Ich finde die Qualifikationen der Beraterin klingen sehr vielverpsrechend! Da hätte ich an Deiner Stelle auch berechtigte Hoffnung, dass sie Euch weiter helfen kann. Schreiambulanz hat ja gar nicht zwingend das Ziel, dass das Baby weniger weinen soll/muß/darf, sondern dass die Begleitung der Eltern dabei eine groe Rolle spielen darf.
Berufsbedingt (Pädagogin) habe ich sehr viel mit Supervision zu tun und kann es mir auch im privaten Bereich nicht mehr ohne vorstellen. Es ist so toll für mich, dass ich einen Ort gefunden habe, an dem ich meine Sorgen, Ängst und Nöte lassen und kann und an dem an Lösungen für mich gearbeitet wird. Ich drücke Dir die Daumen, dass es auch für Dich so einen Ort geben kann bei der Beraterin nächste Woche.
Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass wenn ein Baby viel weint und unzufrieden ist, sich die Umgebung schnel bemüßigt fühlt ihren Senf dazuzugeben, sicherlich mit der Absicht zu helfen. Man sieht immer Sachen bei anderen, die man anders machen würde wie die. Wenn aber alles läuft sagt man nichts dazu, aber wenn Probleme auftauchen, dann scheinen doch viele sich berechtigt zu fühlen sich einzumischen. Und selber steht man auf schlechtem Posten, weil man "kriegt es ja offenbar nicht hin" und vielleicht haben die anderen ja doch recht? Wie viel besser wäre es doch, die Mütter und Väter erstmal zu fragen, ob sie eine Einmischung wünschen und dann auch auf deren Bedürfnisse und Wünsche und Fragestellungen einzugehen an statt sich selber in den Mittelpunkt zu stellen ( "ich bei meinen Kindern..." "aber das macht man doch so und so....").
Ich finde auch, dass man aus Deinen Postings liest, dass Du ein gutes Bauchgefühl hast, laß es Dir nicht nehmen, es ist so wertvoll! Nicht die anderen haben unhinterfragt recht mit ihren Ratschlägen und Ideen, sondern Du bist die Person, die Dein Kind am besten kennt. Klar gehe ich zur Supervision, weil ich alleine nicht weiterkomme und mir erhoffe, dass sie Ideen hat, die über meine eigenen Gedanken hinausgehen. Aber die Lösungen erarbeiten wir gemeinsam, sicherlich sind da manch offene Worte dabei, die mir nicht sofort schmecken, aber ich vertraue meiner Supervisorin sehr und sie hat schon viele gute Wege mit mir bestritten. Sie ist die Fachfrau für viele Fragen, aber Lösungen gehen eben nicht an mir vorbei. Wenn Du Ideen und Tips als hilfreich empfindest, dann probiere sie aus, gehe Deinen Weg, zum Beispiel halte ich auch die Aufarbeitung des KS für total wichtig, weil Du es immer wieder erwähnst, aber versuche Dich nicht überrumpeln zu lassen von Leuten. Wenn so eine Situation wie mit Der Physio nochmal vorkommt und Du Dir unsicher bist, ob das eine Idee wäre, dann kannst Du ja sagen, dass Du noch ein wenig Zeit brauchst um darüber nachzudenken (z.B. über das Rausgehen, wobei ich es auch nicht machen würde

), so kannst Du Zeit gewinnen, um Dir selber klar zu werden was Du willst und dann Deine Entscheidung mitteilen. Dann fühlt man sich sicherer mit dem, was man möchte, als wenn man unter Entscheidungsdruck steht.
Ihr habt schon so viel auf den Weg gebracht, ihr werdet Euren Weg weiter beschreiten und zwar nach Euren Wünschen und Vorstellungen, das kann nicht falsch sein!
P.S.: Abstillen würde ich wohl auch nicht

, bei meiner Freundin wacht der Kleine total oft auf nachts und sie hat dann keine Brust mehr zum beruhigen.
P.P.S.: Übrigens glaube ich auf jeden Fall, dass es den Kindern besser geht, je besser es der Mutter/den Eltern geht. Je reiner man mit sich selber ist, desto besser kann das auf die Kinder abfärben, was nicht heißt, dass automatisch alles gut ist, wenn es einem selber gut geht. Meine Tocher ist nur wenig jünger als Deine und momentan auch sehr anhänglich und ich vermute fast, darin sind wir uns sehr gleich momentan

. Schaffe ich es, wieder mehr in mir zu ruhen, dann fällt es ihr vermutlich auch leichter.