Hallo talismama,
ich denke Du solltest nichts ändern.
talismama hat geschrieben:weil es erwiesenerweise so ist, dass Babys jenseits des 6. Monats nachts keinen Hunger mehr haben
Wer hat denn das erwiesen? Mir wurde das vor 3 Jahren auch erzählt, aber bitteschön, wie kann man denn objektivieren ob Babys nachts hunger haben. (Und wieso plündern dann manche Erwachsene nachts den Kühlschrank?

)
Hier mal meine Erfahrungen:
Meine Große (10/2006) hatte ein ähnliches Verhalten, sie ißt immer noch wenig (ihr fehlt wahrscheinlich einfach das Hungergefühl in dem Maße, sie vergißt einfach zu essen). Im Alter von 6 Monaten hatte ich es mit Brei versucht (und naiv wie war, dachte ich dann ist ja bald abgestillt), aber sie hat mich nach einem Löffel angeschaut als wollte ich sie vergiften. Der größte Teil ihrer Ernährung bestand aus Muttermilch (ich habe von ihrem 8.-12. Lebensmonat wieder voll gearbeitet und habe abgepumpt), nachts kam sie auch mehrmals (ungefähr so wie Deine). Bis sie 18 Monate alt war schlief sie mit in unserem Bett, dann haben wir ein Kinderbett gekauft auf einer Seite das Gitter weggelassen und an meine Seite vom Bett angestellt (wie ein großes Baby-Bay), so dass sie immer zu mir kommen konnte wenn sie wollte.
In ihren ersten Lebensmonaten hatte ich nachts mal versucht ihr anfängliches Dauerstillen auf einen 1,5 Stunden-Rhythmus zu bringen (Ammenmärchen von Bauchweh bei kurzem Stillabstand

), da hat sie dann durchgeschrien, bis ich sie wieder an die Brust gelassen habe. Ich habe dann nochmal so mit 12-14 Monaten bei ihr probiert Nachts nichts zu geben, weil halt auch viele "Fachfrauen" wie PEKiP-Leiterinnen etc. der Meinung sind das das Einschlafstillen schuld daran ist, dass die Kinder bei jeder "Aufwachphase" feststellen die Brust ist weg und sie wieder einfordern. Nach drei Nächten in denen ich die ganzen guten Ratschläge (Wasser anbieten, beruhigend mit dem Kind sprechen) probiert habe während mein Kind hysterisch schrie und ich dann doch wieder gestillt habe, habe ich das wieder aufgegeben.
Von manchen kommt ja der kluge Vorschlag die Kinder ganz abzustillen, da die Kinder von der Flaschennahrung (schön mit Brei angedickt) so ins Suppenkoma fallen, dass sie durchschlafen, ich habe das nie geglaubt, und wenn das Kind dann doch nachts was braucht muß man auch noch in die Küche anstatt sich einfach auf die Seite zu drehen.
Meine Große hat dann bis sie 3 Jahre alt war immer noch sehr viel gestillt, morgens zum Aufwachen, für den Snack zwischendurch, abends zum Einschlafen und nachts 1-2 mal. Allerdings war dann meine Kleine geboren (09/2009) und zwei Kinder nachts 2mal stillen, das habe ich dann nicht mehr geschafft. Aber mit einem Kind von 3 Jahren kann man die Situation ja auch schon diskutieren und sie hat das (mit anfänglichem Geschrei) akzeptiert (sie bekommt jetzt nur noch zum Schlafen ein paar Schluck).
Meine Kleine wird mit ihren 10 Monaten nach Bedarf gestillt, ich schaue nicht auf die Uhr also kann ich Dir keine Zeitabstände nennen. Wir haben auch noch keine Mahlzeit ersetzt, das zerdrückte Gemüse oder das abendliche Käsebrot werden mit Muttermilch runtergespült. Eigentlich wollte ich ein Jahr Vollstillen (da es bei der Großen so ein Theater war, aber ich die Beikost wegen meiner Arbeit dabeihaben wollte), aber meine Kleine hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem sie mir mit ca. 6 Monaten das Essen aus der Hand gerissen hat, es sich in den Mund gestopft hat und losschrie sobald ich es ihr wegnehmen wollte.
Wie oft sie nachts stillt weiß ich gar nicht so genau, da ich nicht auf die Uhr schaue und oft so im Halbschlaf bin (sie schläft neben mir im Bett), dass ich das Stillen nicht so genau mitkriege.
So ist halt jedes Kind anders, und wenn es Euch beiden gut geht so wie es jetzt ist, dann laß Dich nicht unter Druck setzten.
talismama hat geschrieben:Und wenn wir nachts doch noch weiterstillen wollen, was erzähle ich denn dann den Leuten, die es immer besser wissen?
Meine Schwiegermutter (und meine Oma) haben bei der Großen ständig (schon ab ca. 3./4. Monat

)gefragt ob sie denn schon durchschläft. Zu Anfang habe ich immer gesagt: "Was man halt so durchschlafen nennt!" (Da sie halt nach dem Stillen sofort wieder eingeschlafen ist)
Inzwischen definieren ich "Durchschlafen" als: Kind wird wach, dockt an, trinkt Milch, schläft weiter.
Nicht "Durchschlafen" ist für mich wenn das Kind dann noch 2 Stunden Spiel und Spaß möchte (Hüpfball, herum geschleppt werden, etc.).
Wenn Dir also nicht nach diskutieren ist, sag einfach sie schläft durch. Ansonsten frag mal diese "Expertinnen" wie lange sie denn so gestillt haben, dass sie darüber so gut bescheid wissen, oder ob sie ihre Kinder mit Folter (sprich schreien lassen) zum schlafen gebracht haben. 99% dieses besser wissen besteht halt oft aus Ammenmärchen.
Erzählen
mußt Du diesen Leuten sowieso nichts, denn die Stillbeziehung zu Deinem Kind geht sie nichts an.
So, ich hoffe ich habDir weiterhelfen können (auch wenn es jetzt mal etwas mehr auf einmal war)
alles Liebe
nwsurgeon
