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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 20.01.2014, 10:57
von tania
kommentare in diese richtung kamen NOCH NIE. manchmal denken die leute wir sind touristen und sind dann gaz ueberrascht, wenn er italienisch spricht ;-)

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 20.01.2014, 11:23
von nido56
Naja, ich denke, fuer jemanden, der selbst ueberhaupt keine Fremdsprachen spricht, ist das einfach schwer vorstellbar, dass Kinder sowas einfach so lernen koennen. Ich finde es immer ganz niedlich, wenn sie sooo verwundert ist.

Was mir auch schon oefter passiert ist, dass Fremde hoeren, dass ich irgendwie "Auslaendisch" mit dem Kleinen rede und ihn daraufhin direkt auf Englisch ansprechen. Nein, sorry, DIE Sprache ist nicht auf seiner Liste. Und nochmals nein, es kommt sehr wohl drauf an, WELCHE auslaendische Sprache man mit ihm redet :-)

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 20.01.2014, 11:37
von nido56
Der Pirat hat uebrigens in den Weihnachtsferien endlich angefangen, ein bisschen zu sprechen. Noch immer groesstenteils nur fuer Eingeweihte verstaendlich, weil noch ziemlich viele Konsonanten fehlen, aber immerhin. In den Ferien, als er staendig mit mir zusammen war, hat er eher Deutsch gesprochen, jetzt, wo er wieder in die Krippe geht, kommen vermehrt spanische Woerter. Und es gibt inzwischen auch ein paar Worte, die er auf Spanisch und auf Deutsch kann, allen voran natuerlich "Auto/coche", sein absolutes Hauptinteresse! Ansonsten ist sein Vokabular recht situationsspeziefisch. Auf Spanisch kann er z.B. sehr gut verstaendlich "NO! Es mio!" (Nein! das ist meins!) rufen. Das braucht er wohl in der Krippe haeufig :-)

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 07.02.2014, 19:54
von Kyrilein
Hallo,

Also bei uns ist es auch so, dass ich ausschließlich Deutsch mit den Kindern spreche, mein Mann Englisch. Meine Tochter kommt super damit klar und meint sogar oft, sie müsse für mich dolmetschen. Erzählt z. B. Meinem Mann etwas auf Englisch und wiederholt das ganze für mich auf Deutsch.

Unser Sohn kommt auch gut klar, vermischt die Sprachen aber manchmal noch :D . Wird aber immer besser.

Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 22.02.2014, 13:22
von Nautilus
Inzwischen kann ich mich hier auch einreihen, es klappt hier (bislang) richtig gut mit der Zweisprachigkeit, ohne dass wir gross drüber nachgedacht oder etwas geplant hätten. Meine Schwiegereltern sind Niederländer und mein Sohn wird zwei Mal die Woche von ihnen betreut. Sie sprechen mit ihm niederländisch und wenn er dort ist, spricht er Worte auf holländisch, die er auch auf deutsch kann. Meistens trennt er also ganz ohne Probleme. Nur manchmal denk ich, was war das denn für ein komisches Wort, was meint er bloss, bis mein Mann mir dann des Rätsels Lösung liefert (ich kann nur sehr wenig holländisch und kann daher manchmal nur raten, dass ein für mich nicht verständliches Wort dann wohl ein holländisches ist ;)). Bin gespannt wie es weiter geht, ich hatte nicht erwartet, dass er sich der Sprache überhaupt mit 2x pro Woche hören und sprechen so gut nähern kann. Mein Mann möchte nicht konsequent holländisch mit ihm sprechen, denn er spricht zwar holländisch fast wie seine Muttersprache und konnte bis zum Kindergarten auch nur niederländisch, ist aber in D aufgewachsen und sieht dt. daher als seine Muttersprache.
Ich lese gespannt mit...

LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)

Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 22.02.2014, 13:32
von beccarei
Nautilus hat geschrieben:Inzwischen kann ich mich hier auch einreihen, es klappt hier (bislang) richtig gut mit der Zweisprachigkeit, ohne dass wir gross drüber nachgedacht oder etwas geplant hätten. Meine Schwiegereltern sind Niederländer und mein Sohn wird zwei Mal die Woche von ihnen betreut. Sie sprechen mit ihm niederländisch und wenn er dort ist, spricht er Worte auf holländisch, die er auch auf deutsch kann. Meistens trennt er also ganz ohne Probleme. Nur manchmal denk ich, was war das denn für ein komisches Wort, was meint er bloss, bis mein Mann mir dann des Rätsels Lösung liefert (ich kann nur sehr wenig holländisch und kann daher manchmal nur raten, dass ein für mich nicht verständliches Wort dann wohl ein holländisches ist ;)). Bin gespannt wie es weiter geht, ich hatte nicht erwartet, dass er sich der Sprache überhaupt mit 2x pro Woche hören und sprechen so gut nähern kann. Mein Mann möchte nicht konsequent holländisch mit ihm sprechen, denn er spricht zwar holländisch fast wie seine Muttersprache und konnte bis zum Kindergarten auch nur niederländisch, ist aber in D aufgewachsen und sieht dt. daher als seine Muttersprache.
Ich lese gespannt mit...

LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)
Bei uns ist es so mit Plattdeutsch. Oma und Opa kommen einmal in der Woche und schnacken dann mit der Kleinen Platt. Für sie ganz normal. Langsam spricht sie auch mehr plattdeutsche Wörter und unterscheidet zwischen den Sprachen und den Sprechenden.
Was daraus wird, kann ich nicht sagen.

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 26.02.2014, 18:00
von Nautilus
Beccarei, wie cool :D
Tja, der örtliche Dialekt geht in unserer Familie leider völlig verloren. Meine Eltern sind noch mit ihm aufgewachsen, allerdings wurde auch in ihren Familien eher hochdeutsch gesprochen. Insbesondere im Karneval (hier Fastnacht ;)), verstehe ich die meisten, aber nicht alle Ausdrücke. Keine Ahnung, wie viel mein Sohn noch davon mitbekommen wird, dieses Kulturgut geht allgemein etwas verloren, ist mein Eindruck...
Meine Schwiegereltern sprechen allerdings auch einen ostholländischen Dialekt (oder besser gesagt ihre Aussprache ist teilweise anders als die z.B. eines Amsterdamers), als mein Mann einen Junggesellenabschied eines Freundes in West-Holland feierte, fragten die anderen Jungs die Bedienung einer Kneipe, ob er einen Akzent habe bzw. wie gut er denn holländisch sprechen würde und sie meinte: "like a farmer" *lol*

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 27.02.2014, 10:09
von nido56
Bei der Zweijahresuntersuchung (also etwa die deutsche U7) ist der Pirat zwar nun offiziell als late talker eingestuft worden, aber er holt in den letzten Wochen ganz massiv auf, so dass die Kinderaerztin mir in meiner Einschaetzung recht gab, dass wir erst nochmal abwarten und ihm ein bisschen Zeit geben sollten. Im Moment spricht er hauptsaechlich Spanisch. Kuerzlich kam in einem neuen Bilderbuch ein Krake vor, da hat er mich ganz empoert korrigiert und mit erklaert, dass sei ein "pulpo". Andererseits hat er seinen verschlafenen spanischsprachigen Papa heute morgen aufgefordert "Papa, teh au!"

Ich denke, die Trennung der Sprachen ist nicht so einfach fuer ihn, weil ich eben auch Spanisch spreche und der Papa Deutsch zumindest gut versteht, so dass wir immer reagieren, egal welche Sprache er mit wem verwendet. Naechste Woche fahren wir nach Deutschland zu meinen Eltern. Ich bin mal sehr gespannt, wie er da reagiert, weil meine Mutter gar kein Spanisch spricht und auch nur wenig versteht.

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 27.02.2014, 11:17
von tania
hm. also mein kind war mit zwei noch meilenweit von "papa teh auf" entfernt. MEILEN. und den hat nie jemand als late talker bezeichnet von arztseite her. und wir waren schon bei ein paar Us, der hat recht regelmaessig einen arzt gesehen.

ich finde papa teh auf und korrigieren beim vorlesen also gaaaar nicht spaet fuer einen zweijaehrigen!

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Verfasst: 27.02.2014, 15:02
von nido56
Ich war ja selbst ganz ueberrascht. Am Montag bei der Untersuchung habe ich die Frage nach Zweiwortsaetzen noch mit "hm, jaaa, irgendwie schon" beantwortet, weil das aeusserste, was ich bis dahin von ihm gehoert hatte, sowas wie "Auto Papa" war, und heute morgen kommt ploetzlich "Papa teh au" und spaeter, als ihn der Pfoertner fragte, wo er denn heute seinen Ball gelassen haette, kam ein "no ta" (= no esta = der ist nicht da) :shock:

Wenn man bedenkt, dass er vor Weihnachten noch praktisch gar nicht sprach (vielleicht 10 falsch ausgesprochenen Woerter insgesamt)... Ich denke, das Thema Sprachentwicklung koennen wir bald abhaken.

Was ich mich schon haeufiger gefragt habe: weiss jemand, ob es Untersuchungen zum Sprachbeginn in Relation zur Muttersprache gibt? Also, fangen alle Kinder weltweit etwa zeitgleich an zu sprechen, egal ob ihre Muttersprache eher simpel oder eher komplex ist? Ich finde naemlich Spanisch fuer Sprachanfaenger ziemlich einfach. Ausser dem r (das kaum ein spanisches Kind vor dem 3. Geburtstag auch nur annaehernd aussprechen kann), gibt es kaum komplizierte Laute, die Worte sind kurz und recht vokallastig, der Satzbau ist klar. Deutsch dagegen finde ich schon deutlich komplizierter, viele Konsonantenkombinationen, einige Zischlaute, lange Worte, komplizierte Pluralformen, sehr komplizierte Satzstruktur, trennbare Verben etc. etc.