Wie wirken wir auf andere Mütter?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Inkling
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Inkling »

Ich bin noch recht neu bei SuT, schildere mal eine meiner Begegnungen.

Ich war einmal bei einem LLL Treffen, und bin früher gegangen, weil ich die dortigen langzeitstillenden/windelfrei/FB/(also wahrscheinlich das was hier mit SuT gemeint ist :) ) Mütter ziemlich herablassend und unsympathisch fand. Sie saßen alle auf einem Haufen und haben sich nicht wirklich mit den drei anderen Müttern unterhalten (Babies alle <6 Monate). Der Kommentar einer der Mütter "ich habe meine ältere Tochter mit 10 Monaten abgestillt und bin gespannt, wie es jetzt beim 2. Kind klappt" wurde mit einem kollektiven "Oooooooooooooooooh, ihr Armen, aber jetzt hältst du sicherlich länger durch "-Seufzer quittiert. Ich habe erzählt, dass ich bald arbeiten gehe (die Blicke hierauf waren nicht ohne ;) ) und mir gerne frühzeitig Tipps bzw. eine Anlaufstelle bei evtl daraus entstehenden Stillproblemen suchen möchte (mein Grund für den Besuch der Gruppe). Daraufhin wurde mir eine Geschichte erzählt, dass ja letztens erst eine Frau dagewesen wäre, die nachdem sie probiert hätte zu arbeiten und der Kleine die Muttermilch nicht aus der Flasche trinken wollte, einfach mal zur Bank ist, einen Kredit aufgenommen hat und jetzt wieder zu Hause, glücklich und vollzeitstillend ist. Manchmal müsse man eben einfach Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kleinen nehmen. Das mag ja sein, die Ansicht teile ich grundsätzlich auch, aber ich fand es nicht sehr angebracht, meinen offensichtlich stehenden Entschluss eine Woche vor Arbeitsbeginn so zu kritisieren. Es gab noch einige andere Sachen, die mir unsympathisch waren, besonders aber die permanente Verteidigung des Langzeitstillens (es war niemand da, der es kritisiert hat), und die große Unruhe in der Gruppe. Kann auch daran liegen, dass ein 2 jähriges Kind meinem 7 Wochen Baby erst permanent ins Gesicht gehustet hat und dann auf ihren Bauch getreten ist, um über sie drüber zu steigen ohne das die zugehörige Mutter was gesagt hat. Das war noch nichts für meine Nerven. :oops:

Ich bin mir sicher, dass vieles gar nicht so böse gemeint war, aber meine Neugier auf Langzeitstillen, Windelfrei, etc. stille ich lieber hier. :D Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man oft einfach schon einen "zickigen"/sarkastischen/etc. Kommentar auf den Lippen hat wenn es um diese Dinge geht, weil man sich einfach schon soooooooooooooo oft rechtfertigen musste. Aber manchmal will der Gegenüber einem gar nichts Böses, sondern ist nur neugierig, und wird eher abgeschreckt wenn man auf dessen Frage so reagiert.

In meiner Gruppe ist es eher so, dass eine Mutter komplett anders ist aber wir uns gegenseitig problemlos tolerieren, und zwei weitere mir ggü ein schlechtes Gewissen haben wenn sie den Babybjörn auspacken, dabei habe ich noch nie was dazu gesagt. Sie wissen schon selber, dass ein TT eigentlich besser wäre, benutzen es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht. Klar, wenn es um "TT binden ist so kompliziert" geht, sage ich natürlich dass das gar nicht so ist, Übung mach den Meister, etc. und biete auch Hilfe an, aber ich dränge das nicht auf und kommentiere das niemals ungefragt. Sie fragen interessiert zu unserem FB nach, trotzdem schlafen die Kinder im eigenen Zimmer. So what, wir mögen uns alle trotzdem total gerne. :)
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Kleine
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Kleine »

das mit dem Arbeitengehen habe ich auch schon erlebt, dabei bleibe ich ein Jahr zu Hause und werde dann vermutlich auch nur in Teilzeit wieder anfangen, ganz langsam... "Wie Du gehst wieder arbeiten? Du hast doch jetzt dann ein Kind, das versorgt werden muss!" Nein, dafür war meine Ausbildung zu teuer und außerdem liebe ich meine Arbeit. Mit wurde das schon öfter als extrem egoistisch ausgelegt, leider, besonders übrigens von den männlichen Kollegen, die alle nichtarbeitende Frauen zu Hause haben...

Also, manchmal mangelt es auch an Toleranz in die andere Richtung, das stimmt schon... Ich versuche, einen Mittelweg zu finden, manchmal nicht so einfach.


LG
Anika
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Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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Lauretta
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Lauretta »

Ich finde es schade, dass einge Leute - auch Mütter - glauben, dass sich (Voll-)Stillen + Tragen und Arbeiten gegenseitig ausschließt.
Komisch, bei uns hat es wunderbar geklappt (und klappt immer noch, wobei wir nicht mehr vollstillen :mrgreen: ).
Ich kenne wirklich einige, die behaupten, wegen des Arbeitsbeginns abgestillt zu haben.
Ich finde diesen einen Satz im wunderschönen Tragekinder-Buch auch echt bescheuert, wo das im Prinzip auch so dargestellt wird... dass das Zuhausebleiben der Mutter günstiger sei und man so das Kind tragen und stillen kann... Leider weiß ich nicht mehr genau, wie der Satz im Buch lautet. Aber der hat mich echt gestört.
Lauretta mit Sonntagskind 01/2009, Spätsommerkind 09/2011 und Sommerbaby 06/2015
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LaLeMi
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von LaLeMi »

Bei mir auch - ich bin nach 12 Monaten wieder arbeiten gegangen, und das "betroffene" Kind stille ich immer noch, genauso wie das Kleine :lol:
Ich habe dann 20 STd. gearbeitet, jetzt wird es ab Herbst höchstens die Hälfte sein.

Das ist aber nur für Wenige ein Beispiel, das beides geht.

Ansonsten bin ich im Grunde für "beide Seiten" eine Rabenmutter gewesen:
- sooo früh schon wieder arbeiten gehen und Kind abgeben (als hätte ich sie am nächsten Baum angebunden...)
- waaaas, Du stillst sie immer noch und sie schläft bei Euch im Bett ???? Sooo eine Verwöhnung, Du kannst ja nieee was alleine machen.
Ähm ja, is klar.... :roll:
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Kaschmin
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Kaschmin »

Ich bin ja auch neu hier und über ein anderes Forum auf euch aufmerksam geworden da mich das Thema windelfrei interessiert hat.
Ich habe schon in der Schwangerschaft beschlossen meine Maus zu tragen und stillen mind. 6 Monate. Zum Glück klappt beides wunderbar. Und ich kann mir nichts anderes Vorstellen, es ist so praktisch das Essen immer wohl temperiert dabei zu haben. In meinem Bekannten- Freundes- Familienkreis schaut mich keiner komisch an. Die Familie ist das nicht schreien lassen von meinem Cousin gewohnt und wissen wie toll sich so ein Kind entwickelt (er ist ein aufgeschlossener, freundlicher Bengel der ohne Probleme seit seinem 9 LM halbtags bei einer Tagesmutter ist) und sie sehen auch wie gut es meiner Tochter tut. Tragen und verwöhnen ist auch kein Thema (haben die anderen auch gemacht). Und bei den anderen Thema mischen sie sich nicht ungefragt ein. Meine Freunde sind sehr aufgeschlossen und tragen, stillen und familienbetten alle.
Meine Freundin möchte sogar auch mit windelfrei beginnen.
Ich denke das ich hier in Berlin-Pankow auch nicht sonderlich auffalle.
Wenn ich es so von aussen betrachte bin ich eine "Öko-Tante" die ihr Kind in Bio-Wolle hüllt und auch gerne mal Fr. Stadelmann um Hilfe bittet ;) bzw. die Heilpraktikerin meines Vertrauens.
anulika
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von anulika »

Eigentlich war ich eine hart arbeitende Grafikerin in schrillen Klamotten, die keine Party ausließ und ständig durch die Weltgeschichte gejettet ist. Dann kam Kind Nr. 1, gestillt, getragen, familiengebettet und dann hab ich wieder gearbeitet und keiner hat verstanden, dass ich sie mit 10 Monaten in die KiTa gebracht habe. Fand ich schon komisch. Die Kinder anderer Leute mussten im Kinderwagen liegen, allein im eigenen Bett ein- und durchschlafen mit vier Monaten Brei essen usw. Für den Kindergarten waren sie aber angeblich mit drei noch "eigentlich viel zu klein".

Jetzt hab ich wieder ein gestilltes, familiengebettetes, getragenes und auch noch windelfreies Kind. Hab mich von meinem stressigen Werbe-Job verabschiedet und auf Fremdspachensekretärin umgesattelt. Will auch wieder arbeiten gehen, wenn sie 15 Monate ist und höre wieder den gleichen Mist. Diesmal ist mein Kind doch gar nicht in der Lage, seine ausscheidungen zu kontrollieren und in die Kita darf man als gute Mutter sein Kind doch nicht geben, wenn es noch nicht drei ist. Tragen, Stillen und Familienbett aber verwöhnt das Kind ja nur und man hat dann nie seine Ruhe????

Ich hab mich damit abgefunden, dass mich alle für total öko halten. Der Vorteil ist aber, dass ich gefragt werde, bevor man meinem Kind irgendwelchen Schrott zu essen gibt.
anulika mit Alba (12/04), Flora (06/10) und Levi (01/13) an der Hand und Ezra (04/17) im Tuch

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Fröschlein
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Fröschlein »

Hab jetzt nicht alles gelesen, aber ich wollte mal meine Erfahrung schreiben!

Ich war 1 Mal in der Stillgruppe. Da war Friederike ca. 5 Monate alt.
Ich hab mich dort, zwischen diesen LZS-Müttern, die ihren Kindern nie Brei gefüttert haben und sie nur getragen haben, und sogar zum Teil auch noch Tandem gestillt haben, Stoffgewickelt und Windelfrei betrieben haben, überhaupt nicht wohl gefühlt.
Ich denke hinter meinem Rücken würde ich auch abgestempelt, als Mutter, die ihr Kind bestimmt schnell abstillt, und es blos nicht bei sich im Bett schlafen lässt, usw.
Eben in ihren Augen als "anders".

War mir egal! Manchmal würde ich gern hingehen, und ihnen auf die Nase binden, das sie sich getäuscht haben. Das ich immer noch stille (seit fast 9 Monaten sogar Tandem), die Große nur getragen habe, und den Kleinen viel trage, usw.
Hätten die Damen garantiert nicht gedacht.

Viele davon ließt man übrigens auch hier oder bei den Raben ;)

Bei der Stillgruppe war ich nie wieder (was ich eigendlich sehr schade finde, aber wie gesagt, hab mich dort nicht wohl gefühlt), aber hier fühl ich mich wohl, auch wenn ich nicht mir allem Konform gehe.
LG Franzi mit Aprilscherz 08 und Siebenschläfer 10
Jede Entscheidung, die wir für unsere Kinder treffen, ist die richtige Entscheidung, da wir sie aus Liebe getroffen haben!!!
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Muschelsucherin »

Fröschlein, ich würde genau das mal der Beraterin schreiben oder sagen, die diese Stigru leitet.
Vielleicht mag sie sich ein paar Gedanken dazu machen.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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Fröschlein
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Fröschlein »

Soweit ich weiß, gibt es die Gruppe in der Form gar nicht mehr. Bin mir aber nicht sicher.
LG Franzi mit Aprilscherz 08 und Siebenschläfer 10
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Re: Wie wirken wir auf andere Mütter?

Beitrag von Sinchen1985 »

also in der Krabbelgruppe, in der ich am Anfang war, haben alle nur darüber geredet, was sie als nächstes kaufen (Kiwa, Möbel, Auto...), das hat mich genervt.

Dass Dalila bei uns schläft (damals wusste ich noch nicht, dass das FB heißt :lol: ) hat keinen gestört. Auch nicht, dass ich ständig über mein EINES (noch mal :lol: ) TT geredet habe. Zum Stillen waren manche pro, mache negativ eingestellt. Nur das Kaufen hat mich immer gestört...

Und beim SuT hier hab ich noch keine negativen Bermerkungen gehört, dass ich nicht mehr stille seit Dalila 6 Monate alt ist und ich in 2 Monaten wieder arbeiten gehe (75 Prozent) :D

Wir wirken auf andere Eltern ganz durchschnittlich denke ich, aber SIE nicht auf uns!
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Wer hätte gedacht, das so ein Kind so viel Glück mit sich bringt?
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