer wie verrückt obwohl gar nichts mehr reinpasst.
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von annanna »

So, ich bins noch einmal. Habe im Moment Schwierigkeiten, meine Gedanken zu formulieren. Das Küken ist nicht die einzige mit zu wenig Schlaf!

Also, ich finde die Idee, dass Babys sich mal ausweinen müssen sehr plausibel. Muss ich ja auch hin und wieder.
Was mich am Gedankengang aber wieder stört ist folgendes:
1. Der Autor von "Warum Babys winen" argumentiert ja gegen Stillen nach Bedarf, damit man weiß, wann das Kind an die Brust soll und wann nicht. Das finde ich aber einfach nicht okay.
2. Wenn ein Baby nicht selbst einschlafen kann, sondern nur mit Brust oder durch Schaukeln und es weint, weil es müde ist (Müdigkeitszeichen sind in unserem Fall IMMER da, bevor sie weint) oder überreizt, man es dann in seinem Arm weinen lässt, um sich auszuweinen - wie soll das Kind dann in den Schlaf finden (wenn es sich genug ausgeweint hat und wirklich nur noch schlafen will? Man nimmt ihm doch jede Hilfe weg. Das macht mir etwas Angst
Ich hatte vor Kurzem mal so einen Tag: ich war total übermüdet und konnte einfach nicht einschlafen. Habe mich dann an meinen Mann gekuschelt, ihm mein Leid geklagt und mich tatsächlich in den Schlaf geweint. Wen mein Mann jetzt gesagt hätte: Du kannst dich ruhig ausweinen aber wie stehen dabei draußen in der Kälte vor der Tür, dann hätte mir das Weinen nichts gebracht, weil ich ja trotzdem nicht hätte einschlafen können. Da hätte ich mich von meinem Mann sehr im Stich gelassen gefühlt.
Trotzdem leuchtet mir das Ausweinen-Müssen als Idee total ein. Ich finde es nur in der Praxis sehr schwierig
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Daria
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von Daria »

ich stimme dir zu.
ich finde das auch falsch, dass gegen stillen nach bedarf argumentiert wird. zumal wir ja hier nicht immer klar zwischen stillen und beruhigungssaugen unterscheiden.
also: nur das mitnehmen, was für einen selber passt ;-)

und zum anderen punkt. die situation IST einfach blöd. aber wir können nur so viel tun, unseren kindern die auswahl anzubieten und sie nehmen sich widerum, was ihnen passt. wenn es ihr hilft, ab und an zu nuckeln oder zu trinken, sie dann zwischendurch aber trotzdem ihren unmut äußern will, dann ist das halt so. heisst ja nicht, dass ihr durch dich nicht trotzdem geholfen wäre. vielleicht (oder sicher) wäre es schlimmer, wenn du einfach gingest und sagst "sie ist nur müde und will in den schlaf finden". selbst dann, wenn das so ist und es nicht offensichtlich ist, dass es sie stört, würde ich sie mit meiner bloßen anwesenheit unterstützen wollen.
warum nimmst du ihm jede hilfe? wenn es weinen kann und unterstützt wird darin, dass das so in ordnung ist (und nicht dauernd hört "schsch, musst nicht weinen, hör auf, ich schaukel dich, usw), dann ist das doch auch eine hilfe. manchmal ist es ja auch feststellbar, was dem kind am meisten hilft - nuckeln, getragen oder geschaukeln werden oder so. bei meiner tochter zb hilft ganz gut, einen arm quer über sie drüber zu legen und sie zu "beschweren", das gibt ihr scheinbar sicherheit.
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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annanna
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Re: trinken, spucken, trinken, spucken, etc.

Beitrag von annanna »

Die Hilfe zum Einschlafen nehme ich ihr dann, wenn ich ihr zum Ausheulen die Brust nicht mehr anbiete. Da meine Tochter ohne Brust überhaupt gar nicht einschlafen kann, müsste sie dann ja solange schreien, bis sie vor lauter Erschöpfung zusammenbricht. Ich war deswegen eigentlich ganz zufrieden mit der Lösung, sie selbst bestimen zu lassen, wann sie lieber schreien und wann sie doch lieber wieder nuckeln/trinken will. Aber weil sie dabei zur Zeit soviel spuckt, sich also total übertrinkt bin ich mir doch wieder unsicher.
Sie erst einmal eine Weile in meinem Arm weinen zu lassen und ihr dann nach einigen Minuten die Brust anzubieten ist zwar meist erfolgreich: sie schläft dann meist schnell ein (totale Erschöpfung wegen des Schreiens?), aber das fühlt sich für mich total falsch an, ist so als würde ich ihr ein Zeitlimit setzen. Keien Ahnung. Wahrscheinlich mache ich mir viel zu viele Gedanken und sollte den Computer einfach mal eine Zeitlang in den Keller stellen. Genau sagen was ist können die Kleinen uns ja eh nicht und somit ist alles Interpretation. Wo ist nur mein Bauchgefühl hin?
mit Küken 02/2010
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