Seite 5 von 6

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 14:19
von avoila
nun ja, ich denke, das Hauptaugenmerk der Hebammenausbildung liegt nicht im Bereich des Stillens, Tragen, Schlafen, "Erziehen" von Baby.... etc. Es gibt Bereiche, bei denen die Hebamme mehr aus eigener Erfahrung als aus angelerntem Wissen schöpft. Meine erste Hebamme war damit, dass die Milchbildung bei mir nicht in Form von sofortiger Überproduktion in Gang kam, vollkommen überfordert. Sie hätte sich mit Milchstau's ausgekannt. Aber mich an jemanden zu verweisen, der Ahnung davon hat, wie man schläfrige Babies wach bekommt und wie ich eine stärkere Milchbildung anregen kann, das fiel ihr nicht ein. Das ist das, was ich ihr heute noch "ankreide". Mit einer Brustentzündung hätte sie mich auch zum Arzt geschickt und ihr die Grenzen ihres Lateins beachtet.
Aber eine Stillberaterin... ich glaube, sie hat von mir zum ersten Mal gehört, dass es so etwas gibt und das gleichzeitig als Affront aufgefasst, wie ich ihre Kompetenz in diesem Bereich in Zweifel ziehen kann und mir anderweitig Hilfe hole.

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 15:53
von Lucccy
Hallo,
avoila hat geschrieben:Es gibt Bereiche, bei denen die Hebamme mehr aus eigener Erfahrung als aus angelerntem Wissen schöpft.
abgesehen davon wird die Hebamme ja auch eigene Überzeugungen haben.

Das Thema Schnuller vs. Daumen vs. Brust ist ja auch ein wenig abwägen zwischen der Möglichkeit einer Saugverwirrung und dem Streß für die Mutter durch Dauernuckeln und kaputte BW.

Gruß Lucccy

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 18:25
von bienenmeister
Lucccy hat geschrieben:
Das Thema Schnuller vs. Daumen vs. Brust ist ja auch ein wenig abwägen zwischen der Möglichkeit einer Saugverwirrung und dem Streß für die Mutter durch Dauernuckeln und kaputte BW.

Habe noch nie gehört, dass Hebammen darüber "entscheiden" ob ein Schnuller verwendet wird, bzw. sich Eltern in diesem Punkt herein reden lassen. Wenn Eltern das Verwenden eines Schnullers wünschen, dann werden sie ihn wohl auch kaufen und anwenden.

Was hier im Thread sehr deutlich heraus kommt, sind doch gravierende Probleme durch Fehlinformation. Und auch nach längerem Nachdenken fällt mir nicht ein einziger guter Grund ein, warum es nicht in das persönliche Interesse einer Hebamme fällt, sich auf den neuesten Wissenstand zum Thema Stillen zu bringen. Wenn das Absolvieren der Ausbildung zur Stillberaterin aus welchen Gründen auch immer, für eine Hebamme nicht möglich ist, wird doch klar deutlich, dass viele gut eingelesene Forumsmitglieder hier schon besser zu helfen wissen als so manche Berufshebamme :o und die Frage bleibt - warum kann das besagte Hebamme nicht? Sich in ihrer Freizeit mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Wer nur ein gutes Stillbuch neuerer Auflage überfliegt, weiß, dass sechs Mal Stillen in 24 Stunden - wie hier durch genannte Hebamme empfohlen - das Rezept zum ABSTILLEN ist.

Ich werde als Vegetarier doch auch nicht Metzgermeister.

Diese Sorte Hebammen ziehen m.E. nach einen ganzen Berufstand durch den Kakao. Soweit ich informiert bin, sind die Hauptgründe für vorzeitiges Abstillen mangelnde - und Fehlberatung. Ich sehe die Hebammen, die berufsbedingt das Monopol im Wochenbett haben, ganz klar in der Verantwortung.

Mir käme keine Hebamme ohne Ausbildung zur Stillberaterin mehr ins Haus!

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 18:54
von Lucccy
bienenmeister hat geschrieben:Habe noch nie gehört, dass Hebammen darüber "entscheiden" ob ein Schnuller verwendet wird, bzw. sich Eltern in diesem Punkt herein reden lassen. Wenn Eltern das Verwenden eines Schnullers wünschen, dann werden sie ihn wohl auch kaufen und anwenden.
So war das auch nicht gemeint - also mit dem "entscheiden". Es ging mir mehr um die beratende Funktion von Hebammen im Wochenbett.

Aber als ich über schmerzende BW klagte, riet meine Hebamme dazu als Alternative zum Dauernuckeln mal einen Schnuller anzubieten. Vermutlich hat sie persönlich wenig Probleme mit Saugverwirrung durch Schnuller erlebt. Hier im SuT bekommt man da wahrscheinlich andere Tips.

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 19:30
von MaareMum
bienenmeister hat geschrieben: MaareMum, du hast das ganz ganz ganz toll gemacht!
Daaaankeeee *strahl*
bienenmeister hat geschrieben: Habe noch nie gehört, dass Hebammen darüber "entscheiden" ob ein Schnuller verwendet wird.
Da hab ich dann jetzt genau das Paradebeispiel von besagter Hebamme:
Heute hat die Freundin mir erzählt - und ich muss nochmal betonen, sie ist gerade aus dem gröbsten Still-Alarm raus und gerade eben auf dem Weg in etwas Stabilität in der Stillbeziehung - dass die Hebamme heute gesagt hat, sie sollten doch dem Baby jetzt einen Schnuller geben, damit er sein massives Saugbedürfnis nicht an der Brust ausleben muss. :shock: :twisted:
Ich hab der Mama streng verboten, jetzt schon mit dem Schnuller anzufangen, wo grad mal alles auf nem guten Weg ist. Vor allem, weil sich das Kind mit Tragen und Kuscheln wirklich gut beruhigen lässt. Zum Glück sieht die Mama das auch so und hat ein schlechtes Gefühl beim Schnuller (ich hab nix gegen Schnuller, aber in diesem Fall finde ich, dass der Schnuller noch eine gute Weile warten muss).
bienenmeister hat geschrieben: Was hier im Thread sehr deutlich heraus kommt, sind doch gravierende Probleme durch Fehlinformation. Und auch nach längerem Nachdenken fällt mir nicht ein einziger guter Grund ein, warum es nicht in das persönliche Interesse einer Hebamme fällt, sich auf den neuesten Wissenstand zum Thema Stillen zu bringen. Wenn das Absolvieren der Ausbildung zur Stillberaterin aus welchen Gründen auch immer, für eine Hebamme nicht möglich ist, wird doch klar deutlich, dass viele gut eingelesene Forumsmitglieder hier schon besser zu helfen wissen als so manche Berufshebamme :o und die Frage bleibt - warum kann das besagte Hebamme nicht? Sich in ihrer Freizeit mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Das ist genau der Punkt, der mich eben auch ärgert. Die besagte Hebamme ist schon sehr lange im Beruf und hätte sicherlich genug Gelegenheit gehabt, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Oder eben ZUMINDEST eine Stillberaterin zu vermitteln. Davon war nie die Rede. Und eben allein schon das Anlegen. Wenn die Warzen so wund sind, sollte doch die Hebamme zumindest mal drauf kommen, dass das Anlegen mal genauer angeschaut wird. Und wenn einem dann da der halbe Warzenhof entgegenleuchtet, dann ist das doch wirklich nicht so schwer zu erkennen.
Ich glaube, dass bei vielen Hebammen das Stillwissen lange nicht so groß ist wie bei einer Stillberaterin. Aber so "Basics", dass sogar ich als einfach nur stillende Mama (mit großem Interesse an Still-Theorie natürlich) sie weiss, sowas sollte doch eine Hebamme auch wissen.

Dass eine Hebamme kein Tragetuch perfekt binden kann, find ich auch nicht schlimm (ich find es eher witzig, dass Hebammen irgendwie alle die gleiche abgespeckte Version erklären). Immerhin wird der Mama der Weg zum Tragetuch bereitet.
Aber Stillen gehört doch zu den elementaren Dingen im Wochenbett. Und genau dafür will ich doch ne Hebamme.
Hier gibts ja echt Frauen mit so komplexen Still-Problemen. Dass da ne Stillberaterin ran muss, versteh ich. Aber bei dieser besagten Freundin waren das eigentlich ganz normale Anfänger-Probleme finde ich.

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 21:18
von nelle
ich freue mich, dass sich die situation entspannt und drücke weiter die daumen! :D

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 29.11.2012, 23:44
von Leyket
Wäre ich deine Freundin, würde ich wohl in einigen Wochen oder Monaten merken, dass du mir da verdammt nochmal den A*sch gerettet hast :) und wäre unendlich dankbar dafür.
Super gemacht. Sowas liest man hier doch sehr gerne. Ich drück weiterhin die Daumen, dass alles gut wird.

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 30.11.2012, 23:31
von bienenmeister
Ich hoffe inständig, dass diese Story der besagten Hebamme noch richtig auf die Füße fällt!

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 30.11.2012, 23:50
von MaareMum
bienenmeister hat geschrieben:Ich hoffe inständig, dass diese Story der besagten Hebamme noch richtig auf die Füße fällt!
Hm, solange das nicht auf Kosten einer Mama / dieser Mama geht. Und was soll schon passieren?
Meine Freundin hat der Hebamme jetzt schon mehrer Male gesagt, dass sie den und den Tipp von ner Freundin (also mir) bekommen hat und seitdem das und das besser läuft.
Ich hoffe, es gibt der Hebamme zu denken.

Die Hebamme scheint in dem Ort nen total guten Ruf zu haben. Tja.

Re: Hilfe für eine Freundin

Verfasst: 01.12.2012, 00:15
von katemiddleton2011
Ich finde das auch ganz toll, wie du deiner Freundin geholfen hast! Ich hatte auch so eine blöde Hebamme, die mir geraten hat, nicht öfter als alle 2 Stunden zu stillen, die Stillzeiten aufzuschreiben etc. Ich habe mich allerdings vorher informiert und hatte für alle Fälle schon eine Stillberaterin an der Hand. Probleme gabs dann nicht, aber nur weil ich mein Ding trotzdem durchgezogen habe. Meine Tochter wollte jede Stunde an die Brust, monatelang, hätte ich da auf meine Hebamme gehört, hätte ich schnell abgestillt.

Viele Frauen, die sich nicht informieren, oder keine tolle Freundin haben wie dich:-), werden durch solch bescheuerten Hebammen dann zu den Fällen, "die nicht stillen konnten".

Mich juckt es heute immer noch in den Fingern, meiner Hebamme mal ne Mail zu schicken und ihr zu sagen, wie schlecht ich ihre Stillberatung fand. Und dass wir jetzt schon 1 Jahr erfolgreich und leidenschaftlich gerne stillen. Würde nichts nützen, weil sie von ihrer Kompetenz überzeugt ist, aber ich hätte es gerne mal gesagt.

Alles Liebe und ich drücke euch die Daumen!