Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Moderatoren: Toony, Momolina

Antworten
Benutzeravatar
Stefania
alter SuT-Hase
Beiträge: 2885
Registriert: 31.07.2007, 21:51

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Stefania »

@ elanor: bist du denn Italienerin oder Deutsche?
Benutzeravatar
elanor
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1893
Registriert: 06.03.2013, 07:58
Wohnort: Berlin

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von elanor »

grrr. alles wurde gelöscht.

kurz und knapp: ich bin deutsche, habe aber mehrmals in italien gelebt und auch wenn es natürlich nicht meine muttersprache ist, so ist mir das italienische doch sehr nah.
wahrscheinlich muss jeder seine eigene lösung finden. youtee, ich wollte auch nicht euren weg schlechtmachen oder so - ich kann es mir nur für uns nicht vorstellen.
vielleicht ist das auch egoistisch, aber ich möchte so gerne mit meinem mann weiter auch italienisch sprechen. das ist eben die sprache, in der wir uns kennengelernt haben, da können wir ganz anders kommunizieren!
G. 10/12 + J. 06/16
* 07/15
EhUKr

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von EhUKr »

Elanor, wir haben eine Familiensprache (schweizerdeutsch) und dann die Umgebungssprache (englisch). Mein Mann und ich sprechen beide Sprachen sehr gut. Die Kinder sprechen beide Sprachen gut und fluessig, die Umgebungssprache ist jedoch klar dominant bei beiden, sie sprechen auch miteinander die Umgebungssprache. Mein Mann wechselt auch oefters in die Umgebungssprache mit den Kindern, vorallem, wenn er mit ihnen alleine ist, ich nur sehr selten. Da ihr in Deutschland wohnt, ist es doch kein Problem, wenn ihr als Familiensprache Italienisch sprecht, dein Kind hoert ja Deutsch trotzdem staendig und spaetestens wenn es in den Kiga oder Schule kommt, wird das Deutsch sowieso uebermaechtig. OPOL ist ja nur ein Ansatz unter mehreren, macht es doch einfach so, wie es fuer euch passt. Wichtig war fuer mich, mir zu ueberlegen, welche Erwartungen ich habe. Ich wollte, dass meine Kinder unbedingt beide Sprachen fliessend sprechen, jedoch war mir auch wichtig, dass die sie einwandfrei schriftlich und muendlich in der Umgebungssprache kommunizieren koennen. Deshalb bin ich sehr konsequent mit dem Schweizerdeutsch sprechen und erwarte auch, dass sie mir so antworten, und ermahne sie schon mal dazu, ins Schweizerdeutsch zu wechseln, wenn sie mir auf englisch antworten. Zudem haben wir uns fuer eine einsprachige Schule und nicht eine zweisprachige (deutsch-englisch, waere auch eine Option gewesen hier an unserem Wohnort) entschieden und somit der Umgebungssprache eine sehr starke Stellung eingeraeumt.

Bei uns kommt zusaetzlich noch die Deutsch/Schweizerdeutsch Problematik dazu, denn mir ist zusaetzlich auch wichtig, dass die Kinder deutsch (nicht schweizerdeutsch) verstehen und lesen koennen, denn schweizerdeutsch schreiben geht ja nicht. Allerdings forciere ich dies weniger als das muendliche Schweizerdeutsch, ich lese halt oft auf Deutsch vor, wir haben sehr viele deutsche Buecher und kaufe z.B. fast ausschliesslich DVDs in Deutsch (obwohl mein Sohn dann oft die Spracheinstellung wechselt, sobald ich weg bin :lol: ). Buecher kaufe ich meinem Sohn allerdings auch viele in Englisch, einfach er da ein ganz anderes Leseniveau hat.

Liebe Gruesse


Liebe Gruesse
pauli
Herzlich Willkommen
Beiträge: 1
Registriert: 16.10.2012, 17:45

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von pauli »

Hallo,
unsere kleine ist schon 2,5, in DE geboren, aber da wir beide polen sind, sprechen wir zuhause nur polnisch (und auch weil ich deutsch erst vor 2 Jahren gelernt hab, wollten wir nicht eine Sprache sprechen, die wir selbst nicht kennen)
die ganze Zeit war ich völlig entspannt, da dachte ich dass es alles kommt wenn sie in kiga ist, wir haben schon alles mögliche übernommen ; krabbelgruppen, musikgarten, deutschsprachige bekannte aus der Umgebung
jetzt sprcht sie polnisch sogar besser als kinder unseren Bekannten, die in Polen leben, ich mache mir aber sorgen, weil ich merke ,dass sie deutsch sehr schlecht versteht, in kiga hat sie kein Platz bekommen..
Benutzeravatar
elanor
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1893
Registriert: 06.03.2013, 07:58
Wohnort: Berlin

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von elanor »

Pauli, das ist ja ärgerlich mit dem Kindergarten!! Könnt ihr euch noch woanders bewerben? Bei uns kann man glaube ich die Sprache als Grund für einen Platz angeben, aber das habt ihr sicherlich schon gemacht.
Ich denke aber, wenn ihr weiterhin regelmäßig deutschsprachiges Programm macht und sie darüber die Sprache mitkriegt, es besser werden wird. Sie ist ja "erst" 2,5, andere Kinder fangen da mit Sprechen erst an.
G. 10/12 + J. 06/16
* 07/15
Benutzeravatar
canine
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 283
Registriert: 02.03.2013, 05:59
Wohnort: USA

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von canine »

Kiri hat geschrieben: Bei uns kommt zusaetzlich noch die Deutsch/Schweizerdeutsch Problematik dazu, denn mir ist zusaetzlich auch wichtig, dass die Kinder deutsch (nicht schweizerdeutsch) verstehen und lesen koennen, denn schweizerdeutsch schreiben geht ja nicht. Allerdings forciere ich dies weniger als das muendliche Schweizerdeutsch, ich lese halt oft auf Deutsch vor, wir haben sehr viele deutsche Buecher und kaufe z.B. fast ausschliesslich DVDs in Deutsch (obwohl mein Sohn dann oft die Spracheinstellung wechselt, sobald ich weg bin :lol: ).
Ganz genau diese Situation haben wir auch. Und ich dachte mir, dass ich das genauso loese, wie Du es geschrieben hast - dass ich Buecher deutsch vorlese. Ansonsten sprechen wir Schweizerdeutsch und die Umgebungssprache ist Englisch.

Wie macht Ihr das mit Franzoesisch? Ist es fuer Euch ein Thema, jemals in die Schweiz zurueckzugehen und ev. die Kinder in der Schweiz zur Schule zu schicken, bzw. vielleicht gehen die Kinder ja mal an die Uni, ETH, etc. - das ist ohne Franzoesisch nicht moeglich, oder?
Klein-Canine (01/02/2013) ihr Zwillingsgeschwisterchen und das Februarsternchen in unseren Herzen
EhUKr

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von EhUKr »

canine hat geschrieben:
Kiri hat geschrieben: Bei uns kommt zusaetzlich noch die Deutsch/Schweizerdeutsch Problematik dazu, denn mir ist zusaetzlich auch wichtig, dass die Kinder deutsch (nicht schweizerdeutsch) verstehen und lesen koennen, denn schweizerdeutsch schreiben geht ja nicht. Allerdings forciere ich dies weniger als das muendliche Schweizerdeutsch, ich lese halt oft auf Deutsch vor, wir haben sehr viele deutsche Buecher und kaufe z.B. fast ausschliesslich DVDs in Deutsch (obwohl mein Sohn dann oft die Spracheinstellung wechselt, sobald ich weg bin :lol: ).
Ganz genau diese Situation haben wir auch. Und ich dachte mir, dass ich das genauso loese, wie Du es geschrieben hast - dass ich Buecher deutsch vorlese. Ansonsten sprechen wir Schweizerdeutsch und die Umgebungssprache ist Englisch.

Wie macht Ihr das mit Franzoesisch? Ist es fuer Euch ein Thema, jemals in die Schweiz zurueckzugehen und ev. die Kinder in der Schweiz zur Schule zu schicken, bzw. vielleicht gehen die Kinder ja mal an die Uni, ETH, etc. - das ist ohne Franzoesisch nicht moeglich, oder?
Canine, fuer die Uni oder EHT sind Franzoesischkenntnisse keine Voraussetzung, schau mal hier bei der Rektorenkonferenz der Schweizer Unis, da steht fuer jedes Land, welche Abschluesse anerkannt sind und welche Faecherkombination belegt werden muss, um zugelassen zu werden, unten verlinkt z.B. fuer die USA. Ich selber wurde problemlos mit einem nicht schweizerischen Abschluss ohne Franzoesisch an der Unizh immatrikuliert.

http://www.crus.ch/information-programm ... a.html?L=2

Hier haben die Kinder aber Franzoesisch als 1. Fremdsprache ab Schulbeginn, insofern waere das jetzt auch bei einer Rueckkehr in die Schweiz nicht problematisch vom Unterricht her. Eine Rueckkehr oder ein laengerer Aufenthalt in der Schweiz schliessen wir zurzeit nicht aus.

Liebe Gruesse
Lulilaj
gehört zum Inventar
Beiträge: 560
Registriert: 22.02.2012, 13:49
Wohnort: Franken

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lulilaj »

wir versuchen mt OPOL, haben ja kein andrer Wahl da der Gatte kein polnisch redet ;) so ein bissl

wie motieviert ihr euch doch die eigene sprache zu reden? wenn der partner nicht versteht? kompromiss, nur tagsueber?
oder wird es einfacher mit der zeit, wenn man sieht dass die kleinen doch mitreden?

ich erwische mich so oft dabei, dass ich mit der kleinen deutsch rede
Lulilaj mit Lady Bamm-Bamm (04/2012) und Herrn Entspannt (01/2015)
seelenkind
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 761
Registriert: 06.01.2011, 11:40
Wohnort: Brandenburg

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von seelenkind »

Canine: Die Unterrichtssprache an Schweizer Auslandsschulen ist (also zumindest hier drueben bei uns) Deutsch. Franzoesisch kann als Wahlfach belegt werden, die Kínder koennen aber auch Mandarin lernen, wenn ihnen das lieber ist. Ansonsten wird Hochdeutsch gesprochen (ok, Schweizer, die versuchen, Hochdeutsch zu sprechen, also knuffiges Hochdeutsch). Ich denk also nicht, das fehlende Franzoesischkenntnisse ein grosses Hindernis darstellen wuerden, sonst wuerden die da an der Schweizer Schule wohl mehr Wert drauf legen...

@OPOL: mir kommt das gar nicht "durcheinander" vor. Ich sprech mit meinem Mann eine Sprache und mit meinem Kind eine andere- das find ich deutlich schluessiger als mit derselben Person drinnen eine Sprache zu sprechen und draussen eine andere... allerdings kann ich mit Babys irgendwie allgemein nur Deutsch sprechen, ich wuesst gar nicht, was ich denen auf Spanisch/ Englisch/ Franzoesisch erzaehlen soll ;)
seelenkind mit chaosproduzentin (10/2009) und chaoskeks (10/2016)
Benutzeravatar
elanor
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1893
Registriert: 06.03.2013, 07:58
Wohnort: Berlin

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von elanor »

Nochmal OPOL und durcheinander :D
Ich finde das theoretisch auch nicht schlimm oder so... aber die praktische Umsetzung wäre hier echt kompliziert. Ich glaube, dass es auch bei uns gut klappen würde, wenn nur ich deutsch spräche. Dann MÜSSTE ich es ja mit ihr sprechen. Aber so... für meinen Mann ist der Wechsel Italienisch-Deutsch auch noch schwerer als für mich, der würde dabei wahrscheinlich einen Rappel kriegen und wir wären dann nicht konsequent.
Wie gesagt - theoretisch leuchtet mir das total ein, aber praktisch wäre es bei uns nicht umsetzbar. Finde es toll, wenn ihr das so macht! :)

Und Seelenkind, genau das ist bei mir ja das seltsame gewesen. Am Anfang war es bei mir spontaner, mit dem Kürbis italienisch zu sprechen! Das kam einfach so raus ;) Aber ich denke auch, die Sprache inzwischen sehr verinnerlicht zu haben (ich erinnere mich z.B. an eine Situation, da bin ich aus einer Narkose aufgewacht in Deutschland und die Schwestern haben mich nicht verstanden weil ich im Halbschlaf italienisch sprach).

Ich finde es ganz beeindruckend, wie viele zweisprachige (oder sogar dreisprachige) Familien es hier gibt! :)
G. 10/12 + J. 06/16
* 07/15
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“