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Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 11:50
von Lösche Benutzer 1828
Paniclady hat geschrieben:Angora hat geschrieben:Bei der Argumentation frag ich mich grad ernsthaft, warum es immer die falschen trifft, die die ihre Kinder liebten, behüteten und vor Gefahren so gut wie möglich schützten
Äh - ist das jetzt dein Ernst? Ich überlege die ganze Zeit, ob ich das vielleicht einfach nur furchtbar falsch verstehe, aber mir fällt einfach keine andere Möglichkeit ein, wie man die Aussage verstehen könnte. Geschmacklos ist da als kommentar noch massiv geschmeichelt...
Die Aussage ist in der Tat leider mehr als komisch zu interpretieren....
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 13:59
von Sabbermäuschen

, ich wollte schon die ganze zeit was dazu schreiben, musste aber erst mal das ganze verdauen und jedesmal wurde die Diskussion noch schlimmer
Sorry, ich versteh es nicht, wie man das Wohlergehen der Kinder aus BEQUEMLICHKEIT aufs Spiel setzen kann! Ich könnt es mir nicht verzeihen, wenn doch ein Unfall passiert und das Kind dadurch (also durch mich, weil ich es zerquetsche!) zu Schaden kommt. Und der schaden ist dann definitiv höher, wie wenn das kind in einem extra Sitz sitzt, EGAL ob Auto oder Fahrrad. Vielleicht ist die Wahrscheinlichkeit gering, das bedeutet aber das es trotzdem passieren kann. Meinem Mann wurde mal nach 50m

auf der nächsten Kreuzung in die Seite reingefahren. Also auch auf seeeehr kurzen Strecken kann da viel passieren.
Aber meine SchwiMu und Schwägerin verstehen das irgendwie auch nicht, Minibär sei doch angeschnallt
Und ich glaube, ich verstehe Angoras Aussage, was keinesfalls heißen soll, dass es ok ist, wenn IRGENDEIN Kind zu schaden kommt, aber wenn man BEWUSST grob fahrlässig handelt ist man SELBST Schuld!
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 14:14
von Lösche Benutzer 1828
Sabbermäuschen hat geschrieben:
Und ich glaube, ich verstehe Angoras Aussage, was keinesfalls heißen soll, dass es ok ist, wenn IRGENDEIN Kind zu schaden kommt, aber wenn man BEWUSST grob fahrlässig handelt ist man SELBST Schuld!
Es geht aber nicht nur um den Handelnden selber........dann könnte man das sagen.
Wer Bungee springt, Formel 1 fährt - ja, selber schuld.
Aber hier geht es um Kinder.
Und nein - da kann man doch dann nicht sagen "selber schuld", du hast Dein Kind nicht genug geliebt.......
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 14:28
von sternenweib
Daydreaming hat geschrieben:@sternenweib: Für mich klingt es so, als ob du aufgrund eines diffusen Bauchgefühls Gefahren und Wahrscheinlichkeiten einschätzt. Ich bin aber der Meinung, daß bei solchen wichtigen Entscheidungen nicht irgendein Gefühl sprechen sollte
genau das, ist doch das, was ich die ganze zeit über sage. ich bin 3x in ihrem leben unter abwägen der bedingungen zu der erkenntnis gelangt, dass ich mein kind in der situation im tuch mitnehme. das geschrei hier werte ich als bauchgefühl und finde ich einfach überreagiert, wenn man das absolute risiko bedenkt.
ich fand zum beispiel das risiko eine bleibenden schadens, wenn ich mit kind im schneeregen 45min auf den bus warte, weitaus höher als das risiko, die 5km mit dem taxi zu fahren. seid mal ehrlich: wärt ihr stehen geblieben?
ich fahr nicht ständig, geplant und vorsätzlich mit kind im tuch und es ist auch nicht meine meinung, dass das eine super lösung ist. ich finde nur, dass es durchaus situationen gibt, wo es einfach an alternativen mangelt. und ja - auch die situation des gerade eingeschlafenen kindes rechne ich je nach bedingungen dazu.
hier ist das thema "ungesicherter fahrradtransport", das hat sich ausgeweitet auf "ungesicheren autotransport". ich habe dazu geschrieben, dass ich genau das schon mal getan habe und meine gründe dafür dargelegt (die übrigens insgesamt noch ein wenig komplexer sind). getan habe ich es nachdem ich zu dem schluß gekommen bin, dass die alternative weniger dem wohl meines kindes dient. dafür auf solch eine art und weise angegangen zu werden inklusive meinem kind den tod zu wünschen, weil dann sei ich ja "selber schuld" find ich dann schon ein wenig überzogene hexenjagd.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 15:21
von blauelagune
Deinem Kind wünscht hier niemand den Tod. Aber nur einmal so das Schicksal herauszufordern, ist halt genau einmal zu viel.
Ich bin im Übrigen schon mal mit Kind im Tuch und Babyschale unterm Arm einmal quer durch eine Großstadt gefahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Taxi wieder zurück, weil ich wusste, dass die keine Babyschale haben und ich mit dem Taxi zurückkommen würde. War unbequem, aber die Sicherheit meines Kindes war mir das wert.
Und ja,ich hätte lieber 45 min im Schneeregen gewartet, als ungesichert mit dem Taxi zu fahren. Ein eingeschlafenes Kind zu wecken, um es in die Babyschale zu setzen, ist eine Selbstverständlichkeit.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 17:08
von Sabbermäuschen
Liebes sternenweib, ich wünsche deinem Kind natürlich nicht den Tod! Und muss immer noch darüber weinen, dass du das denken konntest. Und natürlich liebst du dein Kind über alles in der Welt, mindestens genau so sehr, wie ich meins. Ich möchte mich in aller Form bei dir entschuldigen! Ich habe mich total falsch ausgedrückt

.
Tatsache ist, es ist ein Risiko, dass ich nicht eingehen würde und ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand das kann.
Danke Sandküste, du hast mir den Kopf zurechtgerückt. Ich habe diese Handlung in die Kategorie Bungeespringen und Formel1 gesteckt, weil man das Risiko kennt. Und deswegen ist es umso leichter es zu umgehen. Und umso tragischer ist es doch, wenn wirklich etwas passiert!
Diese Hexenjagd, wie du es nennst sternenweib, ist wirklich ausgeartet. Diese Diskussion geht nicht mehr über aussenstehende Dritte, sondern ist wirklich persönlich geworden. Versteh es bitte als Appell an die Vernunft, denn die Angst, dass etwas schlimmes passiert (das hätte verhindert werden können) ist sehr groß!
Ich hoffe, ich konnte mich jetzt besser ausdrücken, wenn noch etwas unklar ist, bitte sagt es!
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 19:35
von Lösche Benutzer 14500
Sternenweib, es tut mir leid, dass die Diskussion hier manchmal in eine... ich sag mal: unschöne Richtung abgedriftet ist. Ich bin aber sicher, alle hier sind froh, dass es dir und deinem Kind gut geht und niemand wünscht euch etwas Böeses - die Sicherheit unserer Kinder ist IMMER ein sensibles Thema und manchmal verrent man sich da in seiner Argumentation. (In den Impf-Threads geht es ja auch gerne hoch her...)
Die gefühlte Sicherheit, auf die du dich berufst, die finde ich ganz schwierig. Klar - wenn du an die letzten hundert Autofahrten denkst: Da hattest du wahrscheinlich (hoffentlich) nie einen Unfall. Wenn du an die letzten hundert Male Warten im Schneetreiben denkst: Da hattest du sicherlich mindestens zwei, drei Erkältungen hinterher, dein Kind ggf. auch. Subjektiv fühlt sich das Autofahren also erstmal angenehmer (nicht im Sinne von bequemer, sondern: als das kleinere Übel) an als das Warten im Schnee. Nur: Die Konsequenzen, WENN etwas passiert, sind ungleich schlimmer. Im Tragetuch ist dein Kind im Auto nicht gesichert - selbst wenn du angeschnallt bist, bei einem Auffahrunfall prallt dein Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens an den Airbag, wenn der ausgestellt ist, ans Armaturenbrett. Dein Gewicht drückt dann von hinten auch noch dagegen. Selbst bei geringen Geschwindigkeiten ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind dadurch KEINE schweren Verletzungen davonträgt, sehr gering. Ich bin gerade ernsthaft froh, dass es bislang gut gegangen ist! (Im Sitz wird dein Kind übrigens aufgefangen und knallt mit dem Kopf nirgendwo gegen, gleichzeitig ist es auch durch den Körper des Sitzes noch einmal abgeschirmt - deswegen sind die eben Pflicht.) Wenn dir beim Warten im Schnee etwas passiert, dann resultiert entweder eine Erkältung für dich, dein Kind oder euch beide. Schlimmstenfalls bekommt jemand eine Lungenentzündung. Aber a) hat auch eine Lungenentzündung eine niedrigere Sterblichkeitsrate als eine schwere Kopfverletzung und b) nun ja, mir ist das, was du beschriebst, sehr oft passiert, als mein Kind noch klein war - und zumindest sie war nie erkältet, sie war ja gut eingemummelt im TT. Dass ich es unangenehm fand, eine Stunde im Schnee zu stehen - geschenkt, klar. Ich bin dann meist zu Fuß ein paar Stationen weitergelatscht, da wurde mir warm bei und ich musste nicht oll rumstehen.
Mir ist immer herzlich egal, was andere Mescnhen mit ihren Kindern machen - Maxi Cosi als Dauertransportgerät, Schmelzflocken ins Fläschchen, Billig-Plastikspielzeug aus China... Ist mir TOTAL egal. Aber wenn die Sicherheit eines Kindes stark gefährdet ist (und das IST sie, wenn ein Kind im Auto im TT mitfährt), dann sage ich etwas. Hätte ich dich unterwegs gesehen, hätte ich die Plolizei angerufen. Insofern mache ich jetzt mal was, was ich eigentlich überhaupt nicht mag, weil ich weiß, dass hier alle eh nur das Wohl ihrer Kinder im Kopf haben und niemand sie absichtlich gefährden wollen würde: Ich appeliere. Bitte bitte lies dir die hier genannten Argumente noch einmal durch und denk daran, bevor du das nächste Mal mit Kind im Tuch ins Auto steigst. Bitte. Ja, Autofahren geht meist gut - aber wenn nicht, da mag ich gar nicht dran denken!
So, und zum Thema an sich - dem Radfahren mit Manduca o.ä. - sieht es ähnlich aus... Klar, ich stolpere (mit Hinfallen) ungefähr so oft, wie ich auch einen Fahrradunfall habe - eher selten, vielleicht so einmal im Jahr. Mit TT bin ich schon gestolpert und gefallen - und habe mich reflexhaft mit den Armen und Knien abgestützt, es ist nix passiert, Kind fand es superlustig. Mit dem Fahrrad hat man keine Möglichkeit, sich abzufangen und kippt (bestenfalls, falls man sich nicht überschlägt) zur Seite - auf das ungeschützte Kind, das im Tuch auch keinen Helm tragen kann und mit dem Kopf aufschlägt. Auch das möchte ich mir nicht vorstellen. Und ja, der Sitz schützt dagegen - ich habe exakt das (Mann kippt mit Kind im Sitz um) schonmal gesehen, Kind hat sich nur erschreckt, aber nichtmal den Boden berührt. Und selbst wenn - es hat einen HELM auf. Ich finde es ehrlich gesagt unverantwortlich, ein kleines Kind diesem Risiko auszusetzen.
Und mal ehrlich: es ist doch nicht für lange! Im Sitzalter kann man einen Sitz kaufen. Vorher einen Hänger mit Baybschale (wobei ich die auch nicht sooo toll finde - bei unserem passt dann kein Helm mehr auf den Kopf, das ist dann sinnlos). Oder man läuft. Fährt Bus. Egal. Ja, fand ich zum Teil auch kacke, 45 min zum Pekip zu latschen und dann wieder 45 min zurück. Aber es war nur eine kurze Zeit meines Lebens, mein Kind hat immer viel frische Luft bekommen, mir schadet Bewegung auch nicht gerade... Hier wird immer so viel damit argumentiert, dass es ja nur eine kurze Zeit des Lebens ist, in der man durch die Bedürfnisse seines Kindes manchmal eingeschränkt ist und abends nur noch stillenderweise rumsitzt oder stundenlang mit einem herumturnenden Kind im Bett liegt und betet, es möge doch endlich schlafen. Genauso empfinde ich das mit dem Transport: Ja, die erste Zeit war das manchmal nervig. Ja, ich habe auch geflucht, wenn der Bus nicht kam. Ja, ich habe mir mein Fahrrad SEHR sehnlich gewünscht. Aber für mich war es nur unbequem - für mein Kind wären die Alternativen gefährlich gewesen.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 20:42
von Paniclady
blauelagune hat geschrieben:
Ich bin im Übrigen schon mal mit Kind im Tuch und Babyschale unterm Arm einmal quer durch eine Großstadt gefahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Taxi wieder zurück, weil ich wusste, dass die keine Babyschale haben und ich mit dem Taxi zurückkommen würde.
Rein interessehalber: Welche Öffentlichen waren das denn? Weil ja zum Beispiel ein Bus vom Risiko her kein bisschen anders ist als ein Auto. Oder doch?? Ich glaube, das sieht man einfach automatisch lockerer, weil es ja schließlich erlaubt ist
Oder übersehe ich da jetzt was?
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 20:57
von arwen
Bus ist sicherer, weil
a) sich Busse im Durchschnitt viel langsamer bewegen (Busse kommen z. B. langsamer um Ecken als Taxis). Irgendwo habe ich gelesen, dass das Durchschnittstempo eines Busses im Stadtverkehr 11 km/h beträgt.
b) Busse eine größere Masse haben, d. h. sie werden nicht so abrupt gebremst wie Autos, wenn sie auf ein Auto auffahren oder wenn ein Auto in sie reinfährt.
In GB gelten Taxis übrigens als "public transport" und müssen daher keine Kindersitze bereitstellen. Und ich gestehe, dass ich einmal Taxi gefahren bin mit Baby im Ergo, weil es in dem Moment wirklich keine Alternative gab, und ich bin gefühlt 1000 Tode gestorben und war heilfroh, als wir da waren.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 21:00
von Nschotschi
@Paniclady: Ja, Bus fahren ist nicht ungefährlich, allerdings habe ich da fast immer die Möglichkeit, mich mit Kind im TT vorne gegen die Fahrtrichtung zu setzen. Ein Busfahrer hat mich schon mal drauf aufmerksam gemacht, fand ich gut.
Im Kinderwagen versuche ich, Kind gut angeschnallt auch gegen die Fahrtrichtung zu platzieren und versuche ausserdem, mir nicht vorzustellen, was passieren könnte.