Leah_Lion hat geschrieben:Ich würde bis 2,5 abwarten und dann reagieren. Meiner hat kurz nach dem 2. Geburtstag seine Sprachexplosion gehabt. Mein Bruder sprach wohl nie und dann in ganzen Sätzen. Wer weiß, worans liegt. Keine Panik auf der Titanic. Bis 3 wird da eigentlich nix gemacht.
Ich schließe mich an.
Nido, wir haben ja dieselbe Sprachkombi wie ihr und bei uns hat es auch bis 2,5 Jahre gedauert, bis endlich was kam.
Ich war da auch schon beunruhigt, aber meine Kinderärztin war sehr entspannt und empfahl uns Geduld. Sie sollte recht behalten.
Jetzt ist er 4 und hat einen riesigen Wortschatz und kann sich sehr gut ausdrücken.
Nido, dein Kind ist noch nicht einmal zwei Jahre alt. Ich wuerde mir da noch gar keine Sorgen machen. Unser Sohn hat mir drei Jahren kaum 20 Worte gesprochen. Da haben wir dann nach Ausschluss irgendwelcher Fehlfunktionen (HNO) mit der Logopaedie begonnen. Mit 3 1/2 fing er an, jetzt im Sommer hat er einen grossen Sprung in beiden Sprachen gemacht, liegt aber immernoch hinter dem Durchschnitt.
Er ist einfach ein Latetalker, natuerlich auch erschwert durch die Zweisprachigkeit.
Ich wuerde mir an deiner Stelle noch keine Sorgen machen. Wenn er organisch gesund ist, wuerde ich abwarten.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
Ich les schon seit einiger Zeit still mit und komm jetzt einfach mal dazu.
Wir wohnen mit unserer Tochter (23 Monate) im Elsass (ca. 10km von der deutschen Grenze entfernt). Ich spreche mit ihr ausschließlich Deutsch, der Papa nur Französisch. Wir untereinander nur Französisch. Uroma und Uropa sprechen mit ihr Elsässisch (ein Dialekt der viel vom Badischen hat). Außerdem geht die Lütte in eine zweisprachige Krippe, wo jeder Erzieher seine Muttersprache mit den Kindern spricht. Anteil an frz/dt. Erziehern: 60%-40%. Die meisten Kinder sind auch zweisprachig (dt.-frz), einige jedoch aus rein französischen Familien.
Die Kleine vermischt so gut wie nie die beiden Sprachen. Wenn sie mich anspricht, dann immer nur in deutsch und Papa immer nur auf französisch. Manche Wörter sagt sie jedoch nur auf französisch z.B. das neuste: Pion für Champignon. Ich sag jedes Mal: oh ja ein Pilz, aber das will sie nicht sagen. Gleiches gilt für Flugzeug, Mütze, Aprikose, da verweigert sie sich. Die Wörter existieren nur auf Französisch.
Was mir nun aufgefallen ist: wenn sie alleine spielt und mit ihrer Puppe spricht o.Ä. dann benutzt sie ausschließlich Französisch. Ist das bei euch auch so? Klar, ist logisch, ist nun mal die dominate Sprache, aber ich find es doch irgendwie ein bißchen schade, denn ich denke, dass deutsch irgendwann doch ins Hintertreffen gerät. Wobei wir hier im Elsass durchaus priviligert sind. Es gibt diverse zweisprachige Kindergärten, Schulen etc. und natürlich die Nähe zu Dtl., so dass wir dort viel machen. Einkaufen sowieso, Ausflüge in den Schwarzwald usw, aber es ist doch nun mal die schwächere Sprache....
Wir waren kuerzlich aus anderen Gruenden bei der Kinderaerztin und ich habe sie auf die komplett fehlende Sprache angesprochen. Sie meint, wir sollten noch 3 Monate abwarten (also bis er 2 wird). Da er ja den ganzen Tag redet, nur eben in seiner Phantasiesprache, haelt sie es durchaus noch fuer moeglich, dass er in naechster Zeit auf einmal loslegt. Mal sehen, ich glaube, ehrlich gesagt, nicht daran.
Freda, ich denke, es ist normal, dass eine Sprache dominiert. Meistens ist das wohl die Umgebungssprache. Freunde von mir sind auch zweisprachig Spanisch-Deutsch. Als sie in Spanien lebten, sprachen die Kinder untereinander Spanisch. Nach einigen Monaten in Deutschland haben sie zu Deutsch gewechselt.
Noch eine Frage, wie macht ihr dass, wenn die Kleinen neue Worte in der Sprache lernen, die nicht die Eure ist, diese aber falsch aussprechen. Wenn der Pirat ueberhaupt mal etwas sagt, bei dem man sich vorstellen kann, was es heissen soll, dann meist auf Spanisch und natuerlich total falsch. Heute morgen hat er z.B. "tatato" gesagt, und es war klar, das sollte "zapato" (=Schuh) heissen, weil er naemlich die Schuhe anziehen wollte, um zur Krippe zu gehen. Wenn er in Deutsch etwas falsch sagt, dann wiederhole ich das Gesagte richtig. So heisst die Nase nun nach vielen Wochen immerhin schon "Nane" statt nur "Na". Ich moechte ihn aber nicht auf Spanisch korrigieren, weil ich die Sprachen nicht mischen will. Also bleibt mir nur zu sagen "Ja, wir ziehen jetzt die Schuhe an", aber so wird sein Spanisch natuerlich nicht besser. Der Papa ist fuer Sprachfoerderung gaenzlich unbrauchbar, da er selbst nicht der Redner vor dem Herrn ist und Null Sprachgefuehl besitzt (ich denke, ich weiss, wo die Sprachprobleme des kleinen Piraten herkommen - Genetik...). Also stur weiter Deutsch sprechen und hoffen, dass das Spanische irgendwann allein dadurch besser wird, dass er es in der Krippe den ganzen Tag hoert?
Ich komme aus ursprünglich aus Deutschland und lebe jetzt seit fast 10 Jahren in Dänemark mit meinem Partner (Däne) und unseren 3 Kindern. Wir praktizieren OPOL, Umgebungssprache ist dänisch, Familiensprache auch. Die beiden Grossen gehen hier jedoch in den deutschen Kiga bzw Schule und besonders die Grosse spricht beide Sprachen sehr gut. Dänisch ist ein bissle stärker, aber das ist ja auch klar.
Mein Mittlerer ist gerade in den Kiga gekommen, und hat im ENdeffekt erst vor 2-3 Monaten angefangen überhaupt zu sprechen. Vorher nur einzelne Worte, jetzt hat er richtiges Interesse am Sprechen gefunden und versucht alles nachzuplappern und trennt eigentlich auch schon ganz gut. Wird also schon noch werden.
Ich freu mich auf den Austausch mit euch
Liebe Grüsse von
Sarah
mit Prinzessin (12/07), Frechdachs (01/11), kleiner Amsel (07/13) und Goldlöckchen (06/16)
Freda, das ist bei uns auch so, die Spielsprache ist Niederländisch, weil sie eben in der schule auch spielt und da NL gesprochen wird. Die Kleine macht das auch schon größtenteils so, obwohl sie nicht in die Schule geht, aber sie hört's ja von der Großen...
Wenn wir mal länger in D sind, also 2 Wochen oder mehr, dann kann das auch mal etwas variieren.
Nessi, ich denke mal, generell reicht der Input vom Kindergarten vermutlich dicke aus. Ich verbessere aber trotzdem auch mal in der anderen Sprache, wenn mir was auffällt. Finde ich jetzt nicht schlimm. Manchmal nimmt sie es an, oft will sie es besser wissen, aber das ist auch bei anderen Sachen so
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Klar, ich mache mir da auch ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken. Der Kiga und die Schule sind meiner Meinung nach ein tolles Extra, aber auch ohne würde es gehen. Meine Familie sehe ich regelmässig und jedes Mal danach, können sie wieder mehr deutsch. Ich finde es einfach nru so unglaublich spannend, diese Entwicklung mit zu verfolgen.
Liebe Grüsse von
Sarah
mit Prinzessin (12/07), Frechdachs (01/11), kleiner Amsel (07/13) und Goldlöckchen (06/16)
Nessi hat geschrieben:Klar, ich mache mir da auch ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken. Der Kiga und die Schule sind meiner Meinung nach ein tolles Extra, aber auch ohne würde es gehen. Meine Familie sehe ich regelmässig und jedes Mal danach, können sie wieder mehr deutsch. Ich finde es einfach nru so unglaublich spannend, diese Entwicklung mit zu verfolgen.
hihi, ich hatte mich auch vertan, wollte eigentlich nido ansprechen wegen des Verbesserns in der anderen Sprache
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Nido, ich verbessere sie nie auf Französisch. Ich sage ihr dann einfach das deutsche Wort genau wie du. Verbessert wird sie entweder vom Papa, dem Rest der frz. Familie oder in der Krippe. Aber selbst wenn wie in deinem Fall der Papa jetzt nicht der Redseligste ist, dein Kleiner wird es irgendwann sowieso richtig aussprechen, denn das Wort taucht ja immer wieder aus dem Mund von den unterschiedlichsten Menschen auf.
Ja, das denke ich mir auch. Der hoert genug Spanisch. Nur manchmal juckt es mich sozusagen in der Zunge. Ich spreche nun auch schon seit vielen Jahren genauso oft Spanisch wie Deutsch (mindestens), so dass manches schon fast reflexartig auf Spanisch kommt. Anfangs war das noch schlimmer. Als der Pirat geboren wurde, lebten wir seit 1 Jahr wieder in Spanien. In der Zeit hatte ich Deutsch praktisch nur am Telefon gesprochen. Da fiel es mir echt schwer, mit dem Baby wirklich immer nur Deutsch zu sprechen. Heute habe ich mich dran gewoehnt, und nun spreche ich spontan mit allen Kleinkindern Deutsch und merke oft erst an ihrem verwirrten Blick, dass ich die falsche Sprache spreche
Kleine Ankedote am Rande: Seit neustem ist der Pirat dreisprachig. Er singt naemlich bei "Thunderstruck" von AC/DC auf Englisch mit: "Dan DA!" Im Musikgeschmack kommt er wohl nach dem Papa...