Unser schlechter Stillstart

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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elamshin
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von elamshin »

Ich wollte dir solidarische Grüße dalassen. Kann mich noch so gut an die erste Zeit mit Junior erinnern, an die Schmerzen und die Tränen und das allgemeine Verzweiflungsgefühl. Du bist hier und hoffentlich bald auch vor Ort in guten Händen! Und es wird sich alles einspielen. Atlasnaja hat da einen wichtigen Punkt angesprochen: Es ist eine (Still-)Beziehung. Du und dein Sohn, ihr müsst euch erstmal kennenlernen. Das klingt oft so lapidar, ist aber wahnsinnig wichtig.

Wir hatten auch Probleme mit der Zunahme, Stillhütchen am Hals, ich hatte höllische Schmerzen beim stillen. All das hat sich mit kompetenter Hilfe in wenigen Wochen in Luft aufgelöst. Um mich beim stillen selbst davon abzulenken das es wehtat und ich immer im Hinterkopf hatte ob er nun genug kriegt, hab ich angefangen dabei bewusst etwas für mich zu tun. Ein Hörbuch. Meine Lieblingsserie. Mich mit einem Kakao verwöhnen lassen. Das hat diese negative Verbindung im Kopf gelöst. Vielleicht hilft es dir auch. :)

Liebe Grüße,
elamshin
2/2012, 8/2014 und 9/2019
jusl
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von jusl »

Ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen: Gib Dir Zeit, das Problem zu lösen. So wie Dir geht es vielen Müttern. Schau erstmal wie es heute geht, dann morgen, dann übermorgen, und irgendwann wird es merklich von Tag zu Tag einfacher.

Also du meinst ich sollte die pumpe nicht holen?
Richtig. Pumpen kostet Zeit, Du musst eine geeignete Zufüttermethode auswählen und zufüttern, das kostet wieder Zeit, und mit wunden BW ist Pumpen evtl. auch noch schmerzhaft. Die ganze Zeit ist anders echt sinnvoller genutzt (nämlich mit Hütchenloswerden! ;-)). Dazu der "Milliliter-Stress"; für viele Mütter ist das ein zusätzlicher Schreck, konkret vor Augen zu haben "wie wenig es ist" (auch wenn tatsächlich gar keine Milchmengenprobleme bestehen). Ergibt also insgesamt wenig Sinn.

Ich hab hier auch was von wechselstillen gelesen. Macht das Sinn? Auch mit den hütchen?
Eher nicht. Wechselstillen ist eine geeignete Methode, bei schläfrigen, schwachen Babys die Saugintensität zu erhöhen und damit schnell einen MSR auszulösen. Bei Dir ist ja aber praktisch das Gegenteil der Fall: Dein Baby saugt bereits kräftig und ist überhaupt nicht schwach. Jedes neue Andocken ist erstmal Stress für die BW, und Deine sind eh schon wund. Ergibt also ebenfalls wenig Sinn.

Die hütchen würd ich gern weglassen, aber im momentanen Zustand kann ich ihm die BW so nicht geben.. Nein Nein Nein.
Ich kann Deine Bedenken sehr gut verstehen - Du hast große Angst, dass es ohne Hütchen noch mehr wehtut. Aber bedenke: wahrscheinlich sind die Hütchen Teil des Problems(!). Sie verzögern den MSR, können sich also negativ auf die Milchproduktion auswirken, und sie begünstigen Wundsein. Auf jeden Fall führen sie zu einer ungünstigen Saugtechnik beim Baby, was ebenfalls Wundsein und Schmerzen begünstigt. Wenn Dein Baby also WIE AUCH IMMER dazu gebracht werden kann, möglichst bald OHNE Hütchen zu trinken, dann ist das GÜNSTIG für Dich. Die BW werden sich erholen können, und das MSR-Problem wird sich damit ebenfalls in Luft auflösen.
Deshalb: Nimm Deinen Mut zusammen, und übe HÄUFIG mit Deinem Baby korrektes Andocken an Hütchen-freien BW. Wenn Du magst, kannst Du in den Sekunden vorm Andocken Deine BW mit einem Eiswürfel betäuben, das erleichert die ersten fiesen Sekunden, und dann geht es sicher besser. Außerdem ist wie gesagt eine sorgfältige Wundpflege wichtig, siehe Links in der Linksammlung, damit künftig nichts mehr verkrustet (denn Verkrustungen reißen beim kleinsten bisschen auf und die Wunde heilt so viel schwerer!).
Es gibt eine AFS-beraterin in der Nähe.. die kontaktiert ich mal ..
Prima! Eine Beraterin vor Ort ist zweifellos günstig, aber selbst wenn nicht: Wir kriegen das dann sicher auch hier übers SuT hin. ;-)
Es ist einfach alles so frustrierend .. ich war so davon überzeugt, dass es gut klappen wird und kaum denkt man, ja es wird, wirft es einen zurück.
Das wird schon noch, mit dem gut Klappen! ;-) Kopf hoch - Du gehst das Problem ja aktiv an; in wenigen Wochen, vielleicht sogar schon in wenigen Tagen wird es ganz bestimmt besser gehen.

LG
Julia
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flosculus
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von flosculus »

Ich mag Dich einfach noch mal drücken und Dir Mut machen. Es wird besser werden mit den BW!

(((revolte)))
Viele Grüße vom Blümchen mit dem großen Augustblümchen (08/09) und dem kleinen rosa Septemberblümchen (09/12)
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AmysMom
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von AmysMom »

flosculus hat geschrieben:Ich mag Dich einfach noch mal drücken und Dir Mut machen. Es wird besser werden mit den BW!

(((revolte)))
Da möchte ich mich anschließen! (((Revolte)))
Liebe Grüße
F.

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revolte
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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von revolte »

Danke euch..
Ja.. ich hatte tatsächlich etwas romantische Vorstellungen, habe diese aber ziemlich schnell abgelegt..
Mir geht's ja gar nicht so um wunde brustwarzen oder schmerzen oder sonstwas.. klar trägt das zusätzlich zum schlafmangel seinen Teil zum psychischen Zustand bei..
Es ist echt das Gefühl, dass man sein Kind nicht richtig versorgen kann.. dass ihm irgendetwas fehlen könnte..dass man es nicht erkennt etc.

Es ist echt schizophren ..
In einem Moment hab ich totales vertrauen in uns und bin positiv und im nächsten sitz ich hier heulend und verzweifelt..

Ich danke euch, dass ihr mich auffangt..
Ohne das Forum wären wir sicher schön bei der Flasche.

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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Rosenquarz »

Ich drück Dich mal
und ich denke, Du setzt Dich zu stark unter Druck.
Und Du läßt Dir von Außen Druck geben. Hebamme z.B. kontrolliert ständig das Gewicht. Fängt an von wegen Zufüttern zu faseln.
Was hast Du von Anton für einen Eindruck? Gehts im gut, ist er schlapp?
Dann kommt der nächste Druck, auch wenns hier total nett gemeint ist, aber doch ein gewisser "Zwang" entsteht, weil bei den meisten hier das Stillen soooo lange geht und unkompliziert zu sein scheint.
Wärst Du im Forum "Flasche geben und KiWa schieben" gelandet, dann wärst Du vielleicht etwas still-entspannter.

Überleg mal, Dein Anton ist noch nicht mal 2 Wochen alt.

Und das kann mir bestimmt jemand sagen: gibts nicht nach 10 Tagen den ersten Wachstumsschub?
Das würde die Nichtgewichtszunahme erklären....

Ach ja
und dann das Schreien.
Charlotte hatte das bestimmt auch.
Erstens muss er seinen Tag verdauen und kann nicht einfach sagen: hee, Familie, ihr könnt mich mal. Lasst mich in Ruhe, ich mag nicht ständig ne Rassel vor die Nase gehalten haben oder sonst was. Ich mag auch mal meckern.
Und dann kommt Zweitens hinzu: ist die Bezugsperson, also Du, unentspannt, ists der Knirps auch.
Und es gibt soviel Gründe unentspannt zu sein, s. oben und auch z.B. die Motzereien vom lieben Geschwisterkind, Hormonumstellungen und und und.

Es liegt nicht an Dir.
Versuche zu entspannen.
Weißt ja,
oaahm
und alles wird gut!! ;)
Viele liebe Grüße

C.

Drei Kinder oder mehr? Dann bist du kinderreich! http://www.kinderreichefamilien.de "Unsere Kinder.Eure Zukunft."
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Himbeerwurst
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Himbeerwurst »

Hallo,

ich kann total verstehen, wie Du Dich fühlst. Wir hatten auch einen schlechten Start und kämpfen immer noch etwas. Ich saß auch häufig hier und hab geweint und mich wie eine super schlechte Mutter gefühlt und dachte, ich hätte versagt. Und dazu kam die Angst, ich könnte mein Kind nicht versorgen und sie bekäme zu wenig. Ich hab sie dann bei jedem Mucks sofort an die Brust gelegt. Ich hatte auch eine viel zu romantische und etwas naive Vorstellung vom Stillen.

Ich will Dir sagen, dass Du eine tolle Mutter bist und genau das Richtige tust. Dass man alles für sein Baby tut, was man kann und Unterstützung sucht für die Sachen, die man nicht kann, macht meiner Meinung nach eine gute Mutter aus. Du kämpfst für Dein Baby und Eure Stillbeziehung und damit machst Du alles richtig. Das wird!! Und selbst wenn nicht, hast Du alles getan, was in Deiner Macht stand
Beste Grüße von M.,
Mama von H. * 08.08.2012 und H. *06.06.16
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Julifay
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Julifay »

Huhu,

will auch mal liebe Worte da lassen..

Ich kann deine Unsicherheit sehr gut verstehen und nachempfinden.. Mir ging es vor ein paar Wochen ähnlich, als ich nach 11 Wochen Flasche geben plötzlich mit dem BEStillen anfing und irgendwann dann selbst das BES weg lassen konnte..Jeder Murkser von ihm wurde als Hunger interpretiert.. wiegt die Windel auch genug..?? warum ist er nur so unleidlich..?? Dann die bange Frage um die Zunahme und die leichte Angst vor der nächsten U.. Wenn einem dann wirklich noch vom "Fachpersonal" so Wörter wie Zufüttern, abpumpen, nimmt nicht zu etc. an den Kopf gehauen werden, dann steigert sich der Stress - auch unbewusst - dadurch verpannt man sich, die Milch kommt nicht mehr, noch mehr Stress.. Teufelkreis...
Mit der Flasche konnte man immer gut sehen, wie viel die Kleinen trinken und zur Not macht man eben eine neue..

Auch das Bild, welches man sich vom Stillen im Kopf zusammen gebastelt hat, muss erst durch eigene Erfahrungen geformt werden. Man muss sich dabei auch bewusst sein, dass nicht wenige Frauen Anfangs Probleme mit dem Stillen haben und es gut und gerne Wochen dauern kann, bis sich die Stillbeziehung ingespielt hat und es zu den herbeigesehnten schönen Augenblicken kommt.. Aber was sind schon diese wenigen paar Wochen gegen die Monate oder Jahre, in denen man diese traute Zweisamkeit genießen kann? :D

Ich kann mir gut vorstellen, wie dich die Unsicherheit gerade regelrecht auffrisst und auch die Angst vor dem Hütchen weg lassen. Ich hatte auch erst mit Hütchen BEStillt und dachte auch, nach 11 Wochen Flasche wird er die sicher noch ewig brauchen.. Pustekuchen. ;) Hatte die glaube 2 Tage und dann einfach mal ohne probiert und Muckelmann kam prima damit zurecht.. :D Hab einfach mal den Mut und probier es ohne Hütchen und auch wenn es vll nicht beim ersten Mal klappen wird, in nicht all zu langer Zeit, wird dein kleiner Anton sicher auch mit "pur Mama" zurecht kommen. ;)

Inzwischen merkt man ihm richtig an, wie sehr er das stillen genießt und liebt. Ich brauch mich mit ihm nur hinzulegen, schon strahlt er mich an, dreht sich zu mir und dockt voller Eifer an. Selbst mein Mann, er eher still"feindlich" ist, findet das total niedlich und scheint seine Meinung darüber langsam zu überdenken. ;)

Bleib am Ball, es lohnt sich auf jeden Fall!
Mit den beiden kleinen Verrückten T. 05/12 und C. 12/13
Lucccy
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Re: AW: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Lucccy »

Hallo,
revolte hat geschrieben:In einem Moment hab ich totales vertrauen in uns und bin positiv und im nächsten sitz ich hier heulend und verzweifelt..
ich wollte Dir auch nochmal Zuversicht und Zuspruch geben. Du bist übrigens noch im Wochenbett, da darf man auch noch nen Baby-Blues haben. Du darfst heulen!

Ansonsten möchte ich Dir auch mitgeben, dass ich mit und ohne Hütchen gestillt habe und kann aus meiner Erfahrung bestätigen: kaputte BW tun unter Hütchen mehr weh als im Mund eines Babys. An dieser Stelle deckt sich meine Erfahrung mit den Hinweisen der Stillberaterinnen hier.

Gruß Lucccy
Mondenkind
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Re: Unser schlechter Stillstart

Beitrag von Mondenkind »

Habe dem nichts hinzuzufügen :wink: .

Wollte nur noch mal sagen, dass Du Dich mal noch nicht ganz von Deinen romantischen Vorstellungen übers Stillen verabschieden solltest. Ihr habt einen anstrengenden Start, ja, aber die Zeit wird kommen, in der Du ihn einfach entspannt in der Öffentlichkeit anlegst, als hättet Ihr nie was anderes gemacht. :wink:
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
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