Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
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inselkind08
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
@Milkshake
wir wollen eventuell nach Berlin umziehen, da gibt es ja einige englisch-deutsche Kindergärten, Vorschulen, Schulen... ich hoffe da ist dann in unserer Nähe ein guter dabei.
Aber vielleicht ziehen wir ja auch doch gleich zu meinem Freund (Kanadier), dann wäre Englisch ja sowieso Umgebungssprache.
Bei mir ist es ja vom "System" her ähnlich wie bei dir. Ich spreche als Nicht-Muttersprachlerin Englisch mit meinem Sohn.
Ich denke mein Englisch ist schon ganz gut, allerdings merke ich das mir das typische Kindervokabular doch manchmal fehlt. Aber wir singen und lesen auch viel auf Englisch. Bisher spricht mein Kleiner ja gar nicht in Englisch, aber er fragt immer mal wieder was Worte bedeuten die er aufgeschnappt hat (sein neuer Freund im Kiga ist gerade aus den USA hierher gezogen, Familie ist aber deutsch, beim Spielen spricht der jedoch viel Englisch). Und ich habe das Gefühl das er sehr viel versteht.
wir wollen eventuell nach Berlin umziehen, da gibt es ja einige englisch-deutsche Kindergärten, Vorschulen, Schulen... ich hoffe da ist dann in unserer Nähe ein guter dabei.
Aber vielleicht ziehen wir ja auch doch gleich zu meinem Freund (Kanadier), dann wäre Englisch ja sowieso Umgebungssprache.
Bei mir ist es ja vom "System" her ähnlich wie bei dir. Ich spreche als Nicht-Muttersprachlerin Englisch mit meinem Sohn.
Ich denke mein Englisch ist schon ganz gut, allerdings merke ich das mir das typische Kindervokabular doch manchmal fehlt. Aber wir singen und lesen auch viel auf Englisch. Bisher spricht mein Kleiner ja gar nicht in Englisch, aber er fragt immer mal wieder was Worte bedeuten die er aufgeschnappt hat (sein neuer Freund im Kiga ist gerade aus den USA hierher gezogen, Familie ist aber deutsch, beim Spielen spricht der jedoch viel Englisch). Und ich habe das Gefühl das er sehr viel versteht.
- milkshake
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
@Inselkind
das ist natürlich toll, daß er einen englisch sprachigen Freund hat. Über ihre Freundin hat meine Tochter eigentlich auch am meisten Englisch sprechen gelernt, Kinder sind da einfach natürliche Lehrer, mit viel Geduld.
das ist natürlich toll, daß er einen englisch sprachigen Freund hat. Über ihre Freundin hat meine Tochter eigentlich auch am meisten Englisch sprechen gelernt, Kinder sind da einfach natürliche Lehrer, mit viel Geduld.
- milkshake
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
@sajonic
Ich finde den persönlichen Bezug zur Sprache auch am wichtigsten - Sprache ist ja auch etwas Authentisches das mit der Person zutun hat. Bei uns stünde dann Suaheli zur Disposition, das geht aber nicht übers Telefon.
Ich finde den persönlichen Bezug zur Sprache auch am wichtigsten - Sprache ist ja auch etwas Authentisches das mit der Person zutun hat. Bei uns stünde dann Suaheli zur Disposition, das geht aber nicht übers Telefon.
- sajonc
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
@milkshake:
Huh, steh ich auf dem Schlauch?
wieso sollte Suaheli nicht über's Telefon gehen?
Aber ja, ich finde den persönlichen Bezug auch sehr wichtig. Es bringt nichts dem Kind irgendeine Sprache beizubringen. Ich denke, Kinder lernen es so auch nicht so gut.
Wäre in meiner ganzen Familie nicht polnisch als die Sprache bzw. nahezu einzige Sprache präsent gewesen und hätte ich meine Großeltern nicht gehabt -ich hätte nie die Sprache so gelernt, wie ich es tat.
Und dass Kinder von Kindern sehr gut lernen sehe ich auch so : ) ist eben schade, da wie gesagt, ich in einer Gegend lebe in der es kaum weitere Slawen gibt. Schade.
Huh, steh ich auf dem Schlauch?
Aber ja, ich finde den persönlichen Bezug auch sehr wichtig. Es bringt nichts dem Kind irgendeine Sprache beizubringen. Ich denke, Kinder lernen es so auch nicht so gut.
Wäre in meiner ganzen Familie nicht polnisch als die Sprache bzw. nahezu einzige Sprache präsent gewesen und hätte ich meine Großeltern nicht gehabt -ich hätte nie die Sprache so gelernt, wie ich es tat.
Und dass Kinder von Kindern sehr gut lernen sehe ich auch so : ) ist eben schade, da wie gesagt, ich in einer Gegend lebe in der es kaum weitere Slawen gibt. Schade.
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- milkshake
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
@sajonic
Theorethisch geht alles, nur ist der Papa ein wenig "faul".
Er hätte schon Möglichkeiten ihr die Sprache näher zu bringen, aber das kostet Zeit und Aufwand. So bleibt es dann eben bei "Jambo", "Kwaheri" und "Bibi".
Naja, reicht fürs erste. Aber schade ist es schon ein wenig, Suaheli ist ja so eine ganz andere Sprache, unsere Tochter würde schon davon profitieren und vor allem könnte sie bei einem Afriakbesuch dann wenigstens die Verwandten verstehen!
Die Krönung war aber als ihr Papa mal zu mir sagte, ich könne hier in D ja einen Suahelikurs belegen und es ihr dann beibringen.

Theorethisch geht alles, nur ist der Papa ein wenig "faul".
Die Krönung war aber als ihr Papa mal zu mir sagte, ich könne hier in D ja einen Suahelikurs belegen und es ihr dann beibringen.
- christina
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Wow, Suaheli!! TOLL! Da würde ich auch unbedingt dranbleiben wollen!
Schade, dass der Papa da nicht so mitzieht. Aber vllt ja irgendwann noch!
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015
"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
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"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
Clauwi GK 2011
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Genau DAS finde ich ist das Wesentliche! Ich spreche ja auch nicht Englisch, damit es meine Kinder in der Schule besser lernen (diese doofe Aussage von vielen Leuten), sondern weil ich ihnen eben diesen Teil von mir weitergeben möchte.sajonc hat geschrieben: Aber andererseits finde ich die Sprache viel liebevoller und natürlicher für mich persönlich und ich wünsche mir, dass sie es auch mal lernt.
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich möchte hier mal meine eigenen Erfahrungen als mehrsprachlicher "Zögling" einbringen:
Die Situation meiner Eltern gestaltete sich bei meiner Geburt folgendermaßen: Mein Vater ist Amerikaner, meine Mutter Polin (wohnte aber schon bevor sie meinen Vater kennen lernte in Deutschland und sprach auch damals schon beinahe akzentfrei Deutsch). Meine Mutter ging voll arbeiten, mein Vater nur abends in der VHS und so war er tagsüber für mich da.
Untereinander haben meine Eltern schon immer Englisch gesprochen, da mein Vater erst für die Beziehung nach Deutschland gezogen ist und folglich vorher kein Deutsch konnte.
Für meine Erziehung haben meine Eltern das hier schon angesprochene One Parent One Language angewendet, wobei ich stark anzweifle, dass sie den Begriff kannten. Sie haben es aus persönlicher Überzeugung getan.
Es sprach also meine Mutter mit mir Polnisch, mein Vater mit mir Englisch und wir alle drei zusammen auch. Wir wohnten in einer Straße mit vielen Kindern meines Alters und so habe ich auch Deutsch gelernt.
Dieses Konzept wurde zwar ohne Druck aber (glücklicherweise auch meinerseits!) sehr strikt eingehalten. Wir hatten auch zwei Stapel Vorleselektüre etc. jeweils nach Elternteil.
Angeblich habe ich sehr früh gesprochen, anfangs Englisch. Mein erstes Wort (nach Mama, Daddy) war wohl mit 10 Monaten "Appe" (Apple) -- mein Lieblingsessen.
Ansonsten soll ich die Sprachen wohl recht gleichmäßig erlernt haben, ich habe jedenfalls nie gehört, dass Deutsch ein Problem gewesen sei*.
Da mein Vater die Zeit hatte, fing er im Grundschulalter an mir auch Schriftenglisch beizubringen, was sich dank der geringen Kohärenz zwischen Wortklang und -schreibung leider als sehr schwierig erwies, zumal ich es aus dem Deutschen gewohnt war, Worte größtenteils nach Klang zu schreiben.
Mittlerweile ist Deutsch für mich mit Sicherheit meine Hauptsprache. In keiner anderen Sprache kann ich mich ganz so gewandt ausdrücken und so feine Unterschiede vermitteln. Englisch geht nicht zuletzt dank langjähriger Teilnahme an englischen Foren und natürlich dem Englischunterricht in der Schule auch sehr gut, ich bekam meinen ersten HiWi Job jedenfalls als Übersetzerin von Fachtexten. ^^ Fachtexte zu schreiben braucht zwar einen guten Thesaurus, aber das Sprachgefühl, das Verständnis der feinen Bedeutungsunterschiede, ist sehr gut.
Bei Polnisch sieht es leider nicht ganz so gut aus. Die Sprache an sich ist sehr komplex, und ich hatte wirklich "nur" den Alltag mit meiner berufstätigen Mutter. Ich kann (und konnte von klein auf) mich problemlos und fließend im Alltag unterhalten, aber grammatikalische Korrektheit, Lesen und Schreiben haben sich erst in den letzten Jahren gebessert**. Schreiben auf Polnisch ist zwar formal sehr strikt geregelt (noch deutlicher Klang-Schreibweise als im Deutschen), aber die Klangunterschiede verschiedener Diphtonge und Sonderzeichen herauszuhören fällt mir oft schwer.
Eine Sache möchte ich hier aber sehr deutlich anmerken: Weil auch mir als Kind immer die Sprachtrennung wichtig war ist es mir heute gefühlt unmöglich, in einer anderen als der "richtigen" Sprache mit meinen Eltern zu sprechen. Das ist an sich kein Problem. Aber, da meine Mutter nie so ganz mit ihren Emotionen hausieren gegangen ist, fehlt mir oft das entsprechende Vokabular im Polnischen, um ihr etwas zu vermitteln, insbesondere wenn ich mit ihr streiten möchte. Jetzt wo ich drüber nachdenke: das war bestimmt Absicht!
Ich als Kind habe es jedenfalls oft als Einschränkung empfunden und lieber nichts gesagt als nach Worten zu fischen.
Mein persönliches Fazit: Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, dass sie es so gemacht haben, weil ich meiner Meinung nach mit keiner anderen Methode die Sprachen so gut und so sauber gelernt hätte. Lediglich meine Mutter hätte mir mehr "Gesprächsvokabular" beibringen können, aber das ist schon ok.
Daraus leite ich aber auch das für mich allerwichtigste ab: Man sollte in der Sprache mit dem Kind reden, die einem selber am nähesten am Herzen ist. Für mich bedeutet das: So gerne ich meinen Kindern die Sprachvorteile in Englisch geben würde, die ich selber genießen durfte, ich werde mit ihnen unbedingt Deutsch reden, weil ich nur so meine Emotionen bis ins letzte bisschen kommunizieren kann. Dann erhoffe ich mir, dass sich mir mein Kind auch voll öffnen kann.
Ich hoffe das hilft vielleicht jemandem in der Entscheidung oder ist auch einfach nur interessant.
Ihr dürft mich gerne auch noch fragen, falls ihr noch was wissen wollt.
Es grüßt,
Sarah
* Dazu eine lustige Anekdote: Als wir einmal meine Familie in den USA besuchten waren da auch Nachbarskinder, mit denen ich spielte. Keine Ahnung wie alt ich war. Jedenfalls fing ich wohl völlig natürlich mit den Kinden an Deutsch zu reden und es dauerte einige Minuten, bis ich kapierte, dass sie es nicht taten. ^^ In meiner Welt sprachen nunmal Erwachsene verschiedene Sprachen, Kinder aber immer Deutsch
** Interessanterweise war das mit Abstand hilfreichste Mittel zur Erlernung von Schrifpolnisch: die Rechtschreibkorrektur auf meinem Handy. Die konnte so gut raten, was ich eigentlich schreiben wollte (man vertippt sich da auch als Muttersprachler schnell auf dem Ding), dass ich einfach frei Schnauze schreiben konnte und es wurde korrekt umgesetzt. Mit der Zeit lernte ich einfach durch die Vorführung und dadurch, dass es immernoch schneller ging wenn man korrekt tippte, von vielen Wörtern die richtige Schreibweise, die ich mir sonst nicht hätte denken können.
Interessanter Effekt, den ich nie erwartet hätte.
Die Situation meiner Eltern gestaltete sich bei meiner Geburt folgendermaßen: Mein Vater ist Amerikaner, meine Mutter Polin (wohnte aber schon bevor sie meinen Vater kennen lernte in Deutschland und sprach auch damals schon beinahe akzentfrei Deutsch). Meine Mutter ging voll arbeiten, mein Vater nur abends in der VHS und so war er tagsüber für mich da.
Untereinander haben meine Eltern schon immer Englisch gesprochen, da mein Vater erst für die Beziehung nach Deutschland gezogen ist und folglich vorher kein Deutsch konnte.
Für meine Erziehung haben meine Eltern das hier schon angesprochene One Parent One Language angewendet, wobei ich stark anzweifle, dass sie den Begriff kannten. Sie haben es aus persönlicher Überzeugung getan.
Es sprach also meine Mutter mit mir Polnisch, mein Vater mit mir Englisch und wir alle drei zusammen auch. Wir wohnten in einer Straße mit vielen Kindern meines Alters und so habe ich auch Deutsch gelernt.
Dieses Konzept wurde zwar ohne Druck aber (glücklicherweise auch meinerseits!) sehr strikt eingehalten. Wir hatten auch zwei Stapel Vorleselektüre etc. jeweils nach Elternteil.
Angeblich habe ich sehr früh gesprochen, anfangs Englisch. Mein erstes Wort (nach Mama, Daddy) war wohl mit 10 Monaten "Appe" (Apple) -- mein Lieblingsessen.
Ansonsten soll ich die Sprachen wohl recht gleichmäßig erlernt haben, ich habe jedenfalls nie gehört, dass Deutsch ein Problem gewesen sei*.
Da mein Vater die Zeit hatte, fing er im Grundschulalter an mir auch Schriftenglisch beizubringen, was sich dank der geringen Kohärenz zwischen Wortklang und -schreibung leider als sehr schwierig erwies, zumal ich es aus dem Deutschen gewohnt war, Worte größtenteils nach Klang zu schreiben.
Mittlerweile ist Deutsch für mich mit Sicherheit meine Hauptsprache. In keiner anderen Sprache kann ich mich ganz so gewandt ausdrücken und so feine Unterschiede vermitteln. Englisch geht nicht zuletzt dank langjähriger Teilnahme an englischen Foren und natürlich dem Englischunterricht in der Schule auch sehr gut, ich bekam meinen ersten HiWi Job jedenfalls als Übersetzerin von Fachtexten. ^^ Fachtexte zu schreiben braucht zwar einen guten Thesaurus, aber das Sprachgefühl, das Verständnis der feinen Bedeutungsunterschiede, ist sehr gut.
Bei Polnisch sieht es leider nicht ganz so gut aus. Die Sprache an sich ist sehr komplex, und ich hatte wirklich "nur" den Alltag mit meiner berufstätigen Mutter. Ich kann (und konnte von klein auf) mich problemlos und fließend im Alltag unterhalten, aber grammatikalische Korrektheit, Lesen und Schreiben haben sich erst in den letzten Jahren gebessert**. Schreiben auf Polnisch ist zwar formal sehr strikt geregelt (noch deutlicher Klang-Schreibweise als im Deutschen), aber die Klangunterschiede verschiedener Diphtonge und Sonderzeichen herauszuhören fällt mir oft schwer.
Eine Sache möchte ich hier aber sehr deutlich anmerken: Weil auch mir als Kind immer die Sprachtrennung wichtig war ist es mir heute gefühlt unmöglich, in einer anderen als der "richtigen" Sprache mit meinen Eltern zu sprechen. Das ist an sich kein Problem. Aber, da meine Mutter nie so ganz mit ihren Emotionen hausieren gegangen ist, fehlt mir oft das entsprechende Vokabular im Polnischen, um ihr etwas zu vermitteln, insbesondere wenn ich mit ihr streiten möchte. Jetzt wo ich drüber nachdenke: das war bestimmt Absicht!
Mein persönliches Fazit: Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, dass sie es so gemacht haben, weil ich meiner Meinung nach mit keiner anderen Methode die Sprachen so gut und so sauber gelernt hätte. Lediglich meine Mutter hätte mir mehr "Gesprächsvokabular" beibringen können, aber das ist schon ok.
Daraus leite ich aber auch das für mich allerwichtigste ab: Man sollte in der Sprache mit dem Kind reden, die einem selber am nähesten am Herzen ist. Für mich bedeutet das: So gerne ich meinen Kindern die Sprachvorteile in Englisch geben würde, die ich selber genießen durfte, ich werde mit ihnen unbedingt Deutsch reden, weil ich nur so meine Emotionen bis ins letzte bisschen kommunizieren kann. Dann erhoffe ich mir, dass sich mir mein Kind auch voll öffnen kann.
Ich hoffe das hilft vielleicht jemandem in der Entscheidung oder ist auch einfach nur interessant.
Es grüßt,
Sarah
* Dazu eine lustige Anekdote: Als wir einmal meine Familie in den USA besuchten waren da auch Nachbarskinder, mit denen ich spielte. Keine Ahnung wie alt ich war. Jedenfalls fing ich wohl völlig natürlich mit den Kinden an Deutsch zu reden und es dauerte einige Minuten, bis ich kapierte, dass sie es nicht taten. ^^ In meiner Welt sprachen nunmal Erwachsene verschiedene Sprachen, Kinder aber immer Deutsch
** Interessanterweise war das mit Abstand hilfreichste Mittel zur Erlernung von Schrifpolnisch: die Rechtschreibkorrektur auf meinem Handy. Die konnte so gut raten, was ich eigentlich schreiben wollte (man vertippt sich da auch als Muttersprachler schnell auf dem Ding), dass ich einfach frei Schnauze schreiben konnte und es wurde korrekt umgesetzt. Mit der Zeit lernte ich einfach durch die Vorführung und dadurch, dass es immernoch schneller ging wenn man korrekt tippte, von vielen Wörtern die richtige Schreibweise, die ich mir sonst nicht hätte denken können.
Interessanter Effekt, den ich nie erwartet hätte.
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Nusserl
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- Beiträge: 9714
- Registriert: 14.04.2009, 21:26
- Wohnort: Zürich Umgebung
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Danke für deinen tollen Bericht. Das ist sehr interessant.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
07/2008, 11/2011 und 04/2014
- christina
- Profi-SuTler
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- Wohnort: Bayern
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Oh ja, vielen Dank für den tollen Bericht!
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015
"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
Clauwi GK 2011
"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
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