Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 30.12.2012, 02:32
(((Bienenmeister)))
Ein bisschen erinnerst du mich an mich vor 5 Jahren. Extrem bedürfnisstarkes Baby trifft auf Mutter, deren Bedürfnisse als Kind nicht gehört wurden. Tolle Kombi. Da unterschreibe ich in allem bei Mondenkind.
Eine kleine Hoffnung: häufig ist es tatsächlich so, das wenn ich denke, so geht das jetzt nun wirklich nicht mehr weiter und ich kann absolut nicht mehr, dann ändert sich was. Alles nur eine Phase.
Was ich aber glaube und auch das erinnert mich an mich : du tust alles, um ihn vermeintlich zufriedenzustellen und ignorierst dabei deine grenzen - und vermutlich auch seine, und er zeigt es, indem er schreit.
Das Beispiel mit dem Tag unterwegs incl Krabbelgruppe - du schreibst, du warst fix und alle. So ging es deinem Baby evtl auch . Ich wäre nach so einem Programm auch fertig - und mein Baby wohl auch. In manchem hat es bei uns gedauert, bis mein Baby sprechen konnte und erst recht, als dann das zweite da war . Meine große braucht nämlich zb ganz viel Ruhe, eigentlich. Sie ist auch schnell überreizt. Nichtsdestotrotz schien sie die Unternehmungen eine ganze zeit vermeintlich einzufordern. Ich glaubte eine ganze zeit, ich hätte ein Kind, das ständig Action will. Der Umstellungsprozess ( der in unserem fall eigentlich sogar von ihr ausging ) dauert. Ich glaube inzwischen, ihre und unsere grenzen geben den Kindern einen gewissen Rahmen, und ohne den sind sie auch haltlos. Sprich , dass ich die grenzen des Kindes sehe und akzeptiere , und meine auch kommuniziere. Und, auch ein so kleines versteht da ganz viel, wenn du es ihm sagst ! Es ist ein Lernprozess, und auch ich bin da noch mittendrin (und dieses eigene Grenzen und Bedürfnisse wahren bezieht sich ja bei weitem nicht nur aufs Kind, es ist nur oft der beste Sensor). Aber meine Tochter , oder beide, haben mir da auch schon viel gezeigt. Auf den Julia Dibbern - Karten ist zb ein Spruch "wenn du an deine grenzen kommst, freu dich, dass du dich kennenlernst" und letztlich ist es genau so. So verhält es sich auch vielleicht ein Stückweit mit dem Weinen ? Ich musste auch erst lernen, dass es manchmal auch einfach meine Aufgabe ist, weinen zu begleiten, nicht es immer zu verhindern. Manchmal wollen und müssen sie auch weinen. Manche Dinge sind frustrierend, traurig, doof für sie oder machen wütend, und das will und muss raus . Das musste ich aber auch erst einsehen - und aushalten lernen. Vielleicht ist es somit - wie bei euch in dem Beispiel mit dem Glas (und auch das konnte ich sein vor einigen Jahren)- teilweise so, dass man eigentlich den eigenen Schmerz über das weinen zu überwinden sucht und nicht das weinen selbst . Und ich glaube inzwischen, das Kinder das merken und somit erst recht weinen, weil sie sich da nicht recht abgeholt fühlen. Kannst du mit ihm da sprechen, in ich-Botschaften ? "Ich habe Durst und möchte jetzt trinken. Möchtest du auch einen Becher/etwas trinken ? Ich sehe, dass du wütend bist, weil du mein Glas nicht haben kannst." Letztlich wollen sie ja das -gesehen und wahrgenommen werden, in ihren echten Bedürfnissen, und die herauszufinden, ist unsere Herausforderung.
Ich würde auch abendliche Rituale einführen und recht früh abends beginnen, euch fertigzumachen, so dass er entsprechend zeit zum runterfahren hat. Eure Tage vielleicht auch mal bewusst langweilig gestalten (wenn DU das aushalten kannst). Ihm ganz viel sagen, erklären, zb nachts, dass ihr jetzt nicht mehr aufsteht und er doch bitte zu dir ins Bett zurückkommen soll. Er ist schon recht groß dafür, aber uns hat in dieser abendlichen schreiphase bei der großen das festhalten geholfen, sh www.geburtskanal.de, ich glaube in der alphabetischen Sortierung unter Schreibaby. (Kann ansonsten morgen gucken, geht nur vom Handy nicht gut). Mit dem ganzen ablenken und beruhigen und tragen hat sie stundenlang geschrien, mit halten wurde sie in 30 min ihr Entlastungsweinen los und schlief (mit etwas Abstand. Also nicht wie vorher aus Erschöpfung ). Insofern könnte ich mir vorstellen, dass er das für dich, für euch so anstrengende Abendprogramm spiegelt, auch als anstrengend empfindet. Auch hier würde ich wieder viel erklären, über meine gefühle und bedürfnisse sprechen . Bei Kind 2 habe ich das dann gemacht - und sie sieht inzwischen meine Belange und Gefühle auch viel viel mehr als die große das in dem alter oder einges darüber hinaus konnte. (OT weil es hier Anklang : unerzogen ist nur die abwesenheit von erziehung , nicht mehr, nicht weniger. es ist nicht die Missachtung eigener grenzen und der des Kindes. In dem Punkt ist auch Juul da nah dran. Leider wird das häufig missverstanden .) und wichtig : den druck rausnehmen. dich entspannen und versuchen, alles als vorübergehend und nicht so schlimm zu sehen . denn sie spiegeln auch das "ich kamn das geschrei nicht mehr hören, will meinen freien abend, will hier raud " - umso klammeriger werden sie und umso genervter mama. auch eon teufelskreis und schwer aufzulösen, kenne ich auch . alles gute euch !
Ein bisschen erinnerst du mich an mich vor 5 Jahren. Extrem bedürfnisstarkes Baby trifft auf Mutter, deren Bedürfnisse als Kind nicht gehört wurden. Tolle Kombi. Da unterschreibe ich in allem bei Mondenkind.
Eine kleine Hoffnung: häufig ist es tatsächlich so, das wenn ich denke, so geht das jetzt nun wirklich nicht mehr weiter und ich kann absolut nicht mehr, dann ändert sich was. Alles nur eine Phase.
Was ich aber glaube und auch das erinnert mich an mich : du tust alles, um ihn vermeintlich zufriedenzustellen und ignorierst dabei deine grenzen - und vermutlich auch seine, und er zeigt es, indem er schreit.
Das Beispiel mit dem Tag unterwegs incl Krabbelgruppe - du schreibst, du warst fix und alle. So ging es deinem Baby evtl auch . Ich wäre nach so einem Programm auch fertig - und mein Baby wohl auch. In manchem hat es bei uns gedauert, bis mein Baby sprechen konnte und erst recht, als dann das zweite da war . Meine große braucht nämlich zb ganz viel Ruhe, eigentlich. Sie ist auch schnell überreizt. Nichtsdestotrotz schien sie die Unternehmungen eine ganze zeit vermeintlich einzufordern. Ich glaubte eine ganze zeit, ich hätte ein Kind, das ständig Action will. Der Umstellungsprozess ( der in unserem fall eigentlich sogar von ihr ausging ) dauert. Ich glaube inzwischen, ihre und unsere grenzen geben den Kindern einen gewissen Rahmen, und ohne den sind sie auch haltlos. Sprich , dass ich die grenzen des Kindes sehe und akzeptiere , und meine auch kommuniziere. Und, auch ein so kleines versteht da ganz viel, wenn du es ihm sagst ! Es ist ein Lernprozess, und auch ich bin da noch mittendrin (und dieses eigene Grenzen und Bedürfnisse wahren bezieht sich ja bei weitem nicht nur aufs Kind, es ist nur oft der beste Sensor). Aber meine Tochter , oder beide, haben mir da auch schon viel gezeigt. Auf den Julia Dibbern - Karten ist zb ein Spruch "wenn du an deine grenzen kommst, freu dich, dass du dich kennenlernst" und letztlich ist es genau so. So verhält es sich auch vielleicht ein Stückweit mit dem Weinen ? Ich musste auch erst lernen, dass es manchmal auch einfach meine Aufgabe ist, weinen zu begleiten, nicht es immer zu verhindern. Manchmal wollen und müssen sie auch weinen. Manche Dinge sind frustrierend, traurig, doof für sie oder machen wütend, und das will und muss raus . Das musste ich aber auch erst einsehen - und aushalten lernen. Vielleicht ist es somit - wie bei euch in dem Beispiel mit dem Glas (und auch das konnte ich sein vor einigen Jahren)- teilweise so, dass man eigentlich den eigenen Schmerz über das weinen zu überwinden sucht und nicht das weinen selbst . Und ich glaube inzwischen, das Kinder das merken und somit erst recht weinen, weil sie sich da nicht recht abgeholt fühlen. Kannst du mit ihm da sprechen, in ich-Botschaften ? "Ich habe Durst und möchte jetzt trinken. Möchtest du auch einen Becher/etwas trinken ? Ich sehe, dass du wütend bist, weil du mein Glas nicht haben kannst." Letztlich wollen sie ja das -gesehen und wahrgenommen werden, in ihren echten Bedürfnissen, und die herauszufinden, ist unsere Herausforderung.
Ich würde auch abendliche Rituale einführen und recht früh abends beginnen, euch fertigzumachen, so dass er entsprechend zeit zum runterfahren hat. Eure Tage vielleicht auch mal bewusst langweilig gestalten (wenn DU das aushalten kannst). Ihm ganz viel sagen, erklären, zb nachts, dass ihr jetzt nicht mehr aufsteht und er doch bitte zu dir ins Bett zurückkommen soll. Er ist schon recht groß dafür, aber uns hat in dieser abendlichen schreiphase bei der großen das festhalten geholfen, sh www.geburtskanal.de, ich glaube in der alphabetischen Sortierung unter Schreibaby. (Kann ansonsten morgen gucken, geht nur vom Handy nicht gut). Mit dem ganzen ablenken und beruhigen und tragen hat sie stundenlang geschrien, mit halten wurde sie in 30 min ihr Entlastungsweinen los und schlief (mit etwas Abstand. Also nicht wie vorher aus Erschöpfung ). Insofern könnte ich mir vorstellen, dass er das für dich, für euch so anstrengende Abendprogramm spiegelt, auch als anstrengend empfindet. Auch hier würde ich wieder viel erklären, über meine gefühle und bedürfnisse sprechen . Bei Kind 2 habe ich das dann gemacht - und sie sieht inzwischen meine Belange und Gefühle auch viel viel mehr als die große das in dem alter oder einges darüber hinaus konnte. (OT weil es hier Anklang : unerzogen ist nur die abwesenheit von erziehung , nicht mehr, nicht weniger. es ist nicht die Missachtung eigener grenzen und der des Kindes. In dem Punkt ist auch Juul da nah dran. Leider wird das häufig missverstanden .) und wichtig : den druck rausnehmen. dich entspannen und versuchen, alles als vorübergehend und nicht so schlimm zu sehen . denn sie spiegeln auch das "ich kamn das geschrei nicht mehr hören, will meinen freien abend, will hier raud " - umso klammeriger werden sie und umso genervter mama. auch eon teufelskreis und schwer aufzulösen, kenne ich auch . alles gute euch !