Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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coccolone
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Beitrag von coccolone »

Stefania hat geschrieben:und auch der Opa spricht nur ital.mit ihnen....
Ich wuenschte das waere bei uns auch so aber mein Papa hat ja schon mit mir kaum Italienisch gesprochen. :( :? Allerdings kann J auf Italienisch zaehlen. :D Und eins seiner ersten Worte (ausser Mama und Dada) war Ca[ne] - das hat er letzten Sommer im Italien-Urlaub aufgeschnappt. Mittlerweile ist da aber doggy draus geworden...
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coccolone
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Beitrag von coccolone »

@Nina: Und du magst nicht mit Emily (und Jonathan) Chinesisch sprechen? Deutsch lernen sie doch so oder so.
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Reggie
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Beitrag von Reggie »

Wir leben ja in Australian aber meine Kinder sind einsprachig Englisch (bis Feb 09), denn unser Sohn ist autistisch und hat eine Spracherwerbhsstoerung. Ich weiss, dass man als Nichtmuttersprachler eigentlich nicht in der Fremdsprache kommunizieren sollte, denn die Kinder lernen so Fehler in der Grammatik und der Aussprache aber unsere Situation erfordert es so.

Ich bin ein wenig traurig, dass Katje im Moment nicht Deutsch lernt, abgesehen von einigen Worten wie "Fledermaus". Sie wird im naechsten Jahr in der deutschen Samstagsschule beginnen und da ihr Bruder ab dem naechsten Jahr in der Schule ist haben wir Zeit zum ueben (sie wird max 10h pro Woche im Kindergarten sein).

LG,
Regina.
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Pupu
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Beitrag von Pupu »

Tja, ich bin ja gespannt wie es bei uns mal wird.

Mein Schatz ist ja Finne, ich bin Deutsche, und wir leben gemeinsam in Finnland. Dass ich mit dem Kind deutsch reden werde, ist klar. Dass er und die Umgebung Finnisch mit ihm redet, ist auch klar.

Aber: wenn mein Schatz und ich miteinander reden, reden wir Englisch. Und nichtmal das richtig, sondern oft deutsche und finnische Wörter ins Englische gemixt... ich weiss nicht so recht, ob es sinnvoll oder sinnlos wäre, das zu ändern.
Mein Finnisch ist grammatikalisch noch sehr schlecht, ich mache viele Fehler. Ich habe ein wenig Angst, dass unser Kind es falsch lernen würde, wenn wir jetzt anfangen würden zuhause finnisch zu reden.
Andererseits weiss ich nicht, ob wir es damit womöglich überfordern würden, mit 3 Sprachen. Wir werden ihm Englisch nicht explizit beibringen, aber Kinder schnappen ja viel auf, plappern viel nach, und lernen viel nach Gehör.

Ich würde wahnsinnig gerne Finnisch gut genug können, um zuhause auch finnisch zu reden und mir keine Sorgen machen zu müssen, meinem Kind dadurch unbewusst grobe Fehler beizubringen. Aber dazu bin ich im Moment einfach noch nicht gut genug. Allerdings, irgendwann muss man ja mal anfangen...?

Ich weiss halt auch nicht recht.
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

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Olissa
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Beitrag von Olissa »

[quote] Ich weiss, dass man als Nichtmuttersprachler eigentlich nicht in der Fremdsprache kommunizieren sollte, denn die Kinder lernen so Fehler in der Grammatik und der Aussprache aber unsere Situation erfordert es so. [/quote]

So ist eben jeder Fall anders und individuell und was für die eine Familie funktioniert, geht bei einer Anderen einfach gar nicht.
Warum MAN mit seinen Kindern nicht in der Fremdsprache kommunizieren sollte, ist aber doch wieder so eine Doktrin, die eben auch nicht für alle möglichen Konfigurationen gilt. Ich kenne die Theorien auch, die dazu führen, ich kenne aber auch gegensätzliche Theorien dazu und für mich sieht es in der Praxis anders aus:

In meinem Umfeld und mit einer Sprachkonstellation wie der meiner Familie, funktioniert die Zweisprachigkeit für die meisten Familien am besten da, wo der Partner, der als Muttersprache die starke Sprache hat, bereit dazu ist, zu Hause tatsdächlich die schwache Sprache zu sprechen...
Es funktioniert zum Beispiel oft sehr gut, zu Hause Familiensprache schwache Sprache zu haben und draussen eben Umgebungssprache für diesen Partner. Oder vielleicht einen Wochentag, an dem der entsprechende Elternteil dann in seiner Muttersprache kommuniziert, oder in den Ferien, oder beim Sport, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, um nicht komplett auf die Kommunikation mit den Kindern in der eigenen Muttersprache verzichten zu müssen,
weil das auch nicht ganz Ohne ist...
EhUKr

Beitrag von EhUKr »

Wir sind auch zwei-sprachig.

Untereinander sprechen wir (zurzeit) Schweizerdeutsch, also Mutter-Kind, Vater-Kind, Mutter-Vater. In der Krippe wird Englisch gesprochen. Ich unterhalte mich mit Freunden und Verwandten auf Englisch, mein Mann spricht oft mit Freunden und immer mit Verwandten seine Mutter- oder seine Vatersprache (zwei verschiedene ghanaische Sprachen).

Zurzeit spricht Melvin sowohl Deutsch wie auch Englisch, er hat früh mit Sprechen begonnen und hat einen guten Wortschatz in beiden Sprachen. Twi (die Sprache der grössten ethnischen Gruppe in Ghana, eine der Sprachen, welche der Vater auch spricht) hört Melvin zwar oft, und mir wir von Verwandten und auch unserer Haushaltshilfe immer wieder versichert, Melvin verstehe die Sprache, aber Twi-Wörter habe ich von ihm noch nicht gehört.

Zur verlangsamten Sprachentwicklung von zwei-sprachigen Kindern: Ich war überzeugt, dass Melvin nicht verlangsamt war in der Sprachentwicklung, da er wie gesagt eher früh mit Sprechen begonnen hat. Als wir jedoch vor kurzem in die Schweiz in die Ferien fuhren, ist sein deutscher Wortschatz explodiert und Grammatik und Syntax haben sich innerhalb von wenigen Tagen extrem entwickelt. Es ist also durchaus möglich, dass Melvin in einem rein schweizerdeutschen Umfeld schneller, besser gesprochen hätte, aber dafür eben kein Englisch.

Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass wir das Schweizerdeutsch als interne Familiensprache behalten können, obwohl ich mir vorstellen kann, dass wenn das Englisch stärker wird, dies schwieriger wird. Zurzeit läuft die Zweisprachigkeit echt nebenbei.

Flurina
Zelenko
ist gern hier dabei
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Registriert: 08.08.2007, 21:55

Beitrag von Zelenko »

Hejho! :D

Ich mache mir natürlich auch Gedanken darüber, ob es sooo gut ist, das ich mit meiner Tochter BKS spreche, das streng genommen für mich ja auch eher Fremd- als Muttersprache ist. Aber hej! Meine Mutter spricht einen fiesen nordkroatischen Dialekt, ich wäre an der Uni sicher als der größte Bauer ausgefallen, wenn ich den gelernt und ausgepackt hätte! :lol: Bitte nicht falsch verstehen, ich finde diese Mundart super, aber "richtiges" Kroatisch ist das nicht ... :wink: Und meine Schwiegermutter spricht oft üblen bosnischen Slang und ist dazu noch sehr erfinderisch was Wörter betrifft. :shock:
Was ich meine: Sicherlich mache ich auch hier und da Fehler, aber alles in allem ist das schon ganz akzeptabel und sicherlich mehr Standardsprache als bei den beiden Omas. :lol:
Gedanken mache ich mir also schon, wirklich Sorgen mache ich mir allerdings nicht. Irgendwie sehe ich das nicht so ernst. Für mich ist primär wichtig, dass unsere Tochter von Anfang an lernt, dass diese Sprache einfach da ist und aktiv benutzt wird, zuhause und in dem weiteren Familien- und Bekanntenkreis.
GwAMg

Beitrag von GwAMg »

Zelnko, spricht deine Mutter zagorski??? *schüttel* naja, cih finde er hört sich ganz süß an, wie die meisten Dialekte halt, aber ihc versteh dummerweise null und das obwohl fast jedes zweit Wort ein deutsches ist.... :lol:

Ansonsten geht es mir änlich we dir Zelenko, klar, kroatisch ist meine Muttersprache (und Milenas ja auch..) auch haben meine Eltern sie mir von Anfang an beigbracht, aber aufgewachsne bin ich trotzdem in einem deutschen Umfeld, so dass es mir selbst oft so unnatürlich vorkommt kroatisch zu rden! Aber ich bleibe dran, denn ich hätte es meinen Eltern sicher nicht verziehen, hätte sie mir nicht kroatisch beigebracht...jede Sprache die man so als Kind, also "nebenher" lernt ist doch ein Geschenk...
Lösche Benutzer 3004

Beitrag von Lösche Benutzer 3004 »

Ich finde dieses Thema sehr interessant, denn darüber denke ich auch sehr oft nach.
Wir sind auch eine gemischte Ehe (was für ein Ausdruck) und die Familie meines Mannes lebt teilweise hier und teilweise in Ex- Jugoslawien (quer Beet überall verteilt). Mein Schwiegervater z.B. spricht gar kein Deutsch.
Ich möchte auch gerne später, dass mein Mann mit unseren Kindern (wenn wir mal welche haben) BKS spricht (hvala, Zelenko, für den Ausdruck- das trifft es!), denn ich fände es sehr schrecklich, wenn unsere Kinder sich mit der eigenen Familie dort unten nicht unterhalten könnten und quasi immer fremd wären.
Ich habe über 6 Jahre einen BKS- Kurs gemacht, dort war eine Frau Mitte 20, deren Eltern irgendwann nach Deutschland kamen und nicht wollten, dass ihre Kinder serbo-kroatisch (war es damals noch) lernten. Sie hat sich mit Mitte 20 verdammt schwer getan, es irgendwie zu lernen und konnte sich mit ihrer Familie dort unten nur mit Händen und Füßen verständigen. Das finde ich schon schade.
Es ist nicht so wichtig, dass ich es lerne (obwohl es natürlich bedeutend von Vorteil ist :wink: ), aber einem Kind sollte man diese Chance nicht verbauen. Ich denke, es ist sicher immer von Vorteil.
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Stefania
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Beitrag von Stefania »

marscygale hat geschrieben:Stefania, wie alt sind denn deine Kinder?

Nina, das stimmt, es ist schade, wenn eine Sprache so verloren geht. Vielleicht kann Emily das ja später noch nachholen, das Interesse wird sich ja sicher aufrechterhalten.
Der Große ist 4 Jahre und der Kleine 14 Monate...

LG Stefania
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