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Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 11.05.2012, 21:45
von Isa_Belotti
Liebe Bienenmeister,

da muss ich wohl noch mal revidieren, was ich sagte. Die Frau wirkt nach deinen Schilderungen leicht beratungsresitent. Du hast ihr Fakten dargelegt, sachlich argumentiert, an ihre Emotionen appelliert...Wer nicht will der hat schon, aber wenigstens musst du dir nicht vorwerfen, nichts getan zu haben.

Zu dir: Ich wünsch dir schnelle Genesung und hoffe dir und dem Bienchenmeister geht's bald besser. Ruht euch schön aus und lasst es euch gut gehen!

Alles Liebe,
(((bm)))

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 11.05.2012, 22:37
von Nachtfrau
ach bienenmeister. ich kann dir leider nichts raten, aber ich kann es dir so gut nachfühlen. das ist schwer zu ertragen, ich weiß. :(
ich hab meine tochter 95 bekommen und im lauf der jahre viele solche geschichten erlebt. und auch viel schlimmeres... ich habe einige kontakte abgebrochen, weil ich es einfach nicht ertragen konnte. inzwischen entziehe ich mich solchen situationen so weit wie nur irgend möglich. so schmerzhaft es auch ist, ich kann eine freundschaft zu jemandem, der zb sein baby bewusst regelmäßig längere zeit alleine schreien lässt, nicht aufrecht erhalten. :cry: der preis wäre einfach zu hoch.

gute besserung euch beiden. (((bienenmeister)))

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 11.05.2012, 23:05
von kathi1981
Ich kann Deine Freundin schon irgendwie verstehen. Mit einem Säugling ist man ja extrem gefordert, aber falls das Kind wirklich eine Unverträglichkeit hat, wird es einfach nicht gedeihen, sprich, nicht zunehmen. Das kann man einfach nicht ignorieren. Und mit Sab Simplex ist es sicher nicht getan, das ist ja auch nur gegen Blähungen, die sind ja nur der Gipfel vom Eisberg. Wenn sie die reduzierte Ernährung nicht auf sich nehmen will, was ja ihre Entscheidung ist, dann muss sie eine andere akzeptable Lösung finden. Wenn sie allerdings nicht das Übel an sich erstmal aufdecken kann (und zu häufiges Trinken wird es sicherlich nicht sein), dann kann man auch keine Alternativen suchen. Wenn sie rausfände, dass es zum Beispiel an den Milchprodukten liegt und sie darauf einfach nicht verzichten will, dann muss sie halt abstillen und eine stark hydrolysierte Ersatznahrung füttern.

Ich bin ja Vegetarier, insofern hat mich der komplette Verzicht auf alle Milchprodukte schon hart getroffen. Andererseits habe ich auch eine leichte Milcheiweißunverträglichkeit und wir haben eh schon viele Alternativprodukte zu Hause gehabt. Ich hatte auch schon öfter mal milchfreie Phasen. Naja, so war ich jetzt plötzlich ovo-vegetarisch. Der Maus gings dadurch total gut. Sie hat zugenommen wie ne Weltmeisterin und die panische Schreierei hat aufgehört. Jetzt ist sie 11 Monate alt und ich ernähre mich immer noch milchfrei. Sie isst jetzt relativ viel mit und stillt nur noch morgens. Allerdings trinkt sie seit kurzem auch humana sl (sojabasierte Ersatznahrung) aus der Flasche. Sie war/ist schon eine sehr emsige und vehemente Stillerin und ich hab 10 Monate fast Tag und Nacht dauergestillt, insofern bin ich ganz froh, wenn ich das Haus mal wieder verlassen kann. Ich denke, sie wird wohl nicht mehr allzu lang morgens stillen, viel Milch kommt da auch nicht mehr. Aber das ist für uns auch ok so und ich freu mich jetzt schon ein bisschen darauf, mal wieder Käse zu essen.

LG, Kathi

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 08:57
von bienenmeister
kathi1981 hat geschrieben:... aber falls das Kind wirklich eine Unverträglichkeit hat, wird es einfach nicht gedeihen, sprich, nicht zunehmen. Das kann man einfach nicht ignorieren. Und mit Sab Simplex ist es sicher nicht getan, das ist ja auch nur gegen Blähungen, die sind ja nur der Gipfel vom Eisberg. Wenn sie die reduzierte Ernährung nicht auf sich nehmen will, was ja ihre Entscheidung ist, dann muss sie eine andere akzeptable Lösung finden. Wenn sie allerdings nicht das Übel an sich erstmal aufdecken kann (und zu häufiges Trinken wird es sicherlich nicht sein), dann kann man auch keine Alternativen suchen. Wenn sie rausfände, dass es zum Beispiel an den Milchprodukten liegt und sie darauf einfach nicht verzichten will, dann muss sie halt abstillen und eine stark hydrolysierte Ersatznahrung füttern.
Exactamente!

Genau der Punkt: Das Kind gedeiht schlecht, die Stimmung ist im Keller ("sie wäre so ein liebes Kind, wenn diese Blähungen nicht wären"). Aber sie will nichts ändern. Ich habe schonmal am Anfang des Freds glaub wörtlich gesagt, ich fände es besser, wenn sie Flasche geben würde, da ich mir Sorgen mache, dass das Kind zu wenig Nährstoffe aufnimmt.

Ich habe mich allerdings nicht getraut, das auszusprechen, weil ich das schon irgendwie übergriffig finde. Noch verlasse ich mich darauf, dass das Kind ja zum Arzt muss. "Auf der untersten Perzentilen, sie stillen? Sie haben Hebammenbetreuung? Manche Kinder sind einfach kleiner. Punkt." :roll: Das kann doch nicht ewig so weitergehen?


Nachtfrau: Danke !!!

Sakura: Wie hast du dich ernährt? Ich hab ja immer so ein bisschen das Gefühl, dass eh alles bläht. Schokolade, Salat, frisches Obst / Gemüse. Häufiger esse ich nun sehr milde Gerichte, wie Kartoffeln mit Fenchel. Gestern allerdings Chili con Carne, aber heute ist wieder alles ruhig, kleines Sonnenscheinbaby :D

Isa: Ja es hilft, dass man das Gefühl hat, nicht tatenlos zugesehen zu haben! Danke! Wir gehen heute Picknicken, frei nach Beethoven: Schau in die Landschaft und beruhige dein Gemüt.

3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 19:37
von Ellipirelli
Mmhh soll ich mal von uns erzählen?

Mein Sohn hatte soo schlimme Blähungen und Verstopfungen, das er sich beim stillen gewunden hat wie ein Aal.
Nächtelang habe ich heulend im fliegergriff die Wohnung betrabt und meine hebi sagte, ich dürfte nur alle 2 Std stillen, weil die mumi sonst gärt, im Schub hab ich öfter angelegt, weil der kleine soooo geschrien hat und was war das Resultat? Er hatte noch mehr Bauchweh, so hatte die hebi ja recht?!?

Als er 4 Monate alt war, kamen wir auf die Diagnose milcheiweiss - Unverträglichkeit weil er auch üble hautekzeme bekam.

Was will ich damit sagen?
Ich dachte damals, meine hebi hätte recht, den augenscheinlich war es ja so.
Und ja, außerhalb der bauchschmerzen war mein Kind ein Sonnenschein, aber es gibt fast kein außerhalb.
Vll geht es ihr ja auch so und sie fühlt sich bestätigt.

Da wirst du als Außenstehende nichts erreichen können :-(


iPhone- Worterkennung ist mein Untergang.

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 21:02
von kathi1981
bienenmeister hat geschrieben:
Genau der Punkt: Das Kind gedeiht schlecht, die Stimmung ist im Keller ("sie wäre so ein liebes Kind, wenn diese Blähungen nicht wären"). Aber sie will nichts ändern. Ich habe schonmal am Anfang des Freds glaub wörtlich gesagt, ich fände es besser, wenn sie Flasche geben würde, da ich mir Sorgen mache, dass das Kind zu wenig Nährstoffe aufnimmt.

Ich habe mich allerdings nicht getraut, das auszusprechen, weil ich das schon irgendwie übergriffig finde. Noch verlasse ich mich darauf, dass das Kind ja zum Arzt muss. "Auf der untersten Perzentilen, sie stillen? Sie haben Hebammenbetreuung? Manche Kinder sind einfach kleiner. Punkt." :roll: Das kann doch nicht ewig so weitergehen?
Das hört sich echt fast haargenau an wie bei uns. Wobei die Hebamme schon meinte, dass die Zunahme sehr gering sei, aber sie hat halt nicht nach Ursachen für das merkwürdige Trinkverhalten gesucht. Das Gewicht an sich war noch ok, weil die Maus bei der Geburt so schwer war. Hätte mir damals doch bloß jemand den Tipp gegeben, dass es das Milcheiweiß sein könnte. Deine Freundin würde sich doch auch total über ein sonniges Baby ohne Blähungen freuen.

@Ellipirelli: das mit dem Milcheiweiß scheint ja echt häufiger zu sein, als ich so dachte. Schön, dass Ihr es doch noch rausgefunden habt.

LG, Kathi

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 22:33
von bienenmeister
Das ist ja spannend! Danke für deine Rückmeldung!

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 23:08
von Sakura
bienenmeister hat geschrieben: Das Kind gedeiht schlecht, die Stimmung ist im Keller ("sie wäre so ein liebes Kind, wenn diese Blähungen nicht wären")
boah, langsam geht es mir wie dir, ich kann das wort gleich nicht mehr hören :D .
zu dem satz oben und der vermischung von tausend zusammenhängen sage ich lieber gleich gar nichts. ich nehme an, in der sache sind wir uns einig.

Aber sie will nichts ändern
schade. für alle.

Ich habe schonmal am Anfang des Freds glaub wörtlich gesagt, ich fände es besser, wenn sie Flasche geben würde, da ich mir Sorgen mache, dass das Kind zu wenig Nährstoffe aufnimmt
das wundert mich nach deinen schilderungen nicht.

Sakura: Wie hast du dich ernährt?
frage nicht. und ja, alles bläht. besonders, wenn man vegetarierin ist... :?
gebläht haben bei uns:
- FRISCHES brot (tagaltes brot ging)
- alle hülsenfrüchte, inkl. tofu und sojamilch
- zwiebel, knoblauch, schnittlauch, bärlauch, lauch/porree
- alles kohlige (kraut, radieschen, kohlrabi, rucola....)
- sprudelgetränke

problemlos waren bei uns schokolade und milchprodukte (außer quark. warum auch immer.). was habe ich gegessen? kartoffeln, fenchel, karotten, joghurt, gurken... weil ich so verzweifelt war, habe ich irgendwann auch wieder fisch gegessen. salat ging bei uns. einmal ein debakel, eine große portion rucola, habe hinterher gegoogelt, das ist eine kohlsorte, von da ab war ich bei salat wählerisch und habe eigentlich nur noch feldsalat gegessen. tomaten gingen leider nicht wegen rotem po. orangen, erdbeeren gingen gut. in der spargelzeit habe ich von spargel gelebt. chili con/sin carne wäre hier fatal gewesen. ich habe manchmal meinem mann einen linseneintopf gekocht, und dann mit tropfendem zahn daneben gesessen. ein, zwei teelöffelchen voll habe ich dann mal genascht, sobald es mehr waren, habe ich direkt die quittung bekommen.

nach ungefähr einem halben jahr war der spuk übrigens vorbei, ziemlich genau zu dem zeitpunkt, als das mäusekind selbst beikostreif war. ab da konnte ich plötzlich ALLES essen, inklusive literweise linseneintopf oder sauerkraut. nach dieser erfahrung würde ich das das nächste mal noch konsequenter und mutvoller durchziehen, denn ich weiß, irgendwann ist es vorbei.

und: als ich auf alles blähende verzichtet habe, hat das mäusekind keine blähungen mehr gehabt, und daher auch nicht mehr wegen blähungen geweint. geschrien hat sie aber trotzdem noch. das abendliche neugeborenenschreien, dessen grund keiner kennt. aber das war anders. trotzdem belastend. ich schrieb das ja schon weiter oben: warum ein minibaby schreit kann viele gründe haben. alles auf blähungen zu schieben ist daher wenig hilfreich. nur testen hilft.

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 23:15
von bienenmeister
Sakura hat geschrieben: boah, langsam geht es mir wie dir, ich kann das wort gleich nicht mehr hören :D
Hach, so kann ich mit einem Lächeln ins Bett!

Ich finde es ja großartig, was du gemacht hast. Wat ein langweiliger Speiseplan - mal abgesehen von der Schokolade.

Wie es wohl beim nächsten Kind wird?

Re: 3-Monatskoliken

Verfasst: 12.05.2012, 23:21
von Sakura
bienenmeister hat geschrieben:Wat ein langweiliger Speiseplan - mal abgesehen von der Schokolade
.
*seufz*
Zum Glück war da gerade Spargelzeit (wie jetzt auch wieder!!!), ich habe kiloweise Spargel verdrückt, der hier angebaut wird. Und wir haben uns öfter mal Artischocken gegönnt, die ich dann als nicht mehr Schwangere mit frisch gemachter Mayo genossen habe. Also schon auch edel :-D.
Ansonsten z.b. Spaghetti mit frisch gemachtem knoblauchfreiem Pesto Genovese oder Kürbiskernpesto, gebratener Fisch mit Kartoffeln und Karotten, Quinoa mit zitronenglasiertem Fenchel, Kartoffelpüree mit geschmorten Paprika in Rahmsauce...

Wie es wohl beim nächsten Kind wird?
Eine Freundin konnte beim ersten Kind essen, was sie wollte. Sauerkraut, Bohnensuppe..... Beim zweiten Kind sagte sie, dass sie nur an einem Sprudelwasser vorbeigehen muss, und ihr Kind kriegt Bauchschmerzen... Kann also so oder so laufen.