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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 00:05
von chennai
stimme hat geschrieben:MaareMum hat geschrieben:
Aber durch Medien können Kinder ja auch schon sehr viel Zugang zu einer Fremdsprache bekommen. Siehe die skandinavischen Länder, wo keine Filme synchronisiert werden und die Leute mit dadurch super Englisch können.
Liegt das wirklich daran? Wird nicht in Spanien z.B. auch nicht synchronisiert und die Leute können nicht so gut Englisch? Oder irre ich mich da?
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Ich hab mal gelesen, dass vieles auf der Tonlage der Muttersprache basiert. Das erkläre, warum Franzosen eher schlecht in Fremdsprachen sind, Niederländer und Skandinavier eher gut, weil die Tonlage tiefer ist oder die Sprachmelodie offener für andere Sprachen (genau weiß ich es nicht mehr...) Spanisch wäre da sicher dem Französischen näher als dem Niederländischen oder skandinavischen Sprachen.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 00:15
von stimme
Ah, sehr interessant. Es wird auch noch die gute Schulbildung in Skandinavien (Englischunterricht schon länger bereits in der Grundschule) als Grund genannt, und dass die Sprecher 'kleiner' Sprachen eher auf Englisch angewiesen seien, um mit der Welt zu kommunizieren. So sind sie quasi motivierter als etwa spanische Muttersprachler.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 01:57
von nido56
In Spanien wird ALLES synchronisiert und Englisch war bis vor wenigen Jahren z.B. nicht relevant für die Abiturnote. Das Bewusstsein, das Fremdsprachen wichtig sind, ist hier noch relativ neu. Auch wird im Englischunterricht meist noch recht wenig Wert auf Sprechen und Verstehen gelegt, so dass die Leute, die überhaupt Englisch gelernt haben, es oft nur lesen und schreiben können.
Jetzt wird versucht, schnell alles nachzuholen, und auf einmal ist die Hälfte der Schulen bilingual, aber da es grösstenteils an gut ausgebildetem englischsprachigem Lehrpersonal mangelt, ist das alles bisher nur mässig erfolgreich.
schlechte künstliche Zweisprachigkeit vom feinsten...
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 06:01
von Pupu
Ich finde es großartig, dass hier (Finnland) eben nicht synchronisiert wird. Wenn ich in Deutschland bin und etwas, was ich im Original kenne, synchronisiert im Tv sehe, habe ich immer das Gefühl, mich fremdschämen zu müssen weil es so fürchterlich gekünstelt klingt... Huah.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 06:12
von Pupu
Zu früh abgeschickt. Ich wollte noch sagen, dass bei Original mit Untertiteln nicht nur die Fremdsprache gefördert wird, da man diese ja immer hört und sie dadurch sehr präsent ist - sondern auch die eigene Sprache! Selbst Büchermuffel müssen zwangsläufig schnell genug lesen, um zu verstehen, worum es geht. Und wenn man viel liest, stärkt das ja auch die Rechtschreibung, den Wortschatz und das Lesevermögen - selbst wenn man "nur" den Fernseher liest. Aber man muss neben dem Lesen ja auch noch das Bild und die Handlung mitbekommen und verarbeiten. UND man lernt nebenbei noch passiv Englisch mit! Man wird also selbst beim Fernsehen noch geistig aktiv. Ich empfinde es durchweg als positiv. Es klingt viel anstrengender als es ist, denn man gewöhnt sich wirklich schnell daran und man will nicht mehr zurück.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 08:40
von Teazer
Ich möchte nicht ausschließlich Englisch mit den Mäusen reden. Und wenn die Große es einfordert, achte ich sehr auf korrekte Aussprache und Grammatik. In GB bin ich noch nie als Ausländerin identifiziert worden. So schlecht kann's also nicht sein.
Ich wünschte, wir hätten hier die Chance in eine englisch-sprachige Spielgruppe zu gehen.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 08:42
von coccolone
tania hat geschrieben:ich find "kuenstlich" voellig in ordnung. gerade englisch wird von so vielen leuten "falsch" gesprochen. wir sprechen beide eher eigenes englisch und wenn meine kinder gut englisch lernen wollen, steht ihnen das ja offen. aber so versteht mein kind eben englisch schon. absichtlich waere es mir wohl zu ansrengend, aber wenn es so dabei abfaellt - warum nicht?
Spaetestens in der Schule werden Kinder meist von non-native speakers unterricht. Unser Sohn regt sich z.B. immer ueber die Aussprache und den Akzent seiner Lehrer auf.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 09:23
von chennai
Stimmt, Pupu, da geb ich dir völlig REcht. Und das, obwohl mich die Synchronisationen früher gar nciht so gestört haben. Also bei englischsprachigen Filmen schon, weil ich da ja das Original verstehe, aber einen chinesischen oder dänischen Film hätte ich früher wohl auch lieber synchronisiert gesehen als OmU. Mittlerweile gar nicht mehr. Ich find's immer lustig, wenn ich einen dänischen Film lauter stellen will, obwohl ich die Sprache ja eh nicht verstehe.
Genial für die Sprachkenntnisse ist es, finde ich, wenn die Untertitel in einer Sprache sind, die man mittelmäßig gut kann. Also Englisch kann ich viel besser als Niederländisch, aber ich lese bei englischen Filmen doch oft die NL Untertitel mit, so lerne ich da auch neue Wörter oder eben, wie Pupu schon sagte, die Rechtschreibung.
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 09:32
von stimme
nido56 hat geschrieben:In Spanien wird ALLES synchronisiert
Ah, da war ich falsch informiert, sorry.
Mit geht's auch wie Pupu und chennai. Schaue auch gerne Filme in Sprachen, die ich nicht verstehe im OmU.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Verfasst: 21.03.2014, 09:33
von nido56
Ich bin auch ein grosser Fan von OmU Filmen. Und ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass ich, seitdem ich mich daran gewoehnt habe, die synchronisierten Versionen nur noch ganz schwer ertrage. Zumindest die deutschen Synchronisationen, die im Normalfall so unterirdisch schlecht sind, dass ich mich auch fremdschaeme. Die spanischen sind etwas besser. Ich frage mich warum. Vielleicht, weil die deutsche Satzstruktur so speziell ist und die Worte und Saetze ungewoehnlich lang, so dass es deutlich schwieriger ist, einen deutschen Text so auf ein englisches Original zu packen, dass es natuerlich klingt, als einen spanischen? Andererseits kann ich auch die nur die wenigsten original deutschsprachigen Produktionen ertragen. Also ist diese gekuenstelte, ueberzogen betonte Sprache in Filmen wohl einfach eine deutsche Spezialitaet, die ganz schrecklich klingt, wenn man sich einmal an anderssprachige Filme gewoehnt hat, in denen die Schauspieler ungefaehr so sprechen, wie die Menschen auf der Strasse.
So, das wird jetzt langsam ziemlich OT, also hoere ich mal besser auf
