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Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 17:25
von Angora
KateKate, du hast so Recht! Von der Warte aus hab ich das ja noch gar nicht betrachtet!
Übrigens macht sich meine Oma heut noch Vorwürfe, dass ihre Kinder auf der Rücksitzbank im Auto unangeschnallt rumgunschten. Dabei gab's damals hinten ja noch keine Gurte und dennoch geht ihr das bis heute nicht aus dem Kopf, dass im Falle eines Falles schlimmstenfalls alle Kinder durchs /aus dem Auto geflogen wären.
Übrigens hatte ich bei Nr1 ne Babyschale obwohl ich mir nur ab und an ein Auto geliehen hab. war damals natürlich nicht die teuerste u auch nicht wie jetzt in meinem Auto (was ich mir extra neu kaufen musst, damit ich beide Kinder mitnehmen kann, hatte davor nur nen zweisitzer. Also man kann's ja auch so machen, wenn man nicht immer ein Auto leihen will/Taxi/Bus/Bahn fahren möchte und keinen fahrradanhänger kaufen will und auch laufen keine Option ist) mit Isofixbasis drunter und allem schnickschnack... Ich Krieg doch nicht unter extremer Anstrengung ein Kind um dann sein Leben so leichtfertig aufs Spiel zu setzen!
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 21:06
von sternenweib
die frage ist doch: wo ist die grenze? warum ist es in ordnung, mit kindern unnötig auto zu fahren aber mit tuch schreien alle auf? warum hat mir bis jetzt noch nie jemand vorgeworfen, dass ich meine kinder am bahnhof aufziehe, aber alle zerreißen sich das maul über die mutter im kindergarten, die im beisein der kinder raucht? warum lassen leute ihr kind mit billigspielzeug spielen und halten deutsches konventionelles gemüse für hochgiftig? ich finde einfach, dass da die verhältbismäßigkeiten fehlen. naürlich ist auto fahren mit tuch riskanter als mit sitz, aber wie hoch ist das risiko? ungefähr so hoch, wie ein kind auf dem wickeltisch anstelle auf dem boden zu wickeln oder niedriger oder höher? es gib tagtäglich 1000 dinge, die man mit ein wenig aufwand risikoärmer gestalten könnte und das sind dinge, die rein statistisch gesehen weitaus wahrscheinlicher sind als ein unfall in exakt dem schweregrad, dass mit sitz nichts passieren würde und im tuch was ganz schlimmes. ich fahre wie gesagt nur auto, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, ich finde auto fahren als solches in hohem maße verantwortungslos und egoistisch und ich finde, es ist einach schönrederei wenn man sich sagt "mein kind sitzt im sitz, deswegen bin ich eine verantwortungsvolle mutter".
ich bin mir zum beispiel auch bewußt, dass ich täglich mit dem leben meiner tochter spiele, weil ich zu faul zum laufen und zu geizig zum bahn fahren bin und lieber mit dem rad fahre (mit vorschriftsmäßigem sitz und helm

)
und zum fahrrad als erklärung: der sitz wird wohl deswegen nich benutzt, weil die kinder, um die es geht, dafür noch zu klein sind.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 22:14
von Angora
Bei der Argumentation frag ich mich grad ernsthaft, warum es immer die falschen trifft, die die ihre Kinder liebten, behüteten und vor Gefahren so gut wie möglich schützten
Und ganz blöd gegenargumentiert: wer fährt denn bei den SpritPreisen noch unnötig Auto? Oh man. Ich würd, wie Christina auch schrieb, sofort dein AKZ der Polizei durchgeben, wenn ich sähe, wie du im. Auto mit einem TT dein Kind "sichern" wolltest....
Und übrigens, wenn der Sitz noch nicht passend ist fürs Kind, gibts andere Möglichkeiten, der oft zitierte Hänger zB. Kostet auch Geld. Sollte einem das Leben und die Gesundheit seines Kindes aber wert sein.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 22:16
von christina
Und die Straßenverkehrsordnung hat die Gesetze ja nicht zum Spaß gemacht... die sind dazu da, um die Kinder zu schützen (gerade wenn die Eltern meinen, dass sie es besser wissen, dies aber schlichtweg falsch ist).
Ich klink mich hier lieber aus...
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 22:34
von Maryam+Leo
Ich finde die Diskussion echt interessant... die erinnert mich irgendwie an meine Kindheit... früher wenn ich mal eine 3 in Mathe oder so hatte, dann hab ich gesagt, aber es gab ja noch 5 vierer und ein fünfer oder so... und meine Mama hat immer gesagt..."Seit wann orientieren wir uns denn an den "Schlechten" und nicht an den Guten ?"
So kommt mir das Ganze auch grad vor... Wickeln auf dem Wickeltisch ist gefährlicher..also fahre ich mit Kind im Tuch Auto.....Was ist denn das für eine Argumentation ?
Neben Kindern gehört genauso wenig geraucht, wie ohne Kindersitz Auto gefahren... das ist doch nciht schwer !!!
Rauche ich eben nicht wenn Kinder dabei sind oder gehe weg.... entweder ich fahre mit Sitz Auto oder eben ich fahre kein Auto.... genauso wenig wie ich eben mit Kind im Tuch Rad fahre....oder es haue, ignoriere, anbrülle etc...
Wir als Mütter sollen doch die Kinder SCHÜTZEN, weil WIR verstehen wie die Sachen von sich gehen und ja die Gefahren UMGEHEN wollen wenn möglich... will denn nicht jeder die Risiken minimieren ? Da kann ich doch nciht sagen, im Sitz brüllt mein Kind, da fahre ich eben ohne....
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 23:09
von EhMill
@ sternenweib: ich hoffe ganz dolle das du im Stillen noch einmal ganz genau drüber nachdenkst, ob das wirklich so eine gute Idee ist. Vielleicht änderst du deine Meinung doch noch einmal, deinem Kind zuliebe.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 23:26
von KateKate
sternenweib hat geschrieben:die frage ist doch: wo ist die grenze? warum ist es in ordnung, mit kindern unnötig auto zu fahren aber mit tuch schreien alle auf? warum hat mir bis jetzt noch nie jemand vorgeworfen, dass ich meine kinder am bahnhof aufziehe, aber alle zerreißen sich das maul über die mutter im kindergarten, die im beisein der kinder raucht? warum lassen leute ihr kind mit billigspielzeug spielen und halten deutsches konventionelles gemüse für hochgiftig? ich finde einfach, dass da die verhältbismäßigkeiten fehlen. naürlich ist auto fahren mit tuch riskanter als mit sitz, aber wie hoch ist das risiko? ungefähr so hoch, wie ein kind auf dem wickeltisch anstelle auf dem boden zu wickeln oder niedriger oder höher? es gib tagtäglich 1000 dinge, die man mit ein wenig aufwand risikoärmer gestalten könnte und das sind dinge, die rein statistisch gesehen weitaus wahrscheinlicher sind als ein unfall in exakt dem schweregrad, dass mit sitz nichts passieren würde und im tuch was ganz schlimmes. ich fahre wie gesagt nur auto, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, ich finde auto fahren als solches in hohem maße verantwortungslos und egoistisch und ich finde, es ist einach schönrederei wenn man sich sagt "mein kind sitzt im sitz, deswegen bin ich eine verantwortungsvolle mutter".
ich bin mir zum beispiel auch bewußt, dass ich täglich mit dem leben meiner tochter spiele, weil ich zu faul zum laufen und zu geizig zum bahn fahren bin und lieber mit dem rad fahre (mit vorschriftsmäßigem sitz und helm

)
und zum fahrrad als erklärung: der sitz wird wohl deswegen nich benutzt, weil die kinder, um die es geht, dafür noch zu klein sind.
Autofahren ist per se sicherlich gefährlich, aber das gilt ja wohl für das ganze Leben. Die Wahrscheinlichkeit, hier und jetzt zu sterben, ist nicht Null. Ich fände es ja nun etwas übertrieben, zu sagen, xy ist verantwortungslos, weil er/sie mit ihrem Kind Auto fährt (im Kindersitz). Warum auch? Dann dürfte man morgens gar nicht aufstehen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass einem irgendwas passiert liegt bei 0,xyz %. Zu Recht fehlt aber wohl den meisten Leuten jegliches Verständnis dafür, ein Kind im TT im Auto zu "sichern".
Ich finde, dass dir da die Verhältnismäßigkeit fehlt. Du vergleichst ernsthaft Billigspielzeug oder Wickeln auf dem Wickeltisch mit Autofahren im TT? Klar kann das Kind einen Schaden vom Billigspielzeug davon tragen oder sich ernsthaft verletzten, wenn es vom Wickeltisch fällt. Aber bei einem Autounfall dürfte das ungesicherte Kind doch wohl einen erheblicheren Schaden davon tragen. Da das so ist, ist es ja auch gut, dass der Staat da regulierend eingreift. Nicht umsonst müssen Kinder grds. bis zum Alter von 12 Jahren in einem zugelassenen Autositz transportiert werden.
Die Frage ist doch gar nicht, was ist nun wahrscheinlicher, sondern was passiert bei Eintreten des Falles xy. Wenn das Kind durch einen simplen Auffahrunfall mit bspw. 40km/h querschnittsgelähmt ist, nützt es dir ja gar nichts, dass die Wahrscheinlichkeit eines Herunterfallens vom Wickeltisch mit gebrochenem Arm drei mal so hoch gewesen wäre. Entscheidend ist mMn eben nicht in erster Linie die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses sondern die Auswirkung dieses Ereignisses.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 23:32
von Paniclady
Angora hat geschrieben:Bei der Argumentation frag ich mich grad ernsthaft, warum es immer die falschen trifft, die die ihre Kinder liebten, behüteten und vor Gefahren so gut wie möglich schützten
Äh - ist das jetzt dein Ernst? Ich überlege die ganze Zeit, ob ich das vielleicht einfach nur furchtbar falsch verstehe, aber mir fällt einfach keine andere Möglichkeit ein, wie man die Aussage verstehen könnte. Geschmacklos ist da als kommentar noch massiv geschmeichelt...
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 26.04.2013, 23:45
von Daydreaming
@sternenweib: Für mich klingt es so, als ob du aufgrund eines diffusen Bauchgefühls Gefahren und Wahrscheinlichkeiten einschätzt. Ich bin aber der Meinung, daß bei solchen wichtigen Entscheidungen nicht irgendein Gefühl sprechen sollte, da unsere Gefühle/unsere Intuition sich aus dem speist, was wir wissen und bisher gelernt und erfahren haben. Intuition ist nicht objektiv, keine unabhängige Distanz, sondern sagt bei jedem etwas unterschiedliches, weil jeder Mensch in seinem Leben andere Erfahrungen gemacht hat. Wie kann man also sagen, wer die "richtige" Intuition hat? Gar nicht. Dafür gibt es dann eben die Welt der Vernunft und des Wissens. Menschen, die Forschung betreiben, Tests durchführen, objektiv dokumentieren usw. . Und auf Basis dieser nachprüfbaren Ergebnisse dann (je nachdem, worum es geht), Empfehlungen aussprechen oder auch dafür sorgen, daß bestimmte Dinge durch ein Gesetz untermauert werden.
Ich persönlich vergleiche in unserem Leben überhaupt keine Gefahren untereinander, ich betrachte jede für sich. Was hat Gemüse mit Spielzeug zu tun, was ein Wickeltisch mit Autositzen? Das sind völlig unterschiedliche Dinge. Wenn es um die Frage geht, wie ich meine Kinder sicher transportiere, schaue ich nicht, was sich besser für meinen Bauch anfühlt. Oder fühle nicht in mich rein, ob mein Bauch bei einem Kindersitz oder bei einer konventionellen Tomate lauter nein schreit. Ich suche Informationen zu genau diesem einen Gefahrenthema, eben Unfälle. Lese nach, wie man sich schützen kann. Schaue mir gegebenenfalls Videos an mit Crashtests, um nachvollziehen zu können, was bei welcher Art Unfällen passiert. Lese mir gegebenenfalls Grundlagenkenntnisse an zu Themen wie Massenträgheit, Fliehkraft oder so, wenn ich mich damit nicht auskenne. Dann habe ich eine solide Grundlage, auf deren Basis ich eine gute Entscheidung für meine Kinder treffen kann. Wissen ist Macht.
Re: Mit Manduca auf dem Fahrrad
Verfasst: 27.04.2013, 00:52
von Inkling
Mich würde interessieren, sternenweib, ob du dir die Crashtest Videos mal angeguckt hast und ob dein Bauchgefühl danach noch das Gleiche war. Kannst ja mal bei den Loopbelt Videos reinschauen, ist dem Tragetuch am Ähnlichsten.