Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Babys ohne Windeln? Gibt's denn das? Klar....

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Fleurette
ist nicht mehr wegzudenken
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Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Beitrag von Fleurette »

Hallo!

Meine Tochter ist jetzt 6 MOnate alt. Abgehalten habe ich sie eigentlich von Anfang an. Allerdings sehr unregelmäßig - mal mehr, mal weniger, mal eine ganze Zeit lang gar nicht. Sie hat immer viel gekackert. Es gab in den ersten Monaten kaum eine Windel, die nicht vollgekackert war. Wenn ich es ganz offensichtlich gemerkt habe, z. B. beim Stillen, habe ich sie abgehalten, was auch oft funktioniert hat. Dann gab es eine Zeit, wo ich sie kaum abgehalten habe. Fragt mich aber nicht, warum. Sie hat einfach weniger gekackert und nicht mehr zu so eindeutigen Zeitpunkten.
Dann gab es für mich vor einigen Wochen aber ein Schlüsselerlebnis als wir in einem großen schwedischen Möbelhaus waren. Dort im Wickelraum habe ich meine Tochter gestillt und gewickelt. Und als ich den Windeleimer aufmachte, konnte man eindeutig riechen, dass da nicht nur Stillkinder gewickelt wurden. Und sofort war mir klar: Das will ich nicht!!!! Ich möchte keine stinkenden Beikost- geschweigedenn Vollkostwindeln haben. Ich möchte meinem Kind nicht die Nase an den Popo halten und fragen:"Oh, hast Du einen Stinker in der Windel?", und ich möchte nicht, dass die Oma oder der Opa sie mit großen Augen anschaut und fragt:"Drückst Du gerade?". Nein, das will ich alles nicht. (Wenn das bisher jemand zu ihr gesagt hat, habe ich gesagt, dass ich das nächste Mal mit denen auf die Toilette gehe, und wenn sie dann anfangen, stelle ich mich auch vor sie und frage:"Na? Drückst Du gerade?" :) ). Ich konnte mir das vorher nie wirklich vorstellen, aber irgendwie finde ich das ziemlich respekt- und würdelos. Naja. Lange Rede, kurzer Sinn: Seitdem versuche ich, sie zumindest Kackawindelfrei zu kriegen - mit mäßigem Erfolg.
Was ganz gut klappt, ist die erste Ladung abzufangen, sofern sie diese auch - wie meistens - direkt nach dem Aufwachen macht. Dann kommt aber oft am Vormittag noch etwas, und das verpasse ich zu 99%. Heute morgen z. B. musste sie nach dem Aufwachen nicht. Beim Frühstück saß sie bei meinem Mann auf dem Schoß, hat gespielt und ohne eine Miene zu verziehen in die Windel gedonnert. Ich merke einfach keine Signale mehr und mache mir Vorwürfe, dass ich ihr das schon so abgewöhnt habe. :( Ich bin jedes Mal total frustriert, wenn es wieder eine volle Windel gibt und frage mich wie ich das denn ändern kann. Kann ich meiner Tochter wieder angewöhnen, zu signalisieren? Wenn ja: WIE? Habt Ihr ein paar Tipps für mich?

Vielen Dank schonmal - zumindest für das offene Ohr. :)
Liebe Grüße von Fleurette
kaeydy
hat viel zu erzählen
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Re: Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Beitrag von kaeydy »

Hi Fleurette! Als erstes möchte ich dir sagen, daß ich dein Anliegen sehr gut nachvollziehen kann und es toll finde, daß du deiner Tochter bei ihren Ausscheidungen behilflich sein willst. Ich kann gut verstehen, was du mit "würdelos" meinst, ich seh das genauso.
Als Rat kann ich nur geben, dir keine Vorwürfe zu machen und auch keinen Streß. Meine kleine Tochter, die jetzt 3 Monate alt ist und noch keine Windel gesehen hat, signalisiert zu 99% zuverlässig. Und trotzdem, aus für mich unerklärlichen Gründen, landet manchmal ein Pipi oder AA in der Hose, ohne das ich damit rechne, weil sie nicht signalisiert hat. Aber passiert halt.
Meine große Tochter war auch windelfrei seit sie 6 Monate alt war und hat auch sehr wenig bis garnicht signalisiert. Ich hab mich bei ihr komplett auf meine Intuition verlassen, oft kam mir wie ein Blitz in den Kopf "sie muß bestimmt" und meistens stimmte es auch. ANfangs fiel es mir schwer, diesen "Blitzen" Glauben zu schenken, aber ich wurde eines besseren belehrt.
Versuch mal, nicht die Pannen zu sehen, sondern jedes AA, was du abgehalten hast, als Erfolg. Bei meinem kleinen Mädchen mach ich das auch so, ich ärgere mich nicht über die PAnnen, sondern denke mir wie schön es ist, daß es so oft klappt. Jedes einzelne AA zählt, nicht der Gesamterfolg.

Es gibt auch immer wieder Zeiten, wo garnichts geht. Aber ich habe es so erlebt, daß es immer nach dem Motto "einen Schritt zurück, zwei vor" funktionierte. NAch solchen Phasen klappte es immer viel besser als vorher.
Ich wünsch dir viel Geduld und Durchhaltevermögen, es lohnt sich wirklich! Ich bin immer wieder froh, das ich meine Kinder so in ihrem Körpergefühl bestärken konnte und kann!
Beste Grüße 8)

Ina mit Mädchen (09/06) und Mini-Mädchen (10/09)
metha
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Re: Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Beitrag von metha »

Hey Fleurette,
als meine Tochter in diesem Alter war machte ich mir auch Vorwürfe.
Ich war ganz oft hier in diesem Windelfreibereich und dachte " Naja bei den anderen klappt es doch auch, die waren bestimmt viel entspannter, konzequenter, und überhaut hatten die eine bessere Intuition...bla ,bla, bla. :roll:

Heute sage ich nein , in dem Alter in dem deine Tochter ist, ist es herausfordernder,
WEIL :idea: :
Du erstens denkst ja wir machen das jetzt ja schon seit fast einem halben Jahr (egal wie konzequent ihr seit noch dran)
und man glaubt es müsse stetig eine Steigerung / Besserung drin sein.

Zweitens und das ist casus knaxus; deine Tochter gerade wichtigeres macht als sich auf ihre Ausscheidung zu konzentrieren,
Sie wächst enorm in dieser Zeit, Zahnt,lernt dazu von Krabbeln zum Laufen, feste Nahrung wird vielleicht interessant,egal was alles ist neu wichtig.
Jeden Tag ist etwas anderes und wir Eltern merken manchmal erst eine Woche später- ah da hatte sie einen Wachstumsschub oder da hat sie gerade die Fähigkeit entwickelt dies oder das zu tun... 8)

Also ich finde es genial das du im Grunde jeden Tag einmal Groß erwischst, das ist doch fantastisch, sei Stolz auf euch.
Und lass das zweite mal in die den Backup/ die Windel gehen :2: . Denn um so mehr du dich den Vormittag auf das zweite mal konzentrierst um so schwieriger wird es das auch noch abzuhalten.
Musste ich echt lernen.
Alles Gute zu Euch, sei stoz auf euch. :D
Liebe Grüße
Metha mit Paulinchen (10/08) und Thies (05/17)
metha
schreibt ganz schön oft
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Registriert: 05.02.2009, 18:20

Re: Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Beitrag von metha »

ich kann kaeydy nur Recht geben ein Schritt vor zwei zurück, man braucht Geduld :)
Es ist doch schön das wir unseren Kindern diese erfahrung ermöglichen.
Liebe Grüße
Metha mit Paulinchen (10/08) und Thies (05/17)
Fleurette
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 05.11.2008, 23:51

Re: Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Beitrag von Fleurette »

Ich danke Euch! Das motiviert schonmal! Ich dachte irgendwie, dass das schneller gehen müsse. Wahrscheinlich, weil ich Angst habe, dass ich mein Ziel nicht erreiche. Ich werde also genauso weitermachen wie bisher und mich über jeden kleinen Erfolg (Pipi geht eigentlich auch oft ins Töpfchen, z. B. wenn ich sie nach dem Aufwachen abhalte) freuen. :)
Liebe Grüße von Fleurette
Lalumama
alter SuT-Hase
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Registriert: 28.08.2007, 13:21

Re: Abhaltefrust - aber selbst daran schuld

Beitrag von Lalumama »

Wir hatten vor kurzem auch eine Phase, wo nichts mehr ging (ich durfte ihn nicht mal mehr abhalten!), aber zum Glück ist jetzt alles wieder ok.
Pipi klappt sogar besser als vorher! :D
Das wird schon wieder!
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