Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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shina
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Beitrag von shina »

Na ja, ob ich das jetzt richtig oder falsch oder übertrieben mache ist mittlerweile eh zweitrangig weil Luca mich ja von sich aus fragt wie alles auf englisch heißt :roll:
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shina
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Beitrag von shina »

Ach so, und bisher hatte ich das eher auch deswegen gemacht weil er sich einfach nicht getraut hatte zu sprechen um etwas mehr Sicherheit zu geben. Er ist so dass er etwas richtig können will und sich halt nicht traut wenn er sich nicht sicher ist.
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marscygale
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Beitrag von marscygale »

shina hat geschrieben:Na ja, ob ich das jetzt richtig oder falsch oder übertrieben mache ist mittlerweile eh zweitrangig weil Luca mich ja von sich aus fragt wie alles auf englisch heißt :roll:
Ich wollt jetzt auch nicht so kritisieren, ich würds halt nicht so machen, aber jeder folgt seinem eigenen Gefühl und das wird dann schon richtig sein.
Grüsse
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coccolone
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Beitrag von coccolone »

@shina: Ihr seid doch "nur" zwei Jahre in Schottland, oder? Ich denke da braucht ihr euch keinerlei Sorgen zu machen, dass Deutsch untergeht, wenn ihr nicht beide Deutsch mit euren Jungs sprecht. Ist doch super, dass sie jetzt die Moeglichkeit haben Englisch zu lernen. Deutsch werden sie eh wieder zur Genuege hoeren, wenn ihr zurueck nach Hause kommt.
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marscygale
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Beitrag von marscygale »

[quote="Olissa

Zweifel hab ich aber immer wieder mal, ob es richtig ist/war, auch wenn, wie gesagt, in meinem Umfeld die Zweisprachigkeit weniger konzeptualisiert wurde und frei nach Schnauze und mal so mal so, eben letztendlich keine wirkliche 2sprachigigkeit bei den Kindern besteht....
Deine Erfahrung geht ja in die gleiche Richtung, ich hoffe mal, dass meine Kinder mir nicht böse sind deshalb, später :?[/quote]

Es ist immer schwierig zu sagen, wo wirkliche Zweisprachigkeit anfängt:
Beim Verstehen, beim Sprechen über alltägliche Dinge, beim Lesen und Schreiben (ist ja in vielen Sprachen noch eine zusätzliche Hürde) ... ?

Es ist halt immer die Frage, welche Ansprüche habe ich, was erwarte und erhoffe ich mir.
Grüsse
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Zelenko
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Beitrag von Zelenko »

Hallo!

Ich finde das Thema auch sehr interessant. Wir sind in unseren Familien ein bunter ex-jugoslawischer Haufen, ich sage deshalb mal "mehrsprachig". Und mein Mann und ich möchten schon, dass unsere Tochter auch BKS (bosnisch-kroatisch-serbisch) lernt. Ich drück' mich mal so umständlich aus, weil ich's jetzt echt nicht besser ausdrücken kann ... :lol:
Mein Vater war Deutscher, meine Mutter ist Kroatin (streng genommen halb Slowenin und halb Kroatin). Leider hatten sich meine Eltern damals entschieden, mir zuerst ordentliches Deutsch beizubringen, ich sollte ja schließlich in Deutschland leben und dort keine Nachteile in Kindergarten oder Schule haben. Tja, später ab dem Kindergartenalter wollte mir meine Mutter Kroatisch beibringen, aber da habe ich schon dicht gemacht. Kein Interesse. Meine Mutter fand das sehr schade, aber als Kind fand ich das irgendwie blöd, plötzlich mit meiner Mutter eine andere Sprache sprechen zu müssen. Das war mir so künstlich und außerdem verstand sie ja deutsch. Zum muttersprachlichen Unterricht musste ich nicht, hätte aber gehen können. Leider hatte mir meine Mum die Entscheidung offen gelassen und natürlich hatte ich kein Interesse.
Später habe ich das bitter bereut, weil ich mit meiner Verwandtschaft in Kroatien und Slowenien überhaupt nicht kommunizieren konnte. Die konnten kein Deutsch, ich konnte zwar bisschen was verstehen, aber null sprechen. Tja ... Ich habe dann Slavistik studiert! :lol: und mühsam BKS und Slowenisch gelernt.
Mein Mann ist aus Bosnien. Zuhause sprechen wir sowohl Deutsch als auch BKS, je nach Sachverhalt. Mit meiner Tochter spreche ich hauptsächlich BKS, solange es mir natürlich vorkommt. Sie versteht es offensichtlich ganz gut. Manchmal, wenn meine Mutter zu ihr etwas auf Deutsch sagt, reagiert sie nicht. Dann sag' ich zu ihr: Versuch's auf Kroatisch! und es klappt. :lol: Und sie hat ja noch Großeltern, die kaum Deutsch sprechen, und die mit ihr nur auf Bosnisch kommunizieren.
Für unsere Familiensituation wäre es nicht passend zuhause "nur" BKS zu sprechen, auch wenn's theoretisch möglich wäre. Es sind beide Sprachen präsent. Aber wir achten darauf, nicht beide Sprachen in einem Gespräch (oder sogar in einem Satz) durcheinander zu bringen.
Worauf ich hinaus will: Ich denke, dass es wahrscheinlich kein allgemeines Rezept gibt, wie man zuhause Zweisprachigkeit am besten rüberbringt. Das ist wohl schon sehr von Familiensituation zu Familiensituation verschieden. Ich hoffe einzig, dass es bei uns einigermaßen klappen wird. Ich lass mir jetzt schon Kinderbücher und -filme von unten mitbringen in der Hoffnung, dass wir damit bei unserer Tochter das Interesse an der Sprache später mit aufrecht erhalten können.
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marscygale
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Beitrag von marscygale »

Das hast du gut geschrieben, es gibt kein allgemeines Rezept. Ich möchte, dass Samy meine Sprache spricht, da es einfach natürlich ist. Ich mache auch meinem Partner Druck, mit ihm mehr arabisch zu sprechen. Doch für ihn, in Frankreich aufgewachsen, ist es eben natürlicher farnzösisch zu sprechen. Sprache ist jedoch Teil der Kultur bzw. nötig, um über einen bestimmten Horizont hinaus, das Leben woanders zu entdecken und zu verstehen.

Ich finde den Thread hier übrigens superinterssant und spannend, welche Sprachen hier alles vertreten sind.
Grüsse
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Stefania
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Beitrag von Stefania »

ich geselle mich auch noch dazu :wink:

unsere beiden Kinder ( 4 Jahre und 14 Monate) wachsen auch zweisprachig auf, deutsch - italienisch.

Auch wir praktizieren OPOL und ich spreche ausschliesslich italienisch mit den Kindern, mein Mann deutsch. Ich slebst bin Halbitalienerin und ebenfalls zweisprachig aufgewachsen und habe vor der Geburt des Großen 5 Jahre in Rom gelebt und studiert/gearbeitet.

Unsere Familiensprache ist allerdings deutsch und da wir in Deutschland leben, spricht der Große eigentlich(leider) fast nur deutsch, er versteht aber alles auf italienisch und ab und an fällt ihm auch nur das iatl.Wort zu einem Begriff ein...wir haben viele ital.Bücher und auch der Opa spricht nur ital.mit ihnen....der Kleine spricht bisher nur 2 Worte :lol: , aber seit 3 tagen auch Sì !!!!
Beim Großen waren die ersten Worte nur italienisch, erst als ich wieder arbeiten ging und meine Mutter (deutsch) ihn in der Zeit bereute, fing er an ,deutsch zu sprechen...Ich werde einfach weiterhin italienisch mit den Kindern sprechen und hoffen, daß sie mir irgendwann auch mal in ganzen Sätzen auf italienisch antworten....

LG Stefania
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Nina
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Beitrag von Nina »

Interessant zu lesen hier :)

Bei uns ist es ja leider vorbei mit der Zweisprachigkeit, ich habe mich ja getrennt von meinem Mann als Emily 2 war. Zu diesem Zeitpunkt hat sie beide Sprahcen verstehen können (deutsch und chinesisch), und begann auch, beide Sprachen zu sprechen, wobei deutsch schon immer überwog. Aber chinesisch konnte sie auch akzentfrei nachsprechen und sie hat einfache Wörter und Sätze intuitiv gelernt.

Nun sieht sie ihren Papa ja nur noch selten, und sie hat glaube ich fast alles vergessen. Sprechen kann sie noch vereinzelte Wörter, aber die habe ich ihr regelrecht beigebracht, also über den Verstand. (xy heißt Apfel) Verstehen kann sie kaum noch etwas. Sie hat Interesse, fragt ab und zu, was etwas auf chinesisch heißt. Aber sie mag es nicht, wenn ich es mit ihr spreche, und die Papazeit reicht einfach nicht aus. Schade finde ich das, aber ich kanns nicht ändern.
LG,

Nina mit Emily (08/05), Jonathan (02/08 ), Katharina (01/11) und Überraschungs-Doppelpack (05/12)

Tief im Winter lernte ich endlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lag.
(Albert Camus)
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marscygale
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Beitrag von marscygale »

Stefania, wie alt sind denn deine Kinder?

Nina, das stimmt, es ist schade, wenn eine Sprache so verloren geht. Vielleicht kann Emily das ja später noch nachholen, das Interesse wird sich ja sicher aufrechterhalten.
Grüsse
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