Tutti hat geschrieben:Sycorax hat geschrieben:Hach ja, was ich eigentlich sagen wollte:
Ich finde es total schade, dass stillbereite Mütter in Kliniken immer noch so wenig Hilfe bekommen. Sobald erste Schwierigkeiten auftauchen, steht das Klinikpersonal mit Milchfläschchen neben verunsicherten Müttern.
Bei der Geburt der Minimissy im Stillraum erlebt. Dort war eine Frau (asiatische Herkunft, kaum Deutschkenntnisse), die ganz regelmäßig stillte. Ich traf sie schon frühmorgens im Stillraum. Viel später war sie im Frühstücksraum und frühstückte. Eine Schwester kam herein und erklärte ihr, man habe bei ihrem Sohn Blut abgenommen und er habe einen zu niedrigen Glucosespiegel, er bräuche nun Milch. Man würde ihm ein Fläschchen geben.
Die arme Frau hatte nur die Hälfte verstanden, fragte mehrmals nach: "Fläschchen. Wieso?"
Die Schwester erwiderte, dass das Kind sonst krank würde und erhielt die Zustimmung der Mutter zum Fläschchen.
Diese Dreistigkeit, bei dem Kind einfach Blut abzunehmen, während die Mutter ahnungslos frühstücken geht und dann sofort mit Milch anzukommen... ich habe mich so aufgeregt. Das Kind war zwei Tage alt (hab ich auf dem Schild am Bettchen gelesen), was soll denn das?
Huch, an deiner Geschichte finde ich so einiges befremdlich

Was ist ein Stillraum und wozu gibt es den? Warum ist ein 2 Tage altes Baby nicht rund um die Uhr bei der Mama (also warum frühstückt sie in einem Frühstücksraum und ihr Baby ist irgendwo anders)? Warum nehmen sie dem Baby ungefragt Blut ab? Und warum wird nicht aufgeklärt und abgewogen, sondern einfach die Flasche aufgedrängt?
Du meine Güte...
Gesendet von meinem HTC Desire S mit Tapatalk 2
Genau deswegen schrieb ich es ja, weil es völlig befremdlich ist! Es gibt an diesem Krankenhaus die Möglichkeit, dass Frauen ihre Kinder im "Kinderzimmer" abgeben und die Kinder dort von Schwestern betreut werden, solange die Mütter duschen, frühstücken ... was weiß ich. Manche Mütter lassen sogar zu, dass ihre Kinder in ihrer Abwesenheit gewogen werden und (für mich besonders schockierend) untersucht (U2, Blutentnahme zur Stoffwechseluntersuchung, Glucosespiegel...).
In diesem Frühstücksraum frühstücken alle Frauen, die nicht im Bett oder im Zimmer frühstücken wollen/müssen. Aber normalerweise hat man sein Kind dann bei sich. Genauso sind natürlich die Badezimmer groß genug, um das Kind mitzunehmen, wenn man duscht, auf Toilette geht etc.
Aber manche Frauen lassen sich, wenn die Hormone verrückt spielen und sie sowieso angreifbarer sind als sonst, vieles von den Schwestern abnehmen: "Gehen Sie doch jetzt gemütlich frühstücken, wir kümmern uns schon um ihr Kind. Es schläft doch jetzt sowieso!". Wacht das Kind dann auf, wird es eben mal schnell in die Ferse gepiekt, ehe die Mutter wieder da ist

.
Ich hatte es schon an anderer Stelle geschrieben, ich musste aus gesundheitlichen Gründen an diese Klinik, weil eine Neugeborenenintensiv angeschlossen ist (wurde dieses Mal zum Glück nicht nötig), sonst hätte ich eine andere gewählt.
2009 fand ich es schockierend, dass man mein Kind mit Pre fütterte, obwohl ich mich extra 5 Stunden nach KS aus dem Bett gequält hatte. Ich fand es schockierend, dass man mein Kind zur U2 brachte und ich nichts davon wusste. Selbstverständlich wäre ich mitgegangen.
2012 habe ich es den Damen nicht leicht gemacht. Ich habe mein Kind nicht einmal aus der Hand gegeben, habe sie angelegt, wenn sie gepiekt werden musste (die ältere Krankenschwester war ganz verwundert, dass das Baby gar nicht weinte

).
Aber ich habe eben viele Dinge beobachtet, die mich nichts angingen, aber dennoch schockierten und ich verstehe jede Frau, die sich entschließt, ihr Baby zu Hause zu entbinden und sich dem Klinikzwang nicht auszusetzen!
Sorry fürs ot.