Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
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Feuerkind
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Meine Mutter sagt schon auch, dass es anstrengend war. Gerade als sie mit meinen Brüdern viel allein war (2 Jahre Abstand) und sie noch mit Holz im Keller heizen musste und mit dem Bus sehr früh morgens lange zur Krippe und Arbeit fahren. So was erzählt sie schon als belastend.
Ansonsten aber muss man sagen, liegen wir Kinder im Vergleich zu unseren halt „nebenbei“ und der Fokus lag auf arbeiten und Haushalt. Ich erinnere meine Mutter eigentlich nur arbeitend, in der Küche oder putzend.
Das ist bei uns halt gar nicht so, bei uns liegt der Fokus auf den Kindern und der Zeit mit ihnen. Ausflüge, Hobbies, gemeinsame Zeit, spielen, Spielplatz usw.
Gabs bei uns alles nicht.
Außerdem hatten wir beide Omas im Ort, die eine hat sogar bei uns im Haus gewohnt und bei der war ich auch die meisten Nachmittage, nachdem ich schon ganztags ab 1 betreut war in der Krippe und später dann auch im Hort.
Bei der anderen waren wir mindestens einmal die Woche Mittagessen.
Also ein betreuungsproblem gabs quasi für meine Mutter nie, die Oma war ja da.
Wir betreuen die Kinder größtenteils selbst, sie waren viel später in Betreuung und gehen allgemein nur bis 14 Uhr idR. Unterstützung von Oma oä haben wir nicht.
Allein dieser orgaaufwand ist ja stressig.
Auch so was wie kindkrank gabs nicht, war aber auch kein Problem, die Oma war ja im
Haus.
Usw
Also ich glaube sicher dass es damals für meine Mama anstrengend war, sie das aber einfach nicht so zugibt und vor allem auch die Kinder an sich und ihre Versorgung nicht als der anstrengende Part empfunden wurde, aber wir Kinder liefen halt auch noch nebenbei…
Dass ihre viele Arbeit und das Haus usw anstrengend war, das hör ich schon auch durch…
Meine Mutter sagt aber auch selbst dass ihr Glaubenssatz ist dass sie nur wertvoll ist, wenn sie (viel) arbeitet. Darüber reden wir grad häufig, weil es ihr da in Hinblick auf die baldige Rente psychisch nicht gut mit geht, da sie sich ohne Arbeit nutzlos fühlt.
Sie hat auch typisch Frau im Osten immer wieder früh und viel gearbeitet.
Ansonsten aber muss man sagen, liegen wir Kinder im Vergleich zu unseren halt „nebenbei“ und der Fokus lag auf arbeiten und Haushalt. Ich erinnere meine Mutter eigentlich nur arbeitend, in der Küche oder putzend.
Das ist bei uns halt gar nicht so, bei uns liegt der Fokus auf den Kindern und der Zeit mit ihnen. Ausflüge, Hobbies, gemeinsame Zeit, spielen, Spielplatz usw.
Gabs bei uns alles nicht.
Außerdem hatten wir beide Omas im Ort, die eine hat sogar bei uns im Haus gewohnt und bei der war ich auch die meisten Nachmittage, nachdem ich schon ganztags ab 1 betreut war in der Krippe und später dann auch im Hort.
Bei der anderen waren wir mindestens einmal die Woche Mittagessen.
Also ein betreuungsproblem gabs quasi für meine Mutter nie, die Oma war ja da.
Wir betreuen die Kinder größtenteils selbst, sie waren viel später in Betreuung und gehen allgemein nur bis 14 Uhr idR. Unterstützung von Oma oä haben wir nicht.
Allein dieser orgaaufwand ist ja stressig.
Auch so was wie kindkrank gabs nicht, war aber auch kein Problem, die Oma war ja im
Haus.
Usw
Also ich glaube sicher dass es damals für meine Mama anstrengend war, sie das aber einfach nicht so zugibt und vor allem auch die Kinder an sich und ihre Versorgung nicht als der anstrengende Part empfunden wurde, aber wir Kinder liefen halt auch noch nebenbei…
Dass ihre viele Arbeit und das Haus usw anstrengend war, das hör ich schon auch durch…
Meine Mutter sagt aber auch selbst dass ihr Glaubenssatz ist dass sie nur wertvoll ist, wenn sie (viel) arbeitet. Darüber reden wir grad häufig, weil es ihr da in Hinblick auf die baldige Rente psychisch nicht gut mit geht, da sie sich ohne Arbeit nutzlos fühlt.
Sie hat auch typisch Frau im Osten immer wieder früh und viel gearbeitet.
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]
Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
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davisalo
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Vergessen: Mein Vater und auch seine Geschwister haben sich dennoch prächtig entwickelt, lieben ihre Eltern heiß und innig, und ich glaube, auch meine Schwiegereltern haben ihre (schreienden!) Babys immer geliebt - und geglaubt, das Beste für sie zu machen!
Auch ich habe eine sehr gute Beziehung zu meinen Eltern, wenn ich auch sicher bin, dass die eine oder andere Angst, die ich habe, damit verbunden ist. Aber ich glaube, das sind Luxusprobleme und auch ich werde mit noch so bedürfnisorientierter Erziehung meinen Kindern so manchen Knacks nicht ersparen, den sie einmal mit meiner Art/Erziehung/... zusammenbringen werden. Perfekt geht halt nicht. Wir sind jeweils Kinder unserer Zeit...
Auch ich habe eine sehr gute Beziehung zu meinen Eltern, wenn ich auch sicher bin, dass die eine oder andere Angst, die ich habe, damit verbunden ist. Aber ich glaube, das sind Luxusprobleme und auch ich werde mit noch so bedürfnisorientierter Erziehung meinen Kindern so manchen Knacks nicht ersparen, den sie einmal mit meiner Art/Erziehung/... zusammenbringen werden. Perfekt geht halt nicht. Wir sind jeweils Kinder unserer Zeit...
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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Kambly
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
OT, aber ich muss es loswerden:
Ich verstehe nicht, wie jemand auf die Idee kommt, dass eine behütete Kindheit die Resilienz schwächt?!!
Es ist genau das Gegenteil der Fall.
Und nein. Ich hatte keine behütete Kindheit. Zuerst war meine Mutter mit uns zu Hause. Sie hatte keine Hilfe und war sicher sehr bemüht. Aber es war eine Katastrophe. Gegen aussen konnte man den Schein wohl aber wahren. Irgendwann wars so schlimm, dass sie ausgezogen ist. Heute sagt sie, hätte sie diesen Schritt nicht getan, wäre sie gestorben. Ja, dss glaube ich auch. Es wäre halt nett gewesen, wenn sie ihr minderjähriges Kind aus dieser Hölle mitgenommen hätte. So hatte ich halt niemanden mehr, der mich einigermassen schützte.
Mit 17 musste ich dann ausziehen.
Und nein, diese Erfahrungen haben mich nicht resilient gemacht. Ich muss das jetzt mühsam aufarbeiten, damit meine Kinder die Mutter haben, die sie verdienen. Das ist verdammt hart.
Auch ist da die Wissenschaft heute soweit, dass sie das nicht so sieht. Es ist also nicht nur meine persönliche Meinung und/oder Erfahrung.
Ich verstehe nicht, wie jemand auf die Idee kommt, dass eine behütete Kindheit die Resilienz schwächt?!!
Es ist genau das Gegenteil der Fall.
Und nein. Ich hatte keine behütete Kindheit. Zuerst war meine Mutter mit uns zu Hause. Sie hatte keine Hilfe und war sicher sehr bemüht. Aber es war eine Katastrophe. Gegen aussen konnte man den Schein wohl aber wahren. Irgendwann wars so schlimm, dass sie ausgezogen ist. Heute sagt sie, hätte sie diesen Schritt nicht getan, wäre sie gestorben. Ja, dss glaube ich auch. Es wäre halt nett gewesen, wenn sie ihr minderjähriges Kind aus dieser Hölle mitgenommen hätte. So hatte ich halt niemanden mehr, der mich einigermassen schützte.
Mit 17 musste ich dann ausziehen.
Und nein, diese Erfahrungen haben mich nicht resilient gemacht. Ich muss das jetzt mühsam aufarbeiten, damit meine Kinder die Mutter haben, die sie verdienen. Das ist verdammt hart.
Auch ist da die Wissenschaft heute soweit, dass sie das nicht so sieht. Es ist also nicht nur meine persönliche Meinung und/oder Erfahrung.
Kambly mit kleinem 🦊 (5) und kleiner 🧚🏼♀️ (2.5)
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Kambly
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Positiv überrascht bin ich aber vom Arzt der Maus Vater mit Hospitalismus verordnete, im Bett der Eltern zu schlafen. Da hat man also doch erkannt, dass dies heilsam für Körper und Seele ist?
Kambly mit kleinem 🦊 (5) und kleiner 🧚🏼♀️ (2.5)
- ShinyCheetah
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Bei mir ist es gar nicht so, dass ich das Gefühl habe "wenig" zu "schaffen" (also zumindest nicht grundsätzlich). Ich habe mich dagegen oft gefragt, warum ich dabei so unglücklich bin.
Ich glaube, da spielt mit rein, wie das Leben "vor den Kindern" so war. Ich hatte eine glückliche behütete Kindheit. Mit eigenen Kindern war ich dann plötzlich komplett fremdbestimmt, ausgeliefert, das kannte ich so nicht (als Normalzustand). Für meine Oma, meine Mutter und meine Schwiegermutter war das, glaube ich, anders: Sie waren auch in ihrer Kindheit schon sehr fremdbestimmt.
____________
Ich hol jetzt aber trotzdem mal aus und erzähle etwas zu den dreien und wie das bei ihnen mit den Kindern lief.
Meine Oma hat ihr erstes Kind mit 16 bekommen, musste zur Schwiegerfamilie ziehen und wurde dort richtig mies behandelt. Eigentlich wie eine Sklavin. Sie musste direkt nach der Geburt wieder aufs Feld, die Tochter lag im Kinderwagen, sie durfte alle 4 Stunden die Feldarbeit kurz unterbrechen um das Baby zu stillen und zu wickeln. Wenig überraschend bekam sie sehr schnell eine Brustentzündung, wurde sehr krank und musste abstillen. Danach bekam das Baby alle 4h eine Flasche Kuhmilch. Das lief so, bis meine Uroma sie besuchen kam, die Hände überm Kopf zusammenschlug und das Baby mitnahm. Die Schwiegermutter fand das eine Superlösung, denn "Mädchen werden auf dem Bauernhof alleine groß" - die waren es einfach nicht wert, sich um sie zu kümmern. Relevant war nur ein männlicher Erbe. K2 war dann ein Junge und wurde vernünftig versorgt, K3 war wieder ein Mädchen und wurde ebenfalls zur Großmutter mütterlicherseits gegeben.
Meine Schwiegermutter wurde ebenfalls von ihrer Oma großgezogen. In den ersten Wochen nach der Geburt kamen die Eltern ab und an vorbei, um ihre Tochter zu wiegen. Ihre Geschwister hat meine Schwiegermutter als älteste dann auch größtenteils großgezogen.
Als mein Mann geboren war, hat mein Schwiegervater sehr viel gearbeitet, sodass meine Schwiegermutter mit dem Baby und später Kleinkind oft für mehrere Tage zu ihren Eltern gefahren ist.
Meine Mutter hat ihre drei Kinde im Abstand von ca. 4 Jahren geboren. Es gab also immer nur ein Wickelkind, ein Stillkind etc., wenn das nächste Kind kam war das davor schon relativ selbstständig. Sie hat sehr lange nicht gearbeitet, wir waren aber auch erst spät im Kindergarten (also mit 4 oder 5 Jahren; vorher gab es keine Plätze). Ich glaube, in der Babyzeit hat sie mehr "geschafft" als ich, weil sie von vornherein geschaut hat, ihre Kinder möglichst gut ablegen zu können. Sie fand es zum Beispiel komisch, dass ich Baby-F so viel auf mir habe schlafen lassen, stillnuckelnd. Er ist halt nach dem Ablegen immer sehr schnell wach geworden. Meine Mutter hätte wohl aber trotzdem geschaut, das Baby immer möglichst gut (richtiger Zeitpunkt, mit Decke an den richtigen Stellen eingekuschelt, Schnuller) abzulegen, um dann möglichst viel Zeit für Haushalt und co zu haben.
Und ja, vieles, über das wir uns heute total zerreiben, war damals einfach kein Thema. Dann gab's halt ne Nuckelflasche mit Apfelsaft drin und das Kind war erstmal zufrieden (leider hatte es dann auch heftigst Karies...). Und das Kind verbrachte sehr viel Zeit in der Wippe (ergonomische Haltung und Bewegungsfreiheit war halt kein Thema), weil es von da aus zufrieden beobachten konnte, wie Mama wischt oder sowas.
Also zusammengefasst, es spielt vieles rein
Die Erwartungen an die Mutterschaft. Die Methoden, die man als akzeptabel empfindet (wir wurden zwar nicht geferbert, aber das war in den 90ern sicherlich enorm verbreitet). Meine Schwiegermutter, die ja lange quasi alleinerziehend war, weil ihr Mann so viel gearbeitet hat (um 6 aus dem Haus, um 20:00 zurück), sagt auch, dass alles leichter war, weil die Aufgabenteilung so klar war und dadurch sehr wenige Absprachen nötig.
Ich z. B. war anfangs total unglücklich damit, in die "Stay-at-Home-Mom"-Rolle gedrängt worden zu sein (wenn auch nur für ein Jahr). Für meine Mutter und Schwiegermutter war das nie ein Thema gewesen, weil es selbstverständlich war, diese Rolle einzunehmen
Ich glaube, da spielt mit rein, wie das Leben "vor den Kindern" so war. Ich hatte eine glückliche behütete Kindheit. Mit eigenen Kindern war ich dann plötzlich komplett fremdbestimmt, ausgeliefert, das kannte ich so nicht (als Normalzustand). Für meine Oma, meine Mutter und meine Schwiegermutter war das, glaube ich, anders: Sie waren auch in ihrer Kindheit schon sehr fremdbestimmt.
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Ich hol jetzt aber trotzdem mal aus und erzähle etwas zu den dreien und wie das bei ihnen mit den Kindern lief.
Meine Oma hat ihr erstes Kind mit 16 bekommen, musste zur Schwiegerfamilie ziehen und wurde dort richtig mies behandelt. Eigentlich wie eine Sklavin. Sie musste direkt nach der Geburt wieder aufs Feld, die Tochter lag im Kinderwagen, sie durfte alle 4 Stunden die Feldarbeit kurz unterbrechen um das Baby zu stillen und zu wickeln. Wenig überraschend bekam sie sehr schnell eine Brustentzündung, wurde sehr krank und musste abstillen. Danach bekam das Baby alle 4h eine Flasche Kuhmilch. Das lief so, bis meine Uroma sie besuchen kam, die Hände überm Kopf zusammenschlug und das Baby mitnahm. Die Schwiegermutter fand das eine Superlösung, denn "Mädchen werden auf dem Bauernhof alleine groß" - die waren es einfach nicht wert, sich um sie zu kümmern. Relevant war nur ein männlicher Erbe. K2 war dann ein Junge und wurde vernünftig versorgt, K3 war wieder ein Mädchen und wurde ebenfalls zur Großmutter mütterlicherseits gegeben.
Meine Schwiegermutter wurde ebenfalls von ihrer Oma großgezogen. In den ersten Wochen nach der Geburt kamen die Eltern ab und an vorbei, um ihre Tochter zu wiegen. Ihre Geschwister hat meine Schwiegermutter als älteste dann auch größtenteils großgezogen.
Als mein Mann geboren war, hat mein Schwiegervater sehr viel gearbeitet, sodass meine Schwiegermutter mit dem Baby und später Kleinkind oft für mehrere Tage zu ihren Eltern gefahren ist.
Meine Mutter hat ihre drei Kinde im Abstand von ca. 4 Jahren geboren. Es gab also immer nur ein Wickelkind, ein Stillkind etc., wenn das nächste Kind kam war das davor schon relativ selbstständig. Sie hat sehr lange nicht gearbeitet, wir waren aber auch erst spät im Kindergarten (also mit 4 oder 5 Jahren; vorher gab es keine Plätze). Ich glaube, in der Babyzeit hat sie mehr "geschafft" als ich, weil sie von vornherein geschaut hat, ihre Kinder möglichst gut ablegen zu können. Sie fand es zum Beispiel komisch, dass ich Baby-F so viel auf mir habe schlafen lassen, stillnuckelnd. Er ist halt nach dem Ablegen immer sehr schnell wach geworden. Meine Mutter hätte wohl aber trotzdem geschaut, das Baby immer möglichst gut (richtiger Zeitpunkt, mit Decke an den richtigen Stellen eingekuschelt, Schnuller) abzulegen, um dann möglichst viel Zeit für Haushalt und co zu haben.
Und ja, vieles, über das wir uns heute total zerreiben, war damals einfach kein Thema. Dann gab's halt ne Nuckelflasche mit Apfelsaft drin und das Kind war erstmal zufrieden (leider hatte es dann auch heftigst Karies...). Und das Kind verbrachte sehr viel Zeit in der Wippe (ergonomische Haltung und Bewegungsfreiheit war halt kein Thema), weil es von da aus zufrieden beobachten konnte, wie Mama wischt oder sowas.
Also zusammengefasst, es spielt vieles rein
Ich z. B. war anfangs total unglücklich damit, in die "Stay-at-Home-Mom"-Rolle gedrängt worden zu sein (wenn auch nur für ein Jahr). Für meine Mutter und Schwiegermutter war das nie ein Thema gewesen, weil es selbstverständlich war, diese Rolle einzunehmen
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)
The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
und Tochter V (Ende Juni 21)
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sandra86
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Ich glaube auch dass der "Anspruch" oder die Erwartung glücklich zu sein, was neues ist. (Wenn mal an die Bedürfnispyramide denkt - die Menschen früher haben nur die unteren Bedürfnisse erreicht, sie sind nicht bis zur Spitze gekommen. Das heißt Individualität, Selbstfindung... Das sind Sachen, die wir erst jetzt überhaupt anstreben können. Früher war man damit beschäftigt überhaupt genug zu Essen für alle zu haben.
Und früher kamen Kinder einfach, die gehörten halt zum Leben dazu. Dieser Gedanke Kinder bekommen zu wollen, um ein glückliches Leben zu haben ( also auch eher Teil der Selbstverwirklichung )den gab es in dieser Form glaube ich nur sehr selten.
Und früher kamen Kinder einfach, die gehörten halt zum Leben dazu. Dieser Gedanke Kinder bekommen zu wollen, um ein glückliches Leben zu haben ( also auch eher Teil der Selbstverwirklichung )den gab es in dieser Form glaube ich nur sehr selten.
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Für die Generation meiner Großeltern hast du da sicherlich recht. Bei meinen Eltern - Boomer - war das aber definitiv anders. Die Kinder waren Wunschkinder. Im Bekanntenkreis gab es auch einige, die sich sehr bewusst gegen Kinder entschieden haben.
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sandra86
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Ja das stimmt, ich hatte jetzt an die Generation der Großeltern gedacht.
Wobei dieses "Kinder hat man halt", auch bei meinen Eltern noch Thema war. Da war die Frage, ob überhaupt und kinderlose Paare noch echt "modern" und ungewöhnlich.
Wobei dieses "Kinder hat man halt", auch bei meinen Eltern noch Thema war. Da war die Frage, ob überhaupt und kinderlose Paare noch echt "modern" und ungewöhnlich.
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Viel wurde ja schon geschrieben…
Einen Aspekt möchte ich teilen: Ich ging eigentlich meist davon aus, dass ich quasi familiär vorbelastet bin nicht so viel Energie zu haben (und deshalb die Familienzeit als anstr zu empfinden), weil meine Mutter auch oft ko und müde war (Erinnerungen aus meiner Jugend in den 90igern). Die lag oft am Nachmittag auf der Couch und ruhte sich aus. Mein Opa mütterlicherseits lag eigentlich auch immer nur. Von daher habe ich meine Erschöpfung viel auf Veranlagung geschoben, wobei ich vor den Kindern mich nie als energiearm/wenig belastbar empfunden habe.
Ansonsten, fürs Gesamtbild: meine beiden Omas waren nicht berufstätig, wobei die Oma mütterlicherseits eine sehr sehr fleißige Hausfrau war, großer Gemüsegarten, viel eingekocht, spät erst eine Waschmaschine. Meine Mutter hat ihre Kindheit immer als sehr schön beschrieben, sie war aber auch, wie damals üblich, am Nachmittag mit anderen Kindern im Dorf und Wald unterwegs.
Die andere Oma war Arztfrau, die zwei Söhne hatten einen großen Abstand und ihre Mutter hat viel mit zumindest meinem Vater (dem jüngeren) gemacht. Ich glaube nicht, dass die ihre Elternschaft als anstrengend empfunden hat, sie hat auch lange auf das zweite Kind warten müssen (mehrere Fehlgeburten).
Einen Aspekt möchte ich teilen: Ich ging eigentlich meist davon aus, dass ich quasi familiär vorbelastet bin nicht so viel Energie zu haben (und deshalb die Familienzeit als anstr zu empfinden), weil meine Mutter auch oft ko und müde war (Erinnerungen aus meiner Jugend in den 90igern). Die lag oft am Nachmittag auf der Couch und ruhte sich aus. Mein Opa mütterlicherseits lag eigentlich auch immer nur. Von daher habe ich meine Erschöpfung viel auf Veranlagung geschoben, wobei ich vor den Kindern mich nie als energiearm/wenig belastbar empfunden habe.
Ansonsten, fürs Gesamtbild: meine beiden Omas waren nicht berufstätig, wobei die Oma mütterlicherseits eine sehr sehr fleißige Hausfrau war, großer Gemüsegarten, viel eingekocht, spät erst eine Waschmaschine. Meine Mutter hat ihre Kindheit immer als sehr schön beschrieben, sie war aber auch, wie damals üblich, am Nachmittag mit anderen Kindern im Dorf und Wald unterwegs.
Die andere Oma war Arztfrau, die zwei Söhne hatten einen großen Abstand und ihre Mutter hat viel mit zumindest meinem Vater (dem jüngeren) gemacht. Ich glaube nicht, dass die ihre Elternschaft als anstrengend empfunden hat, sie hat auch lange auf das zweite Kind warten müssen (mehrere Fehlgeburten).
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
- ShinyCheetah
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?
Mir fällt noch zu meinen Großeltern ein: Mein Opa hat mal erzählt, wie er meine Oma nachts festgehalten hat, weil sie zum weinenden Baby laufen wollte. Sie durfte nicht. Also zumindest in der Generation war "Schreien lassen" (dem fehlt ja die "Systematik" von Ferbern) wirklich normal. Stärkt ja die Lungen und so.
Auch in der Generation meiner Eltern war feinfühliger Umgang mit Babys noch nicht die Norm. Im Krankenhaus wurden Babys nachts auch oft schreien gelassen. Meine Mutter hat Rooming In durchgesetzt - was damals extrem ungewöhnlich war. Nach der Geburt waren die Mütter deutlich länger im Krankenhaus als heute und konnten sich in der Zeit erholen, von ihren Babys haben viele ziemlich wenig mitbekommen.
Auch in der Generation meiner Eltern war feinfühliger Umgang mit Babys noch nicht die Norm. Im Krankenhaus wurden Babys nachts auch oft schreien gelassen. Meine Mutter hat Rooming In durchgesetzt - was damals extrem ungewöhnlich war. Nach der Geburt waren die Mütter deutlich länger im Krankenhaus als heute und konnten sich in der Zeit erholen, von ihren Babys haben viele ziemlich wenig mitbekommen.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)
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