Weiterführende Schule

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Elena
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Elena »

Dickkopf-Mama hat geschrieben: 31.12.2020, 15:04 @elens Hast du dich mal näher mit dem Konzept Bläser/Streicherklasse auseinandergesetzt?
Nein, nicht wirklich. Ich kenne das nur aus Erzählungen (z.B. ist ein früherer Klassenkamerad meiner Großen in einer Bläserklasse und spielt dort Horn und hat in zwei Jahren deutlich weniger gelernt als meine Große, die seit einem Jahr Horn in der Musikschule lernt - und das, obwohl sie eher faul ist!) und habe mich ansonsten auf die Posts hier bezogen.
Wie möchtest du denn z.B. ein Klassenorchester bilden wenn jeder freie Auswahl hat?
Ich möchte gar kein Klassenorchester bilden. Was ist denn da der Sinn? Ich möchte, dass mein Kind das Instrument lernt, das es gerne lernen möchte, und dann damit, wenn es das möchte, auch im Ensemble spielen kann. Aber warum muss das die Klasse sein und warum ein Orchester? Man kann auch mit 6 Geigen Ensemble spielen oder mit 4 Oboen. Das ergibt doch eh kein klassisches Sinfonieorchester in so einer Klasse (vor allem nicht, wenn die Kinder mit dem Instrument erst so spät anfangen!), die Stücke müssen also ohnehin arrangiert werden. Klar ist es doof, wenn man keine Bässe dabei hat, weil niemand die tiefen Instrumente freiwillig nimmt oder so. Aber das muss man dann irgendwie lösen. Hier gibts z.B. in der Musikschule Ensembles für Kinder ab 5 Jahren, meine eine Tochter spielt dort schon lange in einem "Streichorchester" mit. Die haben einen Haufen Geigen, ein paar Celli, manchmal auch ne Bratsche und meistens keinen Bass. Kein Problem, die Lehrerin arrangiert für alle Leistungsstufen und Instrumente passend.

Ich würde nicht wollen, dass mein Kind ein Instrument lernen müsste, das ihm nicht zusagt. Hier schrieb doch jemand, dass er (oder sein Kind) Fagott machen musste. Das ist doch Quatsch, wenn das vorgegeben wird? Es macht doch einen riesigen Unterschied, ob jemand Fagott oder Flöte lernt? Ich würde doch mein Kind, das Fußball spielen möchte, auch nicht stattdessen zum Tanzen schicken, weil gerade beim Fußball kein Platz ist? Wenn es mir nur darum geht, dass mein Kind sich irgendwie ein bissle bewegt, okay. Aber meiner Ansicht nach investiert man auch als Eltern echt viel Zeit und meist auch Geld in ein Instrument, und dann wäre es mir auch wichtig, dass das Kind Spaß daran hat.

Wenns nur ums Reinschnuppern als Alternative zum normalen Musikunterricht geht, sehe ich das schon wieder etwas anders, vor allem, wenn man das Instrument frei wählen kann. Aber das würde ich dann wiederum einem explizit musikalischen Kind nicht antun, sondern eher einem, das von sich aus eben keine Begeisterung zeigt und von sich aus kein Instrument lernen würde.

Das würde ich also sehen wie Luzia: Man muss sich zuerst darüber klar werden, auf welchem Niveau man welche musikalische Ausbildung für das Kind möchte. Wenn man tatsächlich eine Begabung beim Kind sieht, die man fördern möchte, wäre meine Wahl definitiv nicht eine solche Schule. Wenn man vermutet, dass das Kind eher einen Zugang zu Musik bekommen könnte, wenn es selbst spielt statt des üblichen Musikunterrichts, dann ist es vielleicht eine Option.
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Lösche Benutzer 9022

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 9022 »

Das Stadtkind hatte eine Weile lang in einer 2er-Gruppe Blockflöte. Und sie fängt jetzt mit privaten Einzelunterricht Klavier an, weil wir hier vor Ort Geige nicht ermöglichen können. Dafür müsste sie zur Musikschule in der Nachbarstadt. Ab Sommer wäre das sicher möglich.
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Dickkopf-Mama
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Dickkopf-Mama »

@elena Alle Bläserklassen die ich kennen bauen aber eben darauf auf, dass als Klassenensemble zusammen musiziert wird. Wenn einem das nicht zusagt ist man dort natürlich nicht richtig aufgehoben, dann ist es aber in meinen Augen auch sinnbefreit hier darüber zu diskutieren ob man Klassenirchester generell doof findet.
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davisalo
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von davisalo »

Dickkopf-Mama hat geschrieben: 31.12.2020, 17:48 @elena Alle Bläserklassen die ich kennen bauen aber eben darauf auf, dass als Klassenensemble zusammen musiziert wird. Wenn einem das nicht zusagt ist man dort natürlich nicht richtig aufgehoben, dann ist es aber in meinen Augen auch sinnbefreit hier darüber zu diskutieren ob man Klassenirchester generell doof findet.
Ja, das kenne ich auch so. Trotzdem scheint es da riesige Unterschiede zu geben. Ich kenne es nur so, dass da durchaus auf den Wunsch der Kinder geachtet wird und dann eben mit den vorhandenen Instrumenten musiziert wird. Außerdem wird an den mir bekannten Schulen Wert drauf gelegt, dass die Kinder zusätzlich zum Klassen- noch Einzelunterricht nehmen - der dann finanziell vergünstigt angeboten wird. Die Kinder sind aber frei, sich auch für eine andere Musikschule/einen anderen Lehrer zu entscheiden.
Die Konzepte unterscheiden sich.


Und nein, ich habe hier nicht erlebt, dass bei Tagen der offenen Tür mit Unwichtigem Werbung gemacht wurde: Die, die sich da um Eltern und Kinder bemühten, haben sich für uns auch in der Praxis so gezeigt.
Es werden Sprachklassen vorgestellt o.ä. Das mag ein zusätzliches Angebot sein; aber unwichtig ist das nicht.
Auch eine Darstellung eines pädagogischen Konzeptes, wie den Kindern beim Übergang geholfen wird, welche Förderangebote es gibt u.v.m. finde ich alles andere als unwichtig!
Außerdem spürt man bei so einem Kontakt, ob einem die Personen sympathisch sind oder nicht. Auch wenn das Kind ganz andere Lehrer bekommen wird, sind das eben doch Leute, die die Atmosphäre einer Schule prägen. Ein Beispiel: An der Schule meiner Kids haben Rektor, pädagogische Leitung, Elternbeirat und einige mehr gesprochen. Da wurde deutlich, wie kollegial es da zugeht! An der Schule, die wir wegen des musikalischen Schwerpunkts eigentlich wählen wollten, war der Rektor Alleinunterhalter. Und noch einiges mehr hat mich trotz des Schwerpunkts abgeschreckt. Nach allem, was ich inzwischen weiß, hat mein Bauchgefühl mich nicht getäuscht. Ich bin froh über unsere Schulwahl! Und Geige spielt sie an einer anderen Schule! Ihre Schule ist klasse, musikalisch leider grottig...

Daher: Trsu Deimem Bauchgefühl und dem Deiner Tochter! Und trau ihr was zu - wenn sie es sich zutraut!
Liebe Grüße
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Elena
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Elena »

Dickkopf-Mama hat geschrieben: 31.12.2020, 17:48 @elena Alle Bläserklassen die ich kennen bauen aber eben darauf auf, dass als Klassenensemble zusammen musiziert wird. Wenn einem das nicht zusagt ist man dort natürlich nicht richtig aufgehoben, dann ist es aber in meinen Augen auch sinnbefreit hier darüber zu diskutieren ob man Klassenirchester generell doof findet.
Da hast du sicher recht, ich wollte auch eigentlich gar nicht über den Sinn von Klassenorchestern diskutieren. :oops: Ich fand und finde es nur sehr ungeschickt, die Wahl des Instruments bei einem motivierten Kind einzuschränken - und ich sehe eben dazu auch keine praktische Notwendigkeit, der ich mich als Mutter unterwerfen würde ("Das Konzept ist halt so" wäre mir dafür definitiv nicht genug). Ich glaub aber, dass gerade musikalisch Laien denken "Ach, ob Horn oder Trompete ist doch kein so großer Unterschied" und dann halt einfach nehmen, was gerade so im Angebot ist.

@anitramk: Das klingt doch so, als ob deine Tochter schon ganz gut musikalisch unterwegs ist. Wenn ihr das ohnehin fördern könnt, dann würde ich das für die Schulwahl als weniger wichtiges Kriterium ansehen.
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Elena »

davisalo hat geschrieben: 31.12.2020, 19:24

Und nein, ich habe hier nicht erlebt, dass bei Tagen der offenen Tür mit Unwichtigem Werbung gemacht wurde: Die, die sich da um Eltern und Kinder bemühten, haben sich für uns auch in der Praxis so gezeigt.
Es werden Sprachklassen vorgestellt o.ä. Das mag ein zusätzliches Angebot sein; aber unwichtig ist das nicht.
Auch eine Darstellung eines pädagogischen Konzeptes, wie den Kindern beim Übergang geholfen wird, welche Förderangebote es gibt u.v.m. finde ich alles andere als unwichtig!

Da stimme ich zu - solche Erfahrungen haben wir auch gemacht. Zusätzlich hat es sich gelohnt, bei den Angeboten genauer nachzufragen: z.B. klingt der jährliche Frankreichaustausch zunächst klasse, aber wenn man dann nachfragt und hört, dass meist nur ein Drittel der Schüler mitfahren kann, weil es zu wenig Plätze gibt, und diese ausgelost werden, ist es schon weniger toll. :roll: Oder Fremdsprachenangebote - Spanisch als dritte Fremdsprache klingt auch gut, bis man erfährt, dass der Kurs nur sehr selten zustande kommt. :roll:
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anirahtaK
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von anirahtaK »

davisalo hat geschrieben: 31.12.2020, 19:24 Und nein, ich habe hier nicht erlebt, dass bei Tagen der offenen Tür mit Unwichtigem Werbung gemacht wurde:
Außerdem spürt man bei so einem Kontakt, ob einem die Personen sympathisch sind oder nicht.
....
Nach allem, was ich inzwischen weiß, hat mein Bauchgefühl mich nicht getäuscht.

genau darum bin ich froh, dass hier erst die 2. Klasse gemacht wird - und das Alltagsleben sich somit hoffentlich bis zur Schulvorauswahl 2022 in der dritten Klasse soweit normalisiert hat, dass man wieder in die Schulen rein darf zum TdoT und das nicht online wählen muss...

Moppetüte *12.12
- eines Tages fällt dir auf, dass du 99% gar nicht brauchst -
Lösche Benutzer 9022

Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Lösche Benutzer 9022 »

Mal so als Rückmeldung. Das Stadtkind ist jetzt seit September auf dem Gymnasium ihrer Wahl.

Sie ist jetzt seit kurz vor den Herbstferien in der Streicherklasse (30 Kinder aufgeteilt auf Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass - es gab bei der Verteilung Erst- und Zweitwunsch, die Instrumentenlehrer haben ein Auge drauf gehabt, wie das mit Armlänge und Körpergröße passt.) Es gibt zweimal die Woche 67 Minuten Musikunterricht mit der kompletten Klasse. Da geht es um die Instrumente, den Aufbau eines Orchesters, Noten, Theorie - es wird aber auch bereits gemeinsam gespielt. Einmal die Woche gibt es nachmittags 45 Minuten Unterricht mit max. 4 Kindern bei einer Instrumentenlehrerin der örtlichen Musikschule. Die Kinder sollen täglich üben, aber eine Zeitangabe haben wir noch nicht bekommen. Donnerstag ist aber der Elternabend für die Instrumentenklassen.

Aktuell sind die Deutschlehrerin, die Klassenlehrerin und die Vorsitzende der Fachschaft Deutsch dabei, einen differenzierten und geeigneten Nachteilsausgleich zu entwickeln. Die bisherigen Noten sind eher schlecht (aber als Gesamtnote steht sie überall mindestens auf ausreichend mit plus). Nächste Woche ist Elternsprechtag - da werden wir dann mehr erfahren.

Gerade hatte ich ein Telefonat mit der Vorsitzenden der Fachschaft Deutsch. Und das war soooo toll. Erstmal ist noch keine Schullaufbahn an der Rechtschreibung gescheitert und sie schauen jetzt individuell hin, wie sie dem Stadtkind einen gerechten Nachteilsausgleich ermöglichen können - der ihr etwas bringt und den sie dann auch ohne schlechtes Gewissen annimmt. Zum Beispiel überlegen sie, die Aufgabenstellungen zu vereinfachen, zu gliedern, die Schrift zu vergrößern und auch auf eine besonders gut lesbare Schriftart zu achten. Aber das ist alles noch in der Beratung und sie wollen das Stadtkind auch noch etwas beobachten um dann so differenziert und individuell wie möglich auf ihre besonderen Anforderungen einzugehen. *hach*

Und wegen des zeitlichen Aufwands im Vergleich mit der Oberschule, passt das für das Stadtkind eigentlich ziemlich gut (das ist natürlich auch alles sehr individuell).

In der 5. und 6. Klasse hat das Stadtkind täglich 4 Unterrichtsstunden a 67 Minuten und max. 4 Fächer am Tag. Bio, Physik und Chemie sind als Naturwissenschaften zu einem Fach zusammengefasst. Erdkunde und Geschichte werden epochal unterrichtet. Um 13:15 Uhr ist der Unterricht aus. Danach finden die freiwilligen AGs und offene Ganztagsangebote/Crashkurse statt. Einmal die Woche hat sie verpflichtend 45 Minuten Instrumentenunterricht - der ist aber natürlich nur für die Instrumentenklassen verpflichtend. Zusätzlich ist sie im Chor, in der Kunst-AG und in der Zirkus-AG. Letzteres gibt sie jetzt aber auf, weil sie lieber bei uns im Ort mit ihren Freundinnen zum Trampolin-Training möchte. Und das wird dann einfach zu viel. Ihr gefällt es sehr gut an der Schule.

Ihre Freundin besucht die Oberschule hier vor Ort. Der Unterricht findet in sogenannten Doppel- bzw. Langstunden a 90 Minuten statt (abhängig vom Fach, einige Fächer werden nur 45 Minuten unterrichtet). Dreimal die Woche hat sie sogenannte verpflichtende Lang-Tage (Nachmittagsunterricht bis 15:30 Uhr, davon ist ein Nachmittag mit der Klassenlehrkraft). Normalerweise gibt es an den anderen Tagen wohl auch noch ein offenes, freiwilliges Ganztagsangebot mit AGs. Aktuell ist das aber wohl eingeschränkt. Soviel mehr "freie" Zeit als das Stadtkind hat sie auch nicht.
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